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Produkt-Bild: Rußland im Zangengriff: Putins Imperium zwischen Nato, China und Islam

Rußland im Zangengriff: Putins Imperium zwischen Nato, China und Islam von Peter Scholl-Latour

Broschiert von Ullstein Tb
Preis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 2,98

4 von 5 Punkten
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3548369790, Erscheinungsdatum: November 2007
Zoom ± Produkt-Bild: Rußland im Zangengriff: Putins Imperium zwischen Nato, China und Islam

5 Kundenrezensionen:

Thema verfehlt ...
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
An keiner, oder wenn überhaupt nur an wenigen Stellen, kann ich
eine ernsthafte Bedrohung oder Gefährdung des russische Staates
herauslesen. "Rußland im Zangengriff" hatte bei mir ganz andere
Erwartungen geweckt. Das der Zerfall der Sowjetunion das heutige
Rußland durch die veränderten Aussengrenzen und deren Folgen
angreifbarer gemacht hat ist schon klar. Peter Scholl-Latour beschreibt
aber für mich zu sehr seine eigenen Erlebnisse mit Land und Leuten.
Eben wie es hier und da aussieht und was er mit den einzelnen Menschen so erlebt hat.
In der Analyse seiner Interviews ist sicher dann und wann auch mal die ein oder andere
Gefahr für Rußland zu erkennen; wird allerdings m. E. dem Wort "Zangengriff" nicht gerecht.
Deshalb meine Überschrift.
Gleichwohl ist es ein interessant zu lesendes Buch was die Beschreibung der Regionen
und die dargestellten geschichtlichen Ereignisse betrifft. Negativ sind mir allerdings auch
die Zeitsprünge und damit die zeitliche Abfolge von Ereignissen aufgefallen.
Gemischte Gefühle
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Natürlich sieht Scholl-Latour in Wladimir Putin keinen lupenreinen Demokraten. Das hielte der Autor auch nicht für erstrebenswert, da er grundsätzlich diese Staatsform, die der De-Gaulle-Bewunderer als "Stimmzettelfetischismus" abtut, für nicht exportierbar hält. Alle Bemühungen, Demokratie, Menschenrechte und Marktwirtschaft in den Länder Osteuropas und Asiens einzuführen, sieht er als Werk der CIA und von dubiosen NGOs an. Dem amerikanischen Geheimdienst tut er damit vielleicht etwas zu viel Ehre an, denn dessen klägliche Inkompetenz wurden um die Ereignisse von Nine-Eleven und Irakfeldzug offensichtlich.

Auch wenn man mit PSLs Demokratieschelte und Diskreditierung der Marktwirtschaft - er wirft hier gerne wie viele Journalistenkollegen und Politiker mit der Vokabel "Neoliberalismus" um sich, ohne deren ursächliche Bedeutung überhaupt zu kennen - nicht einverstanden sein mag, besticht dieses Buch wieder durch eine Fülle von Reportagen, in denen in bewährter PSL-Manier historische Bezüge hergestellt werden.

Diese Reportagen beschäftigen sich in erster Linie mit den Rändern der einstmaligen Weltmacht, denn innenpolitisch scheint durch die Autokratie Putins nach den Demokratisierungsbemühungen Gorbatschows und Jelzins, die von PSL nur als Schwätzer bzw. Alkoholiker tituliert werden, Stabilität eingekehrt zu sein. Unbestreitbar ist, dass Putin es geschafft hat, nach den turbulenten Jelzin-Jahren, in denen die Oligarchen die Oberhand bekamen, Recht und Ordnung, und zwar im positiven Sinne, herzustellen. Die vom Verfasser geschilderten Brennpunkte reichen von Weißrußland, der Ukraine, Tatarstan, Ussuri bis zu Rußlands Fernen Osten und China.

Die Ausdehnung der NATO, islamistische Nachbarn und das wiedererstarkende China kratzen nicht nur am Selbstbewußtsein der russischen Nation sondern führen auch für uns Westeuropäer zu oft unverständlichen Reaktionen. Der Wert dieses Buches liegt vor allem darin, sich besser in die Lage eines nicht nach westlichen Maßstäben tickenden Staates hineinversetzen zu können. Hier kommen Meinungen und Ansichten zu Wort, die man in unseren Medien kaum findet. Auch die Unglaubwürdigkeit des Westen, der gerne mit zweierlei Maßstäben misst, wenn es um das Demokratieverständnis anderer Staaten geht, kommt hier deutlich zum Ausdruck.

Doch leider geht der alte Zyniker einen Schritt weiter, indem er unverhohlene Sympathie für Autokraten und unappetitliche Figuren, wie z. B. Lukaschenko zeigt und Kritik am Tien-An-Men-Massaker als systematische Verunglimpfung der chinesischen KP-Führung sieht. Deshalb liest man dieses Buch mit gemischten Gefühlen.

Darüber hinaus weist der Aufbau des Buches einige Mängel auf. Da die einzelnen Teile zu unterschiedlichen Zeiten verfasst wurden, hätten diese vor der endgültigen Zusammenstellung aufeinander abgestimmt werden müssen, um Redundanzen und Anachronismen zu vermeiden. Da kann man nur sagen: schlampiges Lektorat! Wie bei PSLs zuletzt veröffentlichtem Buch "Zwischen den Fronten" entsteht der Eindruck, dass der Verlag jedes Jahr auf Biegen und Brechen vor Weihnachten unbedingt einen neuen Scholl-Latour-Bestseller auf den Markt werfen will.

Lieber PSL, wie war das nochmal, was Sie immer über die Gesetze des Marktes schreiben ...?
Beware of old men they have nothing to loose.
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
"Hütet euch vor alten Männern, sie haben nichts zu verlieren" sagt er, der Peter und Recht hat er.
Eine spannende politische Reise durch Geschichte und Gegenwart eines Landes.
Je älter der Bursche wird umso besser schreibt er, mit der intellektuellen Gelassenheit eines weisen alten Mannes.
Sehr gute Darstellung
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Wenn man wie ich 12 Jahre in den ehemaligen UDSSR Laendern lebt und arbeitet und auch mal die Dinge von der Seite der Menschen sieht und hoert die in den Laendern leben, kann man nur sagen Komplimet fuer dieses hervorragende Buch was einen reellen Blick gibt auf die Zustaende.
Eine politische Reisebeschreibung par excellence
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Eher aus Verlegenheit angeschafft und gelesen hat mich das Buch schließlich gefesselt und die üblichen in der deutschen Presse verbreiteten Russland-Vorurteile zurechtgerückt. Scholl-Latours Reisebeschreibung und sein Sprachstil vermitteln Athmosphäre, seine Rückblenden auf frühere Reisen, seine Vergleiche, seine historischen Bezüge und seine Prognosen sind erhellend und faszinierend. Man versteht, wie sehr Außenpolitik ein Vabanque-Spiel ist in Bezug auf die treffende Einschätzung des jeweiligen Partners (oder Gegners).
Ganz klar: 5 Punkte!
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Produkt-Bild: Nachbar China

Nachbar China von Helmut Schmidt, Frank Sieren

Taschenbuch von Ullstein Tb
Preis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 4,90

4,5 von 5 Punkten
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 354836974X, Erscheinungsdatum: Dezember 2007
Zoom ± Produkt-Bild: Nachbar China

Aus der Amazon.de-Redaktion


Im 15. Jahrhundert verließ eine gewaltige Armada das chinesische Festland, Hunderte von Schiffen, zehnmal so groß wie Kolumbus' Santa Maria, an Bord eine Streitmacht von 20.000 Soldaten. Die Flotte segelte bis zur afrikanischen Küste - und machte kehrt. Danach wurde in China die Seefahrt verboten, die Pläne der Schiffe vernichtet. Das Land beschloss, sich um den Rest der Welt nicht zu kümmern -- „die erstaunlichste Entscheidung in der chinesischen Geschichte“, wie der China-Kenner und Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt sagt. China war „drauf und dran eine Welt-Seemacht zu werden“ -- und wählte die Isolation. Eine Entscheidung, ohne die es die koloniale Expansion nach Osten vielleicht nicht gegeben hätte. Ebenso wenig wie den Niedergang des Reichs der Mitte, das im 19. Jahrhundert am westlichen Kolonialismus zerbrach. Nun ist China wieder da, und die Welt versucht zur verstehen, was sich dort ereignet.
Deshalb sind Bücher über China gefragt. Doch das Buch Nachbar China ist etwas Besonderes. Es basiert auf tagelangen Gesprächen, die Frank Sieren, China-Korrespondent der Wirtschaftswoche und einer der „führenden deutschen China-Spezialisten“, so die London Times, mit dem früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt geführt hat. Sorgsam editiert füllen diese Gespräche mehr als 300 Seiten -- eine wahre Fundgrube an Wissen über das Riesenreich im Osten, und zudem Zeitgeschichte aus Erster Hand. Denn Helmut Schmidt pflegt seit mehr als dreißig Jahren einen engen Meinungsaustausch mit der Führung in Peking. 1975 hat er Mao Zedong persönlich kennen gelernt, sich später mit Deng Xiaoping zu einem persönlichen Gespräch getroffen, und mit dem ehemaligen Premierminister Zhu Rongij verbindet ihn eine tiefe Freundschaft.
Mit diesem Buch will Schmidt dazu beitragen, dass „der leichtfertigen moralischen und politischen Besserwisserei der Boden entzogen wird“. Und er will mit dem Vorurteil aufräumen, dass China an den heutigen ökonomischen und sozialen Problemen Westeuropas schuld sei: „Der dem europäischen Publikum immer wieder erweckte Eindruck, weil China neuerdings Mitglied des globalen Weltmarkts geworden sei, gefährde es unsere Arbeitsplätze und unseren Wohlstand, ist falsch.“ Das Buch ist eine eindringliche Mahnung, sich mit „unserem neuen großen Nachbarn“ zu beschäftigen: China verstehen, darum geht es. Schmidt und Sieren fordern „Respekt vor China“ und seiner dreitausend Jahre alten Tradition. Einer Tradition, ohne die sich die heutige wirtschaftliche Expansion des Riesenreiches ebenso wenig begreifen lässt, wie sein Verzicht auf den Aufstieg zur Weltmacht im 15. Jahrhundert. -- Winfried Kretschmer
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5 Kundenrezensionen:

Nachdenklich und klug
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Helmut Schmidt nimmt wie immer kein Blatt vor den Mund und schert sich wenig um Political Correctness. So erläutert er, warum China nicht den Weg Russlands gegangen ist und damit vieles vielleicht sogar besser macht. Er kritisiert die Arroganz und Ignoranz des Westens gegenüber China. Ein sehr lesenswertes Buch.
Lu Xun
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Helmut Schmidt im Gespräch mit Frank Sieren, über China, zeigt uns auf: Die heutige Weltlage, die Globalisierung hat an der Oberfläche alles verändert und unendlich vieles zerstört.
Die Chinesische Mythologie begann mein Interesse zu wecken, als ich mit 24 Jahren, 1966 eine Chinesin kennenlernte und wir ein Jahr lang ein Liebespaar waren. Sie übersetzte und schrieb mir oft kleine Gedichte von dem Lyriker Lu Xun. Nach meiner Rückkehr nach Deutschland, verloren wir uns aus den Augen, doch nicht aus dem Sinn.
Ich wollte mehr über China wissen. Ich suchte und fand. Die Chinesen, einst das friedlichste und an antimilitaristischen Bekundungen reichste Volk der Erde, sind eine gefürchtete und rücksichtslose Nation geworden. Sie haben das heilige Tibet, neben Indien das frömmste aller Völker, barbarisch überfallen und erobert, und sie bedrohen dauernd Indien und jedes Nachbarland. Wir können das nur konstatieren. Schmidt verurteilt jede Einmischung in die inneren Angelegenheiten einer Nation. Er tut gut daran.
Vergleicht man etwa das politische Frankreich oder England des 17. Jahrhunderts mit dem heutigen, so zeigt sich, dass der politische Aspekt einer Nation sich im Lauf weniger Jahrhunderte gewaltig verändern kann, ohne dass dies auch eine Veränderung im Kern des Volkscharakters bedeuten müsste. Wir müssen wünschen, dass auch im chinesischen Volk über die Zeiten dieser Verstörung hinweg sich vieles seiner wunderbaren Charakterzüge und Begabungen erhalten. Die mythischen und historischen Dynastien der vergangenen chinesischen Welt, lassen das wahrscheinlich sein.
Dieses Gespräch Helmut Schmidts mit Frank Sieren, in Buchform, hat mein bescheidenes Wissen über China bereichert, besonders, weil Helmut Schmidt China und einige seiner einflussreichen Menschen, persönlich gekannt hat und kennt. Dieses Wissen, dieser beiden Dialogpartner sollte jeder für sich nutzen, der auch nur das geringste Interesse an China hat. Die Lektüre, in hautnaher Dialogform war mir ein großer Gewinn und brachte mir außerdem das Wesen unseres ehemaligen Kanzlers näher.
Peter A. Bruns
kurz und bündig
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
es ist ein gutes Buch, sehr lesenswert und sehr informativ. Mir hat das Buch einmal mehr die Augen öffnen können. China kann man als Bedrohung wahrnehmen, muss dies aber nicht zwangsläufig. Hinter dieser Angst lässt es sich ja auch immer leicht verstecken. Schnell ist da der Sündenbock gefunden. Viel Hintergrundwissen aus einer langen Beziehung bietet der Altkanzler und man merkt, dass ihm China am Herzen liegt.
Sehr interessant
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Das Gespräch mit Frank Sieren und Helmut Schmidt befasst sich mit sehr vielen Themen über die Taiwan-Frage, die Globalisierung, das Militär, das Verhältnis zu den USA usw.

Schmidt legt eine profunde Kenntnis Chinas an den Tag. Seine klare Haltung, dass wir Europäer nicht immer die einzige richtige Sichtweise haben, überzeugt.

Dieses Buch ist sehr zu empfehlen, man sieht danach viele Dinge, die in China passieren oder passierten, in einem anderen Licht.
China Bashing
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Ein sehr interessantes Buch über die Entwicklung von China in den letzten Jahren aus einer deutschen Sicht. Gerade wenn man mal eine andere Meinung hören möchte als die regelmäßig in den deutschen Medien vertretene ist dieses Buch sehr zu empfehlen!
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Produkt-Bild: Die Konkubinenwirtschaft. Warum westliche Unternehmen in China scheitern und die Chinesen an die Weltspitze stürmen

Die Konkubinenwirtschaft. Warum westliche Unternehmen in China scheitern und die Chinesen an die Weltspitze stürmen von Frank Sieren

Gebundene Ausgabe von Hanser Wirtschaft
Preis bei Amazon: EUR 19,90, Angebote ab EUR 14,49

3 von 5 Punkten
3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3446409750, Erscheinungsdatum: Oktober 2008
Zoom ± Produkt-Bild: Die Konkubinenwirtschaft. Warum westliche Unternehmen in China scheitern und die Chinesen an die Weltspitze stürmen

Eine Kundenrezension:

Viel Altes und wenig Neues
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Da der Abstand zwischen den einzelnen Publikationen von Herr Sieren vergleichsweise kurz ist (Herr Scholl-Latour lässt grüßen), konnte man schon erahnen, dass in dem neuen Buch teils wieder viel breitgetretener Quark veröffentlicht wird.

Die Namen Huawei, Haier, Lenovo, etc. und deren vermeintlichen Erfolgsgeschichten (wenn man sich wie Herr Sieren auf rein betriebswirtschaftlichen Kennzahlen stützt - teilweise wird der Leser damit erschlagen, was wiederum den Lesefluss etwas stört) sind mittlerweile auch einem breiteren Laienpublikum im Westen bekannt. Ob diese "Erfolge" chinesischer Unternehmen auch langfristig aufrechterhalten werden können, unterliegt der Bewertung der Zeit. Jedenfalls sind diverse Extrapolationen wie bspw. "China wird im Jahre 2020"..."alle komparativen Vorteile auf sich vereinen", "Deutschland wird zum Freizeitpark für die aufstrebende chinesische Mittelschicht degradiert", etc. wenig hilfreich, da bis dahin noch viel Wasser den Bach runterläuft. Genügend Geschichten sind mittlerweile vorhanden, bei denen chinesische Unternehmen jämmerlich gescheitert sind, vielleicht auch darüber mal berichten! Die Geschichten von OBI, Dornier, etc. sind mittlerweile jedoch sehr ausgelutscht, weshalb es einen schon verwundert, warum diese Geschichten unter Verweis auf die These der Konkubinenwirtschaft JETZT wieder aufgerollt werden.

Das Buch ist in relativ kurze Kapitel aufgeteilt, die abwechselnd von den Leidensgeschichten westlicher oder deutscher Unternehmen in China und den "Erfolgsmärschen" chinesischer Unternehmen daheim und im Ausland berichten. Aufgrund der Fülle von Daten, kann man als jemand, der sich näher mit China beschätigt, auch neue Erkenntnisse gewinnen, jedoch können diese auch sehr einfach durch andere Quellen abgedeckt werden. Für Leute, die sich wenig oder gar das erste Mal mit China beschäftigen, ist dieses Buch sicherlich kein schlechter Einstieg.

Letztendlich kann man dieses Buch leicht positiv bewerten, obwohl Herr Sieren als "China-Experte" eigentlich tiefere Einblicke haben müsste, auch mehr und NEUES Insiderwissen an den Leser zu bringen, als "lediglich" Geschäftsberichte und Zeitungsartikel neu aufzubereiten und sich mit einer These, die sicherlich nicht auf die gesamte Praxis in China übertragen werden kann, hervorzutun. Aufällig ist auch das Fehlen rein chinesischer Quellen, denn diese gelten immer noch - Zuverlässigkeit hin oder her - als Primärquelle, zumindest bereitet bspw. die "Economist Intelligence Unit" ihre tollen Länderberichte mit diesen Quellen auf und verkauft sie dann zu etwas fragwürden Preisen an ein interessiertes Managementpublikum im Westen.
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Produkt-Bild: Ost trifft West

Ost trifft West von Yang Liu

Gebundene Ausgabe von Schmidt (Hermann), Mainz
Preis bei Amazon: EUR 15,00, Angebote ab EUR 14,00

5 von 5 Punkten
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3874397335, Erscheinungsdatum: Juli 2007
Zoom ± Produkt-Bild: Ost trifft West

4 Kundenrezensionen:

warmth, humour, and sophistication
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
It's a small book with warmth of daily life, humour, and sophistication. It however does not require the concentration that is usually needed for reading a book on a subject that is as heavy as this. Compositions in the pictures are concise and powerful. I admire Liu Yang very much.

My favourites:
- Tiere (Animals): In Germany the birds sit on a tree. In China the birds are fried on a tree-like skewer. Oh man, this one really makes me homesick. The fried quails are so tasty!

- Duschzeiten (Shower Time): This is soooooo true! In my family there is never bathroom war in the morning. I've changed many habits in the daily life since I've come to Germany. But I still always shower in the evening, and do not want to change it.

- Neuheiten (Acceptance of new stuff): This pair of pictures so well tell the mentality difference between Germans and Chinese regarding new things. Most Germans I know are ultimately conservative. While most Chinese people are very open-minded towards new things.

Some comparisons that I do not quite agree with:

- Pünktilichkeit (On time): well the Pünktilichkeit does not apply for Deutsche Bahn (the German Railway). I say this as a daily train-rider. At least 20% of the connections I know are not on time. Departure or arrival time of short connections such as Hannover --> Hildesheim usually deviates from 5 minutes to 30 min. Long-distance connections can be much, much worse than that.

- Gefühle (Emotion): many of the new generation from China are no longer shy. They declare their love as courageous as most Westerners.

- Helden (hero): obviously there lacks a fat moneybag in the hand of the Chinese hero. Actually in most cases it is even more important than the bulb in head.
Weil Menschen visuelle Wesen und verschieden sind
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Der Einsatzbereich dieses interkulturellen Minihandbuches ist gross. In die Hände und vor die Augen von Piktogrämmlern gehört es ohnehin. Aber hätte ich ein Unternehmen, das Kontakte zu China pflegt, würde ich mich um das Copyright bemühen, Riesenposter für meinen Betrieb produzieren zu dürfen. Denn die meisten Piktogramme sind schlicht und einfach unglaublich gut gelungen. Und seit ich erlebte, was nach der Lektüre eines dicken Handbuches und zweitägigen Seminars bei den Teilnehmenden blieb, halte ich noch weniger von traditionellen Lehr- und Lernformen.

Der Genuss bei diesem Büchlein ist jedoch nicht nur ein didaktisch-pädagogischer. Yang Liu hat Humor. Und davon offenbar so viel, dass ich beim Blättern immer wieder schmunzeln musste. Klar, die Oberakademiker können selbstverständlich monieren, hier würden einmal mehr Typisierungen gemacht, die nicht auf alle Östler oder Westler zutreffen würden. Aber solche Argumente nehmen ohnehin jeder Perle den Glanz. Weil es eben kulturelle Unterschiede gibt, sollte man die wichtigsten auch kennen, um andere nicht unnötig zu verletzten oder als dummer Depp dazustehen. Kurz: Mir gefällt Yang Liu's Form der Kulturvermittlung so gut, dass ich ihrer Piktogrammsammlung einen grossen Erfolg wünsche.

Mein Fazit: So konzentriert, anschaulich und unterhaltsam habe ich die Vermittlung kultureller Unterschiede noch nie gesehen. Wie unterschiedlich Menschen in ihrem Denken und Verhalten trotz Globalisierung noch immer sein können, wird schnell klar, wenn man die Piktogramme von Yang Liu sieht. Wirklich toll gemacht und sehr zum Kauf empfohlen.
Auf den Punkt gebracht
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Ich habe das Buch seit längerem auf dem Couchtisch liegen. Und alle meine Gäste sind von der Gestaltung des Buches begeistert. Es zeigt die Unterschiede zwischen Chinesen und Deutschen in einer sehr simplen und doch einleuchtende Weise die keinerlei Text oder Erklärung bedarf. Einfach Super.
Auf den Punkt gebracht
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Ein Buch ohne Text? Ja!

In 24 blau-roten Gegenüberstellungen bringt die Autorin Yang Liu die deutschen und die chinesischen Befindlichkeiten aber auch schon haarscharf auf den Punkt. Man kann über sich selber lachen, und lernt gleichzeitig viel über den Anderen.
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Produkt-Bild: China live: Alltagsleben zwischen Tradition und Hightech

China live: Alltagsleben zwischen Tradition und Hightech von Cornelia Vospernik

Gebundene Ausgabe von Kremayr & Scheriau
Preis bei Amazon: EUR 19,90, Angebote ab EUR 16,92

5 von 5 Punkten
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3218007844, Erscheinungsdatum: Sept. 2008, Auflage: 2., Aufl.
Zoom ± Produkt-Bild: China live: Alltagsleben zwischen Tradition und Hightech

Eine Kundenrezension:

Komuunistische Ideologie und brutalster Kapitalismus
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Dass China ein Land der Widersprüche ist, ist inzwischen jedem Interessierten bekannt. Gerade diese Widersprüche sind es, die Cornelia Vospernik, die seit Anfang 2007 für den ORF in China arbeitet, in ihrem Buch herausarbeitet.
Geld auf der Bank zu beheben ist zB eine schwierige und zeitraubende Angelegenheit. Der Bürokratismus dominiert - und nicht nur in der Bank. Immer wieder Stempel, immer wieder muss ein Höherrangiger zustimmen.
Oder: Für die Chinesen sind (Papier-)Taschentücher, die nach Gebrauch nicht sofort weggeworfen werden, unappetitlich. So mancher Europäer tut sich damit schwer. Noch schwerer tut er sich mit den chninesichen Hocktoiletten (der Schreiber dieser Zeilen, der 2007 China bereiste, kann dieses und viele andere Details nur bestätigen!)
Vom Wirtschaftswunder profitieren in China nicht alle - die Autorin hat "Waisen des Wirtschafswunders" aufgespürt: Während die Eltern als Wanderarbeiter (angeblich gibt es deren 200 Millionen) dieses Wirtschaftswunder erst ermöglichen, vegetieren irgendwo in der tiefsten Provinz ihre 2 Buben mit 1 ¬ pro Monat und Nase dahin...
Kleinanleger zocken an der Börse (weil sie zB eine Altersversorgung benötigen), verlieren aber viel Geld dabei; Bildung gilt als Schlüssel für die Zukunft; jede Kritik von außen stärkt nur das Regime; andererseits war die Informationspolitik beim Erdbeben im Mai 2008 revolutionär (es herrschte praktisch Pressefreiheit): mit vielen Details und Beispielen zeichnet die Autorin in ihrem sehr gut lesbaren Buch das Bild eines Landes, das sich trotz aller Schwierigkeiten und Probleme voll im Aufbruch befindet. Wo wird es ankommen?
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Produkt-Bild: Das Land der Töchter: Eine Kindheit bei den Moso, wo die Welt den Frauen gehört

Das Land der Töchter: Eine Kindheit bei den Moso, wo die Welt den Frauen gehört von Yang Erche Namu, Christine Mathieu

Broschiert von Ullstein Tb
Preis bei Amazon: EUR 7,95, Angebote ab EUR 2,28

4,5 von 5 Punkten
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3548259596, Erscheinungsdatum: Januar 2005, Auflage: 1
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Aus der Amazon.de-Redaktion


Wenn sie genug von ihrem Liebhaber haben, hängen sie seine Habseligkeiten an einen Nagel neben die Haustür. So weiß er, wenn er das nächste Mal zu Besuch kommt, dass seine Manneskraft hier nicht mehr erwünscht ist. Die Frauen im Land der Töchter sind stolz, selbstbewusst und sie brauchen nicht viele Worte.
Sie leben in beneidenswerter Unabhängigkeit, versorgen das Haus und verwalten den Besitz. In diesem abgelegenen Teil von China, in dem die Ehe als unnatürlich empfunden wird, bestimmen die Frauen selbst, von welchem Mann sie Kinder haben möchten. Aufgrund seiner matrilinearen Abstammungsrechnung ist das Moso-Volk zu einem begehrten Untersuchungsobjekt von Ethnologen geworden. Erche Namu, im Land der Töchter geboren, schildert in ihrem Bericht das Leben ihres Volkes. Unterstützung erfährt sie dabei durch die Kulturanthropologin Christine Mathieu, die als eine der ersten Nichtchinesen die Moso-Kultur vor Ort studieren durfte.
Erche Namu, heute eine der populärsten Sängerinnen Chinas, erzählt hier ihre eigene Geschichte. Die Geschichte von einem Mädchen, das genauso eigenwillig ist wie ihre schöne Mutter. So reizvoll die unendlichen Weiten ihrer Heimat auch sein mögen, sie will sich nicht mit dem Hüten der Yaks und dem harten Alltag in den einfachen Lehmhäusern abfinden. Sie will Peking sehen, Schanghai und die ganze Welt. Wie sie unter Tränen davon läuft und eigenständig eine Karriere als Sängerin verfolgt, wird in Das Land der Töchter gekonnt verwoben mit ausführlichen Beschreibungen der wichtigsten Rituale und Zeremonien, die im Leben einer jeden Moso von zentraler Bedeutung sind. Jeder Frau und jedem Mann zum Lesen wärmstens empfohlen. --Anne Hauschild
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5 Kundenrezensionen:

'Beeindruckende und persönliche Revolte eines besonderen Menschen.
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Yang Erche Namu wird in einem kleinen, behüteten und sehr, sehr weit von der "großen" Welt entfernten Dorf geboren. Sie wächst zwischen liebenden Menschen ihrer Familie auf und lebt im Einklang mit der Natur. Das Leben im Dorf wird von Harmonie und gegenseitiger Achtung geprägt. Man verrichtet seine alltäglichen Arbeiten, geht den gewohnten Ritualen nach und feiert mit seinen Nachbarn verschiedene Zeremonien. Darunter befinden sich auch die Feiern zur Werbung zwischen Mann und Frau. Sich ihrer Sexualität bewusst, nähern sich Moso über Tanz und Gesang einander an. Doch nur in der Nacht werden die Blumenzimmer der Frauen von Männern heimgesucht, am Tage gehen Frauen und Männer ihren Verpflichtungen nach. Jeder kümmert sich um seine Familie, die sich sehr stark unterscheidet von den europäischen Vorstellungen hierzu. Die Menschen, egal ob Mann oder Frau, leben mit den eigenen Geschwistern, Tanten und Onkel aus der mütterlichen Linie in einem Haus, nur ihnen sind sie verpflichtet. Eine Ehe wird abgelehnt - den Status "Vater" gibt es nicht.
So ungewöhnlich und besonders frei sich diese Gegebenheit anhört, so eingeschränkt erlebte Namu ihre Kindheit und Jugend. Sie war begierig die Welt zu sehen und Fremdes zu erleben. Doch so etwas war bei den Moso in der Tradition nicht vorgesehen - man blieb, besonders als Frau, im Dorf, im Haus der Familie, in dem man geboren wurde und in dem man auch sterben würde, um den Kreis des irdischen Lebens zu schließen.
Yang Erche Namu war das nicht genug, sie hatte eine Begabung, die ihre Revolte gegen die Tradition anfachte und sie zum Auszug in die große weite Welt trieb ... mit aller Trauer, Wut und allen Konsequenzen und Steinen, die ihr den Weg dorthin sehr beschwerlich machten.
Yang Erche Namu gab nicht auf ...
Das Buch hat mich noch in meinen Träumen bewegt - ich finde Namus Vergangenheit exotisch, befremdlich, schön, mutig, beneidenswert, beängstigend, unglaublich, fazsinierend!
Absolut faszinierend!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Kaum zu glauben, daß es die Kultur der Moso in dieser Form bis vor "Kurzem" tatsächlich noch so gab. Mich hat dieses Buch so gefesselt, daß ich 2 Tage unseres Urlaubs für meinen Mann nicht ansprechbar war. Eine völlig andere Sicht auf die so hochgelobte europäische Moral und Eröffnung neuer Horizonte erwartet den Leser - sehr empfehlenswert!
Matriarchat, China und eine außergewöhniche Frau
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
In diesem Buch erzählt Namu ihre Kindheit und Jugend, wie sie beim Volk der Moso aufgewachsen ist und es ihr dort zu eng wurde. Es ist kein Roman, bei dem sich die Spannung bis zum Schluss steigert, sondern fast anekdotenhaft eine Fülle von Erlebnissen, die das Leben der matrilinearen Kultur der Moso und die Kultur anderer chinesischer Minderheiten sowie deren Eindruck vom Mehrheitsvolk der Han beschreibt, ebenfalls liefert sie persönliche Einblicke, wie sie die Kulturrevolution und die Öffnung in den 1980ern erlebt hat. Letzlich ist es die Geschichte einer Außenseiterin, die bei ihrem Volk nie richtig beheimatet war und die doch immer mit ihren Wurzeln verbunden blieb. Das Buch ist empfehlenswert für alle, die sich für Matriarchat interessieren, für Leute, die Einblick in die Kultur der Minderheiten Chinas gewinnen wollen, und für jene, die einfache die Geschichte einer außergewöhnlichen Frau lesen wollen.
Sehr gut recherchiert
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Wie bereits in einigen Rezensionen vermerkt, ist dieses Buch sehr informativ und wirft einen Blick in die Moso Kultur. Für mich war es zu langatmig und mir fehlte die Spannung, die ich bei einem Roman brauche. Aber das ist abhängig von den eigenen Interessen, denn mich hat die chinesische bzw die Moso Kultur weniger interessiert.
Daher nur für Menschen empfehlenswert, die sich wirklich mit diesem Thema auseinander setzen wollen.
Sehr faszinierender Einblick in eine fremde Welt...
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
... und doch hat man das Gefühl, die Moso-Frauen und die Titelheldin verstehen zu können, als wenn man sie kennt. Das Buch hat mich sehr gefesselt, mit Staunen habe ich Einblick genommen in eine außergewöhnliche matriarchalische Kultur. Das Buch wirft die Frage auf: was wäre, wenn wir auch so lebten...? Leben nicht einige schon so? Für mich immer ein sicheres Zeichen für ein gutes Buch: ich verspürte einen Abschiedsschmerz, als ich es ausgelesen hatte!
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Produkt-Bild: Der China-Schock: Wie Peking sich die Welt gefügig macht

Der China-Schock: Wie Peking sich die Welt gefügig macht von Frank Sieren

Gebundene Ausgabe von Econ
Preis bei Amazon: EUR 19,90, Angebote ab EUR 13,79

4 von 5 Punkten
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3430300258, Erscheinungsdatum: Februar 2008
Zoom ± Produkt-Bild: Der China-Schock: Wie Peking sich die Welt gefügig macht

4 Kundenrezensionen:

China und seine Wirtschaftspartner in der ganzen Welt
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Seit einigen Jahren präsentiert sich China als aufstrebende Nation. Westliche Industriestaaten haben zwar durchaus Interesse an einer Zusammenarbeit, doch die Politik verbindet ein Engagement meist mit moralischen Forderungen nach mehr Demokratie und der Wahrung der Menschenrechte. Mit dieser Haltung befördert sich der Westen ins Abseits, argumentiert China-Kenner Frank Sieren. Denn China ist längst nicht mehr auf den Westen angewiesen, sondern sucht sich seine Partner anderswo. Während sich der Westen in seinem alten Ruhm sonnt, ist eine neue Weltordnung im Entstehen, in der er keine Rolle mehr spielt. Der China Schock ist eine schonungslose Analyse der gegenwärtigen Weltlage. Sieren, der seit Jahren in China lebt, fragt nicht danach, wann China reif für die Demokratie ist. Stattdessen befasst er sich damit, welche Rolle China bereits in der Welt spielt, wie sich die Lage entwickeln wird, und was das für den Westen bedeutet. Ein spannendes Buch! getAbstract empfiehlt es allen Entscheidungsträgern, die wichtige Entwicklungen nicht verschlafen wollen.
Der China Schock - Eine Rezension
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Entgegen des etwas reißerischen Titels handelt es sich bei Frank Sierens neuestem Werk um eine Mischung aus sachlich-kühler Analyse und Reisebericht. Nachdem er im Vorgänger China-Code vor allem die Vorgänge im Reich der Mitte beleuchtet hatte, widmet sich der Autor diesmal intensiv der Außenpolitik des Riesenreichs. Sieren bereiste daher Afrika und Chinas Nachbarn in Asien, sprach mit Politikern, Unternehmern und Einheimischen, immer auf der Suche nach Antwort auf folgende Frage: Was will Peking und wie versucht es sein Ziel zu erreichen? Eingebettet in die persönlichen Berichte Sierens, findet sich auch immer ein umfangreicher Abriss über die Geschichte und Entwicklung des jeweiligen Landes, so dass man die gewachsenen außenpolitischen Verflechtungen und Abhängigkeiten auch als Laie sehr gut nachvollziehen kann. Anhand zahlreicher Beispiele aus Politik und Wirtschaft, wie etwa dem irakisch-iranischen Krieg, den chinesisch-afrikanischen Handelsbeziehungen, sowie zahlreicher Entwicklungsprojekte schildert er die vielfältigen Versuche Chinas, seine Rohstofflieferungen zu sichern und gleichzeitig an Prestige und Einfluss in der dritten Welt zu gewinnen.
Trotz Sierens gelegentlicher Neigung eigene Überlegungen und Theorien als Fakten auszugeben und einem recht deutlichen Fokus auf Wirtschaftsthemen, erhält der Leser ein sehr detailliertes und realistisches Bild über den langsamen, aber unaufhaltsamen Machtzuwachs Chinas, das dank seiner riesigen Devisenreserven und seiner Wirtschaftskraft gerade dabei ist, sich als Weltmacht zu etablieren. Jedem, der sich für das Politik- und Machtgleichgewicht im 21. Jahrhundert interessiert, ist Sierens Buch wärmstens ans Herz gelegt
Empfehlenswert
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Der Titel und Untertitel des Buches können einem Angst machen. Wie Herr Sieren aber im letzen Kapitel selbst schreibt, sollte der Untertitel eigentlich eher heißen "Nicht China versucht sich die Welt gefügig zu machen, sondern der Westen." Es ist auf die asiatischen Staaten und hier vor allem auf China zurückzuführen, dass dies nicht mehr so funktioniert wie die vergangenen 200 Jahre. Wie das Buch zeigt, müssen wir vor den Chinesen nicht mehr "Angst" haben wie vor den Amerikanern.

Das Buch ist ein Schritt für die Annäherung zwischen China und dem Westen. Es ist jedem, der keine richtige Vorstellung von den Chinesen hat zu empfehlen. Politiker sollten es lesen, damit sie ihre Meinung über China überdenken und es uns in Deutschland auch in Zukunft weiterhin gut geht.
Sehr erhellend
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Der reisserische Titel geht wohl auf das Konto des Verlegers, da das Buch eine sehr kenntnisreiche und klare Analyse der chinesischen Aussenwirtschaftsstrategie darstellt. Speziell die Kapitel über die chinesischen Aktivitäten in Nigeria und im Sudan sind höchst aktuell und zeigen, wie China in die Lücken hineinstösst, die westliche Länder dort gelassen haben. Das Kapitel über den Iran ist vielleicht etwas langatmig geraten - dennoch: wir verstehen danach besser, wie China auch hier den Rückzug westlicher Firmen für sich nutzt und warum es eine Interessensharmonie zwischen beiden Ländern gibt.

Unbedingt lesenswert.
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Kampf dem Terror - Kampf dem Islam?: Chronik eines unbegrenzten Krieges von Peter Scholl-Latour

Broschiert von Ullstein Tb
Preis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 2,40

4,5 von 5 Punkten
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3548366791, Erscheinungsdatum: Oktober 2004, Auflage: 1
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Aus der Amazon.de-Redaktion


Oriana Fallaci wurde mit ihrer Anklageschrift Die Wut und der Stolz binnen kurzem zur Chiffre für die wütend-emotionale Bewältigung des 11. Septembers 2001. Peter Scholl-Latours Analyse ist ein gelungenes Beispiel für die erheblich rationalere Auseinandersetzung mit dem Thema.
Wesentlich differenzierter in der Darstellung und moderater im Ton lässt der weit gereiste Journalist aber dennoch keinen Zweifel an seiner kritischen Bewertung aufkommen. Denn ihm zufolge waren die Terrorangriffe von Manhattan und Washington nur überraschend, was ihre schreckliche Dimension anbetrifft. Ansonsten seien sie fast zwangsläufig vorherzusehen gewesen. Und: Die USA trugen laut Scholl-Latour mit ihrer Politik im Nahen und Mittleren Osten entscheidend dazu bei, dass es so weit gekommen ist.
Scholl-Latour geht in zwei Schritten vor. Im ersten Teil bietet er eine systematische Analyse, die die verschiedenen Argumentationsstränge des Buches zusammenbindet. Dort findet der Leser neben der bei diesem Thema fast schon obligatorischen Entkräftung des Anti-Amerikanismus-Vorwurfs so kluge Sätze wie: "Jede Diplomatie ist zur Ratlosigkeit verurteilt, wenn die Bewältigung politischer Konflikte die Form eines Gottesgerichts annimmt." Aber diese Erkenntnis lässt sich auch auf George Bushs Aufruf zum "Kreuzzug" anwenden.
Alle seine Talente spielt der Autor in den Länderstudien (Afghanistan, Irak, Israel, Indien, Pakistan, Usbekistan und China) aus. Auf der Grundlage seiner "Chronistentätigkeit am Ort des Geschehens, die mehr als ein halbes Jahrhundert umspannt", entsteht ein Mosaik aus historisch fundierten, aktuellen Reportagen. Scholl-Latour informiert, indem er erzählt. Dabei gelingt es ihm vielfach, seine persönlichen Eindrücke, Erlebnisse und Gespräche so miteinander zu vernetzen, dass sich immer wieder aufschlussreiche Querverbindungen ergeben.
Das Buch -- aufwändig ausgestattet mit vielen farbigen Karten und Fotos -- ist gespickt mit englischen, französischen und lateinischen Zitaten. Dieses Element der intellektuellen Selbstinszenierung des Autors werden manche Leser als Bereicherung empfinden, andere als störend. Angesichts des überzeugenden Gesamteindrucks des Buches ist dies allerdings eine lässliche Sünde. --Dr. Manfred Schwarzmeier
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5 Kundenrezensionen:

Zeitgeschichte mit Substanz
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Das Buch hat meine Erwartungen übertroffen. In überzeugender und verständlicher Weise zeichnet der Autor insbesondere auf Grundlage seiner langjährigen persönlichen Erfahrungen und vielschichtigen Kontakte in verschiedene Länder, Kulturen und Religionen ein fundiertes und hochinteressantes Bild der weltpolitischen Krisenlage, wobei Hintergründe und Zusammehänge anschaulich beleuchtet und Parallelen gezogen werden. Mehr bedarf es einer derartigen Veröffentlichung an sich nicht. Detaillierte und einprägsame Wiedergaben seiner Begegnungen und Eindrücke versetzen den Leser jedoch darüber hinaus förmlich in die jeweilige Szene. Bemerkenswert ist vor allem, dass nach Ablauf einiger Zeit seit Erscheinungsdatum viele Zukunftsvisionen des Autors eingetreten sind - dies spricht für die fachliche Kompoetenz und den politischen Weitblick des Autors. Scholl-Latour straft mit diesem Werk aus heutiger Sicht insbesondere diejenigen seiner Kritiker, die ihn gern als notorischen Antiamerikanisten mit einseitigen Betrachtungsweisen abtun.
Diagnose der Gegenwart - wenig erbaulich aber ungemein packend
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Scholl-Latour: Kampf dem Terror - Kampf des Islam?

"Das Abendland ist heute immer noch immens reich, aber es ist schwach. Ihm fehlt die moralische Substanz zur dezidierten Selbstbehauptung" schreibt Peter Scholl Latour auf S. 48 des vorliegenden Buches. Die politische Klasse ist vollkommen ahnungslos, die Bevölkerung Europas schrumpft, die Energieversorgung wird immer unsicherer, und rund um beginnen die demographisch expandierenden muslimischen Völker ihren Wanderzug nach Europa. Wie man unter diesen Umständen allen Ernstes mit der Türkei über einen EU-Beitritt verhandeln und junge deutsche Wehrpflichtige in den Hexenkessel Afghanistan werfen kann, ist für Scholl Latour unverständlich Aber was soll's "Im Abgrund der Geschichte ist Platz für alle", schreibt der Autor, und wie um dieses Valéry Zitat zu Illustrieren, führt er den Leser in seinem neuen Buch die Abgründe der Gegenwart entlang durch die Krisenherde der Welt. Dass der Zusammenprall der Zivilisationen keine Mär sondern längst Wirklichkeit ist, wird an zahlreichen Beispielen aus Afghanistan, Irak, Israel Indien/Pakistan, Usbekistan und China dargestellt, wobei es zu den Hauptvorzügen des Buches gehört, die landauf und landab heruntergebeteten Gemeinplätze der politischen Correctness am Detail zu widerlegen. Nationlbuilding in Afghanistan mit europäischer Hilfe? In Wahrheit handelt es sich bei dem Karzai Regime um eine US-Marionettenregierung, deren Mitglieder sich herunter bis zum unbedeutendsten Hilfspolizsiten auf Kosten der Bevölkerung bereichern. El Qaida, eine Terrororganisation, die die freie Welt bedroht? Aber auch ein Geschöpf der unseligen Clinton-Administration, die im Dienste der US-Ölinteressen die Taleban aufbaute und mit El Kaida eine Art plantarisches "Frankenstein Monster" ( S. 65- 68) schuf. Der Beitritt der Türkei eine Brücke der Kulturen? In Wahrheit der endgültige Sargnagel zur Selbstaufgabe Europas (S. 51ff.). Friede im Heiligen Land durch Verhandlungen und "Road Map"? Nicht mit der Hamas und der Hisbollah, gegen deren Selbstmordattentäter das erschlaffte Israel keine wirklichen Abwehrmittel besitzt. Koexistenz mit China, der künftigen Weltmacht? Nur so lange, wie China nicht mächtiger als seine Partner ist. Aber wohin treibt dei Welt, mag man Ende dieses imponierenden Buches fragen? Was ist mit den Vereinigten Staaten? Wird es den USA als Vormacht des Westens gelingen, die einmal errungenen Niveaus der Aufklärung und der Menschenrechte, der Demokratie, der Freiheit und der Mark twirtschaft zu erhalten?. Scholl Latours Antwort dazu ist zwiespältig. Nach seinem Urteil sind die USA noch immer unvergleichlich vitaler als das kränkelnde Gutmenscheneuropa, das seine moralische Inferriorität in hilflosem Antiamerikanismus austobt (vgl. 31ff.), es besitzt einen festen religiösen Rückhalt, auch wenn der Autor von der Religiosität Präsident Buschs alles andere als begeistert ist. Noch immer zieht Amerika zu seinem Nutzen die Talente der Welt an sich ( absolut lesenswert dazu Seite 351), in dem es den Begabten der Erde die Chancen gibt, die sie brauchen Auf der anderen Seite ist die große unilaterale Weltmacht USA dabei, unter der gänzlich unfähigen Regierung Bush sich überall einzumischen, sich zu verzetteln, was das Land weltweit derart in Misskredit bringt, dass man mit Anitaamerikanismus in Europa Wahlen gewinnen kann. So schwächt das große Land sich selbst für die entscheidende Auseinadersetzung der Zukunft, für den Augenblick, wenn der chinesische Koloss in absehbarer Zukunft den ersten Rang baanspruchen wird.
Man sieht, es sind keine erfreulichen Nachrichten, die der Autor seinen Lesern präsentiert, aber es sind Nachrichten, die den Vorzug haben, der Welt eine kompetente und realistische Diagnose zu stellen - wobei man gar nicht weiß worüber man sich als Leser mehr wundern soll: über die Nähe des Autors zu den tatsächlichen Geschehnissen, über die geradezu alteuropäische Bildung, mit der es Scholl Latour versteht, auch die großen weltgeschichtlichen Linien zu ziehen oder über den brillanten Mix aus Reportage, Charakteristiken und Reflektionen, die das Buch von der ersten bis zur letzten Seite auszeichnen.
viel Hintergrund- und Detailwissen
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Wenn man sich erst einmal an den Schreibstil von Scholl-Latour gewöhnt hat, dann lässt einen der Autor an seinen Erfahrungen und seinem Detailwissen des Mittleren Ostens teilhaben. Er beleuchtet die verschiedenen Staaten und Problemkerne aus verschiedenen Perspektiven und kann die Gegenwart mit der Geschichte verknüpfen. Ein umfassender Bericht, der sehr viel Hintergrundwissen vermittelt und die Zusammenhänge darstellt. Ein Buch für alle diejenigen, die nicht nur an der Berichterstattung in den Tagesmedien interessiert sind, sondern sich tiefer mit dieser Re(li)gion auseinandersetzen wollen.
Standardwerk für den geopolitisch interessierten Leser
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Peter Scholl-Latour stellt mit diesem Buch wieder einmal seine Brillianz in der Analyse geopolitischer und strategischer Zusammenhänge dar. Besonders sein Wissen über die Kultur islamischer Staaten, welches er durch sein Studium in Beirut und seinen zahlreichen Auslandsaufenthalten in Staaten mit stark islamischer Prägung sich aneignen konnte, erklärt dem interessierten Leser viele historische Hintergründe welche einem sonst unerklärt blieben. Objektiv und sachlich schildert Scholl-Latour die Situation der USA im "globalen Kampf gegen den Terror" und die durch ihre Handlungsweise sich zwangsläufig auftuenden Konsequenzen. Auf Grund der unkomplizierten und leicht verständlichen Schreibweise von Peter Scholl-Latour ist dieses Buch ein Standardwerk für alle geopolitisch Interessierte.
Informativ & Unterhaltsam
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
"Kampf dem Terror - Kampf dem Islam?" ist ein sehr informatives und gleichzeitig unterhaltsames Buch. Durch die interessanten und fesselnden Berichte seiner diversen Reisen in die jeweiligen Regionen gibt Peter Scholl-Latour der Materie einen spannenden Beigeschmack. Auch seine Exkurse in die Geschichte sind nicht nur unterhaltsam, sondern auch sehr aufschlussreich und zeugen von einem großen Hintergrundwissen. Auf diese Weise beleuchtet er in seinem Buch verschiedene Krisenherde dieser Welt und zeigt gekonnt aktuelle Probleme, aber auch mögliche zukünftige Konfliktpotentiale auf.
Dieses Buch ist auf jeden Fall empfehlenswert, nicht zuletzt auch weil nicht viel Vorwissen zum Verständnis erforderlich ist.
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Produkt-Bild: 36 Strategeme für Manager

36 Strategeme für Manager von Harro von Senger

Broschiert von Piper
Preis bei Amazon: EUR 9,00, Angebote ab EUR 3,89

3 von 5 Punkten
3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3492246494, Erscheinungsdatum: März 2008, Auflage: 2
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Aus der Amazon.de-Redaktion


China ist das neue Lieblingsthema der deutschen Wirtschaft. Kein Tag vergeht, ohne dass Zeitungen, Magazine und Bücher das Reich der Mitte nicht als Rettungsanker für manche schrumpfende oder untergehende Branchen bezeichnen würden. Verspricht man sich dort doch jene blühenden Absatzmärkte, welche die Kaufunlust und Konsumverweigerung hierzulande kompensieren sollen. China ist jedoch nicht nur als Absatzmarkt interessant, sondern auch als preiswerter Produktionsstandort. Ein Billiglohnland, das die hiesige Discountökonomie mit Billigprodukten versorgen kann.
Da ist es mehr als hilfreich, wenn man weiß, mit wem man es zu tun hat. Der Freiburger Sinologe Harro von Senger ist, wenn man so will, der beste diesbezügliche Fremdenführer, den man hierzulande finden kann. Ein ausgewiesener Experte in Sachen chinesischer Philosophie und Lebenskunst. In seinem neuesten Buch zeigt er uns den hohen Stellenwert der List in Alltag und Beruf. Mit List meint er »etwas Außergewöhnliches erzeugen, um den Sieg zu erringen«. Schlau ist, wer listig ist im Sinne einer verblüffenden Problemlösung. Was natürlich ein völlig anderes Verständnis als in Europa ist, wo List eher mit Arglist und Täuschung gleichgesetzt wird.
Strategeme wiederum sind Techniken der List, mit denen man gewisse Ziele erreichen kann. Es gibt sechs Arten - von Verschleierungs-Strategemen, welche die vorhandene Wirklichkeit verbergen (»Hinter dem Lächeln den Dolch verbergen«), bis hin zu Flucht-Strategemen, die dem Selbstschutz dienen und eine prekäre Situation vermeiden sollen (»Rechtzeitiges Weglaufen ist bei sich abzeichnender völliger Aussichtslosigkeit das Beste«). Interessant ist dabei vor allem, dass die Strategeme nicht moralisch oder ethisch begründet werden, sondern einfach nur nüchterne Werkzeuge sind, um ans Ziel zu gelangen. Wer also demnächst mit einem lächelnden chinesischen Manager verhandelt, tut gut daran, zu wissen, dass das Über-den-Tisch-ziehen im Reich der Mitte als höchste List gilt und keineswegs moralisch verwerflich ist.
Fazit: Ein absolutes Standardwerk für alle, die wissen wollen, was hinter einem indifferenten Lächeln eines chinesischen Verhandlungspartners alles stecken kann. Am besten, man wappnet sich beizeiten. --Peter Felixberger
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5 Kundenrezensionen:

Der gute Berater
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Zum Erscheinen in Japan des Buches 36 Strategeme für Manager
möchte ich dem Verfasser herzlich gratulieren.

Nach meiner Erfahrung kann ich mir vorstellen, dass so ein Buch auf einem
Managertisch öfters besser helfen kann als einige Berater um den Tisch herum.
Interessant und lehrreich.
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Der Umgang mit Geschäftspartnern ist eine zwischenmenschliche Interaktion. Der Autor erläutert in diesem Buch die sechsunddreißig chinesischen Strategeme. Zunächst wird das jeweilige Strategem wortgetreu wiedergeben. Anschließend erfolgt eine Erläuterung. Es folgen Ausführungen über die Reichweite, die Möglichkeiten einer Prävention und natürlich auch die Risiken, die sich aus der Anwendung ergeben können. Nachdem der Leser mit diesen Informationen ausgestattet ist erfolgen tatsächliche, aktuelle und weltweite Beispiele der Anwendung des betreffenden Strategems.
Die klare Struktur der Erläuterung eines Strategems wird bei allen sechsunddreißig Strategemen beibehalten. Zudem werden in Strategemen in Übergruppen, wie Verschleierung, Enthüllung, Ausmünzung und Flucht unterteilt. Auch dies trägt gut zum Verständnis dieser jahrtausend alten Wissenschaft bei.
Umrahmt werden diese detaillierten Ausführungen mit einer umfangreichen Einführung und einem Kapitel über die Verkettung von Strategemen. Neben einem übersichtlichen Inhaltsverzeichnis, ein Abkürzungsverzeichnis und einer Bibliografie. Die Liste der Anmerkungen kann auch als ein Verzeichnis für weiterführende Informationen verstanden werden, das auf Bücher und Internetseiten hinweist.
Der aufmerksame Leser bemerkt recht schnell, das die chinesischen Strategeme durchaus auch in der westlichen Welt bekannt sind und angewendet werden. Allerdings werden von der Betriebswirtschaft solche Vorgehensweisen eher unter dem Begriff moral hasard kritisiert, als gelobt. Dennoch ist Buch das für jene, die täglich in geschäftlichen und privaten Verhandlungen stehen, lohnend lehrreich.
Total überschätzt...
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Das ganze Thema allgemein, wie auch das Buch von Harro von Senger speziell, wird total überschätzt.

Man nehme die Strategeme und betrachte die Person des Autors, seine Publikationen, seinen Webauftritt, ...usw. und dann wird klar: Ein gelungener Streich von Selbst-Marketing, das ist fast (siehe folgend) alles.

Einen weiteren Effekt hat das "Strategemdenken" allerdings. Und diesen betrachte ich als ziemlich problematisch: Er sät ein unglaubliches Misstrauen, besonders in unserer heutigen komplexen und mehrheitlich anonymisierten Welt. Als Gegenkonzept wäre vielleicht eine "Strategie der Ehrlichkeit und Transparenz" angebrachter und längerfristig sicher auch erfolgreicher...

Abgesehen davon, verunglimpft von Senger "die Chinesen" als (hinter-)listiges Volk, welches man zuerst nach ihren tatsächlichen Absichten hinterfragen muss. Dass dies, wie er selbst schreibt, quasi nur vor dem westlichen Ethikhintergrund so ist, ändert daran auch nicht viel.
Die chinesischen List - Techniken
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Listig sein, ist für Chinesen ebenso selbstverständlich wie Freundlichkeit. Der Autor Harro von Senger, Prof. Für Sinologie an der Universität Freiburg i.Br. hat mit diesem Buch „36 Strategeme für Manager" eine Zusammenfassung dieser sehr alten chinesischen Listtechniken veröffentlicht, die unbedingt zum Handwerkszeug einer jeden Führungskraft gehören.
Ein Strategem oder vielmehr eine Listtechnik genießt im Reich der Mitte hohes Ansehen, natürlich nur wer listig zum Wohle der Allgemeinheit diese anwendet und nicht zur persönlichen Bereicherung. Listig sein, scheint in der europäischen Kultur eher den Makel des anrüchigen zu haben, dennoch wenden viele Manager Strategeme an, verweigen aber die Anwendung. In China ist dies anders, hier werden Strategeme offen angewendet und teilweise sogar offen darüber gesprochen. Nicht nur für Geschäfte in China und Asien ist dieses Buch ein wahrer Fundus von wichtigen und absolut notwendigen Informationen, auch zum allgemeinen Umgang untereinander in Europa sollte dieses Buch auf den Tisch jeder Führungskraft gehören, den die Strategeme decken alle möglichen Bereiche unternehmerischen Handelns ab. Es geht hier nicht darum diese Techniken zu erlernen und gegen andere einzusetzen, es geht vielmehr darum sie zu erkennen und sich dagegen zu verwehren, wenn jemand eine solche Technik einsetzt oder so eine Technik einzusetzen um der Allgemeinheit zu dienen, Mißbrauch natürlich nicht ausgeschlossen. Viele Strategeme werden bereits von deutschen Managern unbewußt aus dem Bauch heraus angewendet. Eine strukturierte Anwendung wäre in diesem Fall jedoch besser.
Der Autor Harro von Senger hat mit seinem Buch „36 Strategeme für Manager" ein wirklich lesenswertes Buch für Führungskräfte in der Industrie und Wirtschaft geschrieben. Sicherlich auch geeignet für Politiker, die ohnehin gerne Strategeme anzuwenden scheinen. Auch internationale Zusammenhänge und global politische Auswirkungen lassen sich durch die 36 Strategeme besser verstehen und durchschauen (!).
Das Buch ist aufgebaut in allgemeine Informationen zu List und Strategem, den 16 Grundsteinen im Gebäude der Startegeme (Lüge, Weisheit, Täuschung, Ökonomie, Wirtschaftskrieg oder beispielsweise Ethik) und den sechs Hauptkategorien der 36 Strategeme. Die Hauptkategorien lassen sich wie folgt klassifizieren: Verschleierung, Ausmünzung, Vorspiegelung, Enthüllung, Verkettung und Flucht.
Ich kann dieses Buch insbesondere jedem empfehlen, welcher im asiatischen Raum Geschäfte machen möchte, gemäß: „lieber einmal zu viel geprüft und vermutet, als einmal über den Tisch gezogen". Jedoch ist dieses Buch auch für jeden deutschen Manager (Führungskraft) ein absoluter Dauerbrenner, denn man wird ja auch in Deutschland mit Listtechniken in den unterschiedlichsten Bereichen konfrontiert. Dieses Buch verschafft Klarheit und Durchblick in einer Welt die immer mehr zu einem „Kriegsschauplatz" mutiert.
Dieses Buch wird noch ein absoluter Bestseller an den Wirtschaftshochschulen/Akademien werden und findet sich in den nächsten Jahren garantiert auf dem Tisch von so manchem Direktor wieder.
Verwirrend
2 von 5 Punkten 2 von 5 Punkten
Harro von Senger gebührt der Verdienst, westliche Manager dafür zu sensibilisieren, dass es in China evtl. mehr zu lernen gibt, als Teezeremonien und Kalligraphie, sondern teils hocheffiziente Denkmuster - und dieser Verdienst ist gar nicht hoch genug einzuschätzen!
Leider nehmen die gewählte Aufarbeitung in diesem Band, die in mancher Hinsicht unglueckliche Wortwahl des "Strategems", das schlicht willkürliche Aufbrechen und Umwidmen der originalen 6x6 Struktur, die teils vollkommen ueberladenen Uebersetzungen der im Original sehr knappen Merksätze dem Thema Entscheidendes von seiner eigentlichen Kraft.
Wer nach China geht braucht zunächst einmal weit mehr Offenheit zum Aufbau von tragfähigen Kontakten, denn "List". Eine der Kernbotschaften der Strategeme ist in diesem Sinne, bevor ich entscheidende Schritte tue, meinen Gegenüber so gut wie nur irgend möglich kennen zu lernen. Die Situation steht immer vor dem Strategem, die Situationskenntnis vor der Lösung. Die Lösungen der wie schon von anderen Rezensenten erwähnt nicht immer einleuchtenden Beispiele entstanden zum allergrößten Teil intuitiv aus einer brillianten Interpretation einer gegebenen Situation und waren nicht etwa formalistisch strategemgeleitete Handlungen. Dieses wird für mein Gefühl von von Senger nicht genug heraus gearbeitet. So - fürchte ich - verbaut dieses Buch einen angemessenen Zugang zu den "Strategemen" und zu China überhaupt eher, als dass es ihn ermöglichen würde.
Als Brainteaser bleibt es wirklich empfehlenswert, als Managementhandbuch gerade für Leute mit wenig Erfahrung ist dieses Buch leider meiner Einsicht nach nachhaltig verfehlt.
Schade!
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Produkt-Bild: Mein Leben für die Wirtschaft. Autobiografie

Mein Leben für die Wirtschaft. Autobiografie von Alan Greenspan

Gebundene Ausgabe von Campus Verlag GmbH
Preis bei Amazon: EUR 24,90, Angebote ab EUR 14,50

4 von 5 Punkten
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3593384094, Erscheinungsdatum: Sept. 2007, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Mein Leben für die Wirtschaft. Autobiografie

Aus der Amazon.de-Redaktion


Ein Wort von ihm konnte Kurse bewegen, Märkte verändern und Politik lenken. Sagt man ihm nach. Andererseits ist er auch ein Meister der Andeutungen gewesen. Seine Worte wurden gedreht und gewendet, um ihnen Erkenntnisse zu entlocken, die es erlauben, künftige Entwicklungen vorauszusagen. Die Rede ist von Alan Greenspan, der achtzehn Jahre lang Vorsitzender der amerikanischen Notenbank Federal Reserve System war und als bekanntester Banker der Welt gilt.
Nun hat Greenspan seine Memoiren geschrieben, die sich nicht in rätselhaften Worten oder bloßen Andeutungen erschöpfen. Er berichtet aus seinem Leben, das beruflich als Jazzmusiker begann, ihn dann jedoch in die Wirtschaft und Politik führte: Bevor Greenspan Notenbankchef wurde, war er als wirtschaftspolitischer Berater der US-Präsidenten Richard Nixon und Gerald Ford tätig. Hautnah berichtet von seinen Erfahrungen als mächtigster Mann der Weltwirtschaft, möchte aber gleichwohl seine Erkenntnisse in aller Bescheidenheit weitergeben: "Ich gebe nicht vor, alle Antworten zu kennen. Aber durch meinen Posten bei der Federal Reserve hatte ich privilegierten Zugang zum Besten, was zu vielen großen Themen gesagt oder gedacht wurde. Und ich scheue mich nicht, einige recht durchschlagende Hypothesen zu formulieren." Doch beschränkt sich das Buch nicht auf Vermutungen. Greenspan enthüllt die Gesetze ökonomischen Wachstums, eröffnet Einblicke in die Geschichte der Wirtschaftspolitik und redet auch Klartext: "Wir leben in der Tat in einem turbulenten Zeitalter, und es wäre unklug und unmoralisch, die menschlichen Kosten dieser Umwälzungen herunterspielen zu wollen." Das Buch bietet nicht nur vor dem Hintergrund der Globalisierung eine fesselnde Analyse der globalen Wirtschaft und Politik. -- Sascha Hellmann
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5 Kundenrezensionen:

Interessante Einblicke in die Welt der Finanzen
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
"Mein Leben für die Wirtschaft" hat weitaus mehr zu bieten, als es der Anschein zunächst vermuten lässt. Alan Greenspan, gefühlte hundert Jahre lang Vorsitzender der amerikanischen Notenbank Fed, zeigt sich in dieser Autobiografie von einer ungewohnt redseligen Seite. Für seine kurzen und nicht für jedermann verständlichen Aussagen während seiner Amtszeit bekannt, erlebt der Leser ihn in diesem Werk auf eine gänzlich neue Art. Wenn er von seinen Erfahrungen und Erlebnissen berichtet, sprudelt es regelrecht aus ihm heraus. Der Text liest sich flüssig, wenn man einmal von einigen Druckfehlern absieht.

Das Buch ist grob in zwei Teile untergliedert. Zunächst beschreibt Greenspan die Geschehnisse während seiner Amtszeit und ermöglicht dem Leser auf diese Art und Weise einen Einblick hinter die Kulissen der Fed. Und diese Einblicke sind für jeden, der sich für den Themenkomplex Finanzen / Wirtschaft / Börse begeistern kann, sehr interessant. Wann sonst hat man die Gelegenheit, die Gedankengänge einer derart mächtigen Person nachverfolgen zu können.

Im zweiten Teil - und an dieser Stelle kann man kaum mehr von einer Autobiografie sprechen - äußert sich Greenspan zu den Kräften des freien Marktes und hält mehr oder minder ein Plädoyer für diesen. Dabei befasst er sich mit verschiedenen Theorien und Problemen bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung - insbesondere der Vereinigten Staaten.

Alles in allem ist "Mein Leben für die Wirtschaft" ein hoch interessantes Buch. Greenspan versteht es auf den ersten Blick trockene Themen mit einigen Anekdoten zu würzen und den Leser so bei Laune zu halten. Einen Stern Abzug erhält die Wertung einzig durch den Umstand, dass man sich ab und zu doch eine weitere Vertiefung gewünscht hätte. Denn teilweise kratzt der ehemalige Notenbanker lediglich an der Oberfläche, ohne dabei ins Detail zu gehen. Schade, aber wahrscheinlich hätte das Buch ansonsten einige hundert Seiten mehr...
Zwischen einem und fünf Sternen
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Wie viele Sterne gibt man einem Buch, welches in der ersten Hälfte begeistert und in der zweiten Hälfte langweilt?
Persönliche Sichtweise, Zusammenarbeit mit verschiedenen Präsidenten und die Faszination, mit Zinsentscheidungen das Weltgeschehen verändern zu können, prägen den ersten Teil der Buches. Langweilige und sich wiederholende Theorien aus US-Sichtweise prägen den zweiten Teil des Buches, die jedem wirtschaftlich Interessierten keine großartigen neuen Erkenntnisse bringen. Hätte er den wesentlichen Inhalt des Buches auf 300 Seiten komprimiert, hätte ich 5 Sterne vergeben.
Schwer zu lesen
2 von 5 Punkten 2 von 5 Punkten
Wenn jemand wie Alan Greenspan, Jahrgang 1926, seine Autobiografie schreibt, sollte das doch eine spannende Sache werden. Dachte ich mir zumindest und kaufte voller Freude das Buch. Leider war der Inhalt doch enttäuschend. Es liest sich unglaublich zäh und kaum unterhaltsam-anekdotenhaft. Die Seiten sind angefüllt mit Fakten, Fakten, Fakten, die schon beim Umblättern fast wieder vergessen sind. Es ist die Fülle, die erdrückt. Mitunter auch ein Durcheinander von Themen. Man kann dies nicht über hunderte von Seiten aufnehmen. Vielleicht wäre eine gewisse inhaltliche Tiefe statt einer sprunghaften, ausufernden Themenbreite besser gewesen.
Leider nur Mittelmaß
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Um es kurz zu machen: ein sehr interessantes Buch, das die politischen und wirtschaftlichen Fragestellungen der vergangenen Jahrzehnte aus einer für den Durchschnittsleser sicher ungewöhnlichen und hochinformierten Perspektive beleuchtet und auch die Probleme der unmittelbaren Zukunft, wirschaftliche Entwicklung in China, Rußland, Indien, demographische Entwicklung (drohende Verrentung der "Baby-Boom Generation") in den Industrienationen u.v.m. anspricht und mögliche Lösungsansätze aufzeigt. Für mich als Deutschen war es dabei besonders informativ, sozusagen ganz nebenbei aus berufenem Munde zu erfahren, wie lange auch in dem amerikanischen Regierungssystem, das doch angeblich mit jedem neuen Präsidenten die gesamte Ministerialbürokratie auswechselt, immer dieselben Personen die politischen Fäden ziehen (oder wer hätte gedacht, daß Persönlichkeiten wie Dick Cheney oder Donald Rumsfeld schon unter US-Präsident Ford wichtige Funktionen im Washingtoner Politkarussel innehatten?).
Dennoch weist das Buch zahlreiche Schwächen auf: so merkt man ihm in vieler Hinsicht an, wie schnell es entstanden und übersetzt worden ist (Es behandelt noch Probleme aus dem Jahr 2006!). Zum einen ist die Übersetzung weitgehend suboptimal. Das fängt schon bei dem Titel an: "Die Autobiografie" ist viel zu eng, da trifft es der amerikanische Originaltitel: "The Age of Turbulence. The Adventures of a New World" schon viel besser. Einige Schwächen können klar einem mehr als mäßigen Lektorat zugeordnet werden. So kommt es wiederholt vor, daß ein und derselbe Satz in genau identischer Form zweimal auftaucht - innerhalb ein-und desselben Absatzes (Beispiel: S. 417 oben).
Die wesentlichen Schwächen gehen aber doch wohl auf mangelnde intellektuelle Disziplin des Autors selbst zurück: so hätte man den - an sich hochinteressanten - Inhalt des Buches ohne substantiellen Verlust ohne weiteres auch auf 300 oder gar 200 statt der tatsächlich benötigten 600 Seiten unterbringen können. Dafür hätte er allerdings das behandelte Material durch eine bessere Auswahl und Gliederung entschlacken und veredeln müssen - dazu hat er sich jedoch leider nicht die Zeit genommen.

Alles in allem: Ein zwar äußerst lesenswertes Buch eines ausgesprochen klugen Zeitgenossen, dem man allerdings zurufen möchte: "Sorry, Alan, you could have done better!"
Faszinierendes Leben und spannende Einblicke
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
"Mein Leben für die Wirtschaft" ist wohl nur in Teilen eine klassische Biografie, insgesamt ist es viel mehr eine kurze Darstellung der Funktionsweise freier Märkte angereichert mit hunderten kleiner Epioden und Erläuterungen wichtiger methodischer Ansätze, die jedoch - sehr laienverständlich aufgereitet - stets gut lesbar und anschaulich gestaltet sind.

In der ersten Hälfte des Buches schlägt Greenspan einen großen Bogen von seiner Kindheit über seine Leidenschaft zur Musik und die Karriere in der Wirtschaft bei Townsend & Greenspan bis hin schlußendlich zu seinen politischen Aktivitäten die in der allseits bekannten Funktion als Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve System gipfeln. Dabei nimmt er den Leser mit auf eine - gerade für einen Wirtschaftswissenschaftler erstaunlich anschaulich erzählte - spannend ausgerollte Entdeckungsreise in seine Erkenntnisprozesse. Er erklärt, wie er im Laufe der Jahre zu seinen Überzeugungen gekommen ist, welche Widersprüche sich ergaben und wo die (häufiger) politischen und (seltener) marktwirtschaftlichen Grenzen liegen. Dabei reichert er die Geschichte mit einem kaum überschaubaren Fundus an Erinnerungen, Gesprächen, Ansichten an, der zu einem lebendigen Bild der Wirtschaftspolitik der vergangenen dreißig Jahre wird.

Im zweiten Teil des Buches schließlich setzt er sich mit Einzelthemen auseinander, wie der besonderen Rolle einzelner Staaten und der mit ihnen verbundenen Ideologie, sowie ökonomisch besonders relevanten Bereichen, wie der Bildungs- oder Energiepolitik, sowie der sich verändernden demografischen Situation. Das Buch beschließt er mit einem Ausblick in die Zukunft des Jahres 2030, der zwar keine fundamentalen Überraschungen birgt, wohl aber anschaulich zeigt, welche Prognoseleistungen die Wirtschaftswissenschaften leisten können, ohne dass es ein bloßer Blick in die Glaskugel wäre.

Durchgängig präsentiert Greenspan ein überzeugend stimmiges Plädoyer für die freie Marktwirtschaft und eine restriktive Haushaltspolitik und rechtfertigt damit implizit eben die Prinzipien für die er auch in seiner aktiven Zeit bei der Notenbank eingetreten ist. Negativ kann man vielleicht anmerken, dass Greenspans eigene Aussage über dieses Buch, dass er sich nicht scheue einige durchschlagende Hypothesen zu formulieren, vielleicht etwas zu vollmundig ist, sind doch seine Rückschlüsse nicht wirklich neu. Beeindruckend ist jedoch - und eben das macht das Buch äußerst lesenswert - die Detailschärfe seiner Betrachtungen.

Im Ergebnis ein "must read" für jeden wirtschaftspolitisch interessieren Leser.
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