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LTI ( Lingua Tertii Imperii). Notizbuch eines Philologen von Victor KlempererTaschenbuch von Reclam LeipzigPreis bei Amazon: EUR 9,90, Angebote ab EUR 4,95 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3379001252, Erscheinungsdatum: 2007, Auflage: N.-A. |
5 Kundenrezensionen:was für ein Buch! 5 von 5 PunktenEin Buch über die Sprache des Nationalsozialismus, das zum Nachdenken anregt und nie ohne Wirkung bleibt! Das Buch ist eine angenehme Mischung aus persönlicher Beobachtung und wissenschaftlicher Analyse, spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Eines jener Bücher, die Spuren hinterlassen. Nazisprache und Gegenwart 5 von 5 PunktenWas man aus Viktor Klemperers hervorragendem Buch vor allem lernen kann, ist, dass sehr viele Begriffe der Nazibarbaren bis in unsere gegenwärtige Gesellschaft erhalten geblieben sind und sich viele Menschen nicht darüber im Klaren sind, woher das eigentlich stammt. Die zweite Lektion, die man lernen kann, ist, dass die gleichen Mechanismen heute immmer noch gebraucht werden, um gegen Menschen zu hetzen; die gegenwärtige Diskussion um "Arbeitsunwillige" und dergleichen mehr, lässt ahnen, wie tief verwurzelt die faschistoide Denkweise und der demagogische Sprachgebrauch in Deutschland sind. Das Buch kann einem die Augen öffnen... 5 von 5 PunktenIch kann mich meinen Vorrezensenten nur anschließen. Victor Klemperers LTI (Lingua Tertii Imperii - Sprache des dritten Reichs) ist ein Buch, das eigentlich jeder gelesen haben sollte, der sich mit der deutschen Sprache beschäftigt. Man entdeckt in diesem Buch viele Beispiele für die Manipulation durch Sprache, die im Nationalsozialismus üblich gewesen ist und die sich tatsächlich in allen Bereichen durchsetzen konnte. Hier ist das sehr schön dargestellt u.a. anhand eines Aufrufs an Apotheker sich der Anwendung einheimischer Tees zu bemühen. Eben hier wird auch erklärt wie der nationalsozialistische Sprachstil in die wissenschaftliche Sprache Einzug hielt. Das Buch ist nicht im eigentlichen Sinne wissenschaftlich aber sehr scharfsinnig und objektiv mit Kapiteln, die in Form von Essays grade auf eigene Erlebnisse Bezug nehmen. Das Buch erhellt, wie die Sprache des Nationalsozialsmus enstand, besonderes Augenmerk ist hier auch bei Vergleichen zum italiensichen Faschismus. Ein wichtiger Punkt ist auch der vielleicht aus heutiger Sicht völlig unverständliche Führerkult, der hier seinen grotesken Ausformungen, die Klemperer im Alltag begegneten, beschrieben wird. Das Buch ist absolut empfehlenswert und lässt einen auch über den heutigen und nicht zuletzt den eigenen Sprachgebrauch weiterdenken, schließlich hat sich erstaunlich vieles aus dieser Zeit bis heute erhalten... Spät entdeckt 4 von 5 PunktenLTI habe ich mitte der 80er Jahre zufällig entdeckt. Im Fach Literatur, während meiner Gymnasialzeit in Dresden, galt LTI jedenfalls nicht als erwähnenswert, dafür aber jede Menge Ideologie nach dem Motto "Die Partei hat immer recht!". Folgerichtig war es auch kein Wunder, daß ich in dem, was Victor Klemperer analysierte, unweigerlich mein Lebensgefühl in der DDR reflektierte - sowohl vom Sprachgebrauch in der DDR, den idiotischen "Spielregeln", bis zum Bewußtsein des Ausgeliefertseins unter der SED-Diktatur. Natürlich wußte ich, daß es quasi unmöglich war, doch hatte ich das Gefühl, LTI war in der DDR von der Zensur übersehen worden. Viele meiner Freunde beurteilten das ebenso. R.B.Beyer herausragend gut 5 von 5 Punktenwer das 3. Reich verstehen will, der sollte LTI lesen. Aus einer anderen als der üblichen Sichtweise wird untersucht, warum es so kommen konnte. Lesen!! |
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Die zweite Schuld oder Von der Last Deutscher zu sein von Ralph GiordanoTaschenbuch von Kiepenheuer & WitschPreis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 3,48 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3462029436, Erscheinungsdatum: August 2000 |
5 Kundenrezensionen:Betroffenheit 5 von 5 PunktenIcvh habe mich sehr intensiv mit dieser Vergangenheit der Deutschen befasst. Habe viele Bücher gelesen, dabei an- und ab auch textliche Wiederholungen gefunden. Aber in diesem Buch wurde ich mit neuen "Wahrheiten" konfrontiert. Interessant sind auch die Recherchen über das Gebahren und das Nachkriegsverhalten der Justiz. Sehr wortgewaltig formuliert. Speziell auch zur Volk&Welt-Ausgabe 1990 4 von 5 Punkten1990 konnte Ralph Giordanos Werk auch im Osten erscheinen, bis dahin waren seine Hiebe gegen den dort verordneten "Antifaschismus" unerwünscht. 1987 waren Giordanos Attacken auf die "Vergangenheitsbewältigung" im Westen erschienen. Meine Kurzrezension bezieht sich auf dieses Buch von 1990. Der Autor fügt ein Vorwort hinzu, überarbeitet das DDR-Kapitel und lässt (mit Ansage) seine frühere These fort, die Teilung sei gewissermaßen auch gut so. Ralph Giordano mag heute eher mit arg merkwürdigen Ausfällen gegenüber Moscheen oder auch einmal israelkritischen Personen von sich reden machen, damals war er der eloquenteste Verfechter einer aufrichtigen mutigen Vergangenheitsarbeit in der Bundesrepublik. Wie wurden die Täter von 1933ff. zur Verantwortung gezogen? Häufig überhaupt nicht. Das ist für Giordano dieser und der nächsten Generation als "zweite Schuld" anzurechnen. Sprachlich ist das natürlich unscharf, denn eine erste Schuld gibt es auch nach Giordanos Argumentation für die folgenden Generationen eben nicht. Ohne in die Wieselsche Überhöhung der Schoah zu verfallen, verlangt Giordano schon von Deutschland, diese Verantwortung anzunehmen. Er skizziert die vielen skurrilen Auswüchse, die durch die scheinbare Unterdrückung des Geschehenen entstanden. Sehr interessantes, streithaftes Buch. Sollte jeder Deutsche gelesen haben - gehört in die Schule 5 von 5 PunktenEin Buch, zwar von 1987, aber immer noch brandaktuell und aufrüttelnd. Ralph Giordanos beim Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch nach wie vor zu habende Darstellung der deutschen Vergangenheitsbewältigung ist aufgrund ihrer präzisen und korrekten Analyse erschreckend, schockierend und aufklärerisch ins deutsche Fleisch bohrend. Haarklein und treffend beschreibt der Zeitzeuge den großen Frieden mit den Tätern" und irgendwo kommen in mir da auch immer wieder die gleichen Assoziationen hoch, betreffend den Burgfrieden mit unseren Brüdern und Schwestern aus dem Osten und deren Stasi-Vergangenheit. Giordano belegt seine These, dass nach der ersten Schuld, namentlich des Dritten Reiches und seiner Mordgreueltaten bis hin zum systematischen Völkermord das Ausweichen vor der kritischen Verarbeitung der eigenen Fehler der NS-Zeit eine "Zweite Schuld" ausmacht. Es geht also um eine Art kalte Amnestie für jede Art von Naziverbrechern, besonders übler Funktionsträger bzw. Repräsentanten des NS-Vernichtungsapparats: Blutrichter und -staatsanwälte, Militärs, Diplomaten, Wirtschaftsführer - die Funktionselite des "Dritten Reichs", die bis 1958 nahezu lückenlos wieder in die Nachkriegsgesellschaft eingegliedert worden war - den "großer Frieden mit den Tätern". Das Fundament der Existenz der Bundesrepublik war kein Schlußstrich, sondern schon fast ein nahtloser Übergang vom Nazireich. Das Hauptthema Giordanos sind die Folgen der moralischen Katastrophe, die eintrat, weil das Bekenntnis zur Kollektivschuld ausblieb. Das Buch ist eine gnadenlose Abrechnung; es zeigt in markanten Kapiteln eine konzentrierte politischen Mängelliste realpolitischer Wirklichkeit. Beginnend mit dem Verlust der Orientierung (Die anderen haben auch Verbrechen begangen"), über den großen Frieden mit den Tätern", bis hin zur Analyse von Begriffen wie Kollektivschuld" oder dem endgültigen Versuch einen Schlussstrich zu ziehen". Dabei spricht er offen auch klare und kritische Worte beispielsweise zur Charta der Deutschen Heimatvertriebenen", dem Gegenradikalismus" und dem Thema NS-Erbe und DDR". Ein sehr persönliches Buch mit Herz, Zorn, Trauer und der Hoffnung geschrieben, daß die Menschen endlich aus den Schandtaten ihrer Vergangenheit lernen. Ein ehrliches Buch, welches die Schuld der Deutschen genau auf den Punkt bringt und nicht herumlaviert. Es liest sich auch heute noch so spannend, wie der sprichwörtliche Kriminalroman. Ein Buch, welches in keinem aufgeklärten Haushalt fehlen sollte. Vielleicht sollte man endlich einmal anfangen, in deutsche Hotelzimmer statt der Bibel dieses Meisterwerk zu legen; es wird sich wohl nur leider keine so reiche Subventions-Institution finden. Kein echter Deutscher darf dieses wichtige Buch links liegen lassen. Ein Appell, der sich nicht nur an die Geschichts- und Politik-Lehrer richtet.Zu Recht erhielt Ralph Giordano 1990 das Bundesverdienstkreuz für sein Lebenswerk. Die zweite Schuld - oder: Von der Last Deutscher zu sein" - ein Buch, welches gerade für unsere Jugend, von allergrößter Wichtigkeit ist, auch und besonders anno domini 2009. Das vielleicht wichtigste Buch gegen das Vergessen. Ein preiswertes Geschenk für verantwortungsvoll denkende Eltern, Opas & Omas und alle Verwandten. Schockierend 5 von 5 PunktenIch habe schon einige Buecher ueber die deutsche Vergangenheitsbewaeltigung gelesen. Dieses Buch hat meine Meinung vollkommen ueber den Haufen geworfen. Als Jahrgang 1976 habe ich immer angekommen, dass Deutschland seine Schuldigen bestraft hat und mit der Vergangenheit -wenigstens juristisch- ins Reine gekommen ist. "Die zweite Schuld" hat mich aufgeklaert, mir knallhart vor Augen gefuehrt, wie sehr mein Land versagt hat und auf Luegen und Verdraengung gebaut ist. Ich empfehle dieses Buch jedem, der die Wahrheit genauso befreiend findet wie ich, jedem, der die Wahrheit nichtsdestotrotz wissen will und von diesem Ausgangspunkt aus seine Identitaet als Deutscher/Deutsche definieren will. DER Klassiker zum Thema: Umgang mit der dt. Vergangenheit 5 von 5 PunktenRalph Giordanos Darstellung der deutschen "Vergangenheitsbewältigung", die kaum etwas bewältigt, dafür vieles verdrängt, versäumt oder beschönigt hat, ist nach wie vor unerreicht. Nicht zuletzt ist Giordanos sprachgewaltige Formulierungskunst hervorzuheben, die seine Sachkenntnis ebenso wie seine Leidenschaft, sein *Leiden* an den deutschen Verhältnissen, zur Geltung bringt. So unerbittlich Giordano die "zweite Schuld" des "großen Friedens mit den Tätern" brandmarkt, so sensibel zeigt er sein Einfühlungsvermögen in die Situation der schuldlosen Kinder der NS-Täter- und Mitläufergeneration. Soweit sie bereit sind, sich den Tatsachen zu stellen, haben sie in ihm einen warmherzigen Fürsprecher. Ein großartiges Buch eines großen Mannes! |
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Die deutsche Literatur. Ein Abriss in Text und Darstellung: Die deutsche Literatur 15 / Neue Sachlichkeit, Literatur im 3. Reich und im Exil: BD 15Taschenbuch von Reclam, DitzingenPreis bei Amazon: EUR 7,40, Angebote ab EUR 0,98 ISBN: 315009657X, Erscheinungsdatum: 1986 |
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Das Reich der Schwarzen Sonne: Geheimwaffen der Nazis und die Nachkriegslegende der Siegermächte von Joseph P. FarrellBroschiert von MosquitoPreis bei Amazon: EUR 24,00, Angebote ab EUR 19,95 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3928963023, Erscheinungsdatum: März 2010, Auflage: 1. Aufl. |
Eine Kundenrezension:Einführungsliteratur über Geheimforschungen im 3. Reich 4 von 5 PunktenDieses Buch ist die deutsche Übersetzung von Farrells schon 2005 (was der deutsche Verlag verschweigt) erschienenen Werk Reich of the Black Sun: Nazi Secret Weapons & the Cold War Allied Legend: Nazi Secret Weapons and the Cold War Allied Legend. Es beschäftigt sich mit Geheimtechnologien NS-Deutschlands, vereinzelt auch verbündeter Staaten im Bereich Atomforschung, Waffenforschung und alternativer Physik, schwerpunktmäßig mit denen der Kammlergruppe, sowie dem möglichen Verbleib einiger Personen und Technologien nach dem Krieg. Es werden zahlreiche verschiedene Themen behandelt, darunter Urananreicherung, Atom- und Wasserstoffbombe, UFO-Technologien, ein Geheimprojekt namens Glocke sowie mögliche Parallelen zu UFO-Abstürzen in den USA wie z. B. Roswell. Wer es genauer wissen möchte, kann ja mal auf Amazon.com einen Blick ins Inhaltsverzeichnis werfen, wo das Buch als Voransicht bereitsteht. Ich halte dieses Buch für Einführungsliteratur zu dem Komplex, die trotz einiger interessanter Punkte, die für mich neu waren, eher in die Breite geht. Wer schon andere Bücher aus diesem Bereich gelesen hat, wird wenig neues erfahren. Farrell ist anscheinend fast ausschließlich "Schreibtischtäter", der seine Bücher aus diversen Quellen zusammenschreibt, wobei er allerdings manchmal, auch hier, die eine oder andere sehr interessante Querverbindung oder bislang übersehene Information entdeckt. Er benutzt dabei fast ausschließlich englischsprachige Quellen (in diesem Buch auch eine handvoll deutsche). Es gibt auch Ungenauigkeiten und Übersetzungsfehler, die der Verlag mit etwas mehr Sorgfalt beim Lektorat hätte entdecken können (obwohl das Buch in dieser Hinsicht schon spürbar besser ist als bei anderen Kleinverlagen üblich), z. B. gibt es einen erwähnten Physiker Carl Friedrich Krafft anscheinend nicht, in Wirklichkeit war wohl Carl Frederick Krafft gemeint und neuartige elektronische Bauelemente basierten wohl kaum auf Silikon-, sondern auf Siliziumkristallen. |
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Raketenspuren. Waffenschmiede und Militärstandort Peenemünde von Volkhard Bode, Gerhard Kaiser, Christian ThielTaschenbuch von Ch. Links VerlagPreis bei Amazon: EUR 19,90, Angebote ab EUR 10,92 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3861533456, Erscheinungsdatum: Mai 2008, Auflage: 6. aktualisierte Auflage |
2 Kundenrezensionen:Sehr empfehlenswert 5 von 5 PunktenDas Buch ist eine sehr ausgewogene, umfassende Darstellung der Nutzung von Peenemünde als Entwicklungs- und Teststandort der Raketenwaffen des dritten Reiches bis zur Entstehung des Museums. Versehen mit einer ansprechenden Illustration werden alle Aspekte und Themenbereiche angesprochen. Dies geschieht im Gegensatz zu dem Buch von Walter Dornberger, der nur bestimmte Themenbereiche anspricht, andere dagegen vollkommen ausspart, so z.B. den Einsatz von KZ-Häftlingen (aber auch Dornberger's Buch ist lesenswert). Die Aktualität der Darstellung vom heutigen Peenemünde entspricht durchaus auch der im Jahr 2009. Ich war selbst zweimal dort und habe mich mit den Schilderungen des Buches voll identifiziert. Papa sagt: Das beste Buch über die deutsche Raketenforschung 5 von 5 PunktenMein Vater hat als Jugendlicher nach Kriegsende im Harz für die östliche Siegermacht die Reste der V2-Forschung im wahrsten Sinne des Wortes "zusammengesucht". Er war auch bei einem Raketen-Abschuß der Russen in Peenemünde 1945 dabei (Die sind mit der Bahn nach Norden). Leider liegt er z.Zt. mit Herzproblemen im Krankenhaus. Ich habe ihm das Buch mitgebracht. Bereits nach einigen Stunden sagte er: "Das beste Buch über die deutsche Raketenforschung und die V2, das ich je in Händen gehalten habe". Interessanter Weise kam er sogar mit einer jungen Krankenschwester in's Gespräch, die das Buch auf seinem Nachttisch liegen sah und deren Ehemann sich auch für Peenemünde interessiert. Also, einen Extra-Punkt für die Umschlaggestaltung. Der Links-Verlag verbindet ;-) |
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Leben und Alltag . . ., Im Dritten Reich von Hans-Jürgen van der GiethTaschenbuch von BVK Buch Verlag Kempen GmbHPreis bei Amazon: EUR 12,90, Angebote ab EUR 8,00 ISBN: 393251923X, Erscheinungsdatum: Sept. 2005, Auflage: 2. |
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"Das Geschlechtsleben bestimmen wir": Sexualität im Dritten Reich von Anna Maria SigmundTaschenbuch von Heyne VerlagPreis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 6,97 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3453620356, Erscheinungsdatum: November 2009 |
4 Kundenrezensionen:Aufschlussreich und entlarvend 5 von 5 PunktenGerade im privatesten Bereich eines jeden Menschen - Familie, Liebe, Sex - will keiner, dass ihm reingeredet wird - schon gar nicht von der Obrigkeit mittels Verordnungen. Dies passierte jedoch massiv im Dritten Reich, jedoch ließ sich "das Volk" nicht so einfach manipulieren und lenken und vor allem die Frauen dankten dem Führer nicht, wie er es plante, mit "jährlich einem Kind". Auch die Führungsriege bzw. "Elite" um Hitler sorgte, bis auf 2 Ausnahmen, nicht für Großfamilien. Für offizielle Anlässe hatte man des weiteren die "typische blonde, biedere, arische Hausfrau und Mutter" an seiner Seite und im Stillen genoss man das Leben mit seiner rassigen Geliebten.... Die Widersprüche waren eklatant - einerseits proklamierte man "freien Sex" um für viel Nachwuchs, auch von ledigen Frauen zu sorgen, andererseits war man prüde und verklemmt und es fand keine Aufklärung in den Schulen statt, es gab keine Beratungszentren etc. Das Buch ist äußerst interessant, flüssig geschrieben, enthält viele Fakten, z.B. über Homosexualität oder Prostitution in Nazideutschland, die so nicht bekannt waren und hebt sich wohltuend von den vielen 08/15-Büchern zum Dritten Reich ab. Dieses Werk wäre sicherlich auch eine Bereicherung für die Kollegstufe des Gymnasiums, denn durch die vielen Beispiele zur Einflußnahme des Nazi-Regimes in das tägliche Leben von "Otto Normalverbraucher" wird der Wahnsinn des Dritten Reichs richtig fassbar gemacht. Fazit: Absolut empfehlenswert! Eine Erfolgsautorin schöpft aus dem Vollen 5 von 5 PunktenDie Verfasserin, die durch ihr Erfolgsbuch Die Frauen der Nazis: Die drei Bestseller vollständig aktualisiert in einem Band - oder genauer gesagt, durch die sorgfältigen Recherchen, denen ihre Erfolgsbücher zugrunde liegen, sich Kenntnisse und einen Überblick angeeignet hat, wie sie derzeit keine zweite Person besitzt - beleuchtet in diesem Buch das Thema "Sexualität in der Nazizeit" von allen Seiten. Während für Hitler selbst Sex kein lebensbestimmendes Thema war, amüsierte er sich doch über die Ausschweifungen, wenn sie ihm berichtet wurden, und den zügellosen Lebenswandel von einigen aus einer Umgebung. Hitler zog aber nur in seltenen Fällen daraus Konsequenzen. Goebbels verbot er die Ehescheidung, Streicher enthob er letztlich von seinen Ämtern. Der anfangs im Umgang mit Frauen und Nacktheit sehr verklemmte Himmler stand in seiner ersten Ehe völlig unter dem Pantoffel. Die um acht Jahre ältere Krankenschwester Margarete unterdrückte und schikanierte ihren ,lieben Heini' bei jeder Gelegenheit und stellte ihn vor Gästen bloß. Erst in seiner Sekretärin Hedwig Potthast fand er eine passende Partnerin. Er bastelte im Haus, bearbeitete den kleinen Garten und spielte mit den Kindern. Die Gattin Margarete hatte seine Nebenfrau und seine Zweitfamilie zu dulden. Das war unter den Nazigrößen kein Einzelfall. Auch Martin Bormann, der mit seiner Ehefrau zehn Kinder hatte, hatte darüber hinaus mit ihrem vollen Einverständnis hinaus noch eine Geliebte. Frau Bormann bereitete sogar einen Gesetzentwurf für eine "Volksnotehe" vor, die nach Kriegsende den Weg zu einer begrenzten Polygamie ebnen sollte. Hitler, obwohl er selbst dafür keinen Bedarf hatte, stand solchen Vorschlägen nicht abgeneigt gegenüber. Ein echtes Problem war in einem Männerorden wie die SS die Homosexualität. Himmler war strikt dagegen und ging deshalb mehrfach bis in hohe Dienstränge dagegen vor, in seinen Reden sowieso. In Fällen von Bisexualität versuchte er durch persönliche Gespräche die Männer zu bekehren. Nebenehen hingegen förderte er, gründete zur Entbindung unehelicher Kinder die Stiftung Lebensborn, siehe Deutsche Mutter, bist du bereit...: Alltag im Lebensborn und Kind L 364. Eine Lebensborn-Familiengeschichte, und erwarb sich einen Ruf als Helfer in sexueller Not. Selbst der Ehefrauentausch unter SS-Führern schien ihm ein Weg zur Ankurbelung der Geburtenrate. Wußten Sie schon, daß Görings einzige Tocher Edda durch künstliche Befruchtung gezeugt worden ist? Wer noch viel mehr erfahren will, der sollte das Buch lesen. Der Plan von der Züchtung des Homo Germanicus 4 von 5 PunktenInhalt: Anna Maria Sigmund berichtet von Adolf Hitler und seinem mysteriösen Sexualleben, von seinen Ansichten zur Rolle der Frau, von Moralvorstellungen in der NS-Elite, von Abtreibungsverbot und Förderung von Geburten, von Himmlers 'Lebensborn', von Homosexualität, von Prostitution im Dritten Reich, von Aufklärung und Verhütungsmitteln. Mein Eindruck: Anna Maria Sigmund hat ausführlich und gewissenhaft recherchiert und einen umfassenden Bericht zur Sexualität im Dritten Reich abgelegt. Sie gleitet dabei nicht in Mutmaßungen ab und belegt ihre Angaben durch zahlreiche Quellenangaben, hält sich an Tatsachen und verliert sich nicht in skandalösen Geschichtchen um Hitler und seine Anhänger. Sigmunds Buch ist einfach zu lesen, sprachlich jedoch bisweilen etwas reißerisch oder abgedroschen (z.B. Himmler als 'Bürokrat des Schreckens'). Mein Resümee: Ein interessanter Einblick in das Sexualleben im Dritten Reich. Schein und Wirklichkeit 5 von 5 PunktenEin neues Buch von Anna Sigmund- und gleich wie alle ihre Bücher: Hervorragend recherchiert und glänzend geschrieben. "Die Dinge gelten nicht für das, was sie sind, sondern für das, was sie scheinen." Das gilt aber nicht für Anna Sigmund. Virtuos deckt sie die Diskrepanz zwischen Schein und Wirklichkeit auf und zeigt verblüffende neue Einsichten und Zusammenhänge. Bei der (angeblich) wichtigsten (schönsten) Sache der Welt wird das besonders deutlich. Sowohl im Einzelfall bei den Proponenten des Regimes, wie auch beim Regime im ganzen. Ein Lesevergnügen der besonderen Art. Mit einem sehr "reizenden" Thema. |
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Euthanasie im NS-Staat: Die Vernichtung lebensunwerten Lebens von Ernst KleeTaschenbuch von Fischer (Tb.), FrankfurtPreis bei Amazon: EUR 12,95, Angebote ab EUR 9,80 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3596243262, Erscheinungsdatum: Juni 1985, Auflage: 12 |
Aus der Amazon.de-RedaktionJede Gesellschaft hat kranke oder behinderte Mitbürger. Menschen, auf die man besonders eingehen muss, die der Hilfestellung bedürfen. In der nationalsozialistischen Ideologie jedoch wurden solche Personen schlicht und Menschen verachtend als "lebensunwert" deklariert, da sie für die NS-Welt keinen produktiven Beitrag darstellten. Die widerwärtige Konsequenz solchen Denkens war die Euthanasie. Diese Tötung behinderter, kranker oder alter Personen (sowie angeblich "Arbeitsscheuer") ist eines der abstoßendsten Kapitel des Nationalsozialismus, wurde hier doch in vermeintlichen Heilanstalten und unter Mitarbeit der Ärzte und Schwestern Massenmord an denen begangen, um die man sich hätte kümmern sollen. Vielleicht deshalb, vielleicht aber auch weil so viele vom medizinischen Personal später unbehelligt weiterarbeiteten, wurde nach 1945 das Thema Euthanasie im NS-Staat eher unter den Tisch gekehrt. Ernst Klees Buch, das man ohne jedes Zögern ein Basiswerk hierzu nennen kann, wirkt dadurch oftmals wie ein Schock. Was der Autor darin an Erkenntnissen über diese Praxis der Massentötung im NS-Regime zusammengetragen und analysiert hat, ist in der Kombination von Gesamtübersicht und Detailinformationen nicht zu überbieten. Ein Exkurs über die generelle Geschichte der Euthanasie führt zu den propagandistischen und juristischen Vorbereitungen im NS-Regime (die Verabschiedung entsprechender Gesetze begann bereits 1933). Dem Aufbau einer Euthanasieorganisation folgten dann im Spätjahr 1939 die ersten Tötungen. Klee beschreibt anhand von Originalunterlagen und Augenzeugenberichten Täter und Opfer, Organisation, Methoden und Orte dieser Verbrechen. Und er belegt, dass auch nach Hitlers offiziellem Euthanasie-Stopp 1941 das Morden weiterging. Ein aufrüttelndes Buch darüber, wie kaltblütig man im Hitler-Reich mit Menschen umging, die man in nationalsozialistischer Dumpfheit als "lebensunwert" titulierte -- ein Begriff, der einen erschauern lassen sollte. --Joachim Hohwieler 4 Kundenrezensionen:Ungesehen, unerhört, Mahnung, die keiner haben will 5 von 5 PunktenKlees Report - Trilogie ist ein Muß für die Geschichtsaufarbeitung. In iener nüchternen Art wird ein Mordkapitel dargestellt, bei dem Deutschalnd schuldig wurde, durch Wegsehen, durch Ignorieren durch Entwerten. Die Schuld reichte lange nach dem zweiten Weltkrieg hinein, noch heute sind Massenmörder unter uns udn viele konnten in einem "Rechtsstaat" unbehelligt untertauchen. Dies ist nicht nur ein Kapitel für Ärzte sondern auch für Juristen, die ihre Geschichte weiter bearbeiten wollen. Fürsorge als Schädlingsbekämpfung 5 von 5 PunktenMit Euthanasie bezeichnete man ursprünglich die Sterbehilfe für unheilbar Kranke und Schwerstverletzte mit dem Zweck, ihnen qualvolles Leiden zu ersparen. Mit "Sterbehilfe" in diesem Sinne hatte die ideologisch motivierte "Vernichtung lebensunwerten Lebens" im Dritten Reich allerdings nichts zu tun, denn im Nationalsozialistischen Deutschland ging es niemals darum, irgend jemand einen "Gnadentod" zu gewähren, es ging um den geheimzuhaltenden Massenmord aus wirtschaftlichen und militärischen Gründen. Erschreckend ist nicht allein, was und wie es geschah. Erschreckend ist die Tatsache, dass fast alle damals freiwillig mitmachten und ausführten, was im Namen des Führers befohlen wurde, denn zahlreiche offizielle Stellen und viele Personen waren dabei beteiligt und wussten davon: Reichbahn, Reichspost, die Gesundheitsverwaltungen, Arbeitsämter, Gerichte, Polizei, Staatsanwaltschaften und nicht zuletzt auch die Heilanstalten, in deren Obhut sich die Kranken, Behinderten und Pflegebedürftigen befanden. Dass es dabei nachweislich nicht um Sterbehilfe ging, belegen die vielen verschiedenen Dokumente aus unterschiedlichen Quellen, die der Autor zusammengetragen hat, unter anderem die Kopie eines Original-Aktendeckels aus der Registratur des Württ. Innenministeriums mit der Aufschrift: "Heilanstalt Grafeneck - Eingaben und Beschwerden ", denn unter der Überschrift findet sich ein Stempel: "Nicht in Feindeshand fallen lassen! Bei Feindgefahr vernichten!" (abgebildet im Band: "Dokumente zur Euthanasie", hrsg. ebenfalls von Ernst Klee). Die an dem Massenmord beteiligten Stellen hatten nämlich den Befehl, vor dem Eintreffen alliierter Truppen alles belastende Material zu vernichten, was jedoch offensichtlich nicht in jedem Fall und vollständig gelungen ist. Der Autor versucht in seinem Buch aber "nicht nur auf die Täter zu starren", sondern insbesondere der Frage nachzugehen, "wie es geschehen konnte, daß Kranke, Arbeitslose, Behinderte, Alkoholiker, Alte, Nichseßhafte usw. von ihren Fürsorgeverbänden schon vor dem Nationalsozialismus zu minderwertigen und Lebensunwerten deklariert wurden - was ihre spätere Tötung letztlich erst ermöglichte." Die ideologischen Grundlagen für die Euthanasie wurden nämlich bereits vor 1933 gelegt. Und Erst Klee schreibt an einer anderen Stelle: "Die Euthanasie zeigt, wohin der Weg letztlich führt, wenn Menschen über den Leisten einer Kosten-Nutzen-Relation geschlagen und Hilfe-Bedürftige zu Pflegeware degradiert werden. Jeder Ansatz dazu ist sträflich." Die Darstellung der grausamen Wirklichkeit im NS- Staat 5 von 5 PunktenEs müssten sich mehr Menschen mit diesen Thema auseinandersetzen, denn dies ist ein Kapitel, leider, unserer Vergangenheit und ich denke, jeder sollte sich über sein Handeln gegenüber anderen Menschen bewusst sein und diesen kritisch hinterfragen. Dieses Buch lohnt sich einfach zu lesen! Interessante Aufarbeitung eines verdrängten Themas 5 von 5 PunktenWie wir Deutschen mit den Juden oder den Sinti und Roma verfuhren, ist uns heute weitestgehend bewusst. Dass wir aufgrund scheinbarer rassischer Merkmale einen industriemässig betriebenen Mord veranstalteten, ist jedem beuwsst. Mordlager wie Auschwitz, Treblinka oder Sobibor sind so vielen auch im Land der Täter ein Begriff, dass die Verbrechen des Nationalsozialismus abgearbeitet scheinen. Aber auch der Holocaust hat seinen unmittelbaren Vorläufer. Die Vernichtung "lebensunwerten Lebens" begann in einem Mord am eigenen Volk, an "Schwachsinnigen" und chronisch Kranken. Gaskammern entstanden in Kliniken, und der Vorläufer der Deportation war der Abtransport Kranker in diese Vernichtungsanstalten. Durch eine gemeinnützige Transportgesellschaft. Als das Volk merkte, dass die Führung so ruchlos mordete, kam es sogar hierzulande zum Widerstand. Die Gaskammern in den Kliniken wurden eingemottet. Aber skrupellose Rassehygeniker mordeten weiter, mit Hungertod und Betäubungsmitteln, Alte, Kinder und wehrlose Kranke. Vor den Juden kamen die Volksgenossen. Rassenhygiene konnte niemals enden, sie war von den Nazis als von oben auferlegter darwinistischer Ausleseprozess angelegt. Wer wissen will, woher die grosse Befangenheit gegen Gentechnik, als Umgestaltung des Menschen, oder gegen das Töten unrettbar Kranker, die das selbst wollen, kommt, findet hier die Antworten und den Ursprung. Frühere "Weltverbesserer" und "Rasseverbesserer" hielten auch den Mord im Namen scheinbar hehrer Ziele für gerechtfertigt, und Ungleichheit und Abweichen von der Norm waren Anlass genug für staatliche Tötungshandlungen. Euthanasie war ursprünglich nicht das, was heute in den Niederlanden erlaubt ist: Sterbehilfe. "Eu" bedeutet gut und "Thanatos" Tod. Aber der "gute Tod" der Nazis war die Hinrichtung im Namen der Gesellschaft, nicht auf die Erlösung von Schmerz ausgerichtet. Wo der Mensch nur zum statistischen Begriff einer Kosten-/Nutzenrechnung verkommt, zum genormten Erbringer von Leistungen, zum Spielball derer, die sich anmassen, die Schöpfung neu schreiben zu wollen, ohne ethische Mindestgrundsätze, dort lauert auch heute noch das Gespenst und der Geist eben dieser Euthanasie im Schatten. |
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Bunker, Banken, Reichskanzlei - Architekturführer Berlin 1933-1945 von Matthias DonathTaschenbuch von Lukas VerlagPreis bei Amazon: EUR 9,80, Angebote ab EUR 6,99 ISBN: 3936872511, Erscheinungsdatum: Sept. 2005, Auflage: 1 |
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Geschichte des Dritten Reiches von Wolfgang BenzTaschenbuch von Deutscher Taschenbuch VerlagPreis bei Amazon: EUR 9,90, Angebote ab EUR 4,99 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3423308826, Erscheinungsdatum: April 2003 |
5 Kundenrezensionen:Zusammenfassung von einem Fachmann 4 von 5 PunktenWolfgang Benz hat in vielen Bereichen des Nationalsozialismus geforscht. In seiner "Geschichte des Dritten Reichs" versucht er die Zusammenfassung für interessierte Anfänger. Das Niveau ist hoch, die Verständlichkeit durchaus auch. Es ist gleichwohl ein bisschen "deutsch"-trocken, es wird schon mal "Verdikt" mit "Verbot" verwechselt, das ist jedoch selten. Wohltuend hebt er sich von gefärbten Darstellungen (wie die etwa von Klaus Hildebrand) ab. Es ist schwer, bei den vielen Büchern zum Thema zum einen etwas Neues beizutragen, zum anderen den Forschungsstand gleichmäßig zu berücksichtigen. Dass ein so ausgewiesener Antisemitismusforscher nicht nur dieses Heimspiel austrägt z.B., ist beachtlich. Die gebundene Ausgabe bzw. die broschierte Ausgabe der Bundeszentrale für politische Bildung (*)ist empfehlenswert, weil die Illustration eine der Stärken des Buchs ist. Einige Bilder sind weithin bekannt, andere sieht selbst ein Interessierter zum ersten Mal. Und beide Arten fügen sich ins Buch bzw. helfen beim Verständnis jener Zeit. Letztendlich aus meiner Sicht eher die vier Sterne, weil ich mir Interessiertem noch etwas mehr Tiefe gewünscht hätte. (*) vgl. unter bpb.de zum 'Sozialtarif' erhältlich Der hohe Preis des Niedrigpreises 3 von 5 PunktenVon den Anfängen der nationalsozialistischen Bewegung im Keller eines Eisenbahningenieurs namens Anton Drexler bis hin zu den zerstörten deutschen Städten und der russischen Offensive auf Berlin liefert dieses schmale Büchlein einen umfassenden und kompakten Überblick über die Nazi-Zeit. Der Informationsgehalt geht jedoch über den bloßen Einstieg hinaus: Mit überzeugenden Exkursen über die Innenpolitik der NSDAP und das Kunst- und Architekturverständnis Hitlers können auch Leser mit guten Vorkenntnisse noch etwas aus bleibt Benz' Werk herausholen. Die mittelmäßige Bewertung zielt allerdings auf die Ausgabe des Buches. Die Taschenbuchfassung war wohl gedacht, alleine die historischen Laien mit schmalem Geldbeutel anzusprechen; die ursprüngliche Fassung in Hardcover ist zwar teurer, dafür bietet sie eine Vielzahl von Bildmaterial: Propagandaplakate, Infografiken und bislang nur in diesem Buch veröffentlichte Fotografien. Wer tatsächlich nur einen Einstieg haben möchte, ist mit der dtv-Ausgabe gut bedient, ich bereue es jedoch nicht, den Aufpreis für die illustrierte Ausgabe bezahlt zu haben. Geschichte des Dritten Reiches 4 von 5 Punktenein interessantes buch, welches gute einblicke in die regierungsstrukturen des nationalsozialismus gibt. leicht verständlich und gut geschrieben. kleiner kritikpunkt ist meines Erachtens allerdings, dass auf den ersten weltkrieg zu wenig eingegangen wird. um den zweiten weltkrieg zu verstehen, muss man ein solides basiswissen über den ersten weltkrieg haben. aber dies ist nur ein kleiner kritikpunkt, denn benz hat mit seiner recherche und aufarbeitung wirklich gute arbeit geleistet. Ab kollegstufe bis inkl. Studium empfehlenswert. hilfreich und kompakt - empfehlenswert 4 von 5 PunktenWas, schon wieder eine "Geschichte des Dritten Reiches"? Gibt es denn nicht schon genug davon? Der Berliner Historiker Wolfgang Benz hat sich nach vielen anderen Wissenschaftlern und solchen die sich dafür halten an dieses Projekt gewagt, eine knapp gehaltene, populärwissenschaftliche Kurzfassung dieser zwölf unsäglichen Jahre vorzulegen. Hierbei greift der Autor auf fundiertes Wissen und neueste Forschungsergebnisse zurück. Wolfgang Benz richtet sich vor allem an den Leserkreis geschichtlich interessierter Laien, welche sich ohne anstrengenden Fußnotenballast alle Teilbereiche des Dritten Reiches in kurzer Form erschließen möchten. In 15 Kapiteln, einem Prolog, einem Epilog sowie fünf Kurzbiographien der Größen der NS-Diktatur stellt der Autor, weder beschönigend noch verherrlichend, klar und präzise die Geschichte der NS-Diktatur von der "Machtergreifung" 1933 bis zur Kapitulation 1945 dar. Als äußerst wohltuend dürften es die Leser empfinden, durch dieses Buch nicht den Stempel der Mittäterschaft suggeriert zu bekommen, wie es einige andere Autoren in den verschiedensten Medien praktizieren. Dem Anspruch eine profunde Darstellung der NS-Zeit in dieser kurzen Form zu präsentieren wird Wolfgang Benz vollends gerecht. Er lässt die Welt der dreißiger und vierziger Jahre geistig Revue passieren und hält den Leser dabei auf Distanz. Dieses Buch ist eine gut gelungene Einführung für jeden historisch interessierten Leser und aufgrund seiner Informationsfülle, der Konzentration auf des Wesentliche sowie lebendig gehaltener Sprache ohne Abstriche auch als Schullektüre zu empfehlen. Guter und ansprechend gemachter Überblick 4 von 5 PunktenWolfgang Benz geht es in seiner "Geschichte des Dritten Reiches" vorrangig um eine komprimierte Darstellung des Dritten Reichs, wie er in seinem kurzen Vorwort darlegt, und sein Buch sollte an diesem Anspruch gemessen werden. Tatsächlich werden die wesentlichen Aspekte der Nazi-Herrschaft ausführlich dargestellt, die Gliederung ist übersichtlich, und das Buch ist in flüssigem Stil geschrieben. Ein weiterer Pluspunkt sind sicherlich die vielen Bildquellen, die in der Regel informativ erläutert wurden; informativ sind auch die (leider im Inhaltsverzeichnis nicht aufgeführten) biographischen Skizzen wichtiger Nazi-Größen. Diese Merkmale lassen bereits die Zielgruppe des Autors klar erkennen: Das Buch richtet sich vornehmlich an interessierte Jugendliche, aber auch an Erwachsene, denen an einer detaillierten Gesamt-Darstellung gelegen ist. Aus dieser Vorgabe lassen sich auch die Mängel des Buches erkennen: Benz "erzählt" Geschichte, wie gesagt, und sein Augenmerk liegt auf gut aufbereiteten Fakten. Das hat den Vorteil, dass das Buch gut zu lesen ist, aber eben den Nachteil, dass der Autor bereits gut informierten Lesern nicht allzu viel Neues bietet. Dies wäre aufgrund der Zielsetzung des Buches nicht schlimm, aber ärgerlich ist auf jeden Fall, dass man im Anhang zwar eine Bibliographie mit Gesamtdarstellungen und Biographien findet, aber keine weiterführende Literatur zu einzelnen Kapiteln. Wer sich also aufgrund von Benz' Darstellung für einzelne Aspekte des Dritten Reiches interessiert und sich eingehender mit ihnen befassen will, steht erst einmal im Regen. Kritisieren könnte man auch die Bildlastigkeit des Quellenmaterials, oder, um genauer zu sein, die Tatsache, dass schriftliche Quellen und Dokumente nur selten wiedergegeben werden. Fast möchte man meinen, Autor und Verlag hätten den Lesern derlei "dröges Material" nicht zumuten wollen. Freilich lässt sich mit Bildmaterial ein optisch ansprechenderes Buch machen, und freilich kann man damit auch "historienferne" Leserschichten besser erreichen. Doch ob diese Leser wirklich durch ausgewählte zusätzliche schriftliche Quellen abgeschreckt worden wären? Auch sollte man sich bei der Lektüre dieses Buches bewusst sein, dass aus nachvollziehbaren Gründen (Benz wollte ja kein enzyklopädisches Werk schreiben, sondern eben eine komprimierte Darstellung) internationale und historische Zusammenhänge, die zur Entstehung und Konsolidierung des Nazi-Regimes beigetragen hatten, bestenfalls am Rande erwähnt werden. Man kann Benz aber durchaus vorwerfen, darauf nicht wenigstens im Vorwort hingewiesen zu haben. Ärgerlich, aber aufgrund von Benz' Konzept erklärbar, ist ebenfalls die sattsam bekannte Darstellung der Weimarer Republik einzig und allein als "Aufmarschgebiet" des Nationalsozialismus - Benz hätte diesen Eindruck leicht vermeiden können, wenn er eben den einzelnen Kapiteln kurze Auswahlbibliographien beigefügt hätte (wie bereits angemahnt). Fazit: Dieses Buch ist sehr gut geeignet für Jugendliche und Erwachsene, die Wert legen auf eine klare, übersichtliche und gut lesbare Darstellung des Dritten Reiches, in der alle wichtigen Fakten berücksichtigt werden und die keine tieferen Vorkenntnisse verlangt. Außerdem ist die "Geschichte des Dritten Reiches" auch bibliographisch sehr ansprechend gestaltet; aus diesem Grund und des höheren Nutzwertes wegen lohnt sich die Anschaffung der Hardcover-Ausgabe unbedingt (Taschenbücher verwandeln sich bei häufigem Nachschlagen gern in Loseblatt-Sammlungen...). |
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