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Produkt-Bild: Klassische Schullektüre, Die Weber: Schauspiel aus den vierziger Jahren

Klassische Schullektüre, Die Weber: Schauspiel aus den vierziger Jahren von Gerhart Hauptmann

Taschenbuch von Cornelsen
Preis bei Amazon: EUR 5,95, Angebote ab EUR 1,37

4 von 5 Punkten
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3464121224, Erscheinungsdatum: Dezember 1996
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2 Kundenrezensionen:

"Es gibt nichts so Grauenvolles wie die Fremdheit derer, die sich kennen." ( Hauptmann)
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Ohne dass Helden eine Handlung in Gang setzen, entwickelt sich aus einer Folge von Zustandsschilderungen nicht bloß das Elend der schlesischen Weber, sondern es treibt dieses Elend wie von selbst in die dramatische Handlung, die den Weberaufständen des Jahres 1844 nachgebildet ist.
Die Ubiquität des Geschehens, das in Kaschbach, Peterswaldau und Langenbielau abläuft, wird durch das Kaleidoskop kurzer Szenen hergestellt, das Hauptmann jedoch nicht zerstückelt, vielmehr seine Facetten bündig zusammenführt. Gesichter tauchen auf und verschwinden. Es ist nicht mehr der Held, der handelt, sondern die Menge, die zuerst den Platz, dann die Handlung beherrscht.
Hier ist der Boden eines wirklichen Dramas gefunden, das die Nöte und Interessen von Arbeitern diese selbst aussprechen ließ. Keine dramatische Stellvertreter handeln für sie, sondern sie sind es selbst, die ihr Leben in die Hand nehmen.
Nachhilfestunde
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Nun habe ich mir versehentlich die Schulausgabe von Hauptmanns Klassiker "Die Weber" bestellt, was angesichts der zusätzlichen Erläuterungen einen zu verschmerzenden Irrtum darstellt. Manche mögen es bedauerlich finden, daß die klassische deutsche Literatur, wie im vorliegenden Fall, primär im Rahmen schulischer Zwänge aufgenommen wird. Im Falle Hauptmann, der sicherlich ein progressiver, ambitionierter und durchaus wegbereitender Author seiner Zeit war, wird dem Leser aber schnell klar, warum dies so ist: Politische Kunst ist ein flüchtiges Gut und verliert seine Relevanz gelegentlich in beängstigender Geschwindigkeit. Die Thematik der Weberaufstände in Schlesien, seinerzeit totgeschwiegen durch Bürgertum und Obrigkeit scheint einer anderen Welt zu entspringen, ihr Studium allenfalls Wirtschaftsinteressierten anzuraten. Die schlesischen Sprachfärbungen machen die Lektüre zudem auch nicht eben einfacher. Bei aller Kritik gibt es dann aber doch einen Grund, warum sich das Studium Hauptmanns und seiner Zeitgenossen lohnt: Angesicht fortschreitender Globalisierung und zunehmender Sophisterei im Wirtschaftsalltag, könnte es nicht schaden, wenn sich der Kapitalismus gelegentlich mit seiner Geschichte und seinen Fehlformen auseinandersetzen würde, in der Absicht ähnliche gesellschaftliche Desaster für alle Zukunft zu vermeiden.
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Winifred Wagner oder Hitlers Bayreuth von Brigitte Hamann

Taschenbuch von Piper
Preis bei Amazon: EUR 14,95, Angebote ab EUR 6,19

5 von 5 Punkten
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3492239765, Erscheinungsdatum: März 2008, Auflage: 5
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Aus der Amazon.de-Redaktion


Für ihr Buch über Hitlers Wien ist Brigitte Hamann in den höchsten Tönen gelobt worden. Die frühen Jahre des späteren Diktators als gescheiterter Kunststudent waren bis dahin von niemandem einer derart akribisch recherchierten Untersuchung unterzogen worden. Akribisch recherchiert hat Hamann auch diesmal, wenn auch unter erschwerten Bedingungen. Wenngleich manche Mitglieder der untereinander verfeindeten Zweige der Familie Wagner die Autorin bei ihrer Arbeit unterstützten -- der Zugang zu dem von Amélie Hohmann verwalteten Nachlass Siegfried Wagners und dessen Frau und früher Witwe Winifred blieb ihr verwehrt.
Dies mag die Autorin schmerzen, dem Buch ist daraus aber kein spürbarer Mangel erwachsen. Auch diese Arbeit hat höchstes Lob verdient. Herausgekommen ist nicht nur eine brillante Biografie der Hitler-Freundin und Schwiegertochter Richard Wagners. Hier handelt es sich zugleich um einen überaus scharfsichtigen Beitrag zur deutschen Kultur- und Zeitgeschichte, der manchen bislang dunklen Winkel in der Villa Wahnfried taghell ausleuchtet.
Am Anfang steht die von Siegfrieds Mutter Cosima eingefädelte Hochzeit der jungen Wagner-Enthusiastin Winifred Marjorie Williams mit dem einzigen Sohn des von ihr über alle Maßen verehrten Komponisten Richard Wagner. Siegfried ist zwar immerhin 28 Jahre älter als die Braut -- und neigt in seiner eigentlichen sexuellen Orientierung dem eigenen Geschlecht zu, kommt aber dank seiner jungen Frau doch noch zu drei Söhnen und einer Tochter: Wieland, Friedelin, Wolfgang und Verena. Trotz des Kindersegens freilich ist die Ehe alles andere als glücklich. Von ihrer Schwiegermutter bevormundet und von ihrem Mann, der sich ohnehin die meiste Zeit auf Konzertreisen befindet, nicht wirklich geliebt, fühlt sich Winifred einsam und verlassen. Mit diesen Umständen bringt Brigitte Hamann die begeisterte Hinwendung der späteren Festspiel-Chefin zu Adolf Hitler in Zusammenhang.
Glänzend zeigt Hamann die bizarren Brüche in der Person Winifreds, die auf der einen Seite für die nationalsozialistische Ideologie ihres Führers entflammt, sich auf der anderen Seite aber vehement persönlich für Juden und andere von den Nazis Verfolgte einsetzt. In völliger Verkennung der tatsächlichen Schuld ihres Freundes "Wolf", über den sie mutmaßt, dass er von seinem Leibarzt systematisch um den Verstand gebracht wurde, erklimmt sie in dem legendären Film-Interview mit Hans-Jürgen Syberberg 1975 dann den Gipfel einer irrwitzigen Verblendung und verbleibt dort bis zu ihrem Tod im März 1980. Winifreds beständigen Aufstieg zu diesem Gipfel schildert Brigitte Hamann in diesem Buch, vor dessen Hintergrund auch das Syberberg-Interview in neuem Licht erscheint. --Andreas Vierecke
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5 Kundenrezensionen:

Großartig recherchiert
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Wow, und noch einmal wow. Hamanns akribische Recherche zeigt auch dem historisch fundierten Leser immer wieder neue Aspekte einer unfasslichen Zeit.

Der Wahn in Wahnfried macht einen Staunen, erklärt so manche Zusammenhänge, die man sicher in keinem Geschichtsbuch findet, ungemein einfach zu lesende Wissenschaftslektüre, so muss Geschichte präsentiert werden. Chapeau
Geschichte der Wagners noch zweiter Hand
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Erst jetzt, 5 Jahre nach Erscheinen, komme ich dazu dieses bedeutende Werk zu lesen. Es ist bewundernswert, dass es nichts von seiner Frische eingebüßt hat. Brigitte Hamann gehört zu den wenigen Fachhistorikern, die flüssig schreiben, ohne oberflächlich zu sein. In Anbetracht des Themas, das sie sich gesetzt hat, wäre eine weniger ernsthafte, reißerische Darstellung der Verhältnisse in Bayreuth in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts vom Übel.

Auf die den Lebenslauf von Winifred Wagner begleitenden äußeren Umstände, wie die Schwächlichkeit ihres Ehemannes, die in sich zerstrittene Familie, die zeitweilige Armut in Bayreuth, der "Boykott" ausländischer Besucher im Nazireich, die Einwirkung Hitlers auf die wirtschaftliche Gesundung, die Eitelkeiten und Überzeugungen der Mitwirkenden (Toscanini, Furtwängler, Tietjen etc.), die Hahnenkämpfe zwischen Göring und Goebbels, die innere "Denazifizierung" nach 1945, insbesondere wie sich Wieland und Wolfgang neu erfinden, alle werden objektiv geschildert, ohne dass aus Winifred die heroische Figur, als die sich selber gerne gesehen hat, ersteht. Brigitte Hamann lässt sich auch nicht auf musikalische Bewertungen ein, die offensichtlich nicht ihr Fach sind, noch auch versucht sie Winifred psychologisch zu deuten. So publiziert sie ein rundum erfreuliches Ergebnis gründlicher Erforschung externer Indizien und Dokumente, da ihr wesentliche interne Unterlagen nicht zur Verfügung standen.

Heutige Besucher des "Hügels", die Politiker, die Geldigen, die musikalischen Snobs, sollten wissen in welche aussermusikalische Tradition sie sich begeben, wenn sie ihre Besuche zelebrieren, die Preise hoch und höher treiben und den wahrhaft ergebenen Kennern der wagnerschen Musik den Weg versperren.
Verblendet aber integer!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Klaus Mann hat für die amerikanische Zeitung "Stars and Stripes" nach dem Ende des zweiten Weltkriegs ganz Deutschland besucht. Unter anderem interviewte er gemeinsam mit Curt Riess Winifred Wagner in ihrem Exil im Fichtelgebirge. Später wird er über diese Begegnung schreiben, dass er in ganz Deutschland keinen einzigen Nationalsozialisten getroffen habe, lediglich eine Engländerin, nämlich Winifred, gab zu, Nationalsozialistin gewesen zu sein. Aus ihrer Gesinnung hat Winifred Wagner auch später keinen Hehl gemacht. Mit der steten Betonung ihrer persönlichen Freundschaft zu Adolf Hitler war sie später "Persona non grata" auf dem grünen Hügel und ihren beiden Söhnen Wieland und Wolf ein Dorn im Fleische.

Wer war diese Frau, die noch 1975 in einem vierstündigen Interview mit Syberberg so fest dazu stand, das die Freundschaft mit Adolf Hitler zu dem Besten gehörte, was sie in ihrem Leben erfahren hat? Eine Verwirrte? Mitnichten: Brigitte Hamann vollzieht in ihrer großangelegten Winifred Wagner Biographie das vielschichtige Leben und Denken einer Frau nach, die mit einer großen Portion Willenskraft, persönlichem Engagement und gegen viele Widerstände die Festspielleitung in Bayreuth in sehr jungen Jahren nach dem Tod ihres fast dreißig Jahre älteren Mannes Siegfried Wagner übernahm und durch die Jahre des Nationalsozialismus führte, in strenger Linientreue und doch mit souveränem Geschick. Ihr gelang es, in ihrem Wirkungskreis sehr autark zu schalten und trotz eindeutig nationalsozialistischer Gesinnung menschlich zu bleiben!

Winifred Wagner war gebürtige Engländerin und bereits mit zwei Jahren Vollwaise. Infolgedessen kam sie zu entfernten Verwandten nach Berlin, die dem "Inner-Circle" um Cosima Wagner angehörten. 1914 wurde sie in Wahnfried eingeführt und kurze Zeit später bereits die Frau des einzigen Sohnes von Richard und Cosima Wagner. In Wahnfried bestimmten die "Herrin" und ihre Töchter das Geschehen, der sehr viel jüngeren Frau fiel es anfangs schwer, sich einzuleben. Sie sicherte zunächst mit vier Kindern die Nachkommenschaft im Hause Wagner und mit Durchsetzungsvermögen gelang es ihr, sich einen festen Platz im Familien- und Machtgefüge der Wagners zu sichern. Als 1923 Hitler erstmals Wahnfried besuchte, kümmerte sich Winifred mit Hingabe. Daraus erwuchs eine unheilvolle und bedingungslose Gefolgschaft, die freilich im national-antisemitischen Klima Wahnfrieds wunderbar gedeihen konnte.
Nach Siegfrieds Tod nimmt Adolf Hitler fast Hausherren-Stellung ein, "Wolf" gehört fortan zur Familie und Winifred nutzt diese Freundschaft, um die Festspielleitung ganz nach ihrem Sinne zu gestalten.

Während des zweiten Weltkriegs kühlt die Freundschaft zum "Führer" merklich ab, aber Winifred steht in Treue fest. Sie rückt auch nicht von ihm ab, als klar wurde, welche Greueltaten auf das Konto Hitlers und der Nationalsozialisten gehen, weil das mit "dem Hitler, den ich kenne, nichts zu tun habe". Eine Einstellung, die sie mit beinahe vierzig Jahren Bann durch ihre Familie und die Gesellschaft zu büßen hat. Denn während ihre anfänglich nationalsozialistisch gesinnten Söhne nun eilends versuchen, den Bayreuther Festspielen eine weiße Weste zu verpassen und sich in endlosen Familienkonflikten zerfleischen, wird Winifred auf?s Altenteil geschoben, aus dem sie sich freilich immer wieder mit politisch mehr als fragwürdigen Ansichten zu Wort meldet.

Winifred Wagner kann man vieles vorwerfen. Man muss aber auch bedenken, dass sie eine der ganz wenigen Persönlichkeiten war, die im Gegensatz zu vielen anderen, auch ihrer Söhne, die Konsequenzen für ihre politischen Irrtümer hoch erhobenen Hauptes selbst trug. Das ringt bei aller Verständnislosigkeit dem Leser doch auch Respekt ab.

Brigitte Hamann, die schon mit ihren fantastischen Habsburger-Biographien Schreibtalent und akribische Spurensuche wunderbar zu verbinden wusste, hat eine gerechte und ausgewogene Biographie über Winifred Wagner geschrieben. Mit Kennerschaft und ohne Anklage hat sie einer höchst umstrittenen Persönlichkeit Gerechtigkeit widerfahren lassen!
Sehr lesenswert!
Wer war Winifred Wagner?
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Winifred heiratet als 18-jährige den 46-jährigen schwulen Sohn Richard Wagners. Innerhalb von vier Jahren bekommt sie vier Kinder und sichert damit das familiäre Erbe. Winifred erledigte rasch die Korrespondenz ihres Mannes und unterschrieb bereits wenige Monate nach der Hochzeit ihre Briefe und Karten mit "Siegfried Wagner", was im Autographenhandel noch heute für Verwirrung sorgt.
1924, nach dem gescheiterten Putschversuch, herrscht im Hause Wagner - "Wahnfried" - eine fast religiöse Hitler-Verehrung.
Am 22. Juli 1924 werden die Festspiele nach neunjähriger Pause wieder aufgenommen, und zu diesem Zeitpunkt besteht eine enge Verflechtung der Wagner-Familie mit Hitler. 1926: Hitler und Winifred duzen sich, sind nun "Winni" und "Wolf", Hitlers Tarnname aus den frühen 20er Jahren. 1929 treffen sie eine Vereinbarung, nach der sich Parteitagstermine nicht mit künftigen Festspielen überschneiden. 1936 lässt "Wolf" anlässlich der Olympischen Spiele "Lohengrin" mit bombastischen Zuschüssen glanzvoll inszenieren.
Ende der 30er Jahre: Italien-Urlauber, Nazis, sogar Erzieherinnen aus Bulgarien kommen an Karten für die Festspiele, für die man heute, wenn man sie hat, im Internet 2000 Euro verlangen kann.
Während der Kriegsfestspiele von 1940 gibt es kein "Publikum". "Kraft durch Freude", Abt. "Reisen und Wandern", das sind Verwundete mit ihrem Pflegepersonal und Rüstungsarbeiter, die Wagners Musik als "seelische Erhebung" erleben sollen.
Am 59. Todestag Wagner, dem 14.02.1942, meldet sich Friedelind aus der New Yorker Met, lobt den Geist ihres Großvaters, der niemals gemeinsame Sache gemacht hätte mit dem Zerstörer aller Freiheit und Gerechtigkeit in Deutschland. Damit hat sie vermutlich recht.
Nach dem Krieg wird Wagner gewissermaßen zum posthumen Mitgliedder NSAP erklärt. Winifreds Auffassung von Geschichte aber bleibt dem "Normalverhalten" der Deutschen diametral entgegen gesetzt. Auf einmal sind alle angebliche Hitler-Gegner. Winifred aber behauptet, dass ihre Beziehung zu Hitler länger anhielt und intensiver war, als es die historischen Quellen belegen.
Die Autorin präsentiert ein historisches Fachbuch, das auch Nicht-Historiker lesen können. Manchmal hat man den Eindruck, als ergreife sie zu sehr Partei für Winifred, sicher nicht absichtlich. Der Leser soll sich sein eigenes Urteil über diese eigenartige Frau bilden. Dieses Buch ist nur eine Quelle von vielen. Man sollte aber auch andere Sichtweisen nicht unberücksichtigt lassen, z. B. Friedelinds "The Royal Family of Bayreuth" oder das schreckliche "Adolf Hitler aus dem Erleben dargestellt" von Hans Severus Ziegler, das Winifred so gern verschenkte.
Ambivalente Persönlichkeit
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Wie sie im Vorwort freimütig gesteht, konnte Brigitte Hamann in früheren Zeiten mit der Person Winifred Wagners gar nichts anfangen, so sehr war das Bild der alten Dame von Syberbergs Film geprägt, in dem diese sich als unbelehrbare Nationalsozialistin darstellte. Aufzuzeigen, dass die Sache nicht so einfach ist und man Historie differenzierter sehen muss, ist das Verdienst dieses Buches.
In "Winifred Wagner - Hitlers Bayreuth" wird Winifred Wagners Biographie mit dem politischen Aufstieg (und Fall) Adolf Hitlers verknüpft. Mit dem "Führer" verband Frau Wagner bekanntlich eine innige Freundschaft, die sie ihr ganzes Leben verteidigte. Auf geradezu schizophrene Art trennte Winifred Wagner den Menschen Hitler, der sich in Wahnfried bei der Familie Wagner stets wie zu Hause fühlte, von den (Un-)Taten der Nazibewegung, für die sie alle anderen verantwortlich machte. Angewidert von all den vielen Wendehälsen nach 1945, hielt sie es für einen Akt der Zivilcourage, an ihrer Meinung festzuhalten, wegen der sie bis in die Siebziger Jahre eine umstrittene Persönlichkeit blieb.
Hamanns Buch zeigt viele Facetten von Winifred Wagners Lebensweg: das national-völkische Umfeld, in das sie hineinheiratete, das Leben der Zivilbevölkerung in den 1920er bis 1940er-Jahren, das Kriegselend, die immerwährenden Streitigkeiten innerhalb der Familie, den seltsamen Weg ihres Sohnes Wieland vom Günstling Hitlers zum renommierten Vorläufer des "linken" Regietheaters.
Brigitte Hamann belässt in ihrer beeindruckenden Biographie die Ambivalenz, die die Person Winifred Wagners im unvoreingenommenen Leser auslöst. Das Buch ist penibel recherchiert und basiert zu einem großen Teil auf Winifred Wagners Briefwechsel, wenn auch die Wagnernachkommen den Zugang zu Winifreds Nachlass verhindert haben. Die Fülle an Daten (fast 30 Seiten Quellenangaben) bedingt aber auch einen Umfang des Buches, der die gute Lesbarkeit des Textes wieder etwas entwertet; man muss da schon ganz viel Interesse an der Sache haben, um die Aufmerksamkeit aufrecht zu halten.
Dennoch: Brigitte Hamanns Biographie über Winifred Wagner ist ein professionell gemachtes, flüssig geschriebenes Buch, dessen Objektivität deutlich macht, dass Zeitgeschichte nicht in Schwarz-Weiß-Kategorien aufzuarbeiten ist.
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Produkt-Bild: Berlin unterm Hakenkreuz

Berlin unterm Hakenkreuz von Sven Felix Kellerhoff

Broschiert von berlin edition im be.bra verlag
Preis bei Amazon: EUR 9,90, Angebote ab EUR 6,00

5 von 5 Punkten
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3814801474, Erscheinungsdatum: Februar 2006, Auflage: 1., Aufl.
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Eine Kundenrezension:

Wichtige Quelle zur Architekturgeschichte Berlins von 1933-1945
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Neben den bereits erschienen Büchern "Berlin 1933-1934" und "Architektur in Berlin 1933-1945" ist das interessante Buch "Berlin unterm Hakenkreuz" eine wertvolle Ergänzung.
Bemerkungswert sind die seltenen, teilweise bislang unveröffentlichen Fotografien und eine Liste der wichtigsten Dienst-Gebäude, welche in der Zeit des Dritten Reiches in der Hauptstadt entstanden.
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Produkt-Bild: Berlin '36: Die unglaubliche Geschichtze einer jüdischen Sportlerin im "Dritten Reich"

Berlin '36: Die unglaubliche Geschichtze einer jüdischen Sportlerin im "Dritten Reich" von Berno Bahro, Jutta Braun

Broschiert von Verlag für Berlin-Brandenburg
Preis bei Amazon: EUR 14,90, Angebote ab EUR 11,49

4 von 5 Punkten
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3866500378, Erscheinungsdatum: Juli 2009, Auflage: 1
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Eine Kundenrezension:

Wirklich unglaublich ...
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Spannend bis zur letzten Seite machte mich dieses Buch und das Schicksal der Titelfigur tief betroffen. Es schildert eine Seite der NS-Zeit, die in den üblichen Diskussionen gänzlich vernachlässigt wird. Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen.
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Produkt-Bild: Enzyklopädie deutscher Waffen 1939 - 1945: Handwaffen, Artillerie, Beutewaffen, Sonderwaffen

Enzyklopädie deutscher Waffen 1939 - 1945: Handwaffen, Artillerie, Beutewaffen, Sonderwaffen von Terry Gander, Peter Chamberlain

Gebundene Ausgabe von Motorbuch Verlag
Preis bei Amazon: EUR 19,95, Angebote ab EUR 19,94

4,5 von 5 Punkten
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3613024810, Erscheinungsdatum: Sept. 2008, Auflage: 2
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5 Kundenrezensionen:

Gutes Nachschlagewerk
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Ein sehr gutes Nachschlagewerk wobei ich die Zusammenstellung etwas komisch finde (von der Pistole zum Eisenbahngeschütz) aber das Buch ist sehr informativ und gut als Nachschlagewerk gebrauchen.
Erst werden die Deutsch Waffen beschrieben danach die Beutewaffen. Die Beschreibung bezieht sich auf das Kalieber Hersteller usw.

Es ist durchgehend s/w bebildert manchmal kann man deswegen kleiner Details gar nicht sehen bzw. bei den Eisenbahn oder Küstengeschützen sieht man nur ein Rohr und viel Pulverdampf. Schön wäre auch wenn nicht nur die technische Bezeichnung von den Eisenbahngeschützen angegeben wäre sonder auch das Geschütz/Mörser Leopold oder Karl"

Der Teil mit den Panzerzügen ist auch nicht gut da die Fotos sehr schlecht sind und die Beschreibungen nur ausreichen.

Das Kapitel mit den Nahkampfmittel und Mienen ist gut beschrieben.
Ich empfehle das Buch jeden die schnell Technischen Details über gewisse Waffen der Wehrmacht brauchen. Ich selbst nutze das Buch als Nachschlagewerk.
Sehr übersichtlich, gut detailierte Fotos mit Beschreibungen
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Dieses Buch beschäftigt sich mit dem kompletten Waffenarsenal der Deutschen Wehrmacht!! Damit meine ich wirklich alles; außer eben Seitengewehre, Patronen; Beeinhaltet auch das Sortiment an Raketen, Granaten, Maschinenpistolen, Handfeuerwaffen (P08,P38,PPK,usw.), Gewehre (alle Ausführungen des K98); Auch Beutewaffen anderer Nationalität sind vorhanden;(Thompson,PPSH, Tokarev usw.) mir hat es schon bei so manchen Fund geholfen; Für Sondler ein Muss!!! Es wird alles gut beschrieben, Details spitze, Es ist ein Sachbuch, Nachschlagewerk oder mehr ein Lexikon!!
Und zu diesem Preis würde ich es jeden empfehlen der sich für Waffen interessiert (nicht falsch verstehen), auch sehr nützlich bei Fundsachen aus dem 2. Weltkrieg!!
Absolut empfehlenswertes Grundlagenwerk
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Wenn jemand nur ein Buch über die Bewaffnung der Wehrmacht 1939-45 kaufen würde, dann müsste es dieses sein! Informativ, gut illustriert und komplett.Für Neulinge und Fachleute gleichermassen interessant.
Das beste Buch in der Preisklasse!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Gute Literatur muss nicht teuer sein. Dieses Buch beweist es.
Logisch in Themengebiete aufgeteilt (leichte Flak, Feldhaubitzen, Küstengeschütze etc) wird hier von der Pistole bis zur "Dora" alles erklärt. Technische Daten und Infos zur Verwendung sind zwar sparsam, aber völlig ausreichend und überfüttern den Leser nicht. In seinem Umfang hat das Buch nur sehr wenige Konkurrenten, und die sind alle älter oder sehr viel teurer.

Also: Kaufen.
Kaufen tun
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
ich kann das buch eigentlich nur empfehlen. wirklich jede waffe die es zu der zeit gab und auch von den deutschen erbeutet wurde is drin. auserdem wird darin nicht irgendwie eine meinung abgegeben. das buch ist wirklich neutral. es fehlt in dem buch absolut nichts. über taktisch sinnfolle und nicht sinnvolle waffen wird genauso wie über improvisierte waffen erzählt. wenn sich jemand für alte waffentechnik und großgeschütze interresiert, ob anfänger oder profi, der sollte sich dieses buch kaufen. es wäre ein fehlstand wenn dieses buch nicht in jeder solchen sammlung wäre.
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Produkt-Bild: Von Caligari zu Hitler: Eine psychologische Geschichte des deutschen Films

Von Caligari zu Hitler: Eine psychologische Geschichte des deutschen Films von Siegfried Kracauer

Taschenbuch von Suhrkamp
Preis bei Amazon: EUR 17,00, Angebote ab EUR 11,89

ISBN: 3518280791, Erscheinungsdatum: März 2009, Auflage: Neuauflage.
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Produkt-Bild: Hitlers Eliten nach 1945: Das Buch zur ARD-Fernsehserie

Hitlers Eliten nach 1945: Das Buch zur ARD-Fernsehserie

Taschenbuch von Deutscher Taschenbuch Verlag
Preis bei Amazon: EUR 9,50, Angebote ab EUR 5,54

5 von 5 Punkten
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3423340452, Erscheinungsdatum: Dezember 2003
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Aus der Amazon.de-Redaktion


Als Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Albträumen erwachte, die ihm die nationalsozialistische Terrordiktatur bereitet hatte, war das Land ein einziger Trümmerhaufen. Doch auf dessen westlichem Teil blühte bald schon die Demokratie der Bundesrepublik Deutschland. Die Welt war des Lobes voll. Auf die Wiedergeburt der Demokratie folgte das Wirtschaftswachstum, Adenauer verankerte das Land fest in der westlich-demokratischen Werte- und Verteidigungsgemeinschaft und alle waren glücklich. Was aber war aus den ganzen Nazis geworden, die vor 1945 die deutsche Kulturnation in die tiefste Barbarei gestürzt hatten? Alle tot? Oder aus lauter Scham in der Versenkung "verschwunden"? Keineswegs. Viele setzten ihre unter und mit dem Nationalsozialismus begonnene Karriere nach dem Krieg im Dienste der Demokratie fast bruchlos (und nur zu oft ganz ohne Scham) fort. Widerwärtig!
In fünf sehr aufschlussreichen Einzeluntersuchungen über Nachkriegskarrieren von Medizinern, Unternehmern, Offizieren, Juristen und Journalisten sowie einer Bilanz des Herausgebers geht der Band der Frage nach, was aus der Elite des "Führers" nach 1945 geworden ist. Eine alles in allem sehr ernüchternde Bilanz, die man heute nur deshalb mit nur mäßigem Grausen lesen kann, weil die verstrichene Zeit dafür gesorgt hat, dass wir diese teils erbärmlichen Gestalten, von denen hier berichtet wird, am Ende doch noch losgeworden sind. Soweit sich dies beurteilen lässt, beruhen die aufschlussreichen Beiträge allesamt auf sorgfältigen Recherchen, sind dabei aber wohltuend ungeschwätzig. Was allerdings leider ausgeblendet bleibt, ist die Frage, was eigentlich aus den Eliten in der anderen Hälfte Deutschlands (oder auch in Österreich) nach dem Krieg geworden ist. Eine sicherlich nicht minder interessante Frage! Further research is necessary. --Andreas Vierecke
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3 Kundenrezensionen:

Richtig und wichtig
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Ich habe mich in meiner Jugend immer gefragt, warum manche der Alteren die komische Redewendung auf hart arbeitende Zeitgenossen verwendeten: "Der arbeitet ja bis zur Vergasung".
Später wußte ich es dann und noch später war mir nach Studium dieses und anderer Werke des Autors auch noch klar, wie sehr nach dem Krieg auf Kontinuität gesetzt wurde. Die Masse der Täter wandelte sich schlagartig zu überzeugten Demokraten und deckten sich sodann gegenseitig. Offensichtlich kann man eine Demokratie auch mit Leuten gründen, deren Ausrichtung ganz und gar undemokratisch ist. Begreifen kann ich diese Menschen wie Globke, Kiesinger etc. immer noch nicht, aber die Mechanismen der Macht und des Verbergens echter Überzeugungen lassen mich in Diskussionen nun hellhöriger sein. Lesenswert.
Top-Leute Hitlers und ihre Karrieren nach 1945
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Dieses 2001 im Campus-Verlag erschienene und in einer ARD-Dokumentationsreihe verfilmte Werk zu Leben, Wirken und Nachkriegskarriere deutscher Eliten unter Hitler ist nun auch als dtv-Taschenbuch erschienen. Wissenschaftlich fundiert UND verständlich, sachlich UND fesselnd verfasste Geschichtsliteratur - gibt es die? Ja! Prof. Dr. Norbert Frei von der Ruhr-Universität Bochum und seinen CoAutoren gelingt dies beeindruckend. Man spürt beim Lesen, dass hier historischer Sachverstand und Schreibkompetenz zusammentreffen. Beispielsweise bei der Schilderung von Unternehmerkarrierien vor und nach 1945 oder Journalisten, die den Vernichtungskrieg propagierten und nach dem Ende des Nationalsozialismus als "Verteidigungskrieg" verharmlosten. So z.B. der NS-Pressesprecher Ribbentrops und SS-Obersturmbannführer Paul Karl Schmidt alias Paul Carell, der noch 1944 Tipps für die propagandistische Rechtfertigung der Deportation und Vernichtung der Juden in Ungarn gab (S.240ff.). Aber auch alle anderen Fallbeispiele sind lesens- und nachdenkenswert. Zwei weitere seien abschließend genannt: Reinhard Gehlen war Hitlers Spionagechef für den Krieg im Osten. Nach dem Krieg baute er den bundesdeutschen Geheimdienst BND auf (S.121f.). Generalfeldmarschall Erich von Manstein, 1949 wegen Kriegsverbrechen zu 18 Jahren Haft verurteilt und Rechtfertiger der Massenerschießungen der SS-Einsatzgruppen in Zusammenarbeit mit der Wehrmacht, stieg nach dem Krieg zum Vorsitzenden des gemeinsamen Verteidigungsausschusses von Bundestag und Bundesrat auf (S.125f.) Das Werk ist unbedingt zu empfehlen!
Sachlich, Kompetent, einfach gut
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Endlich wieder mal ein Buch zum Thema, das man lesen kann, ohne das man sich zuviel über die Psyche des Autors Gedanken machen muß. Selbstverständlich wird auch hier genügend Empörung gezeigt gegenüber der Aufarbeitung des dritten Reiches, wie es allgemein üblich ist, aber wenigstens in einem Rahmen, das die Sachlichkeit des Buches nicht darunter leidet. Wie in jedem großem Regime, wie in jeder großen Firma gibt es immer die Kreise der Richtungsgeber, der Intriganten, Karrieristen, der Mitläufer und derer die dabei sind, nur um keinen Schaden zu erleiden oder um "anders" dazustehen. Und wie in jedem großem Regime oder in jeder großen Firma ist es üblich, wenn die Köpfe wechseln, das die Personalstamm bleibt. Es muß ja weitergehen und man "braucht" (voerst) die Masse Fachleute, im guten wie im bösen. Und Verurteilen kann die Geschichte die Menschen später immer noch. Besonders interessant ist es beim Thema Nachkriegszeit. Es wurden Täter gebraucht und "Bauernopfer", aber der Kern des Bürokratismus, der Forschung u.a. wurde weiter benötigt und mußte verschont werden. Dieses Buch legt diese Zeit klar offen, Wer warum verurteilt wurde, Wer warum nicht und es ist von seiner tieferen Bedeutung auf jedes Regime der Welt umzudeuten. Ganz neue Perspektiven ergeben sich über die "Nicht-Aufarbeitung" des dritten Reiches, wie es von der 68er Bewegung immer wieder bis in heutige Zeit kritisiert wurde. Es zeigt sich, alles hat irgendwo einen Grund.
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Produkt-Bild: ' Etwas Besseres als den Tod...'. Filmexil in Hollywood: Porträts, Filme, Dokumente

' Etwas Besseres als den Tod...'. Filmexil in Hollywood: Porträts, Filme, Dokumente von Helmut G. Asper

Gebundene Ausgabe von Schüren Verlag
Preis bei Amazon: EUR 10,99, Angebote ab EUR 6,08

ISBN: 3894723629, Erscheinungsdatum: 2001
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Aus der Amazon.de-Redaktion


Das war ein seliges Weihnachtsfest 1937 in Berlin: Joseph Goebbels hatte seinem Führer 18 Mickey-Maus-Filme zum Geschenk gemacht, und der war darüber den Tagebucheintragungen des Propagandaministers zufolge "ganz glücklich". Überhaupt unterhielt Walt Disney bis zum Kriegseintritt der USA glänzende Beziehungen zu Hitler-Deutschland und war auch der einzige Filmproduzent, der Leni Riefenstahl bei ihrem Hollywood-Trip den roten Teppich ausrollte. Spätestens zur gleichen Zeit fiel der Avantgarde-Filmer und Maler Oskar Fischinger, der in den 30er-Jahren mit seinen abstrakten Bild-Musik-Kompositionen internationale Erfolge feierte, bei der NS-Kunstbehörde in Ungnade, emigrierte 1938 in die USA und heuerte -- Ironie der Filmgeschichte -- bei Disney an.
Das ist nur eine der vielen Emigrantengeschichten, die in Helmut G. Aspers umfassendem Filmexilkonvolut Etwas Besseres als den Tod... erzählt werden. Von den ungefähr 2.000 Filmschaffenden, die nach der Machtergreifung durch die Nazis in Deutschland keine Arbeitsmöglichkeiten mehr sahen und/oder um ihr Leben fürchten mussten, gingen allein über 800 nach Hollywood. Nur den wenigsten gelang dort der Durchbruch -- den Premingers, Langs und Lubitschs --, der Großteil fand sich am Ende der Produktionshierarchie wieder oder verlor sich in den Besetzungslisten obskurer B-Pictures.
Mit archäologischer Akribie konzentriert sich Asper in seiner dokumentarischen Recherche gerade auf die Fußnoten der Filmcredits und bringt Namen und Biografien ans Licht, die bestenfalls noch cineastischem Expertenwissen geläufig sind. Oder wem ist Andrew ("The Spectacle Man") Marton noch ein Begriff? Wer weiß denn, dass er eine der spektakulärsten Szenen der Filmgeschichte, das Wagenrennen in Ben Hur, inszenierte und ins Bild setzte? Im Abspann tauchte er dann lediglich als einer von drei Second-Unit-Regisseuren auf. Das Buch ist mit seiner Vielzahl aus den Tiefen weltweiter Filmarchive zu Tage geförderter Dokumente eine Fundgrube für Kurioses und Abseitiges und betritt die Traumfabrik Hollywood über den Hintereingang -- aus der vor allem aufschlussreichen Sicht derer, die übers Foyer nicht hinauskamen. --Mark Stöhr
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Die Berliner Olympiade von 1936 und ihre Außenwirkung: Weltereignis oder Propagandaveranstaltung ? von Stephanie Günther

Broschiert von GRIN Verlag
Preis bei Amazon: EUR 13,99

ISBN: 3638673871, Erscheinungsdatum: Juli 2007, Auflage: 1
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Metropolis in/aus Trümmern: Eine Filmgeschichte von Enno Patalas

Gebundene Ausgabe von Bertz + Fischer
Preis bei Amazon: EUR 16,90, Angebote ab EUR 9,83

ISBN: 3929470195, Erscheinungsdatum: Januar 2001
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Aus der Amazon.de-Redaktion


Das gibt es nicht oft: Ein Buch, das haargenau Szene für Szene einen Kinofilm beschreibt. Nicht etwa in einer Fotonacherzählung, sondern in schriftlicher Form, versehen mit vielen Zusatzinformationen. Der Film, dem diese Ehre zuteil wurde, ist Fritz Langs Metropolis -- ein Werk, das Filmhistorie geschrieben hat.
Warum aber macht sich Enno Patalas die enorme Mühe der szenenweisen Darstellung? Der Grund, so der Autor in einem kurzen Voraustext, liegt in der Vielzahl von unterschiedlichen Fassungen, die seit der Premiere von Metropolis 1927 existieren. Bereits Ende der 20er Jahre gab es mehrere Versionen, die Kriegswirren verstreuten dann die Originalfilmrollen in diverse Archive. Seit den 80er Jahren kursiert sogar noch eine Neuinterpretation des Stoffes durch Giorgio Moroder (kleiner Tipp für jene, die sich für die detaillierte Geschichte dieses Meisterwerkes interessieren: Thomas Elsaessers Metropolis. Der Filmklassiker von Fritz Lang).
Es ist jedenfalls gar nicht so einfach herauszufinden, wie Langs Originalfilm aussah. Und genau hier hilft Patalas' Band! Ausgehend von der Premierenfassung durchläuft er den gesamten Film in der Abfolge seiner Szenen, beschreibt deren Inhalt sowie versionsbedingte Abweichungen, kommentiert alles und hat zudem noch viele Abbildungen. Da Metropolis ein Stummfilm war, finden sich die ursprünglichen Zwischentitel ebenso wie Hinweise zur damaligen Musikbegleitung.
Dieses lobenswerte Projekt spricht wohl hauptsächlich hart gesottene Filminteressierte an, die dürften sich aber auch vom etwas unübersichtlichen Buchaufbau nicht wirklich stören lassen. Man vermisst einige einführende Erläuterungen zur Struktur, etwa ein Verzeichnis der Filmversionen. Aber im Nachhinein ist man einfach froh, dass sich jemand so intensiv mit dem Klassiker Metropolis befasst hat. --Joachim Hohwieler
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