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Unser Jahrhundert: Ein Gespräch von Helmut Schmidt, Fritz Stern

Gebundene Ausgabe von C.H. Beck
Preis bei Amazon: EUR 21,95, Angebote ab EUR 17,48

4,5 von 5 Punkten
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3406601324, Erscheinungsdatum: Februar 2010, Auflage: 1
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5 Kundenrezensionen:

Sternstunde beim Schmidteinander
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Ich bin Jg. '88, habe die Kanzlerschaft von Helmut Schmidt also nicht mehr mitgekriegt und muß mich über diese Zeit via YouTube und andern Internetquellen informieren. In alten TV-Ausschnitten präsentiert sich Schmidt als nicht immer wohlerzogener, häufig dagegen launischer und arroganter Besserwisser mit nicht unbedingt geschmackvoller Prinz-Heinrich-Kappe (auch zum Smoking!) Er liebt es, den politischen Gegner zu kräftig auf die Hörner zu nehmen. Über Helmut Kohl sagt er z. B. in norddeutschen Tonfall: »Der Kohl ist brav und bieder und auch sonst nicht viel.« (Kurz darauf löst der »brave und biedere Kohl« Schmidt als Kanzler ab und blieb sechzehn Jahre lang im Amt!) Zwischendurch markierte Schmidt damals auch gern den norddeutsch-protestantischen Staatsmann, statt Bismarckhelm und Pickel allerdings mit eisgrau schimmernder Haartolle. Ich will sein politisches Verdienst nicht schmälen, etwa in der Auseinandersetzung mit dem Terrorismus. Angenehm ist mir der Helmut Schmidt der siebziger Jahre jedoch nicht. Den Spitznamen »Schmidt Schnauze« hatte er sich durchaus verdient. Der anmaßende preußische Unteroffizier, so schien es, lebte in ihm fort.

Der Helmut Schmidt von heute ist mir da schon sympathischer. Er ist über neunzig, sieht immer noch fabelhaft aus, qualmt wie ein Schlot (er ist der einzige auf der Welt, der das noch darf!), kommentiert als eine Art Über-Bundespräsident das politische Geschehen und genießt die gelassene Perspektive eines Elder Statesman. Viele erwischen vom Bismarckhering nur den Hering. Schmidt aber gibt mit List den Eisernen Kanzler, der, im Ruhestand nicht in Friedrichsruh, sondern in dem nahen Hamburg, seine Commentarii auf die mitlebende Nachwelt losläßt.

Gleichberechtigter Partner im Symposion zu zweit ist Fritz Stern, in Deutschland geborener Historiker von der Columbia University. Von Demenz ist bei den beiden alten Herren nichts zu spüren, obwohl sie 93 bzw. 81 Jahre alt waren, als sie das Gespräch aufnahmen. Sie servieren ein schlagfertiges teatro parlando, und man staunt isb. über das profunde Wissen des Ex-Kanzlers. Angesichts vieler heutiger Politiker hat man sich an totale historische Ahnungslosigkeit gewöhnt.

Man muß nicht in jedem Punkt mit ihnen übereinstimmen, zumal sie oft gegensätzliche Einschätzungen historischer Persönlichkeiten wie Bush, Reagan, Kennedy oder Johannes Paul II. bieten. Die gleichberechtigte Gesprächsform erweist sich dabei als ein unterhaltsam und lebendig zu lesender tour d'horizont durch das zwanzigste und einundzwanzigste Jahrhundert, wobei der Schwerpunkt stets auf dem Politischen liegt. Schmidt flicht dabei gern Anekdoten und Porträts aus seiner Politiker-Zeit ein, während Stern immer wieder mit wissenschaftlich-historischen Referenzen punktet.

Wir erfahren viel Interessantes, viel Anschauliches, etwa daß keine Begeisterung bei Kriegsausbruch 1939 vorherrschte, ganz im Gegensatz zu 1914. Hitler's Kriegserklärung an die USA ist beiden Herren heute noch unverständlich. Der Leser darf weiterspinnen und sich fragen, ob hier ein Wille zum Untergang im kollektiven Unbewußten lauerte. Solche Tiefendimensionen fehlen hier, aber das muß kein Nachteil sein. Die lockere Form des Gesprächs erweist sich als geeignete Einführung in den großen Themenkreis der zeitgeschichtlichen Betrachtung. Allerdings muß man nicht jedes Wort dieser beiden Weltweisen auf die Goldwaage legen.

Dieses Buch ist ein ideales Geschenk und sollte besonders von jüngeren Leuten gelesen werden, die erleben wollten, wie man Gedanken im Dialog entwickelt. Es ist die ideale Lektüre auf Flügen oder während längerer Bahnfahrten.

Im Internet kann man bei der ARD-Mediathek unter »Beckmann« ein Gespräch von Schmidt und Stern sehen. Auch die Parodie »Loki & Smoky« ist sehenswert.
Spaziergang durch die Weltgeschichte
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Zwei alte Freunde, Helmut Schmidt und Fritz Stern, haben sich zu einem Gespräch über das vergangene Jahrhundert im Sommer 2009 im Haus von Helmut Schmidt in Hamburg zusammengefunden. Helmut Schmidt ist allseits bekannt als Bundeskanzler der BRD von 1974 -1982. Fritz Stern hat als Jude Deutschland in den dreißiger Jahren verlassen müssen und ist Historiker und Professor em. der Columbia University in New York. Beide sind über neunzig - und achtzigjährig und geistig voll auf der Höhe.

Die Unterhaltung der beiden alten Herren gleicht einem Spaziergang durch das 20. Jahrhundert, in dem die Weltgeschichte aus politischer und philosophischer Sicht bis in die heutige Zeit berührt wird.
Da sich die Freunde bestimmte Themen für jeden halben Tag von insgesamt drei Tagen vornehmen, ist der Themenkomplex umfangreich, tiefgründig und gehaltvoll. Der Ton ist bedacht und von ruhiger Gelassenheit. Die beiden sind sich in vielen Fragen einig, doch ab und zukommen kontroverse Meinungen auf, die mit großer Freundlichkeit ausgetragen werden. Diese Gegensätze bringen Farbe in das Gespräch, das ansonsten bei allzu großer Einigkeit langweilig werden könnte.
Dem Leser öffnet sich ein weites Feld an Zusammenhängen. Sie berühren Napoleon, preußische Geschichte, das Nazireich und Fragen nach der Verfolgung der Juden in aller Welt; weiterhin beschäftigt man sich mit Stalin und dem chinesischen Kommunismus, amerikanischer Geschichte von den Anfängen bis heute und nicht zu vergessen Israel,--es gibt kaum ein Thema, das ausgelassen wird. Die historischen Fakten gewinnen durch das Gespräch an Dynamik, zumal beide Gesprächsteilnehmer zahlreiche markante Erscheinungen des öffentlichen und politischen Lebens persönlich kannten und über ein fundiertes Wissen verfügen, mit denen sie ihre Gedanken und Thesen untermauern. So lässt sich Geschichte gut begreifen, da sie mit Erlebnissen und Erfahrungen der beiden Freunde an Lebendigkeit gewinnen! Aus dem Abstand des hohen Alters sehen sie das Jahrhundert nachdenklich und kritisch und können sich Bekenntnisse erlauben, die andere und vielleicht nicht so Erfahrene an Weltsicht sich kaum leisten dürften. Eine ungewöhnliche Freundschaft verbindet die beiden alten Herren, die alleine schon Bewunderung auslöst. Darüber hinaus aber ist das universelle Wissen der beiden Gesprächspartner von hoher Qualität. Zwei starke Persönlichkeiten des letzten Jahrhunderts melden sich zu Wort und geben ihr Wissen und ihre Erfahrungen preis.

Besser und kurzweiliger als durch diesen ausführlichen und regen Gedankenaustausch kann man sich nicht über die Politik, Philosophie und das Zeitgeschehen des letzen Jahrhunderts und die geschichtlichen Vorgänge bis dahin informieren. Man kann das Buch jedem historisch interessierten Bürger, ganz gleich welcher politischen Richtung er angehört, uneingeschränkt empfehlen.
Gelassen durch die Zeit wandern
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Zwei ausgewiesene Kenner und Liebhaber des Lebens unterhalten sich über Gott und die Welt und bitten um Nachsicht, dass zum Beispiel Kultur oder Tradition ihre Bedeutung behalten sollten und zwar weltweit.
Dass vor allem Tradition in der neuen Welt (USA, Kanada) sozusagen einen anderen Blickwinkel hat, wird herausgeschält, wobei ich aber glaube, dass man dort sogar genauer hinschaut, was zum Beispiel Rom und das römische Reich für eine Bedeutung haben im bezug auf imperiales Gehabe und ein Imperium sind die USA, wer wollte das bestreiten. Und das Emporwachsen anderer Mächte zuzeit, alles wahr.
Also es schwankt hin und her mit den Bedeutungen.

Und die Betonung, dass ihre Jahrgänge besonders viel durchgemacht hätten, wer würde das nicht unterschreiben. Obwohl, ein Kind von etwa 6 Jahren im Jahre 1945 z. B. in Hinterpommern, spät evakuiert, dann wieder zurückbefördert in die Heimat und plötzlich heißt es Schluss, aussteigen. Die Konferenz von Potsdam! Das gab es auch.
Und was sich dann und damals in den 2-3 Monaten östlich der Oder abspielte, das wäre auch einmal eine Unterhaltung wert und die Kinder, die damals 6 Jahre alt waren, sind heute 70 und die Erinnerung wird ab und zu klar.

Fritz Stern hat also Recht mit der Annahme, dass ein Kind von 6-7 Jahren wohl erahnen, spüren kann, was läuft. Und wer sagt denn, dass ein derartig junger Mensch nicht sogar das ganzen Hin- und Her, den Wechsel zwischen Glück und Wahnsinn spürt und zu beurteilen vermag.

Helmut Schmidt und Fritz Stern versuchen im Alter das zu erinnern und das aufzubereiten, zu erhalten, was ihnen wichtig war.
Es ist vieles, ja fast alles richtig, was sie sagen und die Frage nach dem WARUM, nach dem, wie alles geschehen konnte, haben andere auch schon zu beantworten versucht. Da ist Gier zu nennen, Sadismus, Masochismus, Erziehung und der Versuch, durch Religion oder Kultur, etwas zumindest zu retten. Und gerade Religion ist im Moment im Blickfeld von Schuld und Sühne.
Hochmut wäre noch zu nennen und männlicher Heldenwahn (germanisches Übel), immer wieder bemüht, auch heute noch.
Aufpassen aber auf das, was zum Schluss dieses hervorragenden Buches gesagt wird! Im Moment sind wir weltweit bedroht von gewollter Unmäßigkeit einiger Vorgänge im Finanzwesen. Ganze Volkswirtschaften könnten vernichtet werden, wenn der gute Geist, das, was diese beiden Männer besitzen und zum Ausdruck bringen, nicht eingreift.
Gelungenes Experiment
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Zwei starke Persönlichkeiten in hohem Alter über Themen sprechen zu lassen, die ihnen am Herzen liegen, kommt vielfach nicht gut heraus. Denn groß ist die Versuchung, eigene Erfahrungen als allgemein gültige Lebensweisheiten zu betrachten und Bruchstücke von Erinnerungen in stimmige Bilder zu zwängen. Altkanzler Helmut Schmidt und der bekannte Historiker Fritz Stern haben es glücklicherweise trotzdem gewagt. Wohl auch deshalb, weil sie sich seit ihrem ersten Treffen im April 1976 immer wieder austauschten und im Laufe der Jahre zu Freunden wurden. Den Anlass zu diesem Buch gab dann ein Gespräch, das die beiden in kleiner Runde nach der Vorstellung von Fritz Sterns Erinnerungsbuch "Fünf Deutschland und ein Leben" in Hamburg. Die dabei anwesende Nina Grunenberg fand es so bedauerlich, die interessanten Dialoge nicht aufgezeichnet zu haben, dass sie das Gespräch im folgenden Sommer fortsetzen wollte. Diesmal mit Tonband. Die Abschrift ermunterte schließlich zu einem dreitägigen Treffen, aus dem dieses Buch hervorging. Beibehalten wurde die Einteilung in drei Vormittage und drei Nachmittage, so dass der bereinigte, manchmal zu größeren Themenblöcken zusammengefasste und durch Stichworte ergänzte Text dem tatsächlichen Verlauf des Gesprächs nahekommt.

Ein Geschichtsbuch im üblichen Sinn sollte "Unser Jahrhundert" nicht werden, was auch deshalb gelang, weil unterschiedliche Meinungen stehen blieben und verschiedene Positionen miteinander verglichen werden können. Und was mir an der Schlussfassung besonders gut gefällt, sind unausgefüllte Lücken. Denn auch wenn Helmut Schmidt und Fritz Stern versuchen, Aufkommen und Wirken der Nationalsozialisten zu erklären, halten sie die begangenen Gräueltaten für unfassbar.

Von einem verlegerischen Glücksfall kann man bei diesem Buch auch deshalb sprechen, weil die beiden Gesprächspartner einen riesigen Zeitraum überblicken und trotz hohen Altes geistig so fit geblieben sind, dass sie es weit besser als viele jüngere Menschen schaffen, Vergangenes mit Zukünftigem zu verbinden. Zudem vertreten die beiden Persönlichkeiten Werte, deren Vernachlässigung zu historischen Katastrophen beitrug. Und dass es sich dabei nicht nur um Lippenbekenntnisse handelt, merkt der Leser auch daran, wie respektvoll die beiden Herren miteinander umgehen, worüber sie lachen können und welche gegenwärtigen Ereignisse sie verärgern oder sogar wütend machen.

Um dem Gespräch mit vollem Genuss folgen zu können, sind gute Geschichtskenntnisse zwar nicht verlangt, aber sicher von Vorteil. Das zeigt allein ein Blick in das fünfseitige Namensregister am Schluss des Buches. Zwingend ist ein enzyklopädisches Wissen allerdings nicht, weil sich weder Helmut Schmidt, noch Fritz Stern so gebärden, als seien sie wandelnde Lexika. Daher fragen sie nach, wenn ein Name erwähnt wird, der ihnen entfallen ist oder wenn sie ein Ereignis nicht einordnen können. Und weiße Flecken auf der eigenen Erinnerungskarte werden oft durch Einschiebsel persönlicher Anekdoten farbig.

Mein Fazit: In der Regel kein großer Freund solcher Gesprächsmitschnitte war ich umso überraschter, wie sich aus unzähligen Einzelteilen Bilder zusammensetzen, die Geschichtliches, Menschliches und Gesellschaftspolitisches erlebbar machen. Und so hatte ich nach fast 300 Seiten das Gefühl ein Geschichtsbuch von viel größerem Umfang gelesen zu haben. Zudem verstärkte die Lektüre meine Meinung, der überbordende Hang zur politischen Korrektheit schade oft mehr als er nütze. Kurz: Ein Buch, dem ich viele Leser wünsche.
Zwei Zeitzeugen erinnern sich und denken nach
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Anlässlich des 90. Geburtstags von Helmut Schmidt vor knapp zwei Jahren, ist ja eine wahre Flut an Publikationen über den Ausnahmepolitiker und ehemaligen Bundeskanzler veröffentlicht worden. Das Interesse an ihm scheint auch ungebrochen - zu Recht!

Die Idee, die hinter dem vorliegenden Buch steckt ist ebenso einfach wie genial. Helmut Schmidt (Jahrgang 1918) und der Historiker Fritz Stern (Jahrgang 1926) setzen sich drei Tage lang zusammen, um über das 20. Jahrhundert (und mehr) zu sprechen. Die Atmosphäre ist entspannt. Man sitzt bei Schmidt zu Hause (wohl überwiegend im Garten). Es ist Sommer (22.-24.Juni 2009) und die Gesprächspartner haben sich vorab einige Themen notiert, die sie unbedingt abarbeiten möchten. Ein Tonban zeichnet die Gespräche auf.
Herausgekommen ist ein sehr persönliches und höchst interessantes Buch. Es ist ein bisschen, als würde man zwei netten Großvätern zuhören, die - das muss gesagt werden - überaus gebildet sind und sich zu vielen Dingen Gedanken machen. Ich fand es auf alle Fälle spannend, dem mäandernden Gesprächsverlauf zu folgen. Die gewählte Form lässt die beiden außergewöhnlichen Männer sehr menschlich wirken - und das ist natürlich sehr sympathisch.

Zum Inhalt: Die Gespräche kreisen um vielerlei Themen. Es geht um Deutschland und Europa, um die USA und um Israel. Es geht um persönliche Erinnerungen an den Krieg und an die Zeit des Nationalsozialismus, die beide natürlich gänzlich verschieden miterlebt haben. Während Fritz Sterns Familie im Herbst 1938 wegen ihrer jüdischen Abstammung gezwungenermaßen in die USA emigrierte, erlebte Schmidt die Zeit in Hamburg mit - anders als man sich das vielleicht vorstellt. Das fand ich auch so unglaublich. Schmidt erzählt davon, dass er vom Terror gegen jüdische Mitmenschen nicht so viel mitbekommen hat, wie man das vielleicht erwarten würde. Selbst die sog. "Reichskristallnacht" hat er kaum wahrgenommen. Er räumt allerdings ein, dass es auch entscheidend ist, welcher Schicht man angehörte. Während die "Oberen" nämlich sehr wohl mitbekommen haben, was sich zutrug, blieb den Angehörigen der Unter- und der Mittelschicht vieles zunächst verborgen. Das kann man sich kaum vorstellen - scheint aber tatsächlich so gewesen zu sein.
Es geht aber natürlich nicht nur um die deutsche Geschichte, sondern auch um Europa, die U.S.A. uvm. Besonders beeindruckend ist hier natürlich, dass Schmidt und Stern persönlichen Kontakt zu den "Großen" des 20. Jahrhunderts gehabt haben. Da geht es mal so ganz nebenbei um eine Treffen mit diesem und jenem US-Präsidenten, mit Papst Johannes Paul II usw. Klar - Schmidt und Stern sind ja nicht Hinz und Kunz!
Die Form des Gesprächs bedingt u.a. auch, dass bisweilen Binsenweisheiten einfließen (z.B. die technisch begabten Chinesen an den US-Unis) - aber gerade das macht das Buch ja so sympathisch.
Es ist faszinierend festzustellen, über welche Bildung die Gesprächspartner verfügen. Das ist einerseits natürlich ihrem Alter geschuldet, andererseits aber auch den Werten, für die sie sich einsetzen. Überhaupt sind Werte ein wichtiges Thema. Es geht um Geld - die Finanzkrise wird diskutiert, es geht um Geschichtsbewusstsein (oder eben einen Mangel daran) bei vielen Politikern und um vieles mehr.
Die Gesprächspartner gehen in vielen Dingen konform, haben zu manchen Sachen aber auch unterschiedliche Ansichten. Das macht das Ganze natürlich noch spannender.
Schmidt und Stern sind in ihren Meinungen und Wünschen sehr viel reifer aber auch sehr viel moderner als so mancher jüngere Zeitgenosse. Hier könnten sich Politiker wirklich eine Scheibe abschneiden!

Ansonsten auch eine bisweilen amüsante Lektüre, z.B. wenn Schmidt und Stern sich über den Intellekt von Herrn Kohl auslassen, sich über andere Zeitgenossen ereifern oder eben abends vorschlagen, einfach mal in die Bar zu gehen. Sehr schön auch der poetische Schluss. Hier wird Frost zitiert: "The woods are lovely, dark and deep, But I have promises to keep, And miles to go before I sleep."

Gerade für junge Menschen: Sehr zu empfehlen!
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Produkt-Bild: Eva Braun: Leben mit Hitler

Eva Braun: Leben mit Hitler von Heike B. Görtemaker

Gebundene Ausgabe von C.H. Beck
Preis bei Amazon: EUR 24,95, Angebote ab EUR 18,99

4 von 5 Punkten
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3406585140, Erscheinungsdatum: Februar 2010, Auflage: 1
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5 Kundenrezensionen:

Auch, wenn die Autorin das Gegenteil glaubt,...
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
...die Tatsachen sprechen doch eher dafür, dass Hitler schwul war.

> 1915 kämpfte der junge Adolf Hitler als Meldegänger an der Front in Frankreich. Ein Kriegskamerad, Hans Mend, gab Jahre später zu Protokoll, was er selbst gesehen hatte: "Hitler lag mit Schmidl, seiner männlichen Hure, nachts zusammen."

Die Recherchen zu Eva Brauns Leben bringen Leben in diese bisher relativ unbekannte Person, die nun nicht mehr als "ahnungsloses Dummchen" dasteht, sondern als jemand, die vermutlich sehr wohl wusste, was während der Zeit ihres Zusammenseins mit Hitler politisch vor sich ging.

Die anscheinend hörige und Hitler ergebene Braun war auch für das Bild des Diktators nach außen wichtig. Die in der Nazi-Ideologie verbotene Homosexualität konnte so vertuscht werden, genauso wie Hitler so die Gefolgschaft großer Teile des Volkes - Frauen wie Männer - wesentlich sicherer war.
Gut recherchiertes Buch
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
über Hitler und sein Umfeld. Gute Zusammenstellung der Nazizeit. Für mich jedoch gar nichts Neues und schon gar keine neuen Erkenntnisse über das Leben mit Eva Braun.
"Eva Braun. Ihr Pakt mit dem Bösen....."
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
.....so lautete die in großen roten Lettern geschriebene Titelstory der siebten Ausgabe des Hamburger Wochenmagazins "Stern", die am 11. Februar 2010 in den Vekauf gelangte. Der kleinformatige, in schwarz geschriebene Untertitel lautete: "Die neue Sicht auf Hitlers Geliebte". Das gesamte Cover wurde beherrscht durch ein Porträtfoto der Protagonistin. Ein weitaus kleineres Bild in der rechten unteren Ecke zeigte ihren uniformierten und mit dem EK II dekorierten Auserwählten. Die mehrseitige Titelstory startete auf Seite 73 und schloß mit einem Hinweis auf das zwei Tage zuvor erschienene "Eva Braun. Leben mit Hitler" von Heike B. Görtemakers.....

...in dem Eva Anna Paula Braun, die nur für einen Tag den Namen Hitler tragen sollte, nicht mehr die Rolle einer bloßen historischen Randfigur oder ein tragisches Frauenschicksal verkörpert. Die Autorin geht nicht nur der Frage nach, wer diese Frau eigentlich war, sondern auch der dadurch eröffneten Sicht, die sich durch Eva Braun auf den "Jahrhundertverbrecher" gewinnen lässt (Seite 11). Hierzu wird ihr soziales, kulturelles und politisches Umfeld näher betrachtet. So entsprach ihr Lebensstil ganz und garnicht dem von der NS-Ideologie propagierten "Leitbild für die deutsche Frau", die vor allem Mutter zu sein und ihrem Mann brav den Haushalt zu hüten hatte. Sie hingegen wollte (wie auch Hitler) keinesfalls eigene Kinder, liebte jedoch Mode, Film und Jazz (!) und las sogar nach 1933 in Deutschland verbotene Werke von Oscar Wilde. Jung, blond, sportlich und lebenslustig bot sie zudem ein Bild, das demjenigen Hitlers auch optisch diamentral entgegen stand.....

Heike B. Görtemaker zeichnet den Weg und nennt die Faktoren, die aus einem 17jährigen Mädchen aus kleinbürgerlichen Verhältnissen eine kompromißlose Verfechterin einer unbedingten Treue werden ließen. Die Autorin kommt u. a. zu dem Ergebnis, dass Eva Braun keinesfalls als gänzlich unpolitisches Blondchen betrachtet werden kann. Denn auch im engeren Kreis des NS-Diktators habe es keine "private Sphäre", in der nicht über Politik gesprochen wurde und in der die NS-Ideologie keine Rolle gespielt hätte, gegeben. Daher geht Görtemaker davon aus, dass auch Eva Braun - wie alle Frauen in Hitlers Umkreis - die antisemitischen und rassistischen Ansichten und die aggressive Kriegspolitik der NS-Ideologie teilte. Auch eine sexuelle Beziehung zwischen Braun und dem 23 Jahre älteren Hitler steht für die Autorin außer Frage.

"Fräulein" Braun wurde der Öffentlichkeit vorenthalten, da sie nicht in das von der Propaganda gezeichnete Bild des "Führers" passte, der schließlich nur "mit dem deutschen Volk verheiratet" gewesen sei. Für ein priviligiertes Leben in Luxus mit Reisen und teuren Kleidern und gelegentlicher Nähe als Fotauf dem "Berghof" nahm sie dies jedoch in Kauf. Die Eheschließung am 29. April 1945 markierte das Ziel ihrer Scheinwelt, die am Tag darauf mit dem doppelten Suizid ihr endgültiges Ende finden sollte.

Die wissenschaftliche Fleissarbeit Görtemakers offenbart sich in einem Anhang, zu dem neben einem Nachweis für zahlreiche (vornehmliche schwarz-weisse Fotos) und einem Personenregister auch ein 67seitiges (!) Anmerkungs-, Quellen- und Literaturverzeichnis gehört.

5 Amazonsterne für ein mit Spannung zu lesendes historisches Sachbuch, das auch jene, in der bisherigen "Erinnerungsliteratur" weniger oder überhaupt nicht betrachtete "private" Aspekte beleuchtet, in den historischen Gesamtkomplex einbettet und daher auch an keiner Stelle den Blick auf die NS-Verbrechen vergessen lässt.
Mitunter aufschlussreiche Bilder
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Dem Leben der Eva Braun ist die Erfüllung ihres Wunsches gerecht geworden.
Sie hat den zum Mann bekommen, den sie wollte
Was wird uns mit diesem Buch wiederum geboten?
Eine Abfolge von Ereignissen, die wir zum Teil schon kennen und immer wieder schütteln wir Leser den Kopf ob derartiger Naivitäten, die nebenbei erwähnt werden.
Natürlich ist die historische Forschung daran interessiert, wie Privates und Intimes gerade aus dieser angesprochenen Zeit zu interpretieren ist, aber die Öffentlichkeit wartet immer noch auf wirklich Pikantes.

Nehmen wir zum Beispiel die Bilder aus diesem Buch, so kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich deutsche Eigentümlichkeit in allen Belangen zeigt, Ausnahme vielleicht das Bild auf Seite 127, es zeigt ein relativ skeptisches Gesicht von Margarete Speer, aber was soll das schon bedeuten?
Mode der Zeit, etwas Militärisches immer dazwischen, Belanglosigkeit auf vielen Bildern und Seiten und doch das Verbrechen hinter allem, das grausame Kriegsgeschehen und die Brutalität der Ausrottung von anders denkenden Menschen, die man dazu noch rassisch in die Ecke stellte.
Dabei ging es doch nur um Macht und Ausübung derselben auf deutsche Art, also gewachsenermaßen gründlich.

Und unter welchen Umständen, das wäre vielleicht noch zu loben in diesem Buch,
denn auf Seite 218 sehen wir einen verzückten Machthaber vor dem Linzer Stadmodell mit geradzu häschenhaften vor Freude zitternden Händchen, wir wir ihn vielleicht noch nicht gesehen haben.
Hätte man ihn doch seinerzeit aufgenommen in die Akademie, meinetwegen als naiven
oder wie auch immer Maler, das hätte ihm und auch uns besser getan.
Wie gesagt, nichts Neues, soweit ich sehe, aber gute Bilder.
"Ich möchte eine schöne Leiche sein, ich nehme Gift"
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
...soll Eva Braun bei einer der nächtlichen Teerunden im Führerbunker gesagt haben - kurz vor ihrem Selbstmord, gemeinsam mit Hitler.

Eva Braun, die Frau an Hitlers Seite, sorgt bis heute für zahlreiche Spekulationen. Ist sie das dümmliche Blondchen, das "Tschapperl", das Hitler so gerne mochte, weil sie hübsch, naiv und treu war? Weil sie ihn bedingungslos liebte und vergötterte? Und was genau lief da eigentlich zwischen Frau Braun und ihrem Liebhaber?
Eva Braun hat für eine rege Legendenbildung gesorgt. Kaum zu glauben, dass die Geliebte Hitlers zu Lebzeiten nur dem handverlesenen "inneren Kreis" um den "Führer" bekannt war. Als kurz nach Kriegsende die Nachricht in Umlauf gelangte, dass Hitler eine Geliebte gehabt (und zwar eine leibhaftige und nicht etwa das ständig zitierte "deutsche Volk"!) und diese sogar noch geheiratet hätte, gingen die meisten von einem "Latrinenwitz" aus, einer Verschwörung, die den Führer beschmutzen wollte o.ä.

Die Historikerin Heike B. Görtemaker hat sich nun auf Spurensuche begeben. Mit diesem Buch legt sie die erste quellenkritische Monographie über Eva Braun vor. Die in den späten 60er Jahren entstandene Biographie vom türkisch-amerikanischen Journalisten Dr. Nerin Emrullah Gün (in den USA später in Gun umbenannt) wird hier kritisch hinterfragt. Görtemaker analysiert die Vorgehensweise Guns und stellt bald fest, dass sie wissenschaftlichen Maßstäben nicht gerecht wird - so basieren seine Ausführungen weitgehend auf den Angaben von Verwandten und Bekannten, die freilich die eigene Rolle zur Zeit des Nationalsozialismus gehörig beschönigen wollen. Das Familienleben der Brauns gestaltete sich beispielsweise bei Weitem nicht so harmonisch, wie das bei Gun nachzulesen ist (auf den Aussagen der Mutter Eva Brauns basierend). Die Eltern waren sogar zwischenzeitlich geschieden, mussten sich aus finanziellen Gründen in Zeiten der Hyperinflation allerdings wieder zusammentun.

Görtemaker hat verschiedene Archivalien, Briefe u.v.m. ausgewertet und in ihre Darstellung mit aufgenommen. Bald wird klar - und die Autorin leugnet das auch nicht - dass genaue Aussagen zum Privatleben Hitlers kaum möglich sind. Kurz vor seinem Tod gab er nämlich noch die Vernichtung aller persönlichen Unterlagen in Auftrag.
Doch trotz dieser prekären Quellenlage ist der Historikerin ein spannendes und informatives Buch gelungen, das ich innerhalb von kürzester Zeit verschlungen habe. Die Autorin kann durch fundiertes historisches Wissen (nicht nur zu Eva Braun) überzeugen. Auch ihr Schreibstil ist sehr gut lesbar. Als Leser bekommt man einen hervorragenden Einblick in die damalige Zeit, in die Geschehnisse auf dem Berghof, in Berlin und in München, wo Hitler seine 23 Jahre jüngere Freundin kennen gelernt hatte. Man erfährt etwas über die Beziehung zwischen Hitler und Braun, darüber, dass die junge Frau an der Schwelle zum Erwachsenwerden schon so "verrückt" nach ihrem älteren Geliebten war, dass sie mehrfach einen Selbstmord inszenierte, um seine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.
Außerdem wird hier mit vielen Gerüchten aufgeräumt, so z.B., dass Hitler mit Frauen nie über Politik gesprochen hätte. Auf dem Berghof ging es bei Weitem nicht nur um "Hundezucht, Ernährungsfragen und Kunst" - diese nachträglichen Behauptungen von Zeitgenossen sind reine Schutzbehauptungen.
Eva Braun wusste sehr wohl über viele Dinge Bescheid - und akzeptierte sie. Bis zum Schluss, denn wie Hitler war sie bis zu ihrem Tod der Überzeugung, dass es nur eines gebe: Alles oder eben nichts.

Obwohl das Buch wissenschaftlich korrekt erarbeitet wurde, ist es kein bisschen trocken oder langweilig. Manchmal musste ich sogar laut lachen, z.B. wenn es um posthume Gerüchte um Hitler und seine Frau geht. So ging der US-Geheimdienst z.B. ernsthaft der Behauptung nach, dass Hitler gemeinsam mit Eva Braun und Martin Bormann ein Cafe in Amsterdam eröffnet hätte :)
Oder Görtemaker zitiert Robert Ley, der über den gelernten Landwirt Bormann gesagt haben soll, er wäre ein "ungeschlachteter (sic!) Bauer" gewesen. Da kann man sich ein Lächeln nicht verkneifen...

Die vielen Fotografien ergänzen den Text hervorragend. Sie spiegeln Stimmungen wider, die z.B. auf dem Berghof herrschten. Fotos sind hier allein schon deshalb unerlässlich, weil Eva Braun Fotolaborantin war und Hitler im Münchner Laden ihres Arbeitsgebers, Heinrich Hoffmann (Hitlers Leibfotograf) kennen gelernt hatte. Braun hat immer viel fotografiert und gefilmt, oft auch um sich von angespannten Situationen abzulenken.

Fazit: Das Buch ist eine spannende und informative Möglichkeit, sich über ein Thema zu informieren, das sicherlich viele Menschen interessiert: Hitlers Privatleben. Gut, dass Görtemaker hier wissenschaftlich gearbeitet hat. Auf diese Weise bleiben zwar einige Leerstellen, aber alles andere gehört nun mal ins Reich der Fantasie...
Sehr zu empfehlen!
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Produkt-Bild: Investment Punk: Warum ihr schuftet, aber wir reich werden

Investment Punk: Warum ihr schuftet, aber wir reich werden von Hörhan Gerald B

Gebundene Ausgabe von Edition a
Preis bei Amazon: EUR 19,50, Angebote ab EUR 15,70

3,5 von 5 Punkten
3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3990010085, Erscheinungsdatum: Februar 2010, Auflage: 1., Aufl.
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5 Kundenrezensionen:

Grundehrliches Buch - der Autor hält der Mittelschicht den Spiegel vor
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Zugegeben, in diesem Buch befindet sich keine einzige neue Erkenntnis, die nicht schon von anderen Beratungsbücher erklärt worden ist. Aber die Art und Weise der Erzählungen und Erklärungen sind erfrischend frech und deutlich. Der Autor stellt die bange Frage: "Wo und bei wem hat die Mittelschicht über Geld nachdenken gelernt?" Die erwähnten Personenkategorien sind eher fragwürdig und selten wohlhabend. Darum ist es schön, dass der Autor zum Thema Geld, fast wie guter Freund Klartext spricht.
Dieses Buch ist einfach gestrickt und dennoch hat man einen guten Anstoss erhalten, sich ernsthaft mit Geld (selber!) zu beschäftigen.
langweilig und mit kaum Inhalt
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Der Autor müht sich über 189 Seiten vergeblich. Eine wirklich neue Erkenntnis kann er nicht vermitteln. Im Tagebuchstil berichtet er über seine - teilweise sehr belanglosen - Erlebnisse. Jeder halbwegs geschäftliche Leser wird keinen oder kaum einen Nutzen aus dem Buch ziehen und auch zu Unterhaltungszwecken ist es kaum geeignet. Definitv ein Fehlkauf.
Die Hürde der ersten Seiten...
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten

... ist nicht leicht zu überwinden, das Buch fängt sehr provokant an. Allerdings finde ich, dass der Autor durchaus der sog. Mittelschicht" die Augen öffnen möchte; Anhand einiger Beispiele zeigt er relativ deutlich wie man im Alltag ausgenommen wird. Man kann sich entweder darüber ärgern, dass Herr Hörhan so über die hart arbeitende Bevölkerung herzieht, oder aber man nimmt den einen oder anderen Tipp aus dem Buch mit und setzt ihn im eigenen Leben um.
Trotz eines sehr harten Tonfalles finde ich das Buch sehr hilfreich um den Alltag mal aus einer anderen Perspektive zu sehen."
Schlechtestes Buch aller Zeiten
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Das Buch besteht aus einer Ansammlung von Banalitäten, die man auch auf drei Seiten hätte zusammenfassen können. Der Investment-Punkt empfiehlt den Kauf von vermieteten Eigentumswohnungen: wie originell! Daneben erfährt man Platitüden wie: "Kaufe Aktien wenn alle verkaufen" oder "Lieber einen Gebrauchtwagen als einen Neuwagen kaufen". Das ganze garniert der Autor mit einer peinlichen Angeberei über das von ihm Erreichte. So darf man sich seitenweise anhören, wohin er mit seinem tollen Aston Martin gefahren ist. Ingesamt extrem enttäuschend und reine Geldverschwendung.
Schlicht und einfach auf den Punkt gebracht!!!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Das Buch bringt letztendlich alle wichtigen (privat)wirtschaftlichen Ansichten auf den Punkt. Deshalb ist es sehr angenehm, dass der Autor dabei auf detailreiche Ausschweifungen verzichtet. Das er dabei seinen Reichtum etwas zu sehr zur Schau stellt, fällt nicht wirklich ins Gewicht! Das ganze Werk kommt gesamt gesehen sehr erfrischend rüber.
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Produkt-Bild: Anne Frank Tagebuch

Anne Frank Tagebuch von Anne Frank

Taschenbuch von Fischer (Tb.), Frankfurt
Preis bei Amazon: EUR 7,95, Angebote ab EUR 3,99

4,5 von 5 Punkten
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3596152771, Erscheinungsdatum: Juli 2006, Auflage: 15
Zoom ± Produkt-Bild: Anne Frank Tagebuch

Aus der Amazon.de-Redaktion


Dieses lebendige, Einblick gewährende Tagebuch ist seit seiner ersten Veröffentlichung 1947 ein geliebter Klassiker und ein passendes Denkmal für den begabten jüdischen Teenager, der 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen ums Leben kam. 1929 geboren, bekam Anne Frank zu ihrem 13. Geburtstag ein neues, unbeschriebenes Tagebuch geschenkt, nur wenige Wochen bevor sie und ihre Familie im von den Nazis besetzten Amsterdam untertauchen mußten. Ihre wunderbar detaillierten persönlichen Eintragungen zeichnen 25 anstrengende Monate klaustrophobischer, streitgeladener Intimität mit ihren Eltern, ihrer Schwester, einer zweiten Familie und einem älteren Zahnarzt nach, der wenig Toleranz für Annes Lebhaftigkeit zeigt. Der universelle Reiz des Tagebuchs beruht auf seiner fesselnden Mischung aus den schmuddeligen Besonderheiten des Lebens im Krieg (karge, schlechte Mahlzeiten; schäbige Kleider, aus denen man längst herausgewachsen ist, die aber nicht ersetzt werden können; die ständige Angst, entdeckt zu werden) und der offenherzigen Auseinandersetzung über Gefühle, die jedem Heranwachsenden bekannt sind: "Jeder kritisiert mich, niemand erkennt meine wahre Natur, wann werde ich endlich geliebt?" Aber Anne Frank war kein gewöhnlicher Teenager: Die späteren Eintragungen verraten einen für eine kaum 15jährige bemerkenswerten Sinn für Mitgefühl und spirituelle Tiefe. Ihr Tod verkörpert den Wahnsinn des Holocaust, aber für die Millionen, die Anne durch ihr Tagebuch kennengelernt haben, ist er auch ein sehr persönlicher Verlust. --Wendy Smith
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5 Kundenrezensionen:

Eins der besten Bücher, die ich gelesen habe
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Das Buch muss man gelesen haben!

Eine tief bewegende Geschichte und innere Entwicklung eines außergewöhnlich klugen, einfühlsamen und doch normalen Mädchens, die in einer höchst unnormalen und grausamen Zeit leben und danach sterben musste.
Endlose Wut und Ohnmacht...
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Offen gestanden, habe ich bis jetzt noch keine so offenherzigen, erschütternden wie feinfühligen Zeilen gelesen. Sicher, Rousseaus Bekenntnisse sind eine meisterliche Ode an das Leben, Dostojewskis Aufzeichnungen ein existentiell intellektuelles Fegefeuer - obgleich etwas gekünstelt - mögen Kafkas einsame Wege an Brillianz derer Annes etwas überstrahlen, doch niemand kann es mit der Unmittelbarkeit, der Lebendigkeit, der Rein - und Schönheit jener Gedanken eines wohl wahrlich einzigartigen - 13 Jährigen ! - Mädels aufnehmen. Welche wunderbaren Werke hätten nicht noch aus dieser Feder fließen können, sollen und müssen!
Das Buch ist so berührend... Das ist ein MUSS!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Ich habe mir dieses Buch zugelegt weil ich von bekannten davon viel gutes gehöhrt habe.
Es wurde von Amazon.de sehr schnell geliefert. was auch schon wieder ein Dickes Plus ist.
Man muss dieses Buch einfach gelesen haben um zu wissen wie das damals war im Krieg...
Anne Frank
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
sehr gutes Buch - einen Teil habe ich schon gelesen - und es ist nicht nur für die NS Zeit gut - sondern auch für die heutige Jugend - die sich immer mehr von diesen Tatsachen distanziert .

Gelesen habe ich es 1973 damals in der Schule und bis heute sind diese Schicksale mehr als aktuell.

Ein sehr gutes Buch mit ( bis heute ) unvorstellbaren Tatsachen der Anne Frank .

Gut zu lesen - aber : Zeit ist wichtig .

Dieses Buch kann mann/frau nicht zwischendurch lesen
Ein Buch, das man immer wieder lesen kann
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Wieder einmal ein Buch, das unter "Das Buch der 1000 Bücher" fällt. Man kann es immer wieder lesen, besonders als junger Mensch, da man sich gut in die Rolle des jungen Mädchens Anne Frank hineinversetzen kann. Man erfährt von ihr viel über die Verbote, die den Juden in Nazideutschland aufgehalst wurden, z.B. nicht ins Schwimmbad gehen dürfen, kein Fahrrad fahren, nur bis zu einer bestimmten Uhrzeit im Garten sitzen. Sie beschreibt diese Unmenschlichkeiten mit einer derart gefassten Sachlichkeit, die aus erzwungener Gewohnheit entstanden ist und denen sie ins Auge sehen muss. Die Angst in ihrem Versteck in Holland entdeckt zu werden begleitet sie und ihre Familie über Jahre hinweg, bis sie schließlich alle abgeführt und von der Gestapo in Konzentrationslager gebracht werden. Nur Otto, ihr Vater hat von der ganzen Familie das KZ überlebt und später ihr Tagebuch veröffentlicht. Sie schreibt manchmal auch mit Ironie über die anderen Versteckten, wenn sie sich untereinander gezankt haben.

Ein Buch, das immer wieder an das 3. Reich erinnert und immer wieder die Ungerechtigkeiten beschreibt, die nicht vergessen werden dürfen, da dies zur Geschichte Deutschlands gehört... leider.

Dieser Text wurde von einer 17-jährigen verfasst.
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Produkt-Bild: Die verblödete Republik: Wie uns Medien, Wirtschaft und Politik für dumm verkaufen

Die verblödete Republik: Wie uns Medien, Wirtschaft und Politik für dumm verkaufen von Thomas Wieczorek

Broschiert von Droemer/Knaur
Preis bei Amazon: EUR 8,95, Angebote ab EUR 3,95

3 von 5 Punkten
3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3426780984, Erscheinungsdatum: März 2009
Zoom ± Produkt-Bild: Die verblödete Republik: Wie uns Medien, Wirtschaft und Politik für dumm verkaufen

5 Kundenrezensionen:

ich danke dem autor!!!!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
vielen dank für dein buch!!! du schreibst genau das, was ich mir schon immer dachte: wir sollen alle für dumm verkauft werden - abwrackprämie... klar, und die stinker pusten CO2!!! weiter raus, erschießt mich und dann kassiert abwrackprämie, ich puste mit jedem atemzug CO2 raus!!

ich wußte schon immer, daß mit u3 krippenplätzen nicht mütter wieder leichter arbeit bekommen sollen, nein, man kann dann bequemer die kinder von klein auf zurechtbiegen. querulanten werden dann gesondert "gefördert" oder mit angeblicher adhs mit medikamenten ruhiggestellt... und wo läuft das hin? man bekommt für die elite ein williges, arbeitendes sklavenvolk.

ich bin zwar erst beim "paul potts" zum lesen angelangt, aber schon, daß ich von seiner vorgeschichte nix wußte und genau das glaubte, er sei ein kleiner doofer handyverkäufer, der jetzt den durchbruch geschafft hat, zeigt, daß th. wieczorek RECHT hat.

bitte mehr solche aufklärung (und besser günstiger, damit ALLE das lesen können!!!)

geniales buch!
Für die angesprochenen Unterschichten
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Der Inhalt richtet sich wahrscheinlich an die im Buch angesprochenen Unterschichten.
Eine andere Zielgruppe die mit dem gebotenen zufrieden wäre kann ich mir nicht vorstellen.
Nur einfach alles kritisieren und schlecht reden ergibt kein gutes Buch, sondern in diesem Fall das absolute Gegenteil. Selten habe ich mich so gelangweilt und musste mich zwingen die CD zu Ende zu hören.
Am Ende der CD hört diese mehrfach mitten im Satz auf. Das passt also sehr gut zum Inhalt und ist mir alles zusammen nur einen Stern wert.
Erspart euch die CD und kauft euch für das Geld lieber was Aufbauendes.
Die ungefliterte Wahrheit
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Dieses Buch übersteigt meine Erwartungen um einiges.
Es spricht mir regelrecht aus dem Herzen.
Wenn man es gelesen hat und es auch verstanden hat, nimmt man erst die Verdummung war die man bisher erlebt hatte.
Es öffnet Ihnen die Augen zu einer realistischen und ungeschönigten Welt.
Ich kann es nur empfehlen!
Ein Buch für Selbstdenker
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Meinen Vater hielt ich für irre, als er 1989 nach der Wende unkte: "So, jetzt muß der Kapitalist nicht mehr beweisen, daß es dem Arbeiter in seinem System besser geht als in dem anderen - jetzt wird der Arbeiter wieder klargemacht."

Während meiner ganzen Kindheit und Jugend hörte ich mir sein Geschimpfe auf die Medien als Verdummung der Massen an und schüttelte darüber den Kopf. Als in den 80ern das Vormittagsfernsehen begann, kommentierte er dies mit: "Damit werden die Arbeitlosen von der Straße gehalten. Die gucken jetzt fern, statt zu demonstrieren."

Ich weiß schon länger, daß er eigentlich nur eine sehr empfindliche Antenne hat und immer hatte.

Er wird von mir dieses Buch bekommen.

Zum Buch selbst, bzw. zu einigen Kritikpunkten hier. Ja, er bietet keine Lösungsvorschläge an - ja, auch ich hatte mir die irgendwie erhofft. Wer aber einmal kurz nachdenkt, muß einsehen, daß dies unmöglich ist und sich sogar verbietet. Ein Informationsmedium, daß heute noch unabhängig und seriös erscheint, kann morgen schon unterwandert sein - bzw. würde ganz sicher baldmöglichst unterwandert werden. Wer also noch nicht völlig verblödet ist, wird sein Hirn, seine Kritikfähigkeit und sein Urteilsvermögen schon selbst (re)aktivieren müssen.

Man könnte das Verlangen nach Antworten vom Autor auch als Bereitschaft deuten, sich das Hirn gleich wieder vom nächstbesten Heilsbringer vernebeln zu lassen. Es kann niemand allein die Antwort auf alle Fragen haben. Deshalb ist es ja so wichtig, daß wir alle selbst unseren Verstand gebrauchen, Standpunkte finden, diese demokratisch in einen Topf werfen um von der Summe aller durchdachten - und eben nicht zitierten - Standpunkte profitieren zu können.

Völlig absurd finde ich die Kritik, daß der Autor sich dem Bildzeitungslevel genähert hätte. 'Tschuldigung, wie bitte sonst, soll man sich in diesem Medienlärm noch Gehör verschaffen? Selbstverständlich muß man - quasi als Gegengift zum "Hirngift" - zu geeigneten Mitteln greifen um vergifteten Konsumenten die Augen über andere Autoren, sei es Funk, Film oder Print zu öffnen.

Mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein wird das Buch aber aller Wahrscheinlichkeit nach leider nicht sein. Zu perfekt funktioniert die Matrix :-)
Einseitige Darstellung
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Zwar ist das Werk zweifelsfrei gut recherchiert und suggeriert uns, die Welt und unsere Gesellschaft mit Hilfe des Autors gut zu verstehen und vor allem: zu entlarven, aber das Ganze hinterlässt doch schnell einen sehr schalen Beigeschmack.
Schalen Beigeschmack deshalb, weil die Darstellung einfach viel zu plakativ ist und sich damit rein methodisch auf Bildzeitungsniveau bewegt und zudem sich das ganze Werk schon nach wenigen Seiten wie eine Streitschrift der Linkspartei anhört. Darüber hinaus wird einfach alles in Grund und Boden geredet, ohne auch nur im Mindesten nach einer brauchbaren Alternative zu suchen oder eine solche auch nur als Vorschlag zu erwähnen. (Vielleicht auch zu unserem Glück, denn mit einer hier vorgestellen anderen Lösung wärs möglicherweise noch schlimmer!)
Ich finde, der Autor eines solchen Buches, welches ohne Zweifel seine Berechtigung in unserer Geselschaft hat, sollte es sich nicht ganz so leicht machen, insbesondere dann, wenn er Springerpresse und Bildzeitungsmethoden an zahlreichen Stellen kritisiert.
Insgesamt muss man aber auch sagen, dass das Buch, mit all seinen Schwächen, an zahlreichen Stellen einfach Recht und damit auch natürlich seine "Berechtigung" hat.
Als Hörbuch ist es gut gelesen und für diesen Preis ist es als Gedankenanstoss, oder auch nur als Aufforderung, sich mit den Ecken, Kanten und Abgründen unserer Politik, Wirtschaft und damit unserer Gesellschaft auseinaderzusetzen, durchaus zu empfehlen, nur sollte man sich beim lesen/hören seine Kritikfähigkeit bewahren.
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Produkt-Bild: Verheimlicht - vertuscht - vergessen: Was 2009 nicht in der Zeitung stand

Verheimlicht - vertuscht - vergessen: Was 2009 nicht in der Zeitung stand von Gerhard Wisnewski

Broschiert von Droemer/Knaur
Preis bei Amazon: EUR 6,95, Angebote ab EUR 3,43

3,5 von 5 Punkten
3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 342678310X, Erscheinungsdatum: Januar 2010
Zoom ± Produkt-Bild: Verheimlicht - vertuscht - vergessen: Was 2009 nicht in der Zeitung stand

5 Kundenrezensionen:

Denken, aber RICHTIG!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Auch diess Jahr ist das Buch Gerhard Wisnewski's wieder ein voller Erfolg für alle, die an den Fragen und Themen der Zeit brennen. Unverzichtbar für Rück-Blick wie Vor-Ahnung auf alles was sich fortsetzt und anbahnen, ja androhen möchte.

Sauber entwickelt W. mit der ihm eigenen Gründlichkeit und Erfahrung aus den Fakten und Darstellungen der ersten Stunde des Mainstreams durch Einsatz der gefährlichsten Waffe menschlichen Seins, dem Denken, "alternative" Interpretationen und Perspektiven, die eigenartigerweise mit den Phänomenen oft weitaus besser übereinstimmen, als die "Mainstream-Versionen". Das ist auf Dauer eklatant und öffnet plötzlich den Blick auf ganz andere, manchmal erschreckende Zusammenhänge, die notwendig gedacht und in das Bewußtsein der Öffentlichkeit gebracht werden müssen.

Dem Leser kommt somit, als Bewußtseins-Nehmer, eine genauso wichtige Rolle zu, wie dem Autor als Bewußtseins-Anreger bzw. "Geburtshelfer". Gewürzt mit einem kräftige Schuß Humor und Ironie und Sarkasmus, geht auch monotoner und von den Medien überstrapazierter Stoff "runter wie Öl".

Komplettiert wird das handliche Taschenbuch durch ein umfangreiches Register. Man würde sich lediglich noch ein Verzeichnis aller behandelten Themen wünschen, denn die Auflistung nur der Monate ist für den heute latent unter "Alzheimer-Druck" stehenden Leser nicht umbedingt transparent.

Eritis sicut deus, scientes bonum et malum. (u.a. Goethe Fauxt I)
Dummheit schlägt Bosheit
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Niemand wird ernsthaft leugnen, dass es finstere Mächte auf der Welt gab und gibt: die Mafia, den Ku-Klux-Klan, die Gestapo und die SS, die Lebensmittelindustrie, den KGB, das DDR-Politbüro, die Ölindustrie einschließlich des Bush-Clans oder das opus dei. Dazu lässt sich natürlich noch herrlich über andere finstere Mächte spekulieren wie das Weltjudentum, geheime Freimaurerlogen oder das fliegende Spaghettimonster.

Das bedeutet aber noch lange nicht, dass hinter jedem spektakulären Ereignis, über das berichtet wird, ob Unfall, Verbrechen, Seuche, Waldsterben, Klimawandel, Mondlandung oder Bundestagswahl, oder über das gerade nicht berichtet wird, wie UFO-Landungen, Bermuda-Dreiecke oder die Verschwörung der Pharmaindustrie gegen Herrn Dr. Raht, solche Mächte walten, wie es Herr Wisniewski glauben machen will oder - schlimmer - selbst glaubt. Die finsteren Mächte (welche das jeweils sind, weiß leider auch Herr Wisniewski nicht, vielleicht alle gleichzeitig, aber er wird es schon noch rauskriegen) haben nämlich entweder das behauptete Ereignis erfunden und gefakt (z.B. die Schweinegrippe und die Mondlandung), das verschwiegene Ereignis vertuscht oder - wenn sich das Ereignis, wie der Zusammensturz des WTC am 11.9.2001, beim besten Willen nicht bestreiten lässt - es geplant, in seinem Ablauf gesteuert oder die Berichterstattung darüber manipuliert, um damit übelste Absichten zu verfolgen (welche das jeweils sind... siehe oben).

Die finsteren Mächte schrecken natürlich auch nicht davor zurück, die gesamte Presse der westlichen Welt dazu zu bringen, die Unwahrheit zu berichten, Zeugen mundtot oder am besten gleich ganztot zu machen (meistens wenige Stunden, bevor die eine wichtige Aussage machen wollten).

Die ganzen Verschwörungstheorien übersehen leider eine Grundtatsache: dass es einen Umstand gibt, der noch weitaus mächtiger und gewaltiger ist als jede menschliche Bosheit. Die menschliche Dummheit nämlich. Und diese bietet nicht nur eine weitaus plausiblere Erklärung für die allerverrücktesten Unfälle, Attentate und Sauereien und die Motive dafür. Sondern auch dafür, dass Menschen bereit sind, die allerdümmsten Verschwörungstheorien für alles Mögliche zu akzeptieren, was sie nicht verstehen, solange ihnen nur jemand das Denken abnimmt. Einschließlich des Herrn Wisniewski.
Politsches Denken brillant präsentiert
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Wieder mal hat Herr Wisnewski einige gelungene journalistische Meisterwerke spannend unterhaltsam präsentiert und damit meinen eigenen Horizont wesentlich erweitert.

Man lese nur mal das Kapitel Kinderpornografie! Bisher war mir unerklärlich, warum die Sites nicht einfach geschlossen werden und die Verantwortlichen ihre gesetzlich vorgeschriebenen Strafen erhalten? Es gibt tatsächlich im Staatsapparat Personen, die haben ein Interesse daran, diesen Kindesmissbrauch für ihre eigenen Zwecke zu erhalten.

Wenn Herr Wisnewski auch gelegentlich mal einer falschen Spur folgt, so demonstriert er doch immer ein politisches Denken, das eben nicht böse Mächte und Verschwörungen in den Mittelpunkt stellt, sondern von Machtinteressen geleitete Personen und Personengruppen, die ihre individuellen Ziele verfolgen.
Unterhaltsam, aber...
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
...auch nicht ganz ernst zu nehmen.

Das heißt nicht, dass das Buch ein schlechtes wäre, man darf nur nicht auf die Idee kommen, die Denkansätze des Autors für allzu bare Münze zu nehmen. Zweifelsohne liest es sich anders, als der übliche mediale Mainstream und trägt dazu bei, ein etwas objektiveres Bild über das tägliche Geschehen zu haben, der Weisheit letzter Schluss ist die Gedankenwelt des Hr. W. aber - no na - auch nicht.

Ich hatte beim Lesen ein wenig den Eindruck, dass sich der Autor mit seiner latenten Neigung zur allg. Verschwörerei selber auf den Fuß tritt. Nichts desto trotz bekommt man für wenig Geld unterhaltsame Literatur für zwischendurch und das eine oder andere Grinsen stellt sich mitunter auch beim Lesen ein.
Maximale Enttäuschung
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Das Buch benennt auf unseriösem BILD-Zeitungs-Niveau vermeintlice Lücken im System. Behauptungen und einseitige Sichtweisen werden als Argumente dargestellt.
Ich habe so manches mal gelacht - jedoch nicht aus Berauschung am Gelesenen..
Vielmehr war ich amüsiert über all die urkomischen Geschichten von Freud und Leid, die leider oft, wenn überhaupt, nur einen Bruchteil an Wahrheit enthalten..
Ich bin enttäuscht, da ich Lust auf eine wirklich andere Sichtweise auf die Dinge hatte, jedoch nicht auf bloßes "Geschwätz".
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Produkt-Bild: Exit: Wohlstand ohne Wachstum

Exit: Wohlstand ohne Wachstum von Meinhard Miegel

Gebundene Ausgabe von Propyläen
Preis bei Amazon: EUR 22,95, Angebote ab EUR 18,88

5 von 5 Punkten
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3549073658, Erscheinungsdatum: März 2010
Zoom ± Produkt-Bild: Exit: Wohlstand ohne Wachstum

Eine Kundenrezension:

Bemerkenswert
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Für mich ein außergewöhnliches Buch. Kaum eine Facette der In-Einflussnahme auf jede erdenkbare Lebenslage die hier nicht beleuchtet wurde. Zudem erschließt sich dem Leser eine Klarheit der Problematik, die zwar jedem irgendwie bewusst ist, deren Bedeutung und Tragweite unterschätzt und vor allem nicht öffentlich, in der notwendigen Deutlichkeit diskutiert wird.

Es wäre ein Gebot der Stunde, dass Politiker aller Couleur endlich die Wahrheit ins Volk bringen und nicht blanke Polemik und Verschleierungstaktik zugunsten der eigenen Partei betreiben.

Herr Miegel stärkt mich durch die in diesem Buch behandelter Themen in der Hoffnung, dass sich erst durch Änderung unseres Wertesystems, ein grundlegender Wechsel möglich werden wird. Ich schreibe "wird", da es keine Option zu der Entwicklung gibt, sie wird schlicht und ergreifend eintreten. Somit also kein Grund sämtliche Erscheinungen rund um das Thema Wirtschaftskrise rein negativ zu belegen.
Dieses Buch verstehe ich zunächst als Kritik am Wertesystem der Gesellschaft und danach als Kritik an der betriebenen Politik des Verschweigens. In diesem Rahmen bleibt zu erwähnen, dass nach Ende des zweiten Weltkriegs für Deutschland/Österreich eine neue Kultur gefunden werden musste, die Maximierung des Wohlstands zu Gunsten des wirtschaftlichen Wachstums und zu Lasten des menschlichen Wertesystems - sie viel auf fruchtbaren Boden.
Grundlegende oder bedeutungsvolle Aussagen werden meist im großen, keinesfalls zu kurz geratenen Anhang durch Quellenangaben o.ä. belegt.
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Produkt-Bild: Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt

Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt von Helmut Schmidt, Giovanni DiLorenzo

Gebundene Ausgabe von Kiepenheuer & Witsch Verlag
Preis bei Amazon: EUR 16,95, Angebote ab EUR 10,45

5 von 5 Punkten
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3462040650, Erscheinungsdatum: Februar 2009, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt

5 Kundenrezensionen:

Auf eine Zigarette
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Ich habe dieses Buch noch nicht alles gelesen aber bis jetzt lese ich es gern. Das Kapitals sind kurz, amüsant and sehr lesbar
Humorvoll, hoch interessant - auch für nicht Schmidt-Fans
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Mir war H. Schmidt noch nie sympathisch und ich muss sagen ich habe eine Seite von ihm kennen gelernt, die ich nicht erwartet habe.
Für mich war er immer der kühle Mann aus dem Norden mit dem Klimmstengel zwischen den Fingern. Doch Helmut Schmidt hat in seinen Kurz-Interviews auch seine Komik gezeigt. Er hat aus dem Nähkästchen geplaudert was seine Regierungszeit betrifft und man hat auch sehr persönliche Dinge von ihm erfahren wie seine Erfahrungen im Krieg.
Giovanni di Lorenzo hat H. Schmidt nicht nur zu seiner früheren Arbeit befragt und seinen Kriegserlebnissen, sondern auch "banale" Themen wie die Leidenschaft für Musik und Schach waren dabei.
Es handelt sich hierbei nicht um ein Buch, das man in einem Stück verschlingt, sondern die einzelnen Themen laden dazu ein über viele Dinge die angesprochen werden auch mal nachzudenken.
Mich hat begeistert, wie geistig fit H.Schmidt in seinem hohen Alter ist und welche Reisen er trotz allem noch auf sich nimmt um Freunde aus seiner früheren beruflichen Phase zu treffen und Dinge zu erörtern.
Ein überaus spannendes Buch mit auch sehr aktuellen Themen wie Bankenkrise etc.
Man muss es einfach lesen, denn es bietet auch viel Stoff zum Nachdenken.
Typisch Helmut
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Dieses Buch kann ich nur empfehlen- typisch Helmut Schmidt so wie man ihn kennt.
Das Buch hab ich an nur einem Tag verschlungen, sehr toll gemacht und teilweise recht witzig, so wie ich es erwartet habe, hat sehr viel Spass gemacht dieses Buch zu lesen.
Ein etwas anderes Politikerbuch - aber typisch H.S.!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Der Titel ist Programm: dieses Büchlein ist eine ideale Lektüre für zwischendurch, und es war eine großartige Idee, die Zigarettengespräche aus der "Zeit" zusammenzufassen. (Allerdings sollten sich die passionierten Leser dieser Wochenzeitung nicht von dem Werbetext des Verlages irritieren lassen, denn wer die Interviews regelmäßig gelesen hat, benötigt dieses Buch nicht unbedingt).
Von Einsichten in Helmut Schmidts Alltag bis hin zu tiefsinnigen politischen Analysen, die im Vergleich zu manchem modernen Politiker gestochen scharf, prägnant und auch überzeugend daher kommen, vermittelt dieses Buch unweigerlich einen gehörigen Respekt vor dem ehemaligen Bundeskanzler. Durch die Vielfalt der Themen findet jeder Leser irgendwie einen Zugang zu diesem für den Durchschnittsbürger ansonsten eher unnahbar wirkenden Menschen. Und wenn auch die Interviews (bewusst) kurz gehalten sind, erfährt man doch sehr viel persönliche Dinge über den passionierten Raucher und Kaffeetrinker.
Helmut Schmidt ist sicherlich für viele politisch Andersdenkende (und vehemente Nichtraucher) eine streitbare Persönlichkeit, aber er wirkt wahrscheinlich insbesondere aufgrund seines Alters in Verbindung mit einem überragenden Intellekt absolut glaubwürdig in den Dingen, die er vertritt. Und es ist überaus faszinierend und zuweilen auch sehr spaßig, ihm beim Lesen "zuzuhören".
Ein Staatsmann wie er leibt und lebt.
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Dieses Buch habe ich nur aufgrund verschiedener anderer Rezessionen gekauft und ich bin nicht enttäuscht worden. Es ist sehr kurzweilig geschrieben und gibt einen tollen Eindruck über die Politische Denkwelt der "großen Staatsmänner" wieder. Wenn man in diesem Buch eines lernen kann, dann dass es sicher nicht einfach ist, das Gesicht vor sich nie zu verlieren, aber das genau DAS der Schlüssel zum Erfolg ist.
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Produkt-Bild: Payback: Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen

Payback: Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen von Frank Schirrmacher

Gebundene Ausgabe von Karl Blessing Verlag
Preis bei Amazon: EUR 17,95, Angebote ab EUR 10,29

3,5 von 5 Punkten
3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 389667336X, Erscheinungsdatum: November 2009, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Payback: Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen

5 Kundenrezensionen:

Wenig Fundiertes zu einem eigentlich wichtigen Thema
2 von 5 Punkten 2 von 5 Punkten
Schirrmacher reitet mit auf der Welle des aktuellen Themas 'Das böse Internet, die schlimmen Rechner'. In der Tat ist es mit dem Medium Computer wie mit allen anderen: Es birgt ebenso viele Probleme wie Chancen. Letztere werden bei Schirrmacher völlig ausgeblendet. Einseitig verteufelt der Autor dafür Computer und Internet.

Schirrmachers Argumentation ist dabei sprunghaft, oft nicht nachvollziehbar, vielfach verallgemeinernd und zeugt in Detailfragen von Unkenntnis. Seine pessimistischen Zukunftsszenarien sind äußerst spekulativ.

Eine solche Darstellung nutzt einer sachlichen Auseinandersetzung mit den durchaus reichhaltig vorhandenen Problemen und sogar Gefahren im 'Informationszeitalter' wenig, sondern verkleistert und vernebelt diese unnötig.
Viele uneingelöste Versprechen
2 von 5 Punkten 2 von 5 Punkten
Eines muss man Schirrmacher lassen: Sein Gefühl dafür, in der Luft liegende Themen als erster massentauglich aufzugreifen und dadurch längst überfällige Debatten auszulösen, ist unschlagbar - ob Demographie, Familie oder jetzt die totale Digitalisierung des Alltags. Mit "Payback" hat der FAZ-Herausgeber einen Schwerpunkt gewählt, der uns alle angeht: Wer hat nicht das Gefühl, zu viel Zeit vorm Computer zu vertrödeln? Wer kennt nicht die Gewissensbisse, wenn man sich eine halbe Stunde ziemlich sinnlos in einem sozialen Netzwerk von Profil zu Profil geklickt hat? Und genießen wir nicht eigentlich viel eher die Computer-freie Zeit, ohne Klingeltöne, Ablenkung und künstliches Bildschirmlicht, können uns aber trotzdem nicht überwinden, die ganzen technischen Gadgets beiseite zu legen? Insbesondere der zweite Halbsatz des Untertitels von "Payback" klingt verheißungsvoll: Schirrmacher gelobt nicht weniger, als der vom PC in Versuchung geführten Sucht-Gemeinde den Weg zu weisen, wie sie "die Kontrolle über ihr Denken zurückgewinnt". Der Klappentext verspricht gar "bahnbrechende wissenschaftliche Erkenntnisse".

Und genau hier drückt der Schuh: Schirrmacher weckt hohe Erwartungen, doch sein knapp 250 Seiten schmales Werk kann die Versprechen nicht im Ansatz einlösen. Wer sich auf das sehr hohe Ross des Erlösers von allen technischen Qualen schwingt, darf nicht überrascht sein, dementsprechend tief zu fallen. Ist "Payback" denn nun ein Sachbuch? Dafür entpuppen sich die "bahnbrechenden wissenschaftlichen Erkenntnisse" als zu vorhersehbar. Was Schirrmacher an Studien auftischt, ist längst in das Allgemeingut eines durchschnittlich gebildeten Lesers übergegangen: Wir haben uns durch das Internet an kürzere Texte gewöhnt, dadurch nimmt die Geduld mit längeren Texten ab - Skandal! Wer sich mit ständig mit klingelnden Handys, blinkenden Internet-Tabs und piependen Haushaltsgeräten umgibt, büßt an Konzentration ein - sensationell! Und manchmal sind Technik-Benutzer sogar so beeinflussbar, dass sie Computer unbewusst vermenschlichen - unerhört! Das stellt ungeachtet der durchaus alamierenden Folgen nun wirklich nicht das abendländische Weltbild auf den Kopf - abgesehen davon, dass wir auch ganz ohne Computereinsatz tagtäglich in den schlichtesten Supermärkten dieser Welt Manipulationsversuchen ausgesetzt sind. Natürlich sind Studien, die solche Effekte belegen, hilfreich und sollten gar als Warnsignal verstanden werden. Jedoch hätte auch ohne "Payback" niemand den immensen Einfluss der Computer bestritten. Nein, für ein Sachbuch kratzt "Payback" zu sehr an der Oberfläche und ist - vielleicht noch entscheidender - viel zu einseitig.

Diese Einseitigkeit, welche die gegenteiligen Effekte des Internets elegant unterschlägt, ist kein Mangel an sich. Doch dann müsste man es wohl mit der Kategorie "Streitschrift" versuchen - und auch da kann Schirrmacher nicht punkten. Immerhin hat der Autor hier volle 250 Seiten lang Gelegenheit, seine Thesen unwidersprochen an den Mann zu bringen. Ein Luxus, den man im Fernsehen oder im Internet nur selten erfährt. Bei so viel Spielraum für eine einseitige Darstellung darf der Leser dann aber auch erwarten, eine überzeugende Argumentation zu Gesicht zu bekommen. Doch die Panik-Attacken angesichts der Schirrmacher'schen Apokalypse halten sich in Grenzen. Schirrmacher will die ultimative Bedrohung der vielen im Internet erhobenen Daten heraufbeschwören. Sicher wird einem mulmig, wenn man sich vorstellt, die Google-Daten fielen personalisiert einem skrupellosen Erpresser in die Hände. Aber das ganze Leben ist ein einziger Vertrauensbeweis gegenüber anderen - nicht erst seit der Erfindung des PCs. Heute muss man darauf vertrauen, dass private Fotos aus sozialen Netzwerken nicht in falsche Hände geraten. Früher war man darauf angewiesen, dass die neugierige Mitarbeiterin eines Fotostudios intime Bilder für sich behält und nicht nach eingehender Betrachtung ihrem Freundeskreis zugänglich macht. In beiden Varianten geschieht Unrecht und in beiden Fällen, heute wie damals, ist Vertrauen mit Risiko verbunden. Datenmissbrauch ist durch den Computer sicher einfacher geworden, aber man muss nicht so tun, als hätte es ihn vorher nicht gegeben oder er sei weniger schwerwiegend gewesen. Auch als flammende Streitschrift kann Schirrmacher mangels schlagkräftiger Argumente also nicht überzeugen - dabei hat der Autor sich eigentlich auf die richtige Seite geschlagen.

Bleibt die Kategorie "Ratgeber" - immerhin ist da ja noch dieses Versprechen, Schirmmacher wisse, wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen. An der Antwort darauf hat er sich im kürzeren zweiten Teil abgearbeitet, auf dem nach enttäuschendem Auftakt alle Hoffnungen ruhen. Doch über das triviale und nebulöse Statement, man müsse die Menschen in den Disziplinen fördern, in denen sie dem Computer überlegen seien (also eher kreative Tätigkeiten), kommt Schirrmacher nicht hinaus. Wie man das vom Autor griffig als Körperverletzung gegeißelte Multitasking vermeidet, darüber hat sich Schirrmacher leider keine Gedanken mehr gemacht. Stattdessen singt der Autor dasselbe technikfeindliche Klagelied wie im ersten Teil - und erweckt damit genau den Eindruck, den er unbedingt vermeiden will: Den des nörgelnden Opas, der nicht mehr so richtig mitkommt. Auch als gelungener Ratgeber kommt "Payback" damit leider nicht infrage.

Ein wohlwollendes Urteil über dieses Buch könnte lauten: Schirrmacher hat einen leicht verdaulichen Einstieg in eine hochbrisante Thematik mit einigen erhellenden Abschnitten geschrieben. Weniger wohlwollend ließe sich aber auch sagen: "Payback" ist nicht der versprochene Ratgeber für einen ausgewogenen Umgang mit Technik, sondern wärmt kalten Kaffee in Buchformat auf, der auch problemlos in einen kompakten Essay gepasst hätte. Schirrmacher bedauert den Niedergang der Konzentrationsfähigkeit, die für die Lektüre von Büchern erforderlich ist. "Payback" jedenfalls ist keine Werbung dafür, diese wieder verstärkt zu trainieren.
Hat mir geholfen
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Ich bin selbst in der Branche tätig und habe es genossen mal einen Perspektivwechsel vorzunehmen.
Auch ich bin schon ein Informationsjunkie. Auf Basis dieses Buches werde ich nun ein wenig meine Sucht nach unnötigen Informationen zügeln.
Das Buch war schnell gelesen. Hat bei mir seinen Zweck erfüllt.
Tiefgründig ist es nicht, jedoch auch nicht plakativ.
Wenig hilfreiche Aussagen
2 von 5 Punkten 2 von 5 Punkten
Herr Schirrmacher hat sich in sein eigenes visionäres Horrorszenario (Google & Co.) regelrecht verrannt.
Es gab zu allen Zeiten technische Entwicklungen, die das Leben vollkommen umgekrempelt haben und die Menschheit ist aber sehr gut damit zurechtgekommen und hat sich prächtig entwickelt. Beweis: Laut Biologen ist der Mensch für ca. 30 Lebensjahre konzipiert und bringt es im Durchschnitt heute auf ca. 80 Jahre.
Beim Lesen des Buches habe ich in der Hoffnung auf neue Erkenntnisse weitergelesen, obwohl das oben beschriebene Gefühl sich bereits nach den ersten 100 Seiten gebildet hatte.

Schade, dass Herr Schirrmacher sein zweifellos vorhandenes Schreibtalent nicht besser einsetzt. Interessant wäre doch zum Beispiel der Einfluss auf unsere Kultur, bzw. unsere sozialkulturelle Entwicklung durch das voll auf Quote (Kommerz durch Werbeeinnahmen) ausgerichtete Privatfernsehen mit Sendungen wie DSDS oder ähnliche. Aber auch die öffentlich rechtlichen Sender erfüllen aus meiner Sicht kaum noch ihren eigentlichen Auftrag. Schon allein an der Gestaltung der Nachrichten ist das erkennbar. Es wird nicht berichtet, was wichtig zu berichten wäre, sondern was die Zuseher gerne sehen und hören wollen. Klientel-Medien ist das Schlagwort.
Eine immer brisanter werdende Thematik
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
In welchem Verhältnis steht der Mensch zum Computer? Wer ist der Herr, wer der Diener? Nach wem richtet sich das Leben und wer bestimmt, welche Informationen wichtig sind?

Es sind interessante und hoch aktuelle Fragen, die sich Frank Schirrmacher stellt. Seine Kritik, alles würde sich den Algorithmen unterordnen ist dabei nicht neu. Bereits Horkheimer und Adorno schrieben 1946 über eine derartige Entwicklung in ihrer "Dialektik der Aufklärung". Auch wenn es damals noch nicht um Computer ging und Schirrmacher auf eine Ideologiekritik verzichtet.

Die rapide Zunahme von Informationen die uns Tag für Tag erreicht, wird immer unübersichtlicher. Welche sind noch wichtig, welche können wir gestrost vernachlässigen? Das Treffen von Entscheidungen wird mehr und mehr eine Aufgabe der Computer. Die Aufgabe des Denkens wird vom Menschen auf die Maschinen übertragen und wir reagieren nur noch auf das, was uns die Maschinen liefern. Auch wenn dies sehr nach einer Computerkritik klingen mag, so ist sie das gerade nicht. Schirrmacher selbst nennt die vielen guten und lebenserleichtenden Möglichkeiten, die uns das digitale Zeitalter bringt. Doch wie jede große gesellschaftliche Veränderung, so bringt auch diese Risiken mit sich. Das ist es, auf was der Autor aufmerksam machen möchte. Denn nur wenn man sich diesen Veränderungen bewusst wird, sich klar macht, was passiert, kann man kompetent für sich selbt Entscheidungen fällen.

Es muss Schirrmacher zugute gehalten werden, dass er seine Aussagen belegt und der geneigte Leser damit in der Lage ist, interessanten Passagen selbst noch einmal nachzuspüren. Etwas schade ist die Weitschweifigkeit mit der der Autor teilweise ein Thema behandelt, auch wenn sein Schreibstil fein geschliffen ist und es durchaus Spaß macht, seine gekonnten Formulierungen zu lesen. Dennoch hätte ich es mir an einigen Stellen gewünscht, wenn die Aussagen kürzer und damit prägnanter auf den Punkt gebracht worden wären.

So interessant die Thematik ist, so wenig wird das Buch von Schirrmacher erreichen.
Schließlich beschreibt er einen gesellschaftlichen Veränderungsprozess der nicht mehr am Anfang steht, sondern bereits weit fortgeschritten ist. Zudem kann ich mir nicht vorstellen, dass sich das Gros der Menschen auf den durchaus anstrengenden Weg machen wird, seiner Entmündigung entgegenzustehen. Wir sehen das Problem nicht kommen; es kommt schleichend und wir werden die negativen Folgen nicht einmal spüren, da sie alle Menschen gleichermaßen betreffen. Nur hin und wieder werden wir feststellen, dass unsere Fähigkeit zum eigenen Denken mehr und mehr verloren geht und wir das Denken den Computern überlassen.
Auch das soll keine Ideologiekritik sein, als viel mehr eine Festestellung eines Veränderungsprozesses, den wir alle gehen. Schließlich gehöre auch ich zu dieser Computergeneration und bin froh an allen Möglichkeiten die mir das Internet bietet. Was uns bleibt ist zum Einen der Versuch, weiterhin selbstbestimmt zu entscheiden, welche Informationen aus dem ständig größer werdenden Angebot für uns wirklich wichtig sind. Und zum Zweiten, unsere Kreativität zu nutzen, denn darin sind wir den Rechnern (noch) überlegen.
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Die Perfektionierer: Warum der Optimierungswahn uns schadet - und wer wirklich davon profitiert von Klaus Werle

Taschenbuch von Campus Verlag
Preis bei Amazon: EUR 19,90, Angebote ab EUR 16,00

5 von 5 Punkten
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3593390930, Erscheinungsdatum: Januar 2010, Auflage: 1
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2 Kundenrezensionen:

Wunderbar gelungene Gesellschaftskritik
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Über das Buch "Die Perfektionierer" stolperte ich auf Spiegel-Online, welche kurze Auszüge über den Student.2.0 auf ihrem Karriere-Portal veröffentlichten.
Ich muss zugeben, ich wurde nicht enttäuscht.Im Gegenteil...

Sprachlich ein Gaumenschmaus, und doch scharf und auf den Punkt gebracht klärt uns der Autor über die verschiedenen Arten der Perfektionierung in unserem Alltag auf. Die hervorrangende Struktur macht das Buch übersichtlich und vorallem die Conclusion mehr als lesenswert. Ich kann das Buch nur empfehlen!!!
Ein unangenehmer Blick in den Spiegel
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Wer der Herde folgt, sieht nur Hinterteile.
Ein Aufruf inne zu halten und sich seiner persönlichen Ziele und Werte bewusst zu werden und danach zu handeln.
Auch seine eigenen Fähigkeiten ehrlich zu analysieren und im Beruf gezielt eigene Stärken auszuleben/auszubauen anstatt sich an Schwächen abzuarbeiten ist eine erfolgsversprechende Strategie.
Müssen wir wirklich alles tun, nur weil es möglich ist?
Treffen wir noch selbst die Wahl für unser Leben?

Dieses Buch ist für Betroffene unangenehm zu lesen, die sich von den unüberschaubaren Farcetten der "Leistungsgesellschaft" zu sehr haben anstecken lassen und sich in den umfangreichen Beispielen irgendwo in sehr unangenehmer Weise wieder finden. Da sieht man sich nicht mehr als der "Leistungssportler", sondern als der "Hamster im Rad", der bestenfalls andere amüsiert.

Ich empfehle es als Geschenk für Menschen, die Ihrem Beruf offensichtlich zu viel Bedeutung beimessen, vielleicht schon
gesundheitliche Konsequenzen gezeigt haben. Auch ehrgeizige Berufseinsteiger/Menschen in Ausbildung oder Studium sollten dieses Buch lesen.
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