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Produkt-Bild: Die vergessene Generation: Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen

Die vergessene Generation: Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen von Sabine Bode

Taschenbuch von Piper
Preis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 6,85

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3492244033, Erscheinungsdatum: August 2010, Auflage: 15
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5 Kundenrezensionen:

beeindruckend
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Es geht um seltsame Erkrankungen im Alter, um Kriegserlebnisse, die oftmals erst wieder freigelegt werden müssen, um Traumata und Psychologie - gut recherchiert. Nur selten mal muss man eine Länge durchstehen, um wieder gefesselt zu werden. Noch nie hat ein Buch in mir so viel bewegt wie dieses! Es ist gut geschrieben, somit leicht lesbar und lässt mich so Vieles besser verstehen: Die eigene Erziehung (eines Nachkriegskindes), die besonders liebe Tante (Kriegskind, ebenso wie ihr sehr patenter und familiensinniger Mann), Merkwürdigkeiten der eigenen Eltern (junge Erwachsenenzeit im Krieg). - Und insbesondere jedem "Kriegskind" aus Deutschland kann ich nur zurufen: Lies das! Es wird gut tun, es wird Erkenntnis und vielleicht sogar ein Stück mehr Geborgenheit schaffen.
Eine Aufarbeitung deutscher Familientradition im Kontext von Nazideutschland
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Dieses Buch hat mir geholfen, Erfahrungen aus meiner Kindheit und das Verhalten meiner Eltern in dem historischen Kontext des Krieges zu verstehen. Sehr einfühlsam dargestellte Fallbeispiele, die Versöhnung und Mitgefühl für diese Generation einladen. Auch sehr hilfreich die Darstellung der Ursprünge der schwarzen Pädagogik, die noch ihre Einflüsse in der Nachkriegsgeneration hatte. Im ganzen ein wertvoller Beitrag zur Aufarbeitung der Einflüsse von Nazideutschland auf die nachfolgenden Generationen und zum Verständnis der eigenen Geschichte.
Leider keine Pflichtlektüre...
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Glückwunsch an Sabine Bode, die mit viel Ausdauer, Mut und Akribie das "Vergessen" aufbricht.
Dieses Buch oder zumindest der inhaltliche Tenor müsste Pflichtlektüre in allen sozialen, pädagogischen und medizinischen Berufsbildern sein, könnte viele Missverständnisse aufklären oder verhindern.
Es ist keine gute "Bettlektüre", aber sehr ergreifend, erklärend und aufklärend.
Vielen Herzlichen Dank noch einmal an Sabine Bode :-)))))
ein sehr beeindruckendes Buch
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Auch wenn ich einen anderen Aufbau des Buches erwartet hatte - mehr Berichte/Interviews von/mit Betroffenen - so hat mich doch das ganze Buch sehr beeindruckt und ich werde es auch noch einigen anderen zum Lesen geben.
Eigentlich sollte es zur Pflichtlektüre für jeden sein, der Eltern/Großeltern aus den angesprochenen Jahrgängen hat.
Wie bereits oben erwähnt, ist das Buch mit mehr Statistiken, Ergebnissen von psychologischen und gesellschaftlichen Untersuchungen versehen, als erwartet.
Aber nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Es lässt sich trotz seines zum Teil etwas trockenen Inhalts sehr gut und flüssig lesen.
Was mich ebenfalls sehr beeindruckt hat, ist die ganze klare Meinungsäußerung der Autorin, besonders am Endes des Buches.
Das findet man recht selten, dass ein(e) Autor(in) so klar Stellung bezieht (und begründet!).
Wie gesagt: eine Pflichtlektüre!!
Hautnah
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Geht absolut unter die Haut! Sehr zu empfehlen, um zu verstehen, was mit unserer Elterngeneration passiert ist, die den Krieg nur noch in seinen Auswirkungen danach mitbekommen haben, aber bis heute darunter leiden. Mit allen Problemen im zwischenmenschlichen der Generationen.
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Produkt-Bild: Eine Frau in Berlin: Tagebuch-Aufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945

Eine Frau in Berlin: Tagebuch-Aufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945 von Anonyma

Taschenbuch von btb Verlag
Preis bei Amazon: EUR 9,00, Angebote ab EUR 3,50

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3442732166, Erscheinungsdatum: April 2005
Zoom ± Produkt-Bild: Eine Frau in Berlin: Tagebuch-Aufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945

Aus der Amazon.de-Redaktion


Als kurz nach Kriegsende ihr lang vermisster Freund Gerd glücklich und unerwartet von der Ostfront zurückkehrt, findet er eine ihm fremde Welt vor. Die Entfremdung wird noch größer nach einem Blick in die Tagebuchaufzeichnungen seiner Freundin. Auf seine Frage nach dem darin häufig verwendeten Kürzel "Schdg." kann sie nur bitter lachen. "Na, doch natürlich Schändung." Kurz darauf verschwindet Gerd. Ob für immer aus dem Leben der Frau aus Berlin -- wie so vieles wissen wir es nicht. Ihre Trauer darüber hielt sich in Grenzen. Nach all dem Durchlittenen war in ihr für Liebe und Zärtlichkeit kein Platz mehr frei.
Man sollte sich wappnen vor der Lektüre dieser Tagebücher, die als eines der ungeheuerlichsten und authentischsten Dokumente der letzten Kriegstage in die Literaturgeschichte eingehen dürften. Anonyma, deren wahre Identität -- verständlich genug -- auf eigenen Wunsch auch über ihren Tod hinaus unbekannt bleiben soll, schildert den Fall Berlins vom 20. April bis zum 22. Juni 1945. Ihre eigene Vita bleibt weit gehend im Dunkeln. Anfang 30, Fotojournalistin, weit gereist, mehrsprachig. Ihre Russischkenntnisse sollten sich in dem kommenden menschlichen Inferno als lebensrettend erweisen. Inmitten des Bombenhagels und in banger Erwartung vor den Russen, denen ein fürchterlicher Ruf vorauseilt, haben sich Hausgemeinschaften in Kellerlöchern verschanzt; junge Mädchen werden auf Dachböden versteckt. Es sollte in den meisten Fällen nichts nützen.
Anonymas unterkühlter, fast lakonischer Berichtston lässt die sich anschließenden Plünderungs- und Vergewaltigungsorgien in all ihren scheußlichen Details umso drastischer erscheinen. Trotz mehrfacher Schändung zeichnet sie ein wohltuend differenziertes Russenbild, frei von allem Untermenschendenken. Sehr bald jedoch erkennt sie pragmatisch: "Ein Wolf musste her, der mir die Wölfe vom Leibe hielt!" Anatol wird ihr "ständiger Begleiter". Fragen nach moralischer Integrität tauchen in ihr auf, werden weggewischt. In diesem Zusammenhang liefert sie auch eine schonungslose Bestandsaufnahme deutscher Mannsbilder, die sich nicht scheuten, Kellerfrauen dem Feinde zuzuführen, um selbst ungeschoren davonzukommen.
Dem Schriftsteller Kurt W. Marek (bekannter unter seinem Pseudonym C.W. Ceram, unter dem er den Bestseller Götter, Gräber und Gelehrte veröffentlichte), verdanken wir den Erhalt dieses "selbstentblößenden" Kriegsgemäldes. Marek, der in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft wohnte, lernte 1946 die Schreiberin kennen und erfuhr von den Tagebuchkladden. Fünf Jahre Überzeugungsarbeit waren nötig, sie von der Notwendigkeit einer Veröffentlichung zu überzeugen. 1959 erschienen, geriet sie leider bald in Vergessenheit. Die Frau aus Berlin ist mittlerweile verstorben -- ihre Erinnerungen werden ewig leben. --Ravi Unger
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5 Kundenrezensionen:

Sehr interessant!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Es handelt sich in diesem Buch um eine Frau,die das Ende des Zweiten Weltkrieges und den Einmarsch der Roten Armee in Berlin erlebte.Es gibt tausende Bücher und Zeitdokumente über diesen Krieg,wie die Männer an den Fronten ihn erlebt haben.Dieses Buch erzählt die Leidengeschichte einer deutschen Frau zum Ende des Krieges und wie sie den Einmarsch der Armee mit all ihrem Schrecken erlebte.Sie wurde mehrfach vergewaltigt und daraufhin suchte sie Schutz bei einem hohen russischen Offizier,der sie vor weiteren Übergriffen schützte und ihr beim Überleben nach dem Krieg half.Später entsteht eine tiefe Zuneigung zwischen beiden,bis er Berlin verlassen muss.
Da diese Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht,fand ich diese Story sehr ansprechend.
Kriegsende in Berlin 1945, Betrachtungen einer Frau
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Ein Frauenschicksal in Berlin während dem Untergang der Nazis und der anschliessenden russischen Besatzung 1945. Steht anfangs die Angst durch einen Bombenabwurf der Alliierten, wird diese durch den russischen Invasor ersetzt. Speziell für Frauen ist die neue Situation katastrophal, da die Russen diese als « Freiwild » betrachten. Die Autorin erreicht durch strategische Zugeständnisse eine Verbesserung ihrer Lage, und versucht das Beste aus der Lage zu machen. Zusätzlich zu den Erniedrigungen gesellen sich Hunger und andere chaotische Zustände, wie die Abwesenheit von Strom, fliessendem Wasser oder das unsichere Leben in Ruinen. Die Menschen fristen so ein zielloses Dasein. Mit dem Teilabzug der Besatzer und einer teilweisen Reorganisation des täglichen Lebens bessert sich die Lage.

Zeitzeugenberichte wie dieser geben einen besseren Einblick in das Leben in jener schweren Zeit. Deshalb ist es der Autorin hoch anzurechnen, ihre Erfahrungen der Nachwelt erhalten zu haben.
Beeindruckend
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Dieses Buch ist sehr beeindruckend, es gehört immer wieder gelesen, damit die Geschichte (n) niemals in Vergessenheit geraten.
Unbeschreiblich--- Ein absolutes MUSS
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Zum Inhalt dieses Buches:

In diesem Buch geht es um die erschütternden Aufzeichnungen einer jungen Frau über die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs im Frühjahr 1945 und dem Einmarsch der Roten Armee in Berlin. Schonungslos offen und mit einem feinsinnigen Gespür für diese beispiellose Zeit berichtet die vielleicht 30-jährige Frau, die aus verständlichen Gründen anonym bleiben möchte, vom ständigen Hunger, den zahllosen Bombardements der Stadt, den Nächten im Keller, dem Einmarsch der roten Armee, den Vergewaltigungen durch die russischen Soldaten, dem immer wiederkehrenden Ekel, der unbeschreiblichen Gewalt und der ständigen Angst. In drei Schulhefte hat sie alles notiert, was ihr während dieser Tage und den Nächten widerfahren ist, aber statt sich in Selbstmitleid oder Hass zu flüchten, wächst in dieser jungen Frau ein unerschütterlicher Überlebenswille heran.

Mein Fazit:

Um es kurz zu machen, dies ist eines der besten Bücher, die ich zu diesem Thema und aus dieser beispiellosen Zeit bisher gelesen habe. Durch die autobiografische Erzählweise in Form ihrer Tagebuchaufzeichnung und der offenen, fast schon ironischen Schreibweise ist ein Dokument von unbeschreiblicher Klarheit entstanden. Deshalb vergebe ich auch fünf von möglichen fünf Sternen.
Anonyma
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Habe zuerst den Film gesehen- eine bewegende Geschichte, das Thema lange verschwiegen. Der Film ist wunderbar, das Buch noch besser
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Produkt-Bild: Lesen unter Hitler: Autoren, Bestseller, Leser im Dritten Reich

Lesen unter Hitler: Autoren, Bestseller, Leser im Dritten Reich von Christian Adam

Gebundene Ausgabe von Galiani, Berlin
Preis bei Amazon: EUR 19,95, Angebote ab EUR 15,00

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3869710276, Erscheinungsdatum: August 2010, Auflage: 1., Auflage
Zoom ± Produkt-Bild: Lesen unter Hitler: Autoren, Bestseller, Leser im Dritten Reich

Eine Kundenrezension:

Ein interessantes Stück Geschichte
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Als Gegenstück zur Geschichte der verbrannten und verbannten Bücher und Autoren" bezeichnet Christian Adam seine Studie Lesen unter Hitler". Der Autor beschreibt anschaulich die Institutionen rund ums Buch, das ungeheure bürokratische Wirrwarr und Kompetenzgerangel und die überraschende Durchlässigkeit der Nazi-Zensur. Sein Hauptaugenmerk gilt allerdings den Bestsellern im Dritten Reich. Diese Bücher ordnet er 10 ,Buchtypen` zu, z.B. Unterhaltungsliteratur, Propaganda, modernes Sachbuch, etc. Diese Einteilung trägt viel zur Übersichtlichkeit bei und gibt die Möglichkeit, mal hier, mal da hineinzulesen. Innerhalb dieser Kapitel finden sich neben erwarteten Titeln wie "Mein Kampf" viele Überraschungen, die einiges über die Deutschen unter Hitler und über sein Regime verraten.
Der Text ist durch aussagekräftige Abbildungen von Buchcovern, Grafiken und Fotos aufgelockert. Der Autor hat einen angenehm verständlichen Stil, der dem Thema gerecht wird. Ein paar kuriose Erscheinungen und Anekdoten über Bücher und Autoren zeigen, wie absurd das Terrorregime der Nazis bisweilen agierte.
Definitiv ein lohnendes Buch für jeden, der sich für deutsche Geschichte und Literaturgeschichte interessiert. Und auch für diejenigen, die sich beim Blick in die Bücherregale von Eltern oder Großeltern manchmal wundern.
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Produkt-Bild: LTI: Notizbuch eines Philologen

LTI: Notizbuch eines Philologen von Victor Klemperer

Broschiert von Reclam, Ditzingen
Preis bei Amazon: EUR 9,90, Angebote ab EUR 4,99

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3150201497, Erscheinungsdatum: Dezember 2007, Auflage: Nachdruck der 22. Auflage 2007.
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5 Kundenrezensionen:

was für ein Buch!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ein Buch über die Sprache des Nationalsozialismus, das zum Nachdenken anregt und nie ohne Wirkung bleibt!

Das Buch ist eine angenehme Mischung aus persönlicher Beobachtung und wissenschaftlicher Analyse, spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Eines jener Bücher, die Spuren hinterlassen.
Nazisprache und Gegenwart
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Was man aus Viktor Klemperers hervorragendem Buch vor allem lernen kann, ist, dass sehr viele Begriffe der Nazibarbaren bis in unsere gegenwärtige Gesellschaft erhalten geblieben sind und sich viele Menschen nicht darüber im Klaren sind, woher das eigentlich stammt. Die zweite Lektion, die man lernen kann, ist, dass die gleichen Mechanismen heute immmer noch gebraucht werden, um gegen Menschen zu hetzen; die gegenwärtige Diskussion um "Arbeitsunwillige" und dergleichen mehr, lässt ahnen, wie tief verwurzelt die faschistoide Denkweise und der demagogische Sprachgebrauch in Deutschland sind.
Das Buch kann einem die Augen öffnen...
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ich kann mich meinen Vorrezensenten nur anschließen. Victor Klemperers LTI (Lingua Tertii Imperii - Sprache des dritten Reichs) ist ein Buch, das eigentlich jeder gelesen haben sollte, der sich mit der deutschen Sprache beschäftigt. Man entdeckt in diesem Buch viele Beispiele für die Manipulation durch Sprache, die im Nationalsozialismus üblich gewesen ist und die sich tatsächlich in allen Bereichen durchsetzen konnte. Hier ist das sehr schön dargestellt u.a. anhand eines Aufrufs an Apotheker sich der Anwendung einheimischer Tees zu bemühen. Eben hier wird auch erklärt wie der nationalsozialistische Sprachstil in die wissenschaftliche Sprache Einzug hielt. Das Buch ist nicht im eigentlichen Sinne wissenschaftlich aber sehr scharfsinnig und objektiv mit Kapiteln, die in Form von Essays grade auf eigene Erlebnisse Bezug nehmen. Das Buch erhellt, wie die Sprache des Nationalsozialsmus enstand, besonderes Augenmerk ist hier auch bei Vergleichen zum italiensichen Faschismus. Ein wichtiger Punkt ist auch der vielleicht aus heutiger Sicht völlig unverständliche Führerkult, der hier seinen grotesken Ausformungen, die Klemperer im Alltag begegneten, beschrieben wird. Das Buch ist absolut empfehlenswert und lässt einen auch über den heutigen und nicht zuletzt den eigenen Sprachgebrauch weiterdenken, schließlich hat sich erstaunlich vieles aus dieser Zeit bis heute erhalten...
Spät entdeckt
4 Punkte 4 von 5 Punkten
LTI habe ich mitte der 80er Jahre zufällig entdeckt. Im Fach Literatur, während meiner Gymnasialzeit in Dresden, galt LTI jedenfalls nicht als erwähnenswert, dafür aber jede Menge Ideologie nach dem Motto "Die Partei hat immer recht!". Folgerichtig war es auch kein Wunder, daß ich in dem, was Victor Klemperer analysierte, unweigerlich mein Lebensgefühl in der DDR reflektierte - sowohl vom Sprachgebrauch in der DDR, den idiotischen "Spielregeln", bis zum Bewußtsein des Ausgeliefertseins unter der SED-Diktatur. Natürlich wußte ich, daß es quasi unmöglich war, doch hatte ich das Gefühl, LTI war in der DDR von der Zensur übersehen worden. Viele meiner Freunde beurteilten das ebenso.
R.B.Beyer
herausragend gut
5 Punkte 5 von 5 Punkten
wer das 3. Reich verstehen will, der sollte LTI lesen. Aus einer anderen als der üblichen Sichtweise wird untersucht, warum es so kommen konnte.
Lesen!!
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Produkt-Bild: Das schwarze Reich: Templerorden, Thule-Gesellschaft, Das Dritte Reich, CIA

Das schwarze Reich: Templerorden, Thule-Gesellschaft, Das Dritte Reich, CIA von E. R. Carmin

Gebundene Ausgabe von Nikol Verlag
Preis bei Amazon: EUR 12,95

3,5 Punkte.
3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3868200479, Erscheinungsdatum: Februar 2010, Auflage: aktualisierte und erweiterte Ausgabe
Zoom ± Produkt-Bild: Das schwarze Reich: Templerorden, Thule-Gesellschaft, Das Dritte Reich, CIA

5 Kundenrezensionen:

Unbrauchbar
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Carmins Buch mag als Grusellektüre am Abend taugen, wenn kein Thriller im Fernseher kommt, aber mit Fakten hat es kaum etwas zu tun.
Das Kapitel über Nazi-Okkultismus wimmelt von Fehlern und Gerüchten, dazu gibt längst bessere Bücher, etwa vom englischen Historiker Nicholas Goodrick-Clarke.
Aber das Buch zeigt, dass viele Leser gar nicht so genau informiert werden möchten. Es geht um Gefühle: Schauer, Irritation, Sensation, Nervenkitzel, das Unerhörte, Mysteriöse,
Unfassbare etc. Und vor allem um das Gefühl, das alle Verschwörungstheoretiker bedienen: was ich in den Medien höre, ist nur die halbe Wahrheit, dahinter befindet sich wie hinter Schleiern etwas viel Ungeheuerliches, wenige in Machtsyndikaten und Sekten organisierte Bösewichter, die wie Puppenspieler das grosse Welttheater steuern. Hinter diesem Glauben verbirgt sich aber nicht ein echter Wille zur Aufklärung, sondern eher ein masochistischer Genuss der eigenen Ohnmacht und Kleinheit. Die Lektüre solcher Bücher sind eigentlich Unterwerfungsgesten unter das "grosse Dunkle" und die Gewalt des Irrationalen. Die Leser kaufen das Buch ja nicht aus Ekel vor bestimmten Machenschaften, sondern aus Lustgewinn.
Gruselig ist die Tatsache, dass Carmin weitaus mehr Bücher verkauft als z.B. der oben erwähnte Goodrick-Clarke und damit die Hirne mit Nebel und Unfug vollstopft, statt sie klarer und klüger zu machen. Auch der Verlag sollte das Buch prüfen lassen und entweder korrigieren oder vom Markt nehmen.
Leseprobe
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Hier ein exemplarischer Ausschnitt aus dem Werk:

Das internationale Sittenregiment mittels informativer (sprich desinformativer) propagandistischer Gleichschaltung ist zweifellos real, wenn man bedenkt, dass durch die Mitgliedschaft der größten Verleger und Leitartikler überregionaler amerikanischer Zeitungen und Zeitschriften und der Vorstände der größten Fernsehketten sowie der bestimmenden Persönlichkeiten der wichtigsten Medien vor allem in den europäischen Ländern im CFR selbst oder in diesen nachgeschalteten und ideologisch verbundenen Organisationen wie der Bilderberggruppe oder der Trilateral Commission der internationalen Meinungsbildung tatsächlich in der Hand einer 'zentralen Lenkungsgruppe' ist, mit der die tatsächlich vorherrschende Meinungsdiaktatur vornehm umschrieben wird.

Wenn Sie so etwas lesen wollen resp. es auch verstehen, dann kaufen Sie dieses Buch; wenn nicht, lassen Sie es besser. Im Übrigen sind in Bezug auf die Hitler-Forschung Quellen wie der im Buch vielzitierte Rauschening sehr umstritten.
Welchen Einfluß und welche Macht haben die Menschen die über das Großkapital verfügen?
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Das Buch beschriebt zunächst die "Thule" Gesellschaft, die Hilters Machtdrang finanziell unterstützte und auch die verwendeten Symbole des Dritten Reichs mit geprägt hat. Es folgen Hinweise, dass sehr viel Geld aus Amerika kurz vor dem Krieg nach Deutschland für Hitler überwiesen wurde. Der Autor erklärt, dass ein Krieg sowohl von den Engländern und Amerikanern gewünscht war um die eigene Wirtschaft anzukurbeln. Nach dem bereits vorhergesehenen und geplanten Untergang Deutschlands sollte ein neuer Staat Europa geschaffen werden, damit man besser auf die einzelnen Länder und damit auf die Bürger Einfluß nehmen kann. Die Sowjetunion war nach dem Autor ebenfalls nur ein "geplantes" Experiment um später die Aufrüstung im kalten Krieg zu rechtfertigen und die Gründung der Europäischen Union voranzutreiben.
Der Autor geht dann zurück in der Historie und erklärt die Bedeutung und den Aufbau der SS Organisation und den okkulten Glauben von Hitler und Himmler. Dann erfolgt ein Abstecher in das Mittelalter zu der katholischen Kirche und dem Kreuzzug zur Vernichtung der Templer und Katharer. Als Nachfolgeorganisationen der Templer werden die Jesuiten, die Freimaurer und andere genannt, diese sollen auch über das große Vermögen der Templer verfügen, mit dem dann massiver politischer Einfluß ausgeübt wurde. Die normalen Freimaurer seien Humanisten, gefährlich seien nach dem Autor aber die Freimaurer in England, die Inhaber des 33 Grades(nach dem strengen schottischen Ritual), die aus insgesamt 300 Personen bestehen sollen und die gesamte Welt steuern. Der Autor geht dann auch auf die "P2" Loge in Italien ein und ihrer Verstrickungen in die Finanzwelt des Vatikans.
Es folgt eine kurze Schilderung der Adenauer Ära mit Dr.Globbcke und Dr.Vialon. Die Entstehung des BND und die Verbindungen zum CIA werden gezeigt. Die wirtschaftlichen Aktivitäten von F.J. Strauß mit den Amerikanern werden ein wenig beleuchtet.
Ferner geht der Autor näher auf die Flucht der Nazigrößen nach dem Krieg ein und die Hilfe einiger Personen der katholischen Kirche bei der Ausstellung der notwendigen Fluchtpapiere. Finanzströme aus Deutschland sollen kurz vor Ende des Krieges noch schell in die Schweiz und nach Argentinien geflossen sein. Der Autor zeigt, dass die Organisation "ODESSA" mit dem ins Ausland gebrachten Geld Politiker und einige wenige Kirchenangehörige bestochen hat. Mit dem Geld wurden angeblich auch bis zu 700 Firmen weltweit gekauft um die ehemaligen Nazis unterzubringen (der Autor benennt keine der 700 Firma).
Dann wird auf die neueren politischen Geschehen in Amerika eingegangen, wie etwa die Busch und Reagan Regierung. Der Überfall auf Kuwait, der eigentlich die US Regierung nicht überrascht haben dürfte... wird besprochen und die Ölpolitik der Amerikaner.
Der Autor weist am Schluß des Buches dann auf die jährlichen stattfindenden Treffen der Rockerfeller und Rothschilds mit den Großen der Politik hin, wo hinter verschlossenen Türen geheimnisvoll verhandelt wird.

Fazit: Mit fast 900 Seiten, davon ca. 300 Seiten Anmerkungen zu Fußnoten bzw. Literaturstellen, ist das Buch sehr umfangreich. Der Autor versucht fast 800 Jahre Geschichte und politische Geschehen, in unterschiedlichen Ländern, auf 600 Seiten in einem Buch zusammenzufügen. Der Leser, der nicht so viel historisches und politisches Hintergrundwissen hat, wird mit den vielen Querverbindungen in der Historie und mit den komplexen Satzformulierungen des Autors erschlagen.
Der grundsätzliche Versuch des Autors wirtschaftliche, politische und religiöse Verflechtungen aufzuzeigen ist sicherlich lobenswert.
Anderseits ist das Buch trotz seiner 600 Seiten oberflächlich! Das Buch gibt an vielen Stellen einzelne bekannte und nachvollziehbare Tatsachen wieder, diese werden dann in einen nicht belegbaren größeren Zusammenhang der Weltverschwörung gestellt, und diese Verschwörung lässt sich dann nicht mehr vom Leser überprüfen denn gerade zu diesen Punkten gibt es vom Autor auch keine weiteren Literaturangaben oder ausführlichen Erklärungen!
Kein Zweifel besteht sicherlich darin, das Großkapital, egal wo es herkommt, auf Politik und Wirtschaft und sogar auf die Kirchen einen sehr großen Einfluß haben dürfte. Die Frage ist nur wer steckt dahinter und welche Zwecke werden damit verfolgt.
Die Vermutungen des Autors allein reichen mir als Leser leider nicht so ganz, daher insgesamt nur drei Sterne.
Spannend, packend und Detailreich!
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Auch wenn vieles beim ersten Lesen unglaublich klingt und man an Verschwörungstheorien denken muss, präsentiert einem der Autor anschließend sofort so viele Details und logische Schlussfolgerungen, dass man das ganze (leider) doch etwas ernster nehmen sollte...
Auf jeden Fall ein spannendes und packendes Buch, das die offiziell Geschichtsschreibung der Schulbücher gut ergänzt bzw. an wichtigen Stellen auch kritisch hinterfragt.
Auch spannend zu lesen:Die Kreatur von Jekyll Island: Die US-Notenbank Federal Reserve - Das schrecklichste Ungeheuer, das die internationale Hochfinanz je schuf
Verschwörungen
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Je nachdem wie man das Buch angeht, findet man es gut oder schlecht. Ich nenne es eine nette Unterhaltungslektüre für zwischendurch, die viel Raum zum schmunzeln lässt. Besorgniserregend finde ich allerdings die Rezessionen einiger Vorgänger, die sich scheinbar ein wenig zu "tief" mit dieser Materie beschäftigt haben. Vor allem die Kommentare, dass van Helsing eher "links" einzuordnen sei, sind erschreckend, da jeder weiss, dass seine "Geheimgesellschaften" ziemlich weit "rechts" einzuordnen sind. Alle die das nicht tun, und dies hier auch noch zum Ausdruck bringen, sollte man vom Lesen solcher Werke dringend abraten. Ebenso jenen, die das Geschriebene in jenen Büchern für bare Münze nehmen und denken, das ist die wirkliche Wahrheit und nicht das was in den fundierten Geschichtsbüchern steht. Ebenso jene die behaupten, dass dieses Buch sauber recherchiert wurde nur weil jede Menge Phantasie zwischen der ein oder anderen geschichtlichen Realität zu finden ist. Deswegen nennt man dies ja auch "Verschwörungstheorien". Also: Buch kaufen, lesen, schmunzeln, weglegen, vergessen.
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: 1939 - Noch war Polen nicht verloren

1939 - Noch war Polen nicht verloren von Tomasz Lubienski

Broschiert von edition.fotoTAPETA
Preis bei Amazon: EUR 12,80

ISBN: 3940524085, Erscheinungsdatum: Mai 2010
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Produkt-Bild: Erinnerungen

Erinnerungen von Albert Speer

Taschenbuch von Ullstein Tb
Preis bei Amazon: EUR 11,95, Angebote ab EUR 5,90

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3548367321, Erscheinungsdatum: März 2005, Auflage: 1., Aufl.
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5 Kundenrezensionen:

Insiderinformationen für alle, die es genauer wissen möchten.
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Wer sich die "Erinnerungen" von Albert Speer kauft und dann auch liest, wird eine völlig neue Perspektive auf die "Führungs"- oder "Führer-Clique" des Dritten Reiches erhalten. Albert Speer berichtet aus seinem Leben und seiner Arbeit mit einer beeindruckenden Präzision und gibt ein Detailreichtum an Informationen wieder, die unbedingt lesenswert sind.

Er schreibt das Buch in einem flüssigen, fast schon als spannend zu bezeichnenden Stil, der es schwer gemacht hat, es wieder aus der Hand zu legen. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass Albert Speer eine der führenden Persönlichkeiten des Driten Reiches war und seine persönliche Sichtweise schildert. Seine Behauptung, dass, wenn Hitler einen Freund gehabt hätte, er es wohl gewesen wäre, zeigt, wie er sich gesehen hat und wie gern er sich in dieser Position befunden hat. Andererseits sind z.B. seine Darstellung seiner Attentatsplanung auf Hitler oder seine mutmaßliche Opferbereitschaft für das deutsche Volk im Nürnberger Prozess vielleicht der Versuch einer späten Reinwaschung.

Er offenbart die Janusköpfigkeit der oberen Zehntausend des Dritten Reiches und deren Abhängikeit von einer einzigen Person. Dabei schont er sich nicht und stellt sich selber genauso abhängig von Hitler dar, wie es alle anderen aus der "Chefetage" anscheinend auch waren. Machtkämpfe, Ämteranhäufung, Kompetenzgerangel, etc - auch Abert Speer wollte seine Pfründe sichern und hat für seine Macht gekämpft.

Und bitte nicht vergessen, dass es sich um eine Biographie und keine objektive Analyse handelt. Jede(r) Interessierte sollte ergänzende, objektive Lektüre über das Dritte Reich lesen, die den historischen Kontext beleuchtet. Aber meine Empfehlung heisst eindeutig kaufen, denn wesentlich dichter kommt man nicht mehr heran.
Diktatur aus der Innenperspektive
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Jeder der den Film Der Untergang" gesehen hat, wird sich an die Szene erinnern, in der der Rüstungsminister Albert Speer Hitler eingesteht, dass er dessen Befehlt, die gesamten Lebensgrundlagen des deutschen Volkes noch vor der Niederlage im Weltkrieg zu vernichten, nicht ausgeführt hat. Tatsächlich hat Speer in den letzten Monaten des Krieges aktiv verhindert, dass der Untergang des Dritten Reiches zugleich zum Untergang Deutschlands wurde.
Das ist aber meiner Ansicht nach das einzige Verdienst", das man Albert Speer, einer der schillerndsten Figuren innerhalb der Führungsleite des Dritten Reiches zubilligen mag. Speer selbst macht von dieser für ihn am Ende durchaus lebensgefährlichen Oppostionshandlung in dem vorliegenden Buch kein großes Aufsehen, sie hat ihm auch beim Nürnberger Prozess nicht viel genutzt, denn er erhielt eine Strafe von zwanzig Jahren Gefängnis. Er nutzte diese Zeit zur Vorbereitung dieser Memoiren, ehe er sie nach seiner Freilassung im Jahre 1966 als einen der größten Bucherfolge der deutschen Nachkriegszeit publizierte.
Für die Menschen, die damals, in den Späten Sechziger Jahren, dieses Buch lasen, war es noch einmal ein Blick zurück in eine schauderhafte Vergangenheit, die kaum vergangen war. Die Hoffnungen, die der junge Speer erlebte, die trügerischen Triumphe des Nationalsozialismus und sein Untergang hatten noch konkrete Gesichter, die in dem vorliegenden Buch sehr anschaulich wieder entstehen. Heute, über sechzig Jahre nach dem Ende des Weltkrieges hinterlässt die Lektüre des Buches allerdings ein zwiespältiges Gefühl. Einerseits ist es - natürlich mit allen Vorbehalten - ein Insiderwerk über das Dritte Reich, geschrieben von jemanden, der beileibe nicht ohne Schuld aber auf jeden Fall von seiner Person und seinem Charakter doch ein anderer war als die durchschnittlichen Henkergestalten der NS-Führerelite. Auf der anderen Seite bringt es die Nähe, in der Speer den Leser zu den Vorgängen rückt, mit sich, dass die Person des Hitlers eine eigentümliche Brechung erfährt. Wie schon in dem Film Der Untergang" ist er nicht nur der Mörder und Despot sondern wird auch mit durchaus menschlichen, sogar mit bewundernswerten Zügen geschildert, was uns Heutigen, die wir gewöhnt sind, Hitler nur als ein hundertprozentiges Monster zu sehen, befremdet. Diese Annäherung an die persönliche Dimension ist nicht unproblematisch. Aber immerhin macht sie wenigstens ansatzweise deutlich, warum sich ganzes Volk von einem Demagogen verführen ließ. Und es gehört zu den stärksten Passagen des Buches, wie Speer in sich selbst diesen Abgründen der persönlichen Verfallenheit, als Grundlage der politischen Manipulation und Verführung nachspürt und aufdeckt.
Darüber hinaus ist das Buch, mit den Einschränkungen, die jede Memoirenliteratur betrifft, natürlich eine Geschichtsquelle ersten Ranges. Bei manchen Details kann man sogar noch heute schlichtweg ins Gruseln kommen, etwa bei den beiläufigen Erwägungen über den Bau einer nationalsozialistischen Atombombe, die gottlob nicht weiter verfolgt wurden. Der Holocaust allerdings kommt in dem Buch praktisch nicht vor, was dem Werk streng genommen fast disqualifiziert. Denn dass der Autor als der zeitweise fast allmächtige Rüstungsminister des dritten Reiches von der europaweiten Judenvernichtung davon nichts gewusst haben will, ist beim besten Willen nicht zu glauben.
nichts besonderes
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Speer beschreibt teilweise interessant und teilweise lähmend langweilig durch die Aufzählung zu vieler Details seine Zugehörigkeit zum NS Regime.
Stellenweise erlangt man den Eindruck er stellt sich zu sehr als "Gutmensch" dar, genauso wie er in den letzten Kapiteln sich als Märtyrer darzustellen versucht. Unter`m Strich war er der gleiche Mitläufer wie all die anderen Bonzen, was er mit diesem Buch zu verschleiern versucht.
Erwartet hätte ich mir Einblicke ins System sowie die Arbeitsweise in seinem Wirkungsbereich. So steht nichts in dem Buch, was nicht schon bekannt wäre.
Persönlich am meisten stören mich die umfangreichen Fussnoten am Ende des Buches, sodass man ständig zum Hin- und Herblättern gezwungen wird.
Der "etwas andere Insider"
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Die ?Erinnerungen" von Albert Speer sind untergliedert in drei größere Abschnitte. Im ersten Teil des Buches, der sich mit Speers Tätigkeit als Architekt Hitler befasst, bemerkt man deutlich in und an der Art und Weise der ersten Schilderungen, dass es ein Künstler mit einem besonderen Auge für Architektur ist, mit dem man es zu tun hat. Auf eine Weise ist dies natürlich klar, die Detailliertheit und Intensität hat mich dennoch etwas überrascht. Der zweite Abschnitt, der sich mit dem für ihn unerwarteten Ministerdasein im Rüstungswesen und den damit zusammenhängenden Interna befasst, war für meinen Geschmack eher etwas langweilig und stellenweise uninteressant. Sehr gut gelingt es Speer hier hingegen, Hitlers Flucht aus der Wirklichkeit in seinen letzten Lebensjahren nachzuzeichnen. Im dritten Teil beschreibt er dann eindrücklich, wie er gegen Ende des Krieges die Vernichtungsbefehle Hitlers im Sinne der ?verbrannten Erde" missachtete und zu verhindern versuchte und wie seine regimekritische Haltung und sein Reflexionsvermögen mehr und mehr hervortritt. Die Faszination, die die Person Hitler auf ihn ausgeübt hatte, nimmt langsam ab.
Interessant ist weiterhin, dass man mit Speer einen Berichterstatter akademischen Grades und entsprechenden Reflexionsvermögens hat, der- zumindest im Nachhinein! - die einzelnen Situationen analytisch darbieten kann. Sehr überrascht und beeindruckt hat mich, wie viele Details und Gesprächsabläufe Albert Speer doch in Erinnerung geblieben zu sein scheinen. Auffällig fand ich schließlich noch, dass Speer zum einen auf Hitlers nicht vorhandenes Privatleben verweist, sich auf der anderen Seite in seinen Erinnerungen aber auch keine einzige private Szene seine Familie betreffend befindet. Man erfährt nicht, welche Rolle seine Familie mit Frau und den sechs Kindern in dieser Zeit gespielt haben, sie kommen fast gar nicht vor in den ganzen Aufzeichnungen. Schade... - aber er wird wohl seine Gründe gehabt haben...
Natürlich kann man sich bei der Lektüre manchmal der Frage nicht erwehren, ob diese Erinnerungen nicht doch dem Zwecke nachträglicher Rechtfertigung und Rehabilitation dienen sollen und kann sich fragen, ob Albert Speer dies alles auch Ernst meint und wirklich so sieht, aber wir können es letztlich doch nicht wissen und jeder Zweifel daran ist gleichsam auch eine Unterstellung. So wird man sich also nur an den Grundsatz ?in dubio pro reo" halten können... - Eine interessante Schilderung eines - doch anders als die Anderen seienden - Insiders, manchmal vielleicht einen Tick zu langatmig, deswegen 4 STERNE, aber sehr lesenswert!
Abgrund der Primärliteratur
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Zu recht eines der umstrittensten Bücher der Nachkriegszeit. Das Buch erschien zum ersten Mal nach Albert Speers Entlassung aus dem Kriegsverbrechergefängnis in Spandau und fußt weitgehend auf während seiner seiner Haftzeit niedergeschriebenen Erinnerungen. Mitautor war sein späterer Biograph, der ehemalige FAZ-Herausgeber Joachim C. Fest, nebenbei ja auch Autor eines der Standardwerke über Hitler.

Zum Inhalt:
Albert Speer, Günstling Hitlers, einer der Hauptarchitekten des dritten Reiches und als Reichsminister später für Rüstungsfragen zuständig, beschreibt hier sein Leben bis zum Ende der Nürnberger Prozesse. Den Hauptteil des Buches nehmen dabei die Jahre 1933-1945 ein. Seine darauffolgende Gefangenschaft im Spandauer Kriegsverbrechergefängnis handelt er in den (übrigens kaum lesenswerten) darauf folgenden "Spandauer Tagebüchern" ab.

Speer beschreibt durchweg flüssig und leicht lesbar in seinen Erinnerungen seinen Weg zur NSDAP, seine Faszination für die Person Hitler, die ersten Aufträge von der Partei. Gerade in der Vorkriegszeit befassen sich seine Erinnerungen viel mit architektonischen Fragen und den megalomanischen Bauplänen der Naziführung, Stichwort "Germania". Mit der Ernennung zum Minister wechselt dann die Perspektive mehr hin zur Kriegführung und Rüstungsplanung. Viel Raum nimmt am Ende der Zusammenbruch des Dritten Reiches ein, seine schleichende Entmachtung, später seine Versuche, die von Hitler befohlenen Zerstörungsmaßnahmen im "Reichgebiet" zu verhindern.

Zu den Versäumnissen
Wie in den meisten Autobiographien wird hier viel zu viel an Untaten und Verbrechen verschwiegen. Speer, der Mann der die Effektivität der deutschen Rüstungsindustrie auch unter dem Einsatz von Zwangsarbeitern um ein Vielfaches erhöhte, meint zum Thema Judenvernichtung, dass er es zwar hätte wissen können, sich aber damit nicht beschäftigt hat. Seine wahrscheinlichen Einblicke in die Verbrechen des Regimes und seine Mitwisserschaft verschweigt er, was ihm und dem Werk im Nachhinein zahlreiche berechtigte Vorwürfe einbrachte. Die immer wieder einfließenden "Entschuldigungen" für das Geschehene widern den Leser eher an. Interessierte, die hier Einsichten in die Person Speer und sein Handeln erwarten, seien die zahlreichen, kritischen Biographien empfohlen.

Dennoch:
Man kann das Werk gewinnbringend lesen. Ich meine damit nicht die Tatsache, dass die "Erinnerungen" ein Meisterstück darin sind, wie man die eigene Vergangenheit verklären kann. Der Leser erfährt hier sehr viel über die Führungsschicht des Dritten Reiches aus "erster Hand", denn diese Memoiren (neben denen von Karl Dönitz) sind die einzigen aus der ersten Reihe der Naziführung. Speer gelingt eine trefflich, distanzierte (und viel übernommene) Beschreibung der nach 1933 emporgekommenen neuen "Elite", der Person Hitlers und seiner direkten Umgebung. Das Buch zeigt auch, wie dilletantisch und ineffizient das System der Nazis funktionierte. Nebenbei weist Speer daraufhin, wie der Bombenkrieg der Westallierten hätte anders geführt werden können und wie verwundbar die deutsche Rüstungsindustrie mit ihrer teilzentralisierten Fertigung doch war. In solchen Erkenntnissen lag der eigentliche Wert dieses Wekes. "Lag", weil diese schon lange Eingang in die Sekundärliteratuir gefunden haben.

Fazit
Die Wertung soll als neutral verstanden werden. Wer sich für das Dritte Reich tiefer gehend interessiert, sollte einen Blick riskieren. Aber definitiv keine Pflichtlektüre für den Zeitgeschichtler.
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Böse Orte. Stätten nationalsozialistischer Selbstdarstellung - heute von Stephan Porombka, Hilmar Schmundt

Gebundene Ausgabe von Claassen Verlag
Preis bei Amazon: EUR 5,99, Angebote ab EUR 3,18

2,5 Punkte.
2,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3546003802, Erscheinungsdatum: 2005, Auflage: 1
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Aus der Amazon.de-Redaktion


Überall in Deutschland findet man architektonische Spuren des NS-Staats und seiner baulichen Selbstdarstellung. "Deutschland ist ein Freilichtmuseum", heißt es im Vorwort, "vollgestellt mit Ausstellungsstücken aus der Zeit des Terrors". Die Geschichte viele dieser Stätten kennen freilich längst nur noch Kundige, weil anders als bei manchem ehemaligen Nazi-Prunkbau, kaum mehr etwas zu sehen ist, das von der Vergangenheit des Ortes, seiner damaligen Nutzung und Bedeutung kündet. Bei manchen hat man an historischer Stätte Orte der Aufklärung über die Diktatur und des Gedenkens an ihre Opfer geschaffen.
Böse Orte haben Stephan Porombka und Hilmar Schmidt die von ihnen herausgegebene Sammlung von Besichtigungsberichten überschrieben, die uns an Orte führen wie die Stelle über dem Führerbunker, in dem Hitler seinen Untergang erlebte (Henrik M. Broder hat hierzu einen glänzenden Aufsatz beigetragen), oder auf den Obersalzberg, zum ehemaligen Nürnberger Reichsparteitagsgelände, in das Kraft-durch-Freude-Bad in Prora an der Ostsee oder in die Schorfheide nach Carinhall, wo der Waldhof Hermann Görings stand. ?"Kein anderes Land verfügt über eine derartige Fülle von zweifelhaften Denkmälern" und das Interesse an ihnen nimmt zu, was mittlerweile auch die Touristikbranche für sich zu nutzen weiß?
"Unproblematisch ist das nicht", wissen die Herausgeber, und geben mit diesem Band zugleich zehn lesenswerte Antworten auf die sich aufdrängende Frage, welche Form des Gedenkens an Orten wie den oben genannten, denn angemessen sein könnte. -- Hasso Greb
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5 Kundenrezensionen:

Schlicht Schwachsinnig
1 Punkte 1 von 5 Punkten
sind der Titel wie auch der Inhalt dieses Machwerkes. Die Autoren sind sich absolut nicht darüber im klaren, daß Bosheit ausschließlich von den Handelnden, nicht aber von Orten, Plätzen, Bauwerken usw. ausgeht. Daß der Preis für diese absolut unwissenschaftliche und noch nicht einmal im Ansatz Objektive sondern rein subjektive, womöglich böse Schmiererei ins Bodenlose fällt, ist völlig richtig. Dieses Buch gehört in die Hand all derer, die gerne am praktischen Beispiel erfahren wollen, wie man Geschichte - und sei sie noch so Grausam - nicht aufarbeiten kann. Man sollte sich die Autoren merken und nicht nur um dieses Buch, sondern auch um alle Weiteren einen großen Bogen machen. Tja, das habe ich aus diesem Buch gelernt und rate jedem, diese Geldverschwendung zu vermeiden. Amazon hat soviele gute Alternativen zu bieten ...
PS.: Den einen Stern gibts nur, weil die Rezension sonst nicht eingestellt werden kann!!!
Fehlkauf
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Nach dem Titel erhoffte ich in diesem Buch etwas über die Gr0ßbauten des Nationalsozialismus zu erhoffen. Ich gehöre nicht zu jenen, welche an solchen Orten dem Tode Adolf Hitlers hinterhertrauern, vielmehr sind auch diese Bauten Bestandteil deutscher und europäischer Geschichte. Nur durch realistische Relikte wird Geschichte begreifbar. In der NS-Zeit wurden ebenfalls Krankenhäuser, Schwimmbäder und Schulen errichtet (teilweise durch Zwangsarbeiter). Zum Glück ist das auch so (trotz der Zwangsarbeiter), sonst hätten manche Orte heute noch nicht derartige Gebäude.
Dem Autor geht es jedoch nicht um seriöse Aufarbeitung und um Wissensvermittlung.
Subjektiv wird ausschließlich negativ von den Bauten berichtet (wenn der Betrachter dies überhaupt als notwendig erachtet. So finden die Spaziergänge natürlich immer im düsteren Herbst oder an einem kalten Wintertag statt. Die Kapitel "Prora", "Laboe" und "Autobahn" stellen wenigstens die Bauwerke in gewisser Form auch vor. Das Anfangskapitel bezieht sich auf den "Führerbunker", der nahezu keine Erwähnung findet, dafür aber das Holocaustdenkmal.
Ich schätze Bücher sehr und musste mich stark bremsen, dieses Buch nicht einfach wegzuwerfen. Die drastische Preisreduzierung des Buches war sicher angemessen.
Gesinnungsbuch
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Schon der Titel ist doch bellawuppdich; was ist denn, bitteschön, am Flughafen Tempelhof oder am Olympiastadion 'böse'?
Genausogut könnte man auch St. Petersburg als böse Stadt bezeichnen, denn der Zar ließ an einem absolut ungeeigneten Ort eine Barockstadt aus den Sümpfen stampfen, das hat zehntausende von Arbeitern das Leben gekostet.
Unter einem bösen Ort könnte ich mir Auschwitz oder Lamsdorf vorstellen.
Oder das Bundeskanzleramt, na, Scherz beiseite, über das Elefantenklo kann man ja nicht mal lächeln...
Teils gut
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Es sind in diesem Buch nicht sonderlich viele Fakten über die Orte beschrieben, allerdings kann meist durch die gute Beschreibung der Autoren die Orte gut vor dem Inneren Auge sehen. Besonders gut gelungen ist der Beitrag über das Reichsparteitagsgelände meiner Meinung nach. Da der Autor dort eine persönliche Bindung zum Ort darstellt. Und auch der Beitrag über das Olympia Station ist gut gelungen. Da es sehr interessant geschrieben ist. Allerdings finde ich den Teil über Ladoe wenige gut gelungen. Es wirkt meiner Meinung nach so als sei der Autor vom Ort "gelangweilt" oder zumindest nicht sonderlich interessiert oder naja Begeistert kann man nicht sagen, aber als würde es in nicht sonderlich interessieren.

Insgemat kann man sagen für interessiert zu empfehlen .
Böse Orte
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Ein Buch das man NICHT KAUFEN sollte, schade für das Geld, es ist eine reine Volksveraschung, und im Zeitgeist unserer heutigen BRD geschrieben.

Wenn schon Geister auf dem Obersalzberg beschrieben werden...sagt das alles über die Autoren....

Laßt die Finger davon, Ihr Ärgert euch nucr über den kauf.

KuGra
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Produkt-Bild: Kalte Heimat: Die Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945

Kalte Heimat: Die Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945 von Andreas Kossert

Gebundene Ausgabe von Pantheon Verlag
Preis bei Amazon: EUR 14,95, Angebote ab EUR 10,98

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3570551016, Erscheinungsdatum: November 2009, Auflage: 2
Zoom ± Produkt-Bild: Kalte Heimat: Die Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945

5 Kundenrezensionen:

Kalte Heimat
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Kalte Heimat" ist eines der bislang noch wenigen Publikationen, die sich mit diesem weithin fremden und unbekannten, vielleicht sogar lange Zeit tabuisierten Thema der deutschen Flüchtlinge nach 1945 beschäftigt. Leider fand dieses Thema lange Zeit keine Beachtung und wurde weithin mit negativ besetzten Patriotismus oder Revanchismus in Verbindung gebracht. Vielleicht ist es an der Zeit- auch durchaus in einem europäischen Kontext- über die Schicksale von Flüchtlingen und Vertriebenen auch deutscher Herkunft nachzudenken, ohne dass dieser Themenkomplex gleich einen rechten" oder revanchistischen Anstrich bekommt- dies ist dem Autor zweifelsohne gelungen, da Andreas Kossert dieses Thema neutral und alle Seiten berücksichtigend angeht, viele Details und gute Recherchen verarbeitet, ohne dabei anzuecken, grundlos zu kritisieren oder gar die Geschichte Deutschlands vor 1945 zu rechtfertigen. Im Gegenteil erklärt er Ursachen- nicht nur geschichtlicher Art- und Gründe, warum die Flüchtlinge" auf welche Probleme stießen und löst damit einen Denkprozess darüber aus, wie man in den Nachkriegsjahren mit Flüchtlingen umgegangen ist und welche Integrationsleistung die deutsche Gesellschaft erbringen musste- auch dieses eine Erkenntnis, die den meisten Deutschen nicht bewusst ist und stets verschwiegen wurde. Vor allen aber bleibt interessant, dass man viel Neues lernt: mir war z.B. nicht wirklich bewusst, auf welche Probleme Neusiedler" stießen, die aus protestantischen Gegenden kommend in katholischen Gegenden angesiedelt wurden, so dass die bis dahin noch relativ stark nach Konfessionen ausgerichteten Regionen und Gegenden eine konfessionelle Durchmischung" erlebten, die langfristig zu gewissen Brüchen konfessioneller Traditionen führten bzw. neue Traditionen mit sich brachten und durchaus auch- neben den bekannten" Integrationsproblemen zu Initiativen wie Nachbarschaftshilfe etc. führten. Interessant ist auch der Aspekt des sog. Wirtschaftswunders", wie schnell und übergangslos sich die gesamte ,neue' deutsche Gesellschaft mit ihren neuen Mitbürgern entwickelte und Nährboden dessen wurde, woraus sich das Wirtschaftswunder ergab. Flüchtlinge blieben zweifelsohne noch sehr lange Flüchtlinge, Fremde in einem- eigentlich- fremden Land, in dem es lange dauerte, Vorurteile abzubauen. Leider gingen diese Aspekte lange unter und man dachte stets an reaktionäre Kreise, wenn es z.B. um Landsmannschaften und deren Treffen ging. Kossert beschreibt jedoch das Schicksal der meisten, d.h. derer, die sich eben an einem neuen Ort eine neue Heimat aufbauen mussten, ohne reaktionär zu sein und zeigt dadurch, dass die meisten Vorurteile bezüglich der Vertriebenen nicht zutreffen, indem er die Schicksale der Mehrheit beschreibt, die nicht landsmannschaftlich organisiert war bzw. keine bzw. nur wenige wirklich politische oder gar revanchistische Ambitionen pflegte. Ein sehr gut recherchiertes und sehr gut fundiertes Buch, das die Tür zu einem spannenden Thema und vielleicht sogar zu einem neuen, interessanten Diskurs einer Episode deutscher Geschichte öffnet, die nie wirklich ein gesellschaftliches Thema war.
Traurig, aber wahr!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Da ich bei der Vertreibung aus der CSSR erst 2 1/2 Jahre alt war und die Ereignisse daher nur im Unterbewußtsein vorhanden sind, wollte ich mehr Informationen über die Zeit ab 1945. Dieses Buch hat mein Informationsbedürfnis voll und ganz befriedigt und mir klar gemacht, wie schlimm es für meine Eltern war, über das furchtbare Jahr 1946 und die ersten Jahre danach zu reden; sie haben mir kaum etwas erzählt. Nach der Lektüre des Buches sind mir die Augen so richtig aufgegangen; ein echtes "Aha"-Erlebnis! Ein enorm wichtiges Buch für die Kriegskinder- und die nachfolgende Generationen.
man sollte schon nicht vergessen welche Art Wurzeln man besitzt
5 Punkte 5 von 5 Punkten
und, ..auch Rache ist Unrecht. Dieses Buch , so dicht es auch mit Fakten bepackt ist, kann nicht alle Einzelschicksale berücksichtigen, das ist zu verstehen. Diese waren meist noch viel grausamer, als hier beschrieben. Kurios(?),- die Enkel der Vertreiber sieht man wieder hier, nach Gold grabend, bei den "bösen" Deutschen. Man pauschalisiert immer, auch was die Schult einer Nation betrifft. Auch ich habe mich wieder beim pauschalisieren ertappt. Ein gutes Buch für jeden Enkel der damals lebenden Akteure.
Und, viele die jetzt auf dem Butterberg sitzen, sollten genau lesen wie schwer dieser von ihren Vätern und Großvätern erarbeitet wurde, falls diese Vertriebene waren.
Top-Buch, auch für unsere Regierenden.
Erinnerungen eines Flüchtlingskindes
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Als Kind von Vertriebenen aus dem Sudetenland kam ich erst nach Thüringen, wo meine Familie (Eltern und 3 Kinder), 4 lange Jahre in in einem etwa 20 qm großem Zimmer mit Küchenbenutzung in der Wohnung des Vermieters hausen mussten. Erst dann gab es eine Zuweisung vom Wohnungsamt in eine Wohnung. Als meine Familie dann 1956 in den Westen ging, lebten wir 3 Jahre in einer 35 qm großen Barackenbehausung, erst dann gab es eine Sozialwohnung. Nach den Erzählungen meiner Eltern weiß ich, dass diese bei ihren regelmäßigen Vorsprachen beim Wohnungsamt öfters wie Aussätzige behandelt wurden.
Ich selbst kann mich noch erinnern, dass man mich in der Schule oft als Rucksackdeutschen hänselte, der nicht mal bayerisch sprechen konnte. Naja, Kinder sind eben so.
Dass meine Familie in Ostdeutschland und später in Westdeutschland willkommen geheißen worden wäre, kann ich beim besten Willen nicht behaupten. Und was die so großzügige finanzielle Entschädigung betrifft: in der DDR gabs gar nix, in der BRD erhielten meine Eltern - und das auch erst nach mehrmaliger Vorsprache - gerade mal DM 500,--. Hätten sich unsere Familie nicht selbst durch harte Arbeit was geschaffen, hätten wir es auch niemals zu etwas gebracht.
Detailliert und ausgewogen
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Eigentlich ein abgearbeitetes Thema, könnte man meinen. Allerdings hat sich bislang kaum jemand so umfassend mit der Geschichte der Vertriebenen nach der Vertrebung auseinandergesetzt. Welche Auswirkungen das Thema tatsächlich bis heute und auch auf das eigene Leben hat, war mir so nicht bewusst. Dabei geht es an keiner Stelle um Schuld oder Ursache, sondern nur darum, wie diese moderne Völkerwanderung politisch, psychologisch und materiell verarbeitet wurde und wird. Es lassen sich auch erstaunlich viele Parallelen zur aktuellen Diskussion um Russlanddeutsche und andere Migranten finden. Sehr gut recherchiert und trotz des wissenschaftlichen Ansatzes sehr flüssig zu lesen. Pflichtlektüre für die Nachkommen der Flüchtlinge!
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Produkt-Bild: Thüringen 1933-1945. Der historische Reiseführer

Thüringen 1933-1945. Der historische Reiseführer von Willy Schilling

Broschiert von Ch. Links Verlag
Preis bei Amazon: EUR 14,90

ISBN: 3861535769, Erscheinungsdatum: Juni 2010, Auflage: 1., Auflage
Zoom ± Produkt-Bild: Thüringen 1933-1945. Der historische Reiseführer
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