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Produkt-Bild: Die Konkubinenwirtschaft. Warum westliche Unternehmen in China scheitern und die Chinesen an die Weltspitze stürmen

Die Konkubinenwirtschaft. Warum westliche Unternehmen in China scheitern und die Chinesen an die Weltspitze stürmen von Frank Sieren

Gebundene Ausgabe von Hanser Wirtschaft
Preis bei Amazon: EUR 19,90, Angebote ab EUR 14,49

3 von 5 Punkten
3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3446409750, Erscheinungsdatum: Oktober 2008
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Eine Kundenrezension:

Viel Altes und wenig Neues
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Da der Abstand zwischen den einzelnen Publikationen von Herr Sieren vergleichsweise kurz ist (Herr Scholl-Latour lässt grüßen), konnte man schon erahnen, dass in dem neuen Buch teils wieder viel breitgetretener Quark veröffentlicht wird.

Die Namen Huawei, Haier, Lenovo, etc. und deren vermeintlichen Erfolgsgeschichten (wenn man sich wie Herr Sieren auf rein betriebswirtschaftlichen Kennzahlen stützt - teilweise wird der Leser damit erschlagen, was wiederum den Lesefluss etwas stört) sind mittlerweile auch einem breiteren Laienpublikum im Westen bekannt. Ob diese "Erfolge" chinesischer Unternehmen auch langfristig aufrechterhalten werden können, unterliegt der Bewertung der Zeit. Jedenfalls sind diverse Extrapolationen wie bspw. "China wird im Jahre 2020"..."alle komparativen Vorteile auf sich vereinen", "Deutschland wird zum Freizeitpark für die aufstrebende chinesische Mittelschicht degradiert", etc. wenig hilfreich, da bis dahin noch viel Wasser den Bach runterläuft. Genügend Geschichten sind mittlerweile vorhanden, bei denen chinesische Unternehmen jämmerlich gescheitert sind, vielleicht auch darüber mal berichten! Die Geschichten von OBI, Dornier, etc. sind mittlerweile jedoch sehr ausgelutscht, weshalb es einen schon verwundert, warum diese Geschichten unter Verweis auf die These der Konkubinenwirtschaft JETZT wieder aufgerollt werden.

Das Buch ist in relativ kurze Kapitel aufgeteilt, die abwechselnd von den Leidensgeschichten westlicher oder deutscher Unternehmen in China und den "Erfolgsmärschen" chinesischer Unternehmen daheim und im Ausland berichten. Aufgrund der Fülle von Daten, kann man als jemand, der sich näher mit China beschätigt, auch neue Erkenntnisse gewinnen, jedoch können diese auch sehr einfach durch andere Quellen abgedeckt werden. Für Leute, die sich wenig oder gar das erste Mal mit China beschäftigen, ist dieses Buch sicherlich kein schlechter Einstieg.

Letztendlich kann man dieses Buch leicht positiv bewerten, obwohl Herr Sieren als "China-Experte" eigentlich tiefere Einblicke haben müsste, auch mehr und NEUES Insiderwissen an den Leser zu bringen, als "lediglich" Geschäftsberichte und Zeitungsartikel neu aufzubereiten und sich mit einer These, die sicherlich nicht auf die gesamte Praxis in China übertragen werden kann, hervorzutun. Aufällig ist auch das Fehlen rein chinesischer Quellen, denn diese gelten immer noch - Zuverlässigkeit hin oder her - als Primärquelle, zumindest bereitet bspw. die "Economist Intelligence Unit" ihre tollen Länderberichte mit diesen Quellen auf und verkauft sie dann zu etwas fragwürden Preisen an ein interessiertes Managementpublikum im Westen.
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Produkt-Bild: China: Eine Weltmacht kehrt zurück

China: Eine Weltmacht kehrt zurück von Konrad Seitz

Taschenbuch von Goldmann
Preis bei Amazon: EUR 11,95, Angebote ab EUR 8,50

4,5 von 5 Punkten
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 344215376X, Erscheinungsdatum: Dezember 2007, Auflage: 1
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Aus der Amazon.de-Redaktion


Vor beinahe 600 Jahren erreichten chinesische Schiffe unter dem Kommandanten Zheng He Ostafrika, nur wenige Jahrzehnte vor den Entdeckungsfahrten der Portugiesen. An Einwohnerzahl, Zivilisationsniveau und Wirtschaftskraft allen Staaten überlegen, stand das Reich der Mitte weltweit einzigartig da. Doch anscheinend grundlos wurden die Unternehmungen eingestellt und die "Weltmacht" China beschränkte sich auf ihre inneren Angelegenheiten. Was bewegte die chinesischen Kaiser dazu, die gewaltige Flotte lieber im Hafen verrotten zu lassen, anstatt weiter ins Unbekannte vorzudringen und sich so neue Einflusssphären zu sichern?
Ausgehend von dieser Frage führt der ehemalige deutsche Botschafter in China, Konrad Seitz, den Leser in die Vorstellungen der sinozentrischen Welt ein. Das Buch gliedert sich in zwei große Abschnitte. Im ersten Teil zeichnet der Autor die historische Entwicklung Chinas nach und beschreibt detailliert die großen Umbrüche der neueren chinesischen Geschichte. Von der prunkvollen, doch erstarrten Welt der späten Qing-Kaiser, die angesichts der industriellen Revolution Europas immer weiter ins Hintertreffen geriet, über das Herabsinken Chinas zu einem halbkolonialen Spielball der imperialistischen Mächte, bis zur Verzweiflung der großen und stolzen Kultur an sich selbst und der "permanenten Revolution" des großen Vorsitzenden Mao Zedong.
In der zweiten Buchhälfte werden die wirtschaftlichen und politischen Trends der letzten 20 Jahre untersucht und eine Prognose für die nächste Zukunft gestellt. Für viele neu dürfte die Feststellung sein, dass der wirtschaftliche Aufschwung der 80er im wesentlichen von der ländlichen Bevölkerung getragen wurde.
Weit entfernt von gängigen Stereotypen gelingt es dem Autor ein scharfes Bild der gegenwärtigen Situation Chinas zu zeichnen, die sich dem Außenstehenden nur durch den historischen Kontext erschließt. Vor allem die jüngsten Entwicklungen der aufstrebenden Weltmacht werden sachkundig analysiert, zumal Seitz als Botschafter in der Lage war, sie von einer einzigartigen Warte aus zu beobachten. --Daniel Leese
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5 Kundenrezensionen:

Ein wohlwollendes Buch mit vielen Informationen
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
In "China - Eine Weltmacht kehrt zurück" beschreibt der ehemalige deutsche Botschafter in China, Konrad Seitz, die Geschichte und die jüngeren Entwicklungen bis etwa zum Jahr 2000 in China.

Der eindeutig stärkste Teil des Buches ist dabei der geschichtliche Teil bis einschließlich der Herrschaft Mao Tse-tungs. In diesem Teil zeichnet der Autor ein nachvollziehbares, schlüssiges Bild der Entwicklungen, das auch für Leser wie mich, die in der älteren chinesischen Geschichte zuvor ziemlich unbewandert waren, verständlich ist, viele begründete Informationen vermittelt und wenige Fragen offenlässt, auch deshalb, weil Wirtschaft, Politik und Kultur in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen und allen drei genügend Raum zukommt.

Leider schafft es der Autor nicht, die hervorragende Qualität des ersten in den zweiten Teil des Buches, den über Chinas jüngere Entwicklung ab dem Herrschaftsantritt Deng Xiaopings, mitzunehmen. Nach wie vor schreibt er schlüssig, informativ und faktenorientiert, allerdings verengt sich das Blickfeld zunehmend allein auf Wirtschaft und Wirtschaftspolitk. So wird etwa die Tibetfrage schlicht ignoriert und der Taiwankonflikt fast allein aus wirtschaftspolitischer Sicht analysiert. Einer ähnlichen Linie folgt der Autor in Sachen Demokratie mit der These, die Entfaltung einer freien Wirtschaft führe früher oder später zu demokratischen Verhältnissen, womit auch das Demokratiedefizit in China zum hauptsächlich wirtschaftspolitischen Thema gemacht wird.

Auch wird den Beschreibungen positiver Entwicklungen jeweils auffällig mehr Raum eingestanden als denen ihrer negativen Begleiterscheinungen wie Umweltverschmutzung oder wachsender sozialer Ungleichheit, welche zwar erwähnt, aber bei weitem nicht so tiefgreifend wie etwa der Aufstieg der privaten Unternehmen analysiert werden. Grund hierfür könnte der starke Optimismus sein, mit dem der Autor Chinas weiterer Entwicklung gegenübersteht, was zur Folge hat, dass die genannten Probleme als unerfreuliche, aber notwendige Begleiterscheinungen eines positiven Prozesses gesehen werden, die mit der Zeit dank ebenjenes Prozesses wieder verschwänden. Gerade um diese Einschätzung besser nachvollziehen und bewerten zu können, wären aber umfangreichere Informationen über die Problemzonen des chinesischen wirtschaftlichen Aufstiegs sehr wünschenswert.

Leider nicht eingegangen wird schlussendlich auch auf das mit dem chinesischen Wirtschaftswunder eng verbundene Problem, was es für die westlichen Demokratien bedeutet, im Wettbewerb mit einer autoritären Diktatur zu stehen, die für viel stärkeres Wirtschaftswachstum als in Amerika oder Europa sorgt. So fragte der Spiegel vor nicht allzu langer Zeit in einer Serie, ob nicht die Gefahr bestehe, westliche Staaten könnten autoritärer werden wollen, um nach chinesischem Vorbild so das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Der Autor schließt dies offenbar aus und ist stattdessen von der Gegenthese überzeugt, China würde sich durch die Wirtschaftsliberalisierung demokratisieren, begründet aber nicht, warum er den umgekehrten Fall nicht für möglich hält.

Als Einstiegswerk für China-Neulinge ist dieses Buch dennoch zu empfehlen - zum einen aufgrund seines hervorragenden Geschichtsteils, zum anderen durch die Qualität der vorhandenen Informationen zur Gegenwart. Um allerdings das Chinabild zu vervollständigen und sich wirklich umfassend über die neue Weltmacht zu informieren, bedarf es neben diesem Werk auch eines, das mehr Gewicht auf Chinas Probleme legt und die Kehrseiten der Wachstumsmedaille besser verdeutlicht.
Geschichte gut, Gegenwart mit Schwächen
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Wer sich über die Geschichte Chinas einen Überblick verschaffen möchte, ist mit diesem Buch sicher gut bedient. Die Schwächen des Buches beginnen jedoch dort, wo sich es sich mit der Gegenwart zu beschäftigen beginnt. Einerseits sind die verwendeten Zahlen seit der Erstauflage vom Jahr 2000 offensichtlich nur sehr punktuell überarbeitet worden, dass vielerorts in Vergleichen noch von DM statt Euro die Rede ist, ist in dieser Hinsicht symptomatisch. Gerade zu einer sich derart dynamisch entwickelnden Thematik wie China wäre eine gründlichere Überarbeitung sehr wünschenswert gewesen. Zum Zweiten wird man den Eindruck nicht ganz los, der Autor lasse sich zu sehr von seiner Begeisterung für China leiten. So werden die kritischen Aspekte Chinas künftiger Entwicklung zwar durchaus angesprochen, in den Gesamtwürdigungen gehen diese aber wieder weitgehend vergessen und überwiegen dann die manchmal fast schon schwärmerischen Einschätzungen des Autors. Kurz gesagt: Dieses Buch gibt einen guten Überblick über die Geschichte Chinas und teilweise auch über die gegenwärtigen Entwicklungen, es lohnt sich aber, zusätzlich auch kritischere Sichtweisen mit zu berücksichtigen.
Der ideale Einstieg für den China-Interessierten
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Konrad Seitz' 'China. Eine Weltmacht kehrt zurück' stellt den idealen Einstag für jeden dar, der sich für die Kultur und Geschichte Chinas interessiert. In fünf großen Kapiteln wird die Geschichte dieses Riesenreiches von den Anfängen in der Qiun- und Han-Dynastie bis zur Gegenwart veranschaulicht. Keineswegs handelt es sich dabei um eine müde Ansammlung von historischen Daten und Fakten, sondern um lebhaft erzählte Geschichte. Seitz erweist sich als überaus kenntnisreicher Experte, dem die richtige Mischung zwischen geschichtlicher Erzählung und sachlicher Darstellung gelingt.
Etwa die Hälfte des 500-seiten starken Kompendiums widmet sich dem modernen China nach Mao. Hier verschont der Autor den Leser nicht mit wirtschaftlichen Detail- und Spezialwissen, dem man sich als Leser in dieser Form jedoch gerne ausgesetzt fühlt.
Interessanter schien mir jedoch die erste Hälfte, in der Kultur und Geschichte des alten Chinas bis zu Mao sinnhaft erörtert werden: Die kosmisch begründete, zentrale Stellung des Reiches der Mitte, das wie die Griechen die Welt in Zivilisation und Barbarei schied. Hiervon ausgehend die fatale Abschottung nach außen, was zum Untergang und zur Imperialherrschaft der Europäer im 19. Jahrhundert führte. Die Geschichte hätte auch anders verlaufen können. Anfang des 15. Jahrhunderts verfügt China über die größte Flotte der Welt mit den größten Holzschiffen, die jemals gebaut wurden. Es werden Handelsbeziehungen bis nach Mogadischu in Afrika und Jiddah im Nahen Osten aufgebaut. China steht im Begriff, die Welt zu erobern, wie es einige Zeit später die imperialistischen Nationen Europas taten. Als der Yongle-Kaiser jedoch 1421 starb, werden alle Expeditionen eingestellt und China wird von den europäischen Nationen, maßgeblich den Engländern, ausgebeutet.
Als Mao mit seinen roten Brigaden das Land nach jahrzehntelangen Wirren und Bürgerkrieg unterwirft und vermeintlich eint, gibt seine absolute Schreckensherrschaft noch Zeugnis von der hierarchischen Organisation des alten Reiches, gegen das der chinesischen Kommunismus doch vorgibt zu Felde zu ziehen. Wer sich eingehender über die Verbrechen Mao Zedongs informieren will, lese Jung Changs Biographie 'Mao - Das Leben eines Mannes. Das Schicksal eines Volkes'.
Bei Seitz' China-Buch handelt es sich insgesamt um eine sehr ausgewogenen, sachkundige und interessante Darstellung. In jedem Falle lesenswert!

Thomas Reuter
Der Autor ist einer der wenigen echten Chinakenner
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Liest man dieses Buch durch erkennt man sofort, dass man einen Autor vor sich hat, der die Erfahrungen direkt aus der Praxis gewonnen hat und nicht bei anderen Autoren abgeschrieben hat was bei vielen Chinaautoren leider der Fall ist.

Das Buch erklärt ausführlich die Hintergründe der historischen Entwicklung und knüpft eine gute Verbindung zur wirtschaftlichen Entwicklung in den letzten Jahren.
Herr Seitz kennt wirklich die Chinesen wie sonst nur wenige andere Leute. Das Buch liest sich sehr gut von der ersten bis zur letzten Seite und verknüpft in unterhalsamer und korrekter Weise die kulturellen mit den wirtschaftlichen Bedingungen Chinas.

Dieses Buch kann man wirklich jedem an China interessierten Leser empfehlen.
Wer China verstehen will, muss dieses Buch lesen!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Dieses Buch ist die fundierteste Analyse Chinas, die ich kenne. Sie schließt eine große Lücke im europäischen Bildungskanon und zeigt ebenso die historische Entwicklung als auch die heutigen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Bezüge zwischen Europa, Asien und Amerika auf.

Dieses spannend geschriebene Werk ist eine Vertiefung von Seitz Anfang der 90er erschienen Buches "Wettlauf ins 21. Jahrhundert" und beide Titel sind jedem politisch Interessierten dringend zu empfehlen. Es bleibt für die deutsche und europäische Außenpolitik zu hoffen, dass Seitz als ehemaliger politischer Planungschef im Auswärtigen Amt unter Außenminister Genscher würdige Nachfolger gefunden hat.
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Produkt-Bild: Die chinesische Welt: Die chinesische Welt von den Anfängen bis zur Jetztzeit

Die chinesische Welt: Die chinesische Welt von den Anfängen bis zur Jetztzeit von Jacques Gernet

Taschenbuch von Suhrkamp
Preis bei Amazon: EUR 20,00, Angebote ab EUR 17,00

4,5 von 5 Punkten
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3518380052, Erscheinungsdatum: Juni 1988
Zoom ± Produkt-Bild: Die chinesische Welt: Die chinesische Welt von den Anfängen bis zur Jetztzeit

5 Kundenrezensionen:

Eine solide Grundlage!
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Wer sich umfassend mit der chinesischen Geschichte beschäftigen will, wird an diesem Buch zurzeit nicht vorbei kommen. Vorher habe ich Fischers Weltgeschichte Band 19 gelesen und muss sagen dass Jacques Gernets Buch einfach geeigneter ist. Gernet widmet der Geschichte Chinas mehr Seiten und schreibt meiner Meinung nach auch verständlicher. Was mir gefällt ist die Gründlichkeit mit der er die wichtigsten Dynastien wie die Han, Tang, Song, Yuan, Ming und die Qing oder andere behandelt. Allerdings werden nicht nur Aufstieg, Blüte und Sturz der Dynastien behandelt sondern auch das Geistesleben und technische Errungenschaften der jeweiligen Epoche. Als nützlich erweist sich auch die Umschrifttabelle, zu Beginn des Buches, aus der die richtige Aussprache von Vokalen und Konsonanten entnommen werden kann. Was ich schade finde ist, dass das Buch mit dem Tod Mao Tse-tungs endet und dadurch die letzten fast 3 Jahrzehnte bis zur Gegenwart fehlen.
Fazit: Für jemanden der sich für die Geschichte Chinas interessiert und Fachbücher nicht scheut genau das Richtige!
Ein bißchen zu viel Phiosophiegeschichte
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Erst einmal ein dickes Lob an die Übersetzerin Regine Kappeler, die eine hervorragende Übersetzung geliefert hat. Anfangs war ich von den vielen chinesischen Namen erschlagen. Dann ging es mit der Zeit besser. Es ist schade, dass Gernet so viel über Philosophiegeschichte geschrieben hat. Es wäre besser gewesen, wenn er sich auf die politische Geschichte beschränkt hätte. Dann hätte er nicht schon mit dem Erzählen aufhören müssen, als China ein kommunistisches Land wurde. Er hätte dann bis zur Gegenwart über das Land erzählen können, denn gerade das 20. Jahrhundert ist sehr interessant. Ansonsten ist das Buch nicht schlecht.
Leider kann ich mich nur anschliessen...
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
...schreibe ich doch sonst gern anderslautende Kritiken. Das Buch ist ungeheuer umfassend. Vom Autor gefärbte Einschätzungen der geschichtlichen Entwicklung erlauben den Leser eine Beurteilung der Ereignisse der letzten 4000 Jahre chinesischer Geschichte.
Eine kurze Einführung in die Aussprache chinesischer Eigennamen erlaubt es endlich, wenigstens halbwegs z.B. die Qing (ausgesprochen: "Tjing") richtig zu lesen.
Ein kleines Manko ist die viel zu eingeschränkte Betrachtung der chinesischen Gegenwart. Hier empfiehlt sich das Lesen zusätzlicher Bücher.
Die 'Bibel' der Sinologen
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Eine der umfassendsten und gelungensten Werke zur Geschichte und Kultur Chinas. Gernet befasst sich nicht nur mit der Geschichte Chinas, sondern gibt auch Einblicke in Kultur, Philosophie, Literatur und Wirtschaft. Sehr nützlich um Themen nachzuschlagen und sich einen Überblick über bestimmte Epochen zu verschaffen. Dabei bedient sich Gernet einer sprachlichen Umsetzung, die es auch dem Laien erlaubt, Hintergründe zu verstehen. Auch kann man Themen, die einen nicht so interessieren ruhig einmal überspringen, ohne den Faden zu verlieren. Für Experten und Anfänger gleichermaßen ein Muß.
Umfassend, stringent, interessant zu lesen
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
In diesem beeindruckenden Werk sind mehrere tausend Jahre chinesische Geschichte in kompaktem Umfang und leicht lesbarem Stil zusammengefasst. Die Historie wird von mehreren verschiedenen (philosophischen, kulturellen, politischen, wissenschaftlichen, ökonomischen etc.) Seiten aus detailliert aber doch auf das wesentliche beschränkt beleuchtet. Dabei wird insbesondere auf Zusammenhänge Wert gelegt, die das Verständnis der geschichtlichen Vorgänge wesentlich erleichtern und so auch eine Grundlage bilden können, das moderne China zu verstehen.
Leider geht mitunter die Übersichtlichkeit verloren, wenn der Autor denselben Geschichtsabschnitt unter verschiedenen Perspektiven mehrmals behandelt.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die äußerst dürftige Behandlung der chinesischen Moderne, die kaum ausführlicher Behandelt wird als die Prähistorie.
Wünschenswert wäre es auch gewesen, die im Text behandelten Namen und Fachbegriffe nicht nur in Pinyin, sondern auch in Schriftzeichen, darzustellen, statt letztere nur im Index anzugeben. Eine entsprechende Doppelbezeichnung würde ein Verständnis und Wiedererkennen bzw. Merken der Begriffe teilweise wesentlich erleichtern.
Insgesamt aber ein interessantes und lehrreiches Buch, das auf jeden Fall eine lohnende Investition ist.
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Produkt-Bild: Das große China-Lexikon. Geschichte, Geographie, Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Bildung, Wissenschaft, Kultur

Das große China-Lexikon. Geschichte, Geographie, Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Bildung, Wissenschaft, Kultur

Gebundene Ausgabe von Primus Verlag
Preis bei Amazon: EUR 49,90, Angebote ab EUR 43,90

5 von 5 Punkten
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3896786334, Erscheinungsdatum: März 2008, Auflage: Unveränderte Neuauflage. Sonderausgabe 2008.
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3 Kundenrezensionen:

Leider zu schwer für die Badewanne
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Dafür lässt es sich in einem Ohrensessel bestens in diesem Buch schmökern. Die Herausgeber haben gut daran getan, die Zahl der Artikel zu beschränken. So werden aus den Lexikoneinträgen wirklich lesbare Mini-Essays, die einen echten Einblick in das chinesische Leben und Institutionen liefern (als Beispiel die exzellenten Beiträge von Thomas Heberer und Carsten Herrmann-Pillath über das politische und wirtschaftliche System). Anders als den Brockhaus könnte man dieses Lexikon deshalb fast von Buchdeckel zu Buchdeckel lesen. Als Kompendium jedem China-Interessierten zu empfehlen, durch die thematische Artikelüberischt am Anfang findet man sich auch gut zurecht. Und mittlerweile kann man es sich sogar leisten (die erste Ausgabe kostete stolze 150 Euro)
ersetzt eine China-Bibliothek
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Für jeden, der sich privat oder beruflich intensiv mit China beschäftigt, ist dieses Standardwerk unverzichtbar. Es ist hoch kompetent, tief gehend, wissenschaftlich objektiv und dabei noch leicht zu lesen. Ich kann den Herausgebern und Autoren nur zu diesem rundum gelungenen Werk gratulieren. Es ersetzt eine ganze Bibliothek über China und ist von meinem Schreibtisch nicht mehr wegzudenken. Danke! Wer nur ein Buch über China haben kann, sollte dieses nehmen.
International führendes China-Nachschlagewerk
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Im internationalen Vergleich das bei weitem umfassendste und beste Nachschlagewerk zum modernen China: eine außergewöhnliche Leistung der Herausgeber und der beteiligten Chinawissenschaftler. Wer nur auf das Aktuelle schielt, kann sich mit der "Wirtschaftswoche" begnügen und wird mehr oder weniger blind den schwankenden China-Konjunkturen folgen. Wer aber fundierte Kenntnisse über China in konzentrierter Form gewinnen will, muss dieses China-Lexikon haben.
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Produkt-Bild: Das alte China: Von den Anfängen bis zum 19. Jahrhundert

Das alte China: Von den Anfängen bis zum 19. Jahrhundert von Helwig Schmidt-Glintzer

Taschenbuch von C.H.Beck
Preis bei Amazon: EUR 7,90, Angebote ab EUR 3,89

3 von 5 Punkten
3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3406451152, Erscheinungsdatum: April 2008, Auflage: 5. Auflage.
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4 Kundenrezensionen:

Hilfreich, aber könnte wesentlich verbessert werden
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Der Autor stellt die großen Abschnitte der Geschichte Chinas bis in das 19. Jahrhundert kurz dar und gibt für jeden Abschnitt an, durch welche wesentlichen Faktoren er zustandekam, nennt einige seiner bedeutendsten Persönlichkeiten und geht auf Veränderungen der geographische Ausdehnung des Reiches im Laufe der Geschichte ein.

Inhaltlich ist einem das Buch daher sehr nützlich, wenn man sich mit den wichtigsten Stationen der chinesischen Geschichte und dem mit ihnen verbundenen Vokabular (etwa den Namen von Dynastien) vertraut machen möchte.

Allerdings läßt die Art der Darstellung sehr zu wünschen übrig. Einige Kapitel mußte ich mehrmals lesen, weil Zusammenhänge an gewissen Stellen erst durch das Lesen spätere Abschnitte klar wurden. Etwa die Persönlichkeit Liu Bangs wird auf S. 40 eingeführt, und es wird erklärt, daß die Han-Dynastie durch sein Wirken beginnt. Zwei Seiten weiter heißt es über einen gewissen Gaozu, er sei der Dynastie-Begründer, und erst auf S. 46 wird erklärt, daß Gaodi und Liu Bang ein und derselbe sind, und selbst dann bleibt es noch dem Leser überlassen zu erraten, daß Gaozu eine andere Transliteration desselben Namens Gaodi ist.

Generell ist die Darstellung chinesischer Eigennamen sehr unzufriedenstellend. Tonzeichen werden gar nicht verwendet, so daß viele Namen verschiedene Personen gleich aussehen und große Verwirrung beim Leser hervorrufen. Im übrigen hätte es nicht geschadet, die Namen wichtiger Personen und Regionen zusätzlich in chinesischen Zeichen anzugeben. Wer Chinesisch oder Japanisch kann oder lernt, hätte dadurch großen Gewinn und könnte die Namen auch besser auseinanderhalten.

Eigenartig ist ferner der Umgang mit Diskussionen unter Historikern sowie Bezügen auf andere Autoren. An einigen Stellen (etwa bei der Einführung des Begriffs "Modernisten" S. 45) wird auf konkrete Autoren ("M. Loewe") Bezug genommen, an anderen Stellen wird zwar deutlich, daß nur eine bestimmte Historiker-Meinung widergegeben wird, aber nicht welche Namen damit zu verbinden sind (etwa S. 116: "[...] nicht in einer Verweichlichung der Mongolen zu suchen, wie gelegentlich behauptet wurde").

Insgesamt ist das Buch also nützlich, jedoch als rundum gelungen würde ich es nicht bezeichnen wollen.
Eine nicht sehr gelungene Einführung
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Das Buch führt in die Geschichte Chinas bis zum 19.Jahrhundert ein. Dies auf etwa 130 Seiten zu vollbringen ist selbst für ein Überblick ein sehr ergeiziges Ziel. Seine Ausführung ist dem Autor nur zum Teil geglückt. Während die Anfänge der chinesischen Geschichte und die Zeit der Einigung Chinas unter dem Ersten Kaiser(Qin-Dynastie)gut dargestellt werden, wird schon die nachfolgende Han-Dynastie, die auch nach Meinung des Autors grundlegend für Chinas weitere Entwicklung war, zum Teil nur sehr schematisch sichtbar.
Die Darstellung der darauffolgenden Epoche ist dem Autor gründlich mißglückt. Man sucht vergeblich nach einem roten Faden, erfährt zwar mehrere Einzelheiten hat aber Schwierigkeiten sie miteinander in Beziehung zu setzen. Die Zeittafel am Buchende hilft einem hier nur bedingt.Auch wenn die eschriebene Epoche zum grossen Teil eine Zeit des Wechsels war wünschte man sich eine etwas klarere Darstellung.
Erst ab der Mongolenzeit wird die schöne Struktur des ersten Teil des Buches sichtbar. Man wünscht sich zwar mehr Ausführungen über die Ming- und die letzte chinesische Kaiserdynastie der Mandschu(Qing). Bei der Knappheit des Buches ist deren Fehlen jedoch zum Teil nachvolziehbar.
Die Einführung ist daher nur mit Einschränkungen zu empfehlen. Für jemanden der keinerlei Kenntnisse von der chinesischer Geschichte hat kann es dennoch ein faszienirendes erstes Eintauchen in einen der interessantesten Einzelbereiche der Weltgeschichte sein.
Kein Kennenlernen - nur ein kurzer Flirt mit der chinesischen Geschichte
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
China ist in gewisser Hinsicht ein Kuriosum: Im bundesdeutschen Geschichtsunterricht taucht es praktisch nicht auf, und das Wissen, das der durchschnittliche Erwachsene über das Reich der Mitte hat, geht nur unwesentlich über Gerd Ruges Bilder, "Jim Knopf" und "Shogun" hinaus. Spätestens, wenn man nach China reist, fallen einem diese Lücken und Halbheiten dann auch schmerzlich auf.

(Dem, der jetzt einwenden möchte, daß "Shogun" in Japan spielt und mit China nichts zu tun hat, versichere ich, daß er sich für überdurchschnittlich gebildet halten darf.)

Helwig Schmidt-Glintzer war Professor für ostasiatische Kultur- und Sprachwissenschaft an der Uni München. Für den Beck-Verlag hat er eine kurze zweibändige Geschichte Chinas geschrieben. Dessen erstem Band, "Das Alte China", habe ich einen Großteil der obigen Informationen entnommen. Leider nicht alle - und auch nicht die interessantesten.

Was der Autor auf knapp 150 Seiten bietet, ist eine kompakte Geschichte besonders des politischen Chinas: Von den bescheidenen Anfängen der ersten Hochkulturen über die Zeit der Reichseinigung, zahlreiche Umstürze und Umwandlungen hinweg bekommt der Leser eine Menge Informationen über das Reiche der Mitte. Die Dynastien, die den verschiedenen Epochen ihren Namen gaben, werden beleuchtet, innenpolitische Verwicklungen, die Rolle der Beamtenschaft und der Prüfungen, mit denen sie ausgewählt wurden, und auch Literatur wie sonstige Kultur werden angerissen.

Das ganze ist sehr knapp geschrieben, bleibt auch für Laien ohne Vorbildung verständlich und ist, insgesamt, eine gelungene konventionelle Einführung in die ältere Geschichte Chinas. Dank der Kürze eignet es sich ideal, um sich auf einer Flugreise nach China wenigstens ein paar Anknüpfungspunkte anzulesen, an die man die ganzen Baudenkmäler und Touristenführer-Vorträge dann anschließen kann. Auch für historisierende China-Filme wie "Der Kaiser und sein Attentäter" bietet "Das Alte China" das nötigste Rüstzeug.

Mehr aber auch nicht: Es wäre vermessen zu erwarten, daß jemand die "Geschichte Europas und des Mittelmeerraums bis 1800" auf 150 Taschenbuchseiten zusammenpressen könnte, ohne daß dabei wichtiges unter den Tisch fiele. Die Alltagskultur Chinas, wirtschaftliche und technische Entwicklung, zivilisatorische Errungenschaften, aber auch Gegensätzliches und Eigenartiges am Rande der großen Politik bleibt weitgehend außen vor. Das chinesische Selbstverständnis der eigenen Geschichte wird nur kurz angerissen, Vergleiche zu Europa oder den Nachbarn bleiben spärlichst, und für die meisten etwas spezielleren Fragen wird man zur umfangreicheren Literatur greifen müssen, auf die der Autor im Anhang verweist.

China ist ein eigenartiges Land mit eigenartiger Kultur und eigenartiger Geschichte. Damit letztere einem nicht mehr so fremd und unzugänglich erscheint, kann sich die Lektüre von Schmidt-Glintzers Buch durchaus lohnen. Und wer nach China reist, um alte Kultur zu entdecken, hat hier ein praktisches Werk zum Im-Flieger-Lesen und Mitdabeihaben.

Wer Geschichte mehr unter dem Nutzen für das heutige liest und auf den Unterhaltungswert gesteigerten Wert legt, wird mit Konrad Seitz' "China - Eine Weltmacht kehrt zurück" allerdings erheblich mehr anfangen können.
Eine leicht verständliche Einführung
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Schmidt-Glinzers Buch schildert leicht verständlich die chinesische Geschichte von ihren Anfängen bis zum Opiumkrieg. Schmidt-Glinzer behandelt fast 7000 Jahre chinesischer Geschichte auf nur 130 Seiten und läßt dennoch keine wichtigen Ereignisse aus. Im Gegenteil, er befaßt sich nicht nur mit den wichtigsten Fakten der Geschichte, er behandelt auch Kultur und gesellschaftliche Entwicklung. Chronologisch führt er seine Leser von der Yangshao- Kultur über die einzelnen Dynastien bis zum Untergang des Kaiserreiches und der Fremdbestimmung im 19. Jahrhundert. Das Verständnis des in diesem Buch behandelten Zeitraumes ist essentiell für das Verständnis des heutigen Chinas. Er bildet die Basis für Gesellschaft und Kultur der Volksrepublik. Schmidt-Glinzers Werk ist sehr empfehlenswert für Leute, die einen Einstieg in das Thema suchen. Aber auch für „Experten" auf dem Gebiet ist das Buch zu empfehlen, da es sehr übersichtlich aufgeteilt ist, und somit auch als praktisches Nachschlagewerk dienen kann. Am Ende des Buches gibt es eine erfreulich übersichtliche Zeittafel der chinesischen Geschichte. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Produkt-Bild: Das neue China: Von den Opiumkriegen bis heute

Das neue China: Von den Opiumkriegen bis heute von Helwig Schmidt-Glintzer

Taschenbuch von C.H.Beck
Preis bei Amazon: EUR 7,90, Angebote ab EUR 5,14

3 von 5 Punkten
3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3406447260, Erscheinungsdatum: Juni 2006, Auflage: 4., überarbeitete Auflage
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5 Kundenrezensionen:

Weder für den Anfänger noch für den Fortgeschrittenen zu empfehlen
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Dieses Buch ist weder für den Anfänger noch für den Fortgeschrittenen zu empfehlen. Wer zum Thema der neuesten Geschichte Chinas unbewandert ist wird in Schmidt-Glintzers Buch nichts als ein heilloses Durcheinander an Begriffen, Konzepten und vagen Andeutungen vorfinden. Wer einen historisch wertvollen Beitrag erwartet ist wegen vieler unreflektierter und unkommentierter Thesen und einer recht unwissenschaftlichen Schreibweise ebenfalls nicht zufriedenstellbar. Die Reihe C.H.Beck Wissen zielt eigentlich auf ein Publikum wie mich als Geschichtsstudenten ab. Weder als lesenswerten Einblick noch als wissenschaftliches Werk wurde damit meinen Ansprüchen genüge getan. Größtenteils waren daran zwei Ursachen schuld. Zum einen zeigen sich an "Das neue China" sämtliche großen Nachteile strukturhistorischer Arbeitsweise. Zum anderen hat Schmidt-Glitzer einen Schreibstil, der mehr verwirrt als erklärt.
Die "Struktur" von 150 Jahren Geschichte des bevölkerungsgrößten Landes der Welt auf 121 Seiten zu quetschen geht auf Kosten von wichtigen Beweisführungen. Schmidt-Glintzer kommt also regelmäßig zu Schlüssen die für den Leser einfach nicht nachvollziehbar sind. Zudem werden Aspekte angedeutet, die - weil unerklärt - für den Leser absolut belanglos sind. Da wäre als Beispiel auf Seite 33 die Aussage, dass die Abschaffung des traditionellen Prüfungswesens eine mittelbare Folge der Hundert-Tage-Reform sei - was denn bitteschön ein traditionelles Prüfungswesen sein könnte wird nicht ersichtlich und somit sind die häufigen derartigen Kommentare Papierverschwendung.
Was sich der Leser während des ganzen Buches wünscht, ist eine einfache, möglichst chronologische Nennung von harten, informativen, wissenschaftlichen Fakten.
Um das Chaos für den Leser zu vervollständigen gibt Schmidt-Glintzer zu jedem Kapitel, die in der Regel 1,5 Seiten ausmachen, einen ausgiebigen Rückblick auf die Vergangenheit des Themas und einen Ausblick auf die Zukunft. Das Buch ist somit durchtränkt von unnachvollziehbaren Zeitsprüngen.
Nicht allein wegen des Informationsgehaltes sondern vor allem wegen des nicht vorhandenen Lesegenusses ist das Buch nicht zu empfehlen!
Nützliche Kompakthistorie des modernen China
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
„Von den Opiumkriegen bis heute" lautet der Untertitel dieses Buches, das in der Übersicht knappe 170 Jahr umschließt, vom Beginn des ersten Opiumkriegs 1839 bis in die geschichtliche Gegenwart des Jahres 2003. Schmidt-Glintzers Konzeption ist es dabei, eine komprimierte Übersicht der Ereignisse und historischen Perioden im Kontext einer gesamteinheitlichen Einordnung in den chinesischen Geschichtsprozess zu erstellen. Der Schwerpunkt wird auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts gelegt, das mit dem Ende des Kaiserreichs sowie der Gründung der Republik und dem Bürgerkrieg zwischen Guomindang und KPCh zentral für die strukturell Umgestaltung des Landes in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war.
Dass bei einer solchen Fülle an Ereignissen und Fakten vieles nur andeutungsweise und sehr gerafft dargestellt werden konnte, versteht sich von selbst. Eine Grundkenntnis zentraler historischer Termini der chinesischen Historie ist unabdingbar, da der Autor Grundkenntnisse über die zentralsten Ereignisse und Personen voraussetzt. Sinnvoll ist auch der Einsatz eines chinesischen Geschichtslexikons (z.B. Josef Guter „Lexikon der Geschichte Chinas") als Begleitlektüre. Erwähnenswert ist außerdem die sehr gute Zeitleiste am Ende des Buchs, die bis in das Jahr 2003 hineinreicht.
Nützlich ist dieses Buch für all jene, die ihre Grundkenntnisse der modernen chinesischen Geschichte auffrischen möchten und dabei Anregungen für tiefgehendere Beschäftigung mit einzelnen Thematiken suchen. Schmidt-Glintzers Buch ist klar strukturiert, fundiert geschrieben und inhaltlich treffend geschrieben und war für mich zur Rekapitulation dieses Zeitabschnitts sehr hilfreich. Allen, die eine ausführliche, wissenschaftliche Lektüre über das moderne China suchen, sein das Standardwerk von Jonathan Spence, „Chinas Weg in die Moderne", empfohlen.
Sehr gut, aber nicht einfach
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Dieses Buch ist als erster Einstieg sicher anspruchsvoll, aber nicht ungeeignet. Zusammen mit der Ausgabe "Das alte China. Von den Anfängen bis zum 19. Jahrhundert" vom gleichen Autor erhält man nicht nur einen guten Überblick über die Geschichte Chinas, sondern auch einen Eindruck der Herausforderungen, die sich einer Darstellung der chinesischen Geschichte in dieser Kürze ergeben. Anspruchsvoll und manchmal verwirrlich ist sicher, dass die Geschichte Chinas nicht streng chronologisch abgehandelt wird, sondern gleiche Zeitabschnitte aus verschiedenen Perspektiven mehrmals betrachtet werden. Gleichzeitig ist dies jedoch gerade auch, was dieses Buch auszeichnet, es ist nicht eindimensional, der Autor behält immer eine kritische Distanz zu den eigenen Interpretationen und schafft trotz der Kürze des Buches eine bemerkenswert differenzierte Darstellung des Themas. Zusammen mit den wenigen, aber qualitativ hochstehenden Karten ein gutes Buch für den anspruchsvollen Einsteiger und insbesondere auch zur Auffrischung der China-Kenntnisse.
Eine gute Darstellung der chinesischen Geschichte
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Das vorliegende Buch beschreibt die Geschichte Chinas von den Opiumkriegen bis heute. Der Autor versteht es, auf geringem Raum, die wesentlichen Fakten darzustellen und in den geschichtlichen Kontext einzuordnen. Dieses Buch zeichnet sich durch eine äußerste Informationsdichte aus, d.h. obwohl die Seitenzahl des Buches auf den ersten Blick gering erscheinen mag, findet sich eine wahre Flut an Fakten, Daten und geschichtlichen Ereignissen. Der Autor schafft es, die einzelnen Ereignisse in den Gesamtkontext einzuordnen, dabei Querverbindungen zu schlagen und damit die Geschichte Chinas sehr lebendig erscheinen zu lassen.
Sehr kompaktes Kompendium
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Dieses Buch ist meines Erachtens kein Buch für Einsteiger. Der Autor verwendet eine eigene Fachsprache mit vielen (wichtigen) Daten und Fakten. Er weist auf viele Querverbindungen zu anderen Gedankenströmen und Ereignissen hin, die es einem Laien schwer machen, dieses Buch zu lesen. Zudem gibt es keine Bilder oder ähnliche auflockernde Schaubilder, die es einem erleichtern würde, die komplexe Geschichte seit den Opiumkriegen besser zu verstehen.
Ich habe das Buch lediglich verwendet, um meine Geschichtskenntnisse wieder aufzufrischen. Ich kannte die Historie schon vorher, habe aber im Laufe der Zeit viele Zusammenhänge wieder vergessen.
Das Buch werte ich als eine komplexe und kompakte Gedächtnisstütze ohne Nachschlage-Charakter!
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Die 101 wichtigsten Fragen. China von Hans van Ess

Broschiert von Beck
Preis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 6,55

4,5 von 5 Punkten
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3406568084, Erscheinungsdatum: Februar 2008, Auflage: 1
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2 Kundenrezensionen:

bestes kompendium betr. China
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Das vorliegende Bändchen ( welches man auf einem Flug nach China bequem auslesen könnte )ist m.M.n. das beste deutschsprachige Kompendium über China, das es derzeit gibt: kurz, prägnant, aus offensichtlich intimer Kenntnis heraus geschrieben, durchaus nicht unkritisch, dabei jedoch immer auch den eigenen ( westlichen ) Standpunkt reflektierend. Fehler, Irrtümer oder offensichtlich tendenziöse Darstellungen sind mir nicht untergekommen. Meine persönlichen, in 15 Jahren gewonnenen Erfahrungen in und mit China decken sich weitgehend mit der Erkenntnissen des Verfassers. Ein höchst seriöses, kurzweiliges und gewinnbringend zu lesendes Büchlein zu einem höchst moderaten Preis.
Viel Wissenswertes
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Nicht jede Frage in dem 160-seitigen Büchlein würde der interessierte Leser unbedingt stellen; manche Ausführungen geraten dementsprechend ein wenig zu wissenschaftlich und sind für den Laien trocken zu lesen. So stellen sich vor allem die ersten drei Kapitel über Geschichte, Politik und Wirtschaft ganz klar interessenabhängig dar, während umgekehrt die Themengebiete wie Kultur und Gesellschaft wesentlich reizvoller sind, da sie Land und Leute der aktuellen Zeit widerspiegeln und vor allem Lesern, die etwa eine Reise nach China planen, eine nützliche Hilfe bieten.
Van Ess gelingt es jedoch durchgängig, einen anspruchsvollen und zugleich auch für Nichtwissenschaftler verständlichen Ton anzuschlagen, gleich welches Thema er anspricht. So gerät das Buch auf hohem Niveau lehrreich und teilweise unterhaltsam zugleich. Ein gewisses Vorwissen schadet nicht, vor allem in den Bereichen der Politik und Geschichte, um den Ausführungen problemlos folgen zu können. Und selbst für Leser, die sich mit China schon ein bisschen auskennen, wird van Ess einige interessante Neuigkeiten bieten können.

Die 101 wichtigsten Fragen - China" bereitet viele wissenswerte Informationen über Land und Leute, Kultur und Geschichte gut verständlich für den Laien auf und kann sowohl durch ein beeindruckendes Fachwissen als auch sachlich anspruchsvolle Texte punkten.
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1421. Als China die Welt entdeckte von Gavin Menzies

Taschenbuch von Droemer/Knaur
Preis bei Amazon: EUR 10,95, Angebote ab EUR 7,35

3 von 5 Punkten
3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3426777665, Erscheinungsdatum: Dezember 2004
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Aus der Amazon.de-Redaktion


Wenn man dem ehemaligen britischen U-Boot-Kommandanten Gavin Menzies Glauben schenken darf, dann war es weder Kolumbus, der Amerika entdeckte, noch irgendein anderer der üblichen Verdächtigen. Kolumbus habe sich vielmehr, wie andere auch, bereits auf Kartenmaterial stützen können, das unter anderem in wesentlichen Teilen eine Frucht der Weltumsegelung des chinesischen Admirals Zheng He in den Jahren 1421 bis 1423 gewesen sein muss. Bereits 1428 habe mit den Karten von Pizzigano, Mauro, Reis, Cantino, Waldseemüller und Rotz eine insgesamt korrekte kartografische Darstellung der ganzen Welt vorgelegen. Die europäischen Entdecker hätten weitere, frühere Karten erwähnt, wie Tagebucheinträge von Kolumbus, aber auch von Vasco da Gama, Ferdinand Magellan, James Cook und anderen bewiesen.
Tatsächlich ist historisch belegt und unbestritten, dass Zheng He mit seiner Flotte weit herumgekommen ist, unter anderem bis nach Borneo. Asiatische Hühner in Südamerika, Wracks vielleicht chinesischer Schiffe entlang der damaligen Routen, Töpferwaren mit chinesischen Inschriften in Peru -- Menzies hat zahllose Indizien zusammengetragen, die beweisen sollen, dass Zheng Hes mächtige Armada damals die ganze Welt umsegelt hat und bereits 70 Jahre vor Kolumbus in Amerika anlandete.
Für den Laien ist das Buch in jedem Fall eine spannende Lektüre -- umsonst erhält niemand 800.000 Dollar Vorschuss von seinem Verlag. Und insgesamt klingt das Ganze auch nicht unstimmig, wenngleich es hier und da schon einiger Fantasie bedarf, den kartografischen Beweisen zu folgen. Einer Fantasie, an der es den Mitgliedern der Royal Geographic Society wohl ermangelte, die Menzies mit seinem Vortrag nicht überzeugen konnte. --Alexander Dohnberg
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5 Kundenrezensionen:

Real oder Fiktiv?
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Menzies berichtet von Seefahrten unter Zheng He, die auch stattfanden. Aber ist es möglich, dass die chinesische Flotte im Atlanik segelte und Kap Verde betrat und weiter nach Norden GRönland erreichte?
Waren sie wirklich in der Karibik oder an der Westküste der heutigen USA? Haben sie eine Weltkarte gezeichnet.

All dies wird spannend aufbereitet in seinem Buch. Er erzählt wie er jahrelang forschte um die Informationen zu erlangen.

Was ist aber Wahrheit und was Fiktion -
Australien möglich, aber Nordostpassage nicht oder doch?
Fiktive Entdeckungen
2 von 5 Punkten 2 von 5 Punkten
Es ist nicht einfach, eine Flotte mit 30.000 Menschen an Bord über mehrere Jahre zu versorgen. Und schon gar nicht einfach ist es, mehrere Hundert Segelschiffe auf unbekannten Meeren über Wasser und schwimmend zusammen zu halten. Und ähnlich schwierig ist es, die Ergebnisse eines Unternehmens zu verschweigen, an dem nicht nur die Schiffsbesatzungen, sondern auch noch eine viel größere Zahl von Schiffsbauern, Handwerkern, Lieferanten, Geographen, Planern und anderen Berufen beteiligt waren. Zumal ja die große Flotte von der Weltumsegelung angeblich zurückgekehrt ist. Und außerdem ist es auffällig, dass die große Flotte an fast allen Orten der Welt vorbeigekommen sein soll außer ausrechnet am kleinen Europa, dass irgendwie außen vor blieb, vielleicht weil dort die Ankunft von ein paar hundert Schiffen auf einmal doch bemerkt und vernünftig dokumentiert worden wäre. Also scheue ich mich hier nicht zu sagen, dass die Theorie, die Chinesen hätten im 15. Jahrhundert unter dem Admiral Zheng He Amerika entdeckt, Quatsch ist.

Dabei hat Zhenh He bereits durch seine historisch nachweisbaren Reisen eine unglaubliche Leistung erbracht. Zwar ist er im Wesentlichen bestehenden und bekannten Handelswegen gefolgt und konnte sich damit an bereits bekannten Techniken und Erfahrungen für Navigation orientieren. Aber dennoch ist seine Entdeckungsreise nach Südostasien und Afrika eine außerordentliche Leistung, was nautische und logistische Fähigkeiten angeht. Und auch die Dokumentation der fremden Länder durch Wissenschaftler ist sicher etwas, was China deutlich weiter entwickelt erscheinen lässt, als die europäischen Reiche zur selben Zeit. So bin ich diesem Buch immerhin dankbar, dass es diese Leistungen wieder in Erinnerung ruft. Denn die wirklich spannende Frage, warum China mit der Seefahrt wieder Schluss machte und sich von der Außerwelt isolierte, ist hier gar nicht so schlecht dargestellt. Denn aus dieser Entscheidung ergab sich dann vielleicht eine wirklich merkwürdige Erscheinung in der Weltgeschichte: Die Dominanz der Europäer über die gesamte Welt für einige Jahrhunderte. Und so ist immerhin das Thema Zheng He ein wichtiges Thema, auch wenn ich mir ein - sagen wir mal - weniger reißerisches Buch über ihn gewünscht hätte.

Und was ist jetzt mit den chinesischen Hühnern in Amerika? Mit den Karten von Piri Reis und Waldseemüller und vielen anderen? Diese sind wirklich überraschend genau. Und als ich selbst einmal in einem Buch eine Karte von 1543 (Guillaume Brouscon) die Umrisse von Australien an der Stelle von Südamerika gefunden habe, habe ich mich schon gefragt, ob unsere Vorfahren nicht doch ein etwas umfangreicheres Bild von der Welt hatten, als wir ihnen zutrauen. Aber ich fürchte, diese vielen, kleinen, verstreuten Informationen, die dann in den berühmten Karten der frühen Neuzeit integriert wurden, stammen doch eher von kleinen Händlern und unbekannten Entdeckungsreisenden als vom großen Zheng He.
Nett geschrieben aber trotzdem nicht richtig...
2 von 5 Punkten 2 von 5 Punkten
... ist Gavin Menzies' Theorie, die Chinesen hätten lange vor Christoph Kolumbus, Ferdinand Magellan und Thomas Cook bereits 1421 bis 43 die Welt umsegelt und genau kartographiert.

Ich habe die ersten 200 Seiten dieses Buches mit Erstaunen gelesen, dann aber ein ungutes Gefühl bekommen und bei Wikipedia über den Autor recherchiert. Dabei stellte sich schnell heraus, dass seine Theorie nicht allzu glaubwürdig ist, und in Fachkreisen niemals anerkannt wurde. Wer sich nicht daran stört, dass wichtige Fakten, die dem Autor nicht in sein Theoriekonstrukt passen, einfach ausgelassen wurden, und wer vielleicht auch gerne Bücher von Erich von Däniken etc. liest, mag seinen Spaß an 1421 haben.

Ich empfehle, jedem, der von dem Buch beeindruckt ist, den Namen des Autors bei Wikipedia einzugeben, um sich dann erst eine Meinung zu Leben und Werk von Herrn Gavin Menzies zu machen.
Kolumbus war zu spät dran
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Jetzt ist es amtlich: Chinesische Seefahrer entdeckten Amerika, 70 Jahre vor Kolumbus. Sie durchfuhren die Magellanstraße und umsegelten die ganze Welt - 100 jahre vor Magellan. Sie landen in Australien - 350 Jahre vor Cook. In diesem epochalen Buch liefert der Autor die revolutionäre Neudeutung der Geschichte und ihrer Entdeckungen. Vergessen Sie also alles, was Sie bisher zu wissen glaubten, Kolumbus war zu spät dran.
Spannende Geschichte, gut recherchiert
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten

Gavin Menzies erzählt in seinem spannenden Buch, dass 1421 - zur Zeit der Ming Dynastie - die grösste Flotte der Welt China verlies, mit als Ziel, die Welt (Amerika, Australien, Neuseeland, usw.) zu entdecken. Dafür, dass dies den drei Admirals von Kaiser Zhu Di auch gelungen ist, führt Gavin Menzies in "1421" zahllose Beweise an.

Nun bin ich absolut kein geschichtlicher Experte und auch im Bereich der Geographie würde ich meine Kenntnisse als eher mittelmässig umschreiben. China ist zwar eines der Gebiete, das mich interessiert, aber auch da stehe ich nicht blind auf alles was geschrieben wird.

Mich - als Laien - hat das Buch von Menzies aussergewöhnlich fasziniert. Aus verschiedenen Gründen fasziniert: Menzies' selber besitzt grosse Fähighkeiten im Bereich der Meeresnavigation. Das hat ihm die Möglichkeit gegeben, Forschung aus erster Hand zu betreiben. Aber dabei bleibt es nicht. Mehr als 120 Länder und 900 Museeen hat Menzies während seiner jahrzehntelangen Forschungsarbeit besucht. Seine Beweisführung beschränkt sich nicht nur auf seine navigatorischen Fähigkeiten, sondern bezieht Beweise aus den Bereichen Kartologie, Flora und Fauna, Genetik, Kulturgeschichte, Biologie, usw. mit ein.
Ich kann die Qualität seiner Beweise nicht beurteilen. Bekannt ist, dass diese von Historikern angezweifelt wird. Es sei so! Für mich als nicht-Experte war das Buch spannende und überzeugende Lektüre. Dafür, und dafür, dass das Buch zu erneuten Diskussionen über die Entdeckungsgeschichte der Welt geführt hat, bekommt es von mir 4 Sterne.
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Produkt-Bild: Kleine Geschichte Chinas

Kleine Geschichte Chinas von Helwig Schmidt-Glintzer

Gebundene Ausgabe von C.H. Beck
Preis bei Amazon: EUR 19,90, Angebote ab EUR 14,50

3,5 von 5 Punkten
3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3406570666, Erscheinungsdatum: März 2008, Auflage: 1
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3 Kundenrezensionen:

Leider, leider...!
2 von 5 Punkten 2 von 5 Punkten
Gut bebildert und übersichtlich aufgemacht, so präsentiert sich das Werk von dem renomierten Ex- Direktor des Ostasieninstitutes von München. Leider liest sich das in seiner durchdachten Art geschriebene Buch sehr kompliziert, wie eine Vorlesung für Studenten, für die natürlich die Zuordnung einer Keramik zu einer bestimmten Kultur anhand der Muster ihrer Verzierung durchaus eine Bedeutung hat. Der Stil ist zu professoral. Leider! Denn ansonsten ist es ein sehr gutes Buch, das aus der Geschichte heraus die Bedeutung für den heutigen Alltag sucht und immer wieder auch findet. Zusammenfassend Inhalt klare 5 Sterne, Abwertung wegen schwieriger Lesbarkeit auf nur noch 2 Sterne.
Geschichte einer fremden Kultur
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Grundanliegen des Autors ist es, die Geschichte Chinas von den Anfängen bis heute darzustellen. Nicht ganz klar ist allerdings in der Forschung, wann und wo die Geschichte Chinas beginnt. Häufig erscheint China uns heute einheitlich. Doch ist es zusammengesetzt und hat im Laufe seiner Geschichte viele Facetten gezeigt. Dass man dennoch, wie in diesem Buch nachgezeichnet, von einer "vieltausendjährigen" Geschichte Chinas sprechen kann, gibt es mehrere Gründe wie der Autor und Sinologe Schmidt-Glintzer betont: "Zunächst ist es seit dem Eintritt Chinas in die Weltgesellschaft wichtig für China, auf die lange Geschichte seiner Kultur zu verweisen. Hinzu kommt, dass China von außen, von seinen Nachbarn ... als ein Reich mit langer Geschichte beschrieben wurde". Und schließlich finden sich auch in China, der chinesischen Geschichte, selbst Tendenzen zur Integration und Einheit, deren "Kenntnis für das Selbstvertändnis des heutigen China ... entscheidend ist". Diese Einheit ist allerdings, wie an der aktuellen Tibet-Frage deutlich wird, keinesfalls eine Verständlichkeit.

Daher macht es sich der Autor zur Aufgabe, die verschiedenen in der chinesischen Geschichte wirksamen Kräfte einschließlich der Integrationsdynamik zu beleuchten. Klar gemacht wird, dass die Geschichte Chinas hier aus zwei Perspektiven geschrieben wird; aus chinesischer wie aus westlicher Perspektive. "Solch >>doppelter Blick<< zielt auf die wechselseitige Gesprächsfähigkeit".

Die Geschichte einer Kultur zu kennen, ist für den Autor unerlässlich, um diese zu verstehen. Denn stets ist die Vergangenheit in der Gegenwart wirksam. Für China gilt zudem, dass im 19./20. Jh. grundlegende Veränderungen stattgefunden haben, sodass man von einem "neuen China" sprechen kann, in dem die Einwohner selbst von der Geschichte Chinas und seiner Kultur nicht mehr all zu viel wissen. Daher schreibt Schmidt-Glintzer "bewusst aus der Perspektive des 20. Jahrhunderts". Durch kenntnis der Geschichte Chinas werden wirtschaftliches Wachstum sowie soziale und politische Risiken in China deutlicher: "Ein Rückblick auf die Geschichte Chinas lässt die heute noch wirksame innere Dynamik dieser Kultur, und zwar ihre Chancen wie auch ihre Gefährdungen, deutlicher erkennen".

Die Darstellung der Geschichte Chinas erfolgt weitestgehend chronologisch. Immer wieder eingeschoben werden zahlreiche Abbildungen und Karten, die nicht nur die Lektüre auflockern, sondern so auch zusätzliche Einblicke in eine fremde Kultur ermöglichen. Einen "Großteil" der Darstellung nimmt die neuere Geschichte Chinas (19./20. Jh.) ein. Der Autor wahrt eine gesunde reflexive und kritische Distanz zur chinesischen Geschichte. Betont wird immer wieder die Vielfalt der chinesischen Kultur, die keinesfalls so einheitlich ist, wie uns das heutige Chinabild glaubhaft machen will, denn "jenseits der bei einer universalhistorischen Betrachtung sich aufdrängenden Grundstrukturen hat es stets Alternativen gegeben und unterschwellige Kräfte und Optionen, die von einem anderen China zu sprechen Anlass geben". Allerdings sind auch Kontinuitäten in der chinesischen Geschichte zu erkennen, allen voran die politische Stabilität in Form von Dynastien. Gerade die politische Stabilität spricht laut Schmidt-Glintzer für Lernfähigkeit und Komplexität, denn immer wieder musste die Nachfolgefrage geregelt und mögliche Risiken vermieden werden. Daher fragt Glintzer insbesondere nach den Gründen für den Machterhalt.

Insgesamt erhält der Leser einen bündigen und gut lesbaren Überblick über die chinesische Geschichte. Literaturhinweise, wenn auch mit diesen gespart wird, ermöglichen die weitere Beschäftigung.
kurz und knapp
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Gerade kürzlich erschien diese kurze Geschichte Chinas, ein Buch das damit einem der großen momentanen Trends Rechnung trägt. Ähnlich wie Internet und New Economy (heute fast ein Schimpfwort) vor 8 bis 10 Jahren ist heute China in aller Munde, nicht zuletzt aufgrund der (zumindest allseits unterstellten) langfristigen wirtschaftlichen Potentiale. Dies führt dazu, dass alle möglichen Bücher über das Land erscheinen, teilweise auch ziemlich reißerischer und oberflächlicher Kram (siehe z.B.: Die Welt ist flach von Thomas Friedmann).

Der Sinologe Helwig Schmidt-Glintzer legt ein insgesamt gutes kurzes Geschichtsbuch über China vor. Auf ca. 300 Seiten findet der Leser eine pragmatische Einführung in Chinas Vergangenheit. Erst gegen Ende ist dann vom China im 21. Jahrhundert die Rede, was wohl der eigentlich Grund für das große momentane Interesse an dem Land ist. Es handelt sich also nicht um ein Wirtschaftsbuch über China! Natürlich ist bei dem geringen Umfang nicht mit detaillierten Beschreibungen zu rechnen, Sinologen und solche die einzelne Geschehnisse im Detail nachlesen wollen sind hier falsch, das Buch ist mehr eine knappe Einführung für Leute die sich noch nicht näher mit der Thematik befasst haben.

Alles in allem gibt es wenig zu kritisieren, wie gesagt für Leute zu empfehlen die eine knappe und pragmatische Einführung wollen. Vor einigen Jahren hätte so ein Buch über China sicher keinen Menschen interessiert, da Sinologie mittlerweile fast ein Trendfach geworden ist und jeder meint zumindest irgendwas über China wissen zu müssen, wird das Buch sicherlich ein Erfolg.
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Geschichte Chinas: Von 1800 bis zur Gegenwart (Uni-Taschenbücher M): Von 1800 bis zur Gegenwart von Thoralf Klein

Broschiert von Utb
Preis bei Amazon: EUR 18,90, Angebote ab EUR 15,12

4 von 5 Punkten
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 382522838X, Erscheinungsdatum: März 2007, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Geschichte Chinas: Von 1800 bis zur Gegenwart (Uni-Taschenbücher M): Von 1800 bis zur Gegenwart

Eine Kundenrezension:

Gutes, fundiertes Buch
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Das Buch richtet sich an Studenten, es hat dementsprechend nicht den Anspruch, leicht verständliches, oberflächliches Wissen zu vermitteln. Wer aber die Geschichte Chinas bereits in ihren Grundzügen kennt und nun gerne sein Wissen vertiefen möchte, liegt mit diesem Buch genau richtig. Gerade auch für das Verständnis des heutigen Chinas wichtige Fragen wie solche nach der Machtausübung, der Gesellschaftsstruktur oder dem Wandel der Kultur werden in der nötigen Breite behandelt. Für Leserinnen und Leser mit Interesse an China und Vorkenntnisse dessen Geschichte ein sehr gutes Buch.
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