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Die vergessene Generation: Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen von Sabine BodeTaschenbuch von PiperPreis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 8,20 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3492244033, Erscheinungsdatum: März 2010, Auflage: 14 |
5 Kundenrezensionen:Nicht für jeden, aber für Betroffene Eltern wie Kinder vielleicht eines der wichtigsten Bücher 5 von 5 PunktenDieses Buch erreicht eine objektive, detaillierte Analyse der psychologischen Folgen von Kriegserlebnissen im Kindheitsalter und deren Auswirkungen auf den Erwachsenen. Primär ist Die vergessene Generation" geschrieben für Menschen, die zwischen 1930 und 1945 in Deutschland geboren wurden. Aber, und das erscheint mir noch wichtiger, auch für deren Kinder. Ich bin Kind von Kriegskindern, und habe mich lange Jahre gefragt, warum meine Eltern so sind wie sie sind. Erst mit diesem Buch, erst mit dieser psychologischen Deutung von habe ich verstanden, woher ich komme und wie sich die Kriegserlebnisse meiner Eltern in mir manifestieren. Aus der Perspektive des Kindes von Kriegskindern kann dieses Buch dem gewillten Leser der erste Anstoß sein, den wichtigsten aller Schritte zu vollziehen: mit seinen Eltern endlich ins Reine zu kommen und endlich zu verstehen, warum sie sind, wie sie sind. Und obwohl es eben nur der erste Anstoß sein kann, so ist es für mich eines der wichtigsten Bücher, die ich je gelesen habe - auch wenn das für andere Menschen anders sein mag. Eben ein Buch, das nur für eine bestimmte Zielgruppe geschrieben wurde. Eltern verstehen lernen 4 von 5 PunktenHallo, mir hat das Buch ganz einfach geholfen, zu verstehen warum meine Eltern manchmal so reagieren, wie sie reagieren. Trotzdem das ich schon erwachsen bin. Und gerade weil meine Eltern gelegentlich eigenartig sind. Lesen 5 von 5 PunktenNachdem ich als Betroffener Bodes Buch "Kriegsenkel" gelesen hatte und dieses mir viele Fragen meiner Biografie klarer macht, habe ich dann sofort im Anschluss das Buch "Die vergessene Generation" lesen müssen. Von Konzept ähnlich aufgebaut wie Kriegsenkel, beschäftigt es sich primär mir den - bis heute oft unverarbeiteten - Schicksalen der Kriegskinder, also der Menschen, die zwischen 1930 bis kurz nach dem Krieg zu Welt kamen und zeigt exemplarische Schicksale auf inkl. der Konsequenzen, die dies für die Betroffenen und auch deren Kinder hatten. Mir ist noch mehr klar geworden, wie der Schrecken des Krieges und der Zerstörung in uns Deutschen gegenwärtig ist und wie er bei Eltern und Kindern das Leben und seine Perspektiven bestimmt. Bode hat sich ihren schriftstellerischen Schwerpunkt einem sehr wichtigen Thema, dem Einfluss von (oft verdrängten) Kriegstraumata auf das Leben der Betroffenen und der nachfolgenden Generationen ausgerichtet. Es handelt sich um wichtige und auch klärende Bücher, deren Lektüre ich unbedingt empfehle. Das gilt ebenso für das dritte Buch zum Thema "Die deutsche Krankheit - German Angst". Leseempfehlung! Neuer Blick auf alte Generation 4 von 5 PunktenDieses Buch war für mich sehr hilfreich. Ich habe meine Kindheit nach dem Lesen in einem allgemeinen Kontext sehen können. Nun endlich weiß ich, wo die unseligen Erziehungsmethoden herkommen, mit denen ich aufwuchs. Da ich auch schon einen Teil meiner Autobiographie geschrieben hatte, muss ich diese nun überarbeiten. Habe das Buch an viele Bekannte und Verwandte weiter empfohlen. Endlich die Antworten auf ewig lange Fragen! 5 von 5 PunktenWirklich gut recherchiertes Buch mit vielen Antworten auf Fragen, die uns -- den Nachkommen der Kriegsgeneration -- sicherlich schon viele Jahre geplagt haben. Sabine Bode schlüsselt das bis jetzt ignorierte Thema der Kriegskinder auf und hat bei ihren Interviews mit ehemaligen Kriegskindern die oft nicht wahrgenommene Traumatisierung dieser Zeit entdeckt. Die teilweise daraus resultierenden Verhaltensstörungen gaben mir jedenfalls eine Erklärung für vieles, das in unserer Familie schief lief. Lange überfälliges Buch! |
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Das Ende der Liebe: Gefühle im Zeitalter unendlicher Freiheit von Sven HillenkampGebundene Ausgabe von Klett-CottaPreis bei Amazon: EUR 22,90, Angebote ab EUR 18,56 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 360894608X, Erscheinungsdatum: November 2009, Auflage: 3., Aufl. |
ProduktbeschreibungKurzbeschreibung: Pressestimmen: "Eine Welt der unbegrenzten Möglichkeit lässt die Liebe sterben. Die absolute Freiheit hat den Menschen in ein neues Dilemma gestürzt - sie schafft ihm neue Zwänge." So lautet das Fazit in Sven Hillenkamps Roman-Essy. Somit bietet Hillenkamps Buch einen Sttusbericht ds Themas Liebe und wie die Gesellschaft mit ir umgeht". 3sat-Kulturzeit, 30.9.2009. "Prägnante lSätze, starke Bilder und Metaphern." Marion Lühe, Tages-Anzeiger, 21.09.2009 "Hillenkamp schreibt in seinem Buch immer wieder Sätze, die geradezu leuchten, die man sofort unterschreiben möchte". Gerrit Bartels, RBB Kulturradio, 15.09.2009 "Fassung heißt<. Grenzen ziehen, die Grenzen des Machbaren, Grenzen des Steuerbaren setzen, Identität anstreben" Hillenkamp konstatiert," dass die Menschen dies anstreben, aber nicht die Kraft dazu haben. Sie leben wie Prominente immer in der Öffentlichkeit un können sich nicht zurückziehen, nicht konzentrieren. Und daran werde sich sobald nichts ändern". Christoph Fricker, Welt-nline, 22.08.2009 Kurzbeschreibung: Alles ist möglich - nur die Liebe nicht mehr! Sven Hillenkamp erzählt von unbegrenzten Möglichkeiten - der Lebe und des Sex, der Wohnortwahl und Lebensformen, der Karriere und Terapie. Er erzählt von einer WElt, in der die Menschen unter Sehnsucht und Scham leiden, weil sie stets hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben". Die Lieferung kommt aus Germany. Versand binnen 2er Werktage. Zustand : gebraucht - sehr gut,bis auf S. 53, auf der sich ein nicht zu entfernender heller Tassenabdruck befindet, der jedoch das Lesen nicht erschwert. Es sieht jedoch weniger schön aus als alle anderen Seiten. 5 Kundenrezensionen:Eine realistische Betrachtung 5 von 5 PunktenIch habe das Buch von einer Freundin empfohlen bekommen und es trifft den Nagel auf den Kopf. In unserer Gesellschaft setzt man Beziehungen sehr schnell auf's Spiel und strebt nach höher-schneller-weiter! Ein guter Anlass mal inne zu halten und wert zu schätzen, was man an seinen Geliebten eigentlich hat. Sidn wir wirklich so frei wie es den Anschein hat? 2 von 5 PunktenIch finde dieses Buch nicht wirklich gut oder gelungen, wobei gesagt werden muss, dass man sich dem literarisch schönen Sog, in den es seinen Leser / seine Leserin zieht, kaum entwinden kann. Aber dadurch, dass der Autor sehr verallgemeinert, wird er manchmal auch recht ungenau und hinterfragt einige seiner Prämissen meiner Meinung nach nicht genügend, wie etwa die der Freiheit. Ist der Mensch wirklich frei und handelt er frei? Neueste Ergebnisse der Hirnforschung scheinen das ja eher zu widerlegen, und abgesehen davon, sind wir doch in unserem Leben alles eher als wirklich frei. Geprägt von unserer psychosozialen Entwicklung, unserem gesellschaftlichen Habitus, unserer ökonomischen Situation usw. Ein bisschen hatte ich beim Lesen dieses Buches den Eindruck, der Autor ist an seinem Untersuchungsgegenstand einfach zu nahe dran gegangen, so dass er am Ende den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr gesehen hat, wie man eben, wenn man zu nahe an ein Bild herangeht, vor lauter Farbe das Dargestellte nicht mehr sieht. Zu hinterfragen wäre natürlich auch, ob wirklich alle Menschen die vom Autor so vehement behaupteten Möglichkeiten von Partnerschaften haben. Ich kenne in meinem Bekanntenkreis einige Männer und Frauen, bei denen das nicht der Fall ist. Und es gibt gerade in unserer Welt des schönen Scheins eine nicht unerhebliche Zahl von Menschen, die überhaupt keine Beziehung finden, weil sie nicht in das ästhetische oder gesellschaftlich erwartbare Bild passen, dass sich ihre potentiellen Liebespartner/innen von ihnen erwarten. So gesehen empfinde ich solche Totaldiagnosen zynisch. Auch verabsäumt es der Autor, seine Thesen mit statistischen Zahlenmaterial zu belegen, Wenngleich Statistiken auch lügen können und in größerer Anhäufung auch beim Lesen ermüden, so finde ich angesichts eines solclch brisanten Themas darauf gänzlich zu verzichten, eben auch nicht wirklich hilfreich oder auch seriös. Wie gesagt, ein Buch, dass sich zwar angenehm liest, aber doch am Ende mehr Fragen offen lässt als es zu beantworten imstande ist. Denn die dort sozusagen als Lösung angekündigte Vernunftehe schmeckt einem da auch irgendwie schal im Mund. Poetische Soziologie 5 von 5 PunktenIch bin recht beeindruckt von diesem Buch. Ein sehr poetisches Stück Soziologie, das mein Weltbild zwar nicht grundlegend verändert, die Sehschärfe aber doch deutlich erhöht hat. Es geht um die Schwierigkeiten der modernen Liebe, sogar um deren mögliches Ende. Grundthese: aus der Freiheit der Wahl, der "Unendlichkeit der Liebe", wird plötzlich der Zwang zum endlosen Suchen und Fantasieren. Am Ende steht nur allzuleicht Ratlosigkeit und letztendliches Scheitern. Das scheint mir zunächst weder eine neue noch eine sonderlich tiefgründige Erkenntnis zu sein. Das die Welt irgendwie zu groß für den kleinen Menschen zu werden scheint, ist mir schon lange Gewissheit. Aber wie der Autor alltägliche Gedanken und ritualisierte Gesten als konkreten Ausdruck dieser Unendlichkeit der Welt im Allgemeinen und der Liebe im Speziellen deutet, das hat mich doch immer wieder überrascht und mir erst die Tragweite dieses Umstands deutlich gemacht. Ein Buch ohne ständige Referenzen auf Geistesgrößen der Vergangenheit und Gegenwart, ohne Wortakrobatik und Soziologenslang, ohne jeglichen statistischen Apparat und ohne Verortung auf der weiten Landkarte der Ismen, die allesamt das Lesen soziologischer Bücher zur Qual für den Laien machen. Stilmittel ist die radikale Einseitigkeit der Darstellung - die der Autor aber auch schon im Vorwort selber eingesteht. Es klingt stellenweise wie bei Michel Houllebecq, ohne dessen frostiger Härte und absoluter Ausweglosigkeit. Auch wenn wir nicht fliegen können, wir können aber wenigstens ... hüpfen. Ein schönes Stück Kammermusik für einen heiteren Melancholiker wie mich. Danke schön! Interessant und teilweise verwirrend 3 von 5 PunktenLeider sind die durchaus interessanten Gedankengänge des Autors oft umwegig miteinander verwoben. Manchmal fehlt es auch an der Nachvollziehbarkeit, doch das könnte ja zum Nachdenken anregen (und auch so gemeint sein). Zum Glück fasst er Viele davon gegen Ende des Kapitels zusammen. Dennoch sind die zahlreichen Gedankenschleifen in Summe eher anstrengend als anregend. Im zweiten Kapitel beispielsweise beschreibt er auf Seite 65, dass "die Liebe auf der Idee der Wahlfreiheit" beruhe. Dies hat meine vorher erzeugte Irritation endlich erklärt. Es ist schwierig, sich diesem Thema nachvollziehbar mit dem Autor zu nähern, wenn der hochstrapazierte Begriff der Liebe nicht klar formuliert und nicht von der Verliebtheit abgegrenzt wird. Wer sich angesichts der von Hillenkamp beschriebenen unendlichen Möglichkeiten selbstkritisch zu fragen versucht, wo die mögliche, vielleicht zeitweise auftretende, eigene Unzufriedenheit herrühren mag - und dort eine diffuse Betroffenheit spüren kann, braucht sich nicht gleich als Opfer des von ihm beschriebenen Makels zu sehen. Die "Idee der Wahlfreiheit" hat mit der Liebe meines Erachtens nichts zu tun. Vor der Wahl kommt die Entscheidung. Und die Liebe ist eine Entscheidung zu einem Menschen, wie auch immer diese begründet sein mag. Und wer sich entscheidet, schränkt sich selbst (freiwillig) ein. Man kann nur ein Leben leben und nur eine Liebe des Lebens haben, da man dafür zumindest sein Leben lang damit verbringen will. Ebensowenig kann ich ein Haus bauen wollen und beim Zementanrühren aufhören. Erst wenn etwas abgeschlossen ist, ist es fertig. Und die Liebe - die, die für immer gedacht ist - muss es auch annähernd so lange tun, um als einigermaßen abgeschlossenes Projekt gelten zu können. Alles andere ist nur "so tun als ob". Was Sven Hillenkamp hier beschreibt, ist der Umstand, dass sich die Menschen nicht mehr entscheiden wollen, bzw. können. Nun, auch das ist eine Entscheidung. Die Folgen und Konsequenzen des "so tun als ob" will vielleicht nicht jeder tragen. Doch das ist nur zu menschlich und beispielsweise im Straßenverkehr tagtäglich zu erleben. Vom Autor werden diese Folgen speziell in Bezug auf die Liebe und Partnerschaft durchgedacht. Man hat öfters den Wunsch, mit dem Autor zu diskutieren. Dadurch verläuft das Lesen etwas anders, als erwartet. Das hat durchaus seinen Reiz, auch wenn diese Form der unerfüllten "Zwiesprache" manchmal ermüdend ist. Etwas langatmig ... mit vielen Wiederholungen 2 von 5 PunktenGrundsätzlich fand ich die These Hillenkamps interessant und erhellend um die Zeit in der wir leben besser zu verstehen: Auf Grund der vermeintlich unendlchen Möglichkeiten sind die Menschen heute nicht freier und glücklicher sondern meinen immer sie hätten mehr erreichen können / müssen, sei es nun beruflich oder in der Partnerschaft. Diese im Grunde interessante These wird auf derart vielen Seiten immer und immer wieder wiederholt und wiedergekaut so das ich hierfür nur 2 Punkte geben kann. |
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Vom Kriege von Carl von ClausewitzTaschenbuch von Rowohlt Tb.Preis bei Amazon: EUR 6,95 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3499451387, Erscheinungsdatum: Sept. 1963, Auflage: 15 |
Aus der Amazon.de-RedaktionVom Kriege gilt als das bedeutendste Werk, das jemals über die Kriegsführung verfaßt wurde. Seinen Rang verdankt es insbesondere den ersten Kapiteln, in denen Clausewitz eine allgemeine Wesensbestimmung des Krieges vornimmt. In seinen Kernaussagen, wie der These vom politischen Charakter des Krieges, von seiner Doppelnatur als traditionellem und revolutionärem Krieg und seiner Bestimmung als Gewaltakt, der der Erfüllung des eigenen Willens dient, reicht sein Ansatz weit über den militärischen Bereich hinaus. Clausewitz berühmtes Postulat vom "Krieg als bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln" ist längst zum Gemeinplatz mutiert; viel gelesen, oft zitiert, aber selten verstanden. Clausewitz hat das Primat der Politik theoretisch begründet; hat Ziel, Mittel und Zweck des Krieges als Instrument der Politik definiert: "Der Krieg ist ein Akt der Gewalt um den Gegner zur Erfüllung unseres Willens zu zwingen". Es gilt, "den Gegner niederzuwerfen und dadurch zu jedem fernern Widerstand unfähig zu machen". Eine Politik, die sich dem Mittel des Krieges verweigert, kann folglich nicht erfolgreich sein, da sie erpreßbar ist. Aber der Krieg sollte immer die Ultima ratio der Politik sein. Denn -- so Clausewitz -- er ist eine grausame und blutige Angelegenheit, und ein Erfolg setzt den unbedingten Willen zum Sieg voraus. "Nun könnten menschenfreundliche Seelen sich leicht denken, es gäbe ein künstliches Niederwerfen des Gegners ohne zu viel Wunden zu verursachen. Wie gut sich das auch ausnimmt, so muß man doch diesen Irrtum zerstören, denn in so gefährlichen Dingen, wie der Krieg eins ist, sind die Irrtümmer, welche aus Gutmütigkeit entstehen, grade die schlimmste". Einen "sauberen Krieg" gibt es nur in den Hirnen der PR-Strategen. --Stephan Fingerle 5 Kundenrezensionen:Fachmännische Kost 4 von 5 PunktenDas Buch ist in seiner ganzen Fülle eine Pflichtlektüre für Interessenten der Militärgeschichte. Durch diese ausführliche und vollständige Beschreibung von Strategie und Taktik, Armeen und Truppen, Versorgung und Verpflegung, Angriff und Verteidigung bekommt man das erste Mal einen wirklichen Überblick über die Komplexität von Kriegsführung. Einen gutes Buch das erst Mals jedweden Aspekt des Militärs behandelt. Vom Kriege 5 von 5 PunktenKann dieses Buch jedem empfehlen der sich mit Clausewitz mehr oder weniger intensiv beschäftigen möchte. Ich habe ungefähr ein halbes Jahr mit dieser Ausgabe des Rowohlt Verlages gearbeitet (Facharbeit) und muss sagen das sie einen relativ leichten Zugang zu den doch sehr Komplexen und ausschweifenden Theorien CLausewitz ermöglicht. Die 8 Bände wurden teilweise um veraltete Kapitel und um einige Exkurse gekürzt, was das Verständnis allerdings in keinster Weise beeinträchtigt und das lesen erheblich erleichtert.Im Anhang findet man einige Artikel/Abhandlungen zu Clausewitz und Vom Kriege, was ich persönlich sehr hilfreich fand. Wer allerdings das Ganze ungekürzte Werk lesen oder eine cool aussehende Ausgabe fürs Bücherregal sucht sollte sich lieber anderweitig umsehen. Nur für Eingeweihte 5 von 5 PunktenEs ist ein tolles Buch. Wer allerdings nicht in der Materie steckt wird nach den ersten Seiten aufgeben. Harter Tobak 5 von 5 PunktenEs ist nicht einfach zu lesen, dieses Buch zur (militärischen) Strategie. Manch einer, der sich eine lockere Lektüre erhoffte, wird es daher schnell enttäuscht zur Seite legen. Zugegebenermaßen muß man einige Passagen mehrmals lesen, um sie zu verstehen. Die Brillanz der Gedankengänge erschließt sich einem nicht gleich beim ersten Überfliegen. Harter Tobak, aber dennoch sehr lesenswert. Für Führungskräfte in Wirtschaft und Politik sollte es Pflichtlektüre sein. Ein Klassiker, ein Meilenstein, ein Muss 5 von 5 PunktenEin Klassiker der bis heute in Deutschland nur wenig Beachtung findet, während er in den USA, UK, Rußland und China schon seit langem Standardwerk an allen Militärakademien und philsophischen Seminaren ist. Obwohl unvollendet und fast 180 Jahre alt bleibt dieses Werk bis heute lesenswert und erkenntnisreich. Doch ich will lieber einen älteren Rezensenten sprechen lassen. Folgendes stellt eine Rezension von Vom Kriege aus dem Jahr 1832 dar, welche in der preußischen Militair-Literatur-Zeitung erschien. Aber diese Quelle, deren kristallene Fluten über reine Goldkörner strömen, fließt in keinem flachen, jedermann zugänglichen Bett, sondern in einem engen, von gigantischen Ideen eingeschlossenen Felsentale, an dessen Zugängen der hohe Geist Wache hält wie der Cherub mit dem Schwerte und jeden zurückweist, der um den gemeinen Preis flüchtigen Gedankenspiels Eingang begehrt. Wie wahr, wie wahr ! |
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Lexikon der verbotenen Archäologie: Mysteriöse Funde von A bis Z von Luc BürginGebundene Ausgabe von Kopp, RottenburgPreis bei Amazon: EUR 19,95, Angebote ab EUR 16,46 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3942016141, Erscheinungsdatum: Dezember 2009, Auflage: 1 |
5 Kundenrezensionen:Pflichtlektüre für Andersdenker - absolut prächtig gestaltet :-) 5 von 5 PunktenAuch ich bin begeistert: Das jahrelange Warten auf das neue Buch von Luc Bürgin hat sich gelohnt, und wie! Im wohl bislang am liebvollsten gestalteten Buches des Verlages KOPP (Luxusausgabe) legt der mutige Schweizer Journalist und Herausgeber der Kioskzeitschrift MYSTRIES mit seinem "Lexikon" ein regelrechtes Feuerwerk an frechen Ideen, provokanten Anregungen und kuriosen Funden vor (mit über 200 Farbbildern, die selbst Insider verblüffen, auf dickem Glanzpapier, zum erschwinglichen Preis), wie man es im Raum Deutschland/Schweiz bislang vergeblich suchte. Ich kann Herrn Bürgin nur für seinen Mut gratulieren, dass er endlich beim Namen nennt, was viele von uns seit langem bewegt: Die Frage, woher wir kommen. Ist alles ganz anders? Oder: "Gab es eine Menschheit vor der Menschheit?" (Zitat Bürgin in seiner eigenen Zeitschrift). Na ja, lesen sie am besten unbedingt selber, denn jeder, so der Autor und erklärte Mystery-Jäger (Werbetext), soll sich zu all den kuriosen Entdeckungen unserer Vergangenheit ein eigene Meinung bilden. Mich jedenfalls liess dieses prächtige Buch à la Indiana Jiones nicht mehr los, denn es inspieriert zum Nachdenken und zum selber forschen und reisen. Darum: Fünf Sterne von mir!! Bianca F. aus der Schweiz wie ein Marktschreier... 1 von 5 PunktenHier werden lautstark "Beweise" vorgebracht, ohne diese näher zu erläutern, oder tiefgreifender zu analysieren. Dem Leser werden ein paar Brocken zugeworfen, die sich der Autor selbst im schnelldurchgang angelesen hat! Dieses Buch ist nicht lesenswert!++++---- Frgaen ohne Antworten. 3 von 5 PunktenDieses Buch stellt vieles in Frage, es gibt jedoch keine schlüssigen Antworten zu den aufgeführten Themen. Nach Literatur dieses Buches ist man keinesfalls schlauer, sondern eher verwirrt, da man keine Antworten bekommt. Archäologie von Dogmen befreit 5 von 5 PunktenDieses Buch ist ein wunderbares Werk welches nicht nur mythische archäologische Funde aus aller Welt aufzeigt, sondern leider auch den derzeitigen Standpunkt der Mainstream-Wissenschaft - "Was nicht sein kann, darf nicht sein!". Und so muss ich dem Autor leider recht geben, viele "Wissen-schaft"-ler sind heute eher Todengräber. Ich frage mich ob dieses Büchlein den/die ein/e oder anderen Archäologen/Archäologin aufhorchen lässt um die dort beschriebenen Funde genauer ins Augenmerk zu nehmen und zu untersuchen. Denn was hier beschrieben wird könnte, nein wird, die ach so feststehende Menschheitsgeschichte gründlich durchrütteln (z. B. ca. 100.000 Jahre alte Steine mit Dinosaurierzeichnungen; oder ein ca. 10.000 Jahre altes Haar dessen DNA nicht entschlüsselt werden kann)! Lebten Menschen mit Dinosauriern? Liegt die Wiege der modernen Kunst in Deutschland? Fragen über Fragen die mir persönlich sehr zu denken geben. Der Schreibstil des Buches ist sehr mitreißend und unterhaltsam geschrieben. Ich habe es von daher in einer Woche bereits durch gelesen. Jeder der sich für Archäologie interessiert sollte sich von seinen Vorurteilen befreien und sich dieses Buch zu Gemüte führen da es falsch ist sich von Anfang an von etwas abzudrehen nur weil es dem eigenen Weltbild einen gehörigen Klaps verschaffen könnte. Wunderbares Buch, 5 Sterne von mir. Nicht schlecht, Herr Bürgin 5 von 5 PunktenDas "Lexikon der verbotenen Archäologie" ist ein Schnäppchen. Allein der ,Epilog` ist den Kaufpreis wert, den Rest des Buches gibt's quasi gratis dazu. Der potentielle Käufer darf sich aber von Äußerlichkeiten nicht täuschen lassen: Der Inhalt ist NOCH besser als die Super-Ausstattung. Wirklich nicht schlecht, Herr Bürgin. Fünf Sterne. |
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"Mein Kriegsende". Zeitzeugen aus Niedersachsen erinnern sich von Angela Kröger, Kurt Behrendorf, Otto BleeckGebundene Ausgabe von SchlüterschePreis bei Amazon: EUR 4,99, Angebote ab EUR 3,00 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3899937112, Erscheinungsdatum: April 2005, Auflage: vergriffen, keine Neuauflage |
2 Kundenrezensionen:Interessante Sammlung verschiedenster Schilderungen 4 von 5 PunktenDas Buch beinhaltet mehrere kurz gehaltene Erinnerungen von Niedersachsen, die das Kriegsende zumeist als Jugendliche oder gar als Kinder erlebten. Nachdem ich das Buch gelesen habe, war mir schon ersichtlich, warum diese Generation auch als "Hamster-Generation" bezeichnet wird. Viele Geschichten beinhalten neben den Kriegserinnerungen auch auf die Schwierigkeiten bei der Lebensmittelversorgung oder der allgemeinen Versorgung mit den täglich Notwendigen Dingen. Insgesamt ist dies eine sehr interessante Auflistung von Zeitzeugen-Berichten auf dem Weg zum Kriegsende 1945. Unglaublich packend 5 von 5 PunktenDas Buch ist unglaublich packend, ich hätte es am liebsten in einem Stück gelesen! Diejenigen, die das Kriegsende erlebt haben, berichten hautnah von ihren Erlebnissen - von dramatisch bis heiter. Leider ist die Anzahl der Geschichten auf rund 30 beschränkt, da hätten es gerne noch mehr sein können! Zu den Geschichten gibt es zahlreiche Fotos aus der Kriegszeit, die die einzelnen Passagen noch deutlicher wirken lassen. Am Ende einer jeden Geschichte ist ein aktuelles Bild des- bzw. derjenigen, die diese Geschichte erlebt hat - eine schöne Idee! Ich kann "Mein Kriegsende" nur weiterempfehlen! |
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Griechische Sagen: Die schönsten Sagen des klassischen Altertums von Gustav Schwab von Gustav SchwabTaschenbuch von Deutscher Taschenbuch VerlagPreis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 5,99 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3423703148, Erscheinungsdatum: Juni 1993, Auflage: 30. Auflage |
5 Kundenrezensionen:Sehr informativ 5 von 5 PunktenUns Ossis hat man in der Schule die griechischen Götter und diesbezügliche Sagen fast total vorenthalten. Ikarus und Prometheus kannte ich nur.Erst als Rentner bin ich nun dazu gekommen, diese Bildungslücke zu schließen. Die Lektüre dieses Buches hat mir viel Freude bereitet und mein Interesse voll und ganz befriedigt. Gehört zum Allgemeinwissen 4 von 5 PunktenIch vertrete die Ansicht, dass ein gebildeter Mensch über die griechischen Sagen bescheid wissen sollte. Dieses Buch haben wir in der sechsten Klasse im Fach Ethik gelesen und heute bin ich in der 13. Klasse und brauche es, im Fach Deutsch, immer wieder. Den Sagen schließt sich ein Überblick über die wichtigsten Götter der alten Griechen, mit römischen Bezeichnungen, an und dem wiederum folgt ein Namen- und Sachregister der auftauchenden Personen, sodass man nicht die komplette Sage durchlesen muss, um zu wissen, wer beispielsweise Nausikaa war. Den Sagen vorausgestellt ist eine stark vereinfachte Karte Griechenlands und Teilen Italiens, mit den damals üblichen Städte- und Ländernamen, um zu sehen, wo was stattfand. Empfehlenswert, wenn man nicht Wälzer durcharbeiten möchte um zu wissen, was die griechischen Mythen beinhalten! Die Sagen des griechischen Altertums, neu erzählt ... 3 von 5 PunktenCarstensen erzählt die Sagen des antiken Griechenlands neu und findet einen Ton, der uns in kurzgefaßten Geschichten diese Sagen und Erzählungen des griechischen Volkes auf angenehme und unterhaltende Weise nahe bringt. Auch die Ausgabe von dtv junior ist schön gemacht und läßt sich auch gut zum Vorlesen verwenden. Das Buch enthält z.B. die Sagen zur Entstehung der Welt, ?Die Argonauten?, ?Die Taten des Herakles?, ?Theseus?, ?Ödipus?, ?Der Trojanische Krieg?, ?Odysseus? und andere. Diese Themenkreise sind jeweils in eine ganze Zahl von Kapiteln unterteilt, die nicht länger als ein zwei Seiten sind, so dass sie sich gut zum Vorlesen eignen. Und sie eignen sich vor allem auch für diejenigen, die sich kurzmal über die Sagenwelt der Griechen unterrichten wollen, desgleichen zum Nachschlagen, denn das Glossar mit Verweisen zum Text am Schluß erlaubt es, bestimmte Details der griechischen Sagenwelt, die man schon kennt, sehr schnell wiederzufinden. Also ein Buch, nicht nur für Jugendliche. Mir hat's gefallen. Ein sehr empfehlenswertes Buch. Perfekt um sich Grundwissen anzueignen 4 von 5 PunktenIch habe mir das Buch auf Geheiß meines Deutschlehrers gekauft, weil der der Ansicht ist, das in der Oberstufe die griechischen Sagen enorm wichtig sind für das allgemeine Verstehen der deutschen Kultur. Also hab ich mich mal an das Buch dran gemacht und festgestellt, das es sehr interessant ist und auch das "Who-is-Who" sehr gut vermittelt. Allerdings ist es teilweise lückenhaft, den einige Sagen die ich schon vom Hören kannte, kammen gar nicht vor. Man muss aber sagen, das dies auch nicht die wichtigsten waren. Auf die es wirklich ankam waren auch vorhanden. Alles in allem würde ich sagen, ist das Buch nur für den wirklich lohnenswert, der sich ein Grundwissen über die Götter und die ganzen anderen Persöhnlichkeiten aneignen will. Für Vortgeschrittene wäre es reine Wiederholung des bereits bekannten. Zusammenfassung der Sagen 1 von 5 PunktenDer Titel klingt gut, aber leider passt der Inhalt des Buches nicht dazu. Der Autor hat bei seiner eher lieblosen Nacherzählerei die Sagen derart zusammengefasst, das das Ergebnis mehr einem Schüleraufsatz ähnelt, der nicht länger sein sollte, als nötig. Wer die Sagen kennt, wird erschüttert sein, was in diesem Buch geboten wird. Ganze Teile der antiken Überlieferungen; ob wahr oder nicht; werden einfach übersprungen, der Rest so komprimiert dargestellt, das streckenweise sogar dem geneigtem Leser einfach der Faden verloren geht. Kürzer ginge es eigentlich nur noch nach dem Motto: Er kam, sah und siegte bzw. starb. Vielmehr ist hier aber auch wirklich nicht drin. Wer sich für das Thema: "Griechische Sagen" interessiert, sollte nach anderen Büchern suchen. |
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Arm und Reich: Die Schicksale menschlicher Gesellschaften von Jared DiamondBroschiert von Fischer (Tb.), FrankfurtPreis bei Amazon: EUR 10,95, Angebote ab EUR 7,90 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3596172144, Erscheinungsdatum: Mai 2006, Auflage: 6 |
Aus der Amazon.de-RedaktionSeit dem 16. Jahrhundert haben die Europäer maßgeblich bestimmt, wo es langgeht in der Welt -- in guten wie in schlechten Tagen. In Arm und Reich. Die Schicksale menschlicher Gesellschaften erläutert Jared Diamond, warum sich die Dinge so entwickelt haben. Es ist eine elementare Frage, und Diamond ist gewiß nicht der erste, der sie stellt. Seine besondere Leistung besteht jedoch darin, daß er sich auf wissenschaftliche Fakten stützt statt auf fadenscheinige Theorien über die genetische Überlegenheit der Europäer. Diamond, ein Professor der Physiologie an der University of California at Los Angeles (UCLA), weist darauf hin, daß die Geographie Eurasiens bestens geeignet war für die Entwicklung der Landwirtschaft und der Viehhaltung sowie für den freien Informationsfluß. Die bevölkerungsreicheren Kulturen, die sich daraus entwickelten, hatten komplexere Regierungs- und Kommunikationsformen -- und eine erhöhte Resistenz gegenüber Krankheiten. Darüberhinaus nutzte das zersplitterte Europa die Kraft der wettbewerbsorientierten Innovation in einer Weise wie es China nicht tat. (Zum Beispiel benutzten die Europäer die chinesische Erfindung des Schießpulvers, um die Schußwaffen zu entwickeln, mit denen sie dann die Neue Welt unterwarfen.) Diamonds Buch ist komplex und ein wenig verwirrend. Aber die These, die er methodisch vorbringt -- die Untersuchung der "positiven Feedback-Schleife" der Landwirtschaft, der Viehhaltung, der Bevölkerungsdichte, der Innovation, und so weiter -- ergibt Sinn. Geschrieben ohne Partei für irgendeine Seite zu ergreifen, ist Arm und Reich ein gutes Buch über die Weltgeschichte. 5 Kundenrezensionen:Umfangreich, aber unvollständig 3 von 5 PunktenDas Buch hat im Original den Titel »Guns, germs and steel« und drückt damit besser die Hauptthese in Diamonds Buch aus: »dass die Geschichte verschiedener Völker unterschiedlich verlief, beruht auf Verschiedenheiten der Umwelt und nicht auf biologischen Unterschieden zwischen den Völkern.« Beispielhaft wird daneben Pizzaros Erfolg bei der Niederwerfung der südamerikanischen Ureinwohner »durch die Militärtechnik mit Kanonen, Waffen aus Stahl und Pferden, ansteckende Krankheiten eurasischer Herkunft, Schiffbau und Navigation, die zentralistische politische Ordnung europäischer Staaten und nicht zuletzt die Schrift« erklärt. Als hervorragendes Beispiel wird der fruchtbare Halbmond beschrieben. »Mit der biologischen Vielfalt Vorderasiens auf engem Raum hängt auch ein Vorteil zusammen: der Reichtum dieser Region nicht nur an Vorfahren wertvoller Kulturpflanzen, sondern auch an Vorfahren domestizierter Säugetiere.« Besser: domestizierbarer Säugetiere. Denn dies ist nach Diamond ein Unterscheidungsmerkmal für den Vorteil eurasischer Umwelt im Gegensatz zur afrikanischen. Auch gilt »Gesellschaften von Jägern und Sammlern sind in der Regel vergleichsweise egalitär.« Nun entwickeln sich durch den Aufbau bäuerlicher Gruppen scheinbar konsequenterweise hierarchische Gesellschaften. Diamond beschreibt auf den ersten 400 Seiten ausführlich, mit einigen Wiederholungen, manchmal langatmig, die Entwicklung der Menschheit bis zur Zeitenwende. Seine Thesen sind nachvollziehbar, zeitweise aber spekulativ oder selektiv. Warum wird der Aufstiegs und Niedergang Roms oder anderer Staaten wie in Griechenland kaum erwähnt? Die für Europas Entwicklung fundamentale Völkerwanderung, ihre Ursachen und Auswirkungen werden mit keinem Wort erwähnt. Und doch behandelt Diamond immer wieder den Zusammenprall der europäischen mit der amerikanischen Welt am Ende des Mittelalters. Die Jahrhunderte davor blendet er größtenteils aus. Die Ursachen für die Machtverschiebung von Vorderasien nach Westen bleiben plakativ. Immerhin kommt er im Epilog auf einige Fragestellungen zurück, die er selbst in seinem Werk nicht beantwortet: »Wie kam es, dass Vorderasien und China ihren enormen Vorsprung von mehreren tausend Jahren vor dem Nachzügler Europa eingebüßten?« Seine vordergründigen Erläuterungen wirken unbeholfen, an die tieferen Ursachen kommt er nicht heran. Auch widerspricht er sich selbst, indem er einerseits despotische Regimes für Rückschritte in der gesellschaftlichen Entwicklung in Vorderasien und China verantwortlich macht, andererseits aber den »Einfluss einzelner Gestalten der Geschichte« als sehr gering bewertet. Diamond bezieht seine Aussagen vorwiegend auf seine Forschungsergebnisse aus Neuguinea, das er in den letzten Jahrzehnten mehrfach besucht und dessen Geschichte er tiefgreifend erforscht hat. Darauf aufbauend behauptet er »Mit dem Aufkommen von Häuptlingsreichen vor rund 7500 Jahren wurden Menschen erstmals in der Geschichte vor die Notwendigkeit gestellt, regelmäßig mit Fremden zu verkehren, ohne ihnen gleich nach dem Leben zu trachten.« Das heißt, dass zuvor Menschen, die sich nicht kannten, sich prinzipiell feindselig eingestellt waren. Zumindest scheint das immer noch so in Neuguinea zu sein. Wie der Autor durch seine Reiseberichte mit seinen Freunden darlegt, deren gegenseitige Abneigung, ja Aggression allgegenwärtig und 'normal' zu sein scheint. Doch kann man aus den Erfahrungen in Neuguinea auf globale Gewaltbereitschaft schließen? Bemerkenswert ist der Hinweis des Autors auf das malaiische Wort 'Amok', das vor wenigen Jahrhunderten Eingang in europäische Sprachen gefunden hat. Warum untersucht er diese Entwicklung, deren Ursachen nicht weiter, obwohl er sich doch sonst intensiv mit der Glottochronologie beschäftigt? Eigenwillig ist meines Erachtens folgende Aussage: »In Anbetracht der Milliarden von Eichhörnchen, von denen jedes Jahr für Jahr Hunderte von Eicheln an praktisch alle für das Gedeihen neuer Eichbäume geeigneten Stellen verteilt, hatte der Mensch keine Chance, Eichen nach dem Kriterium, ob ihre Früchte seinem Geschmack entsprachen, auszulesen.« Das ist also selektive Umwelt! Insgesamt ein umfangreiches Werk, das jedoch viele Fragen offen lässt. Dass Umwelt grundlegende Bedingungen für die Entwicklung der menschlichen Gesellschaften schafft wird überzeugend dargelegt. Aber dass Kapitalismus hinter dem Aufstieg Europas steht, ohne zu erklären, warum er in Vorderasien oder Chinas keine Erfolge zeitigte, wirkt aufgesetzt und vordergründig. Insbesondere unter dem Blickwinkel der großen kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Errungenschaften der (vorder-)asiatischen Welt bis zur ersten Jahrtausendwende unseres Zeitalters. Schlussendlich wäre es heutzutage sicherlich interessanter, statt sich mit der Entwicklung der Japaner und Koreaner zu beschäftigen, allgemeiner die Bedeutung und Ergebnisse der genetischen Analysen oder der Epigenetik zu berücksichtigen. Diese finden aber nur oberflächlichen Eingang in Diamonds Buch. Zeigt die wahren Faktoren für Fortschritt 5 von 5 PunktenFrüher glaubten viele Menschen das die ethnische Herkunft, die sogenannte "Rasse", der entscheidende Faktor dafür sei wie fortschrittlich ein Volk werden konnte. Heute glauben sehr viele Menschen im Westen, das ihr Fortschritt das den Rest der Welt lange Zeit extrem übertraf und auch heute noch vorherrschend ist, auf der Zeit der europäischen Aufklärung basiert. Die Menschen glauben es sei ihre Kultur und die daraus hervorgehenden Denker und Erfinder der sie so fortschrittlich gemacht hat. Und die dritte Welt, z.B. die islamische Welt, sei schwächer weil sie nicht die günstigere Kultur haben. Es heißt, die dritte Welt müsse eine Aufklärung erleben wie Europa, damit Wohlstand und Fortschritt aufkommt. Jared Diamond beweist in diesem Buch das die Ideologien die Fortschritt fördernd sind und die z.B. auch in der europäischen Aufklärung entstanden nicht die eigentliche Ursache des Fortschritt ist, sondern das letztendlich die Entstehung solcher Ideologien auf geographischen Vorteilen basiert. Einfach gesagt, nur wer eine günstige Geographie hatte konnte Fortschritts fördernde Ideologien herausbilden. Wer die Verteilung von Industriestaaten, dritte Welt Ländern und Schwellenländer mit der Verteilung der Klimazonen vergleicht wird schnell herausstellen das die Verteilung von Arm und Reich kein Zufall ist, sondern ein eindeutiges Muster zeigt wonach ca. 90% der Industriestaaten sich alle in der gemäßigten Klimazone befinden während die ärmsten Länder der Welt genau am Äquator sind. Absolut gelungen 5 von 5 PunktenDer deutsche Titel "Arm und Reich" ist leider ziemlich irreführend; bedauerlicherweise hat das auch bei einigen Rezensenten zur Verwirrung geführt. Der englische Originaltitel trifft es viel besser. Außer ganz am Schluss geht es doch gar nicht darum, warum heute einige Gesellschaften arm und andere reich sind. Vielmehr erklärt Diamond, wie die Entwicklung der Landwirtschaft und vor allem die unterschiedliche Ausstattung mit natürlichen Schätzen einigen Völkern einen erheblichen Vorsprung verschafft haben. Die Verlierer wurden meist "überrollt". Bis zur Zeitenwende halte ich seine Theorie für absolut plausibel. An diesem Werk wird man als am Thema Interessierter kaum vorbeikommen (selbst wenn Einzelheiten vielleicht noch revidiert werden). Das Gesamtbild stimmt sicher. Bei der Erklärung, warum heute Länder unterschiedlich reich sind, werden seine Thesen ein wenig dünn. Hier sei die ergänzende Lektüre von David Landes' Wohlstand und Armut der Nationen: Warum die einen reich und die anderen arm sind und von Paul Kennedys Aufstieg und Fall der großen Mächte: Ökonomischer Wandel und militärischer Konflikt von 1500 bis 2000 empfohlen. Die ganze Wahrheit ist vielleicht sowieso noch nicht erzählt. Aber Jared Diamond hat uns ein ganzes Stück weitergebracht. Das passende Buch zur Hungerdiskussion 1 von 5 PunktenArmut lässt sich nicht aus den unterschiedlichen Rassen erklären, ist aber dennoch leider unvermeidbar. Das ist die Botschaft dieses Buchs. Wie macht das Diamond? "Dieses Buch unternimmt den Versuch, die Geschichte aller Völker in den letzten 13 000 Jahren zu skizzieren. Die Frage, die es zu beantworten sucht, lautet: Warum nahm die Geschichte auf den verschiedenen Kontinenten einen so unterschiedlichen Verlauf?" Diamond geht es um die Erklärung der heutigen weltweiten Verteilung von arm und reich. Besonders liegt ihm am Herzen, seine Theorie von Erklärungen abzugrenzen, die arm und reich aus der Rasse der Völker erklären. Was taugen seine Erklärungen? 1. Die Methode, Geschichte zu erklären, derer sich Diamond bedient, bezeichnet er als historisch. Dabei behauptet er, dass ein gesellschaftlicher Zustand so zu erklären sei, dass er das Resultat des zeitlich vorherigen Zustands ist. Das "Vorher" - also ein zeitliches Verhältnis zweier Perioden - wird als Ursache des "Nachher" behauptet. So vermeidet er es, den Grund, warum in einer Gesellschaft aus einer Vorperiode etwas (weiter)existiert oder nicht, in dieser Gesellschaft selbst zu suchen. Diese historische Methode verschafft Diamond stattdessen die Freiheit, sich die Sachverhalte aussuchen zu können, die er gerne als Ursache für die heutige Armut und und den heutigen Reichtum behaupten möchte. Es muss nur vorher stattgefunden haben, um dann das Nachher als notwendig und unvermeidlich abzuleiten. Das geht allerdings nicht ohne viele Ungereimtheiten. 2. Zu seiner historischen Methode gehört auch, die in x-facher Gestalt variierte Behauptung, dass in der Geschichte irgendetwas eingetreten ist, weil es vorher die technische Möglichkeit dazu gab. Wegen der Möglichkeit, aus Stahl Waffen zu produzieren, gab es Stahlwaffen; wegen der Möglichkeit mit Nahrungsüberschüssen eine Herrschaft zu ernähren, gab es Herrschaft; etc. etc. . So ist er locker darüber hinweg gegangen, welche Interessen es nötig haben, mit Waffengewalt durchgesetzt zu werden. 3. Das zentrale Ergebnis von Diamonds Theorie ist, dass die unterschiedliche "Entwicklung" von Armut und Reichtum von geographischen Voraussetzungen abhängt, die den Austausch von Wissen über Technik und Naturbeherrschung erlauben oder verhindern. Damit unterstellt er, dass die Menschen ihr Wissen austauschen wollen. Auf der anderen Seite soll aber ein Entwicklungsfortschritt dazu führen - siehe die Waffenentwicklung -, dass die fortgeschrittenen Völker andere Völker beherrschen, was gerade das Gegenteil eines Austausches ist, der zu einem Ausgleich von Wissen und dessen Nutzung führt. 4. Im Inneren einer Gesellschaft soll laut Diamond die Entwicklung so verlaufen sein, dass auf der einen Seite diejenigen, die landwirtschaftliche Überschüsse über den unmittelbaren Verbrauch hinaus produziert haben, andere Menschen benötigt haben, die ihre Vorräte schützen. Diese seien im Rahmen einer Arbeitsteilung durch die Produzenten von der Produktion freigestellt worden. Auf der anderen Seite sollen aber genau diese "Beschützer", Herrschaft über die Vorräte und deren Produzenten haben, also im glatten Gegensatz zu den Produzenten stehen. Eine ziemlich widersprüchliche Theorie, die aber erforderlich ist, wenn man eine eigentliche Harmonie zwischen Herrschern und Beherrschten behaupten will. 5. Dieses Desinteresse, nach Nutzniessern und Opfern einer gesellschaftlichen Entwicklung zu fragen, betätigt sich auch in Diamaonds inhaltslosen Bestimmung des "Strebens nach Reichtum und Macht". Da setzt Diamond den Inhalt der Macht und des Reichtums beim Cromagnon mit Kolonisatoren und modernen Staatenlenkern gleich. Worin der Reichtum oder die Macht bei den Cromagnon bestanden haben, wozu die Macht gedient hat, wer Nutznießer und Geschädigter der jeweiligen Macht und des Reichtums sind, übergeht Diamond und setzt das mit Macht und Reichtum in der gegenwärtigen Gesellschaft gleich: Höchstwahrscheinlich hatten die Cromagnon auch eine Bundeskanzlerin und der reiche Cromagnon hat in Aktien investiert. Damit werden Macht und Reichtum als menschliche, natürliche Grundeigenschaft behauptet. Hier wird Diamond selbst rassistisch, indem er dem Menschen das "Streben nach Macht und Reichtum" als Naturkonstante unterstellt (Was im Übrigen wieder überhaupt nicht zu dem angeblichen Willen zum Wissensaustausch passt.). 6. So verwundert es schon gar nicht mehr, wie er die "Entwicklung" der Beherrschung der Natur in Landwirtschaft und Technik behandelt. Er unterstellt den Zweck "Entwicklung". Was soll das sein? Wozu und warum wurde die Technik jeweils weiter entwickelt? Kann es wirklich im Interesse aller Mitglieder der "Völker" gelegen haben, dass "Entwicklung" dazu stattfindet, Mittel für Kriege, deren Opfer die Völker als Kriegspersonal sind, zu entwickeln? 7. Es ist schon reichlich absurd, wenn seit mindestens 150-200 Jahren die Naturbeherrschung durchgesetzt ist, wenn es keine relevanten geographischen Schranken mehr gibt (Wie kamen denn sonst die Eroberer zu den "Nichtentwickelten"?), wenn es eine Produktivität gibt, mit der alles, solange sich nur ein Geschäft damit machen lässt, hergestellt werden kann und wo technisch ein Vielfaches der gegenwärtigen Weltbevölkerung ernährt werden könnte, Diamond behauptet, dass die heutige Armut eine Wirkung der geographisch bedingten ungleichen "Entwicklung" sei. Als nur eines einer beliebig zu erweiternden Kette von Beispielen sei auf das Umleitungsprojekt des Rio Sao Francisco, des zweitgrößten Stroms nach dem Amazonas in Brasilien hingewiesen. Dabei wird - vor allem zur Gewinnerwirtschaftung durch Kraftstoffe aus Palmöl - 100.000enden Anwohnern am Unterlauf des Rio Sao Francisco die Lebensgrundlage durch diesen zweckgerichteten Eingriff in die Geographie genommen. Also von wegen Armut und Elend seien ein Ergebnis der ungünstigen Geographie: Die Verwandlung aller natürlichen Lebensgrundlagen in Geschäftsartikel, inklusive der Veränderung ganzer geographischer Gegebenheiten im Interesse der Gewinnerwirtschaftung schaffen Not und Elend. 8. Ob Diamond nun die Absicht hat oder nicht: sein Buch macht nichts anderes als durch angebliche geographische Notwendigkeiten all das zu legitimieren, was sich heute als massenhaftes Elend präsentiert. Der geneigte Leser kann sich also beruhigt zurücklehnen und seine Weltbetrachtung um dieses Stück Anschauung ergänzen. Dagegen mein Tip: Die Mühe der fast 600 Seiten kann man sich sparen. Dann schon lieber das Buch von Lueer. Warum verhungern täglich 100.000 Menschen?: Argumente gegen die Marktwirtschaft Warum erorberten die Inkas nicht Spanien 5 von 5 PunktenDie unterschiedliche Entwicklung in verschiedenen Kulturkreisen , von den ach so zivilisierten Europäern auf der einen Seite bis zu den steinzeitlichen Jägern in Tasmanien , die nicht in der Lage waren , selbstständig Feuer zu entfachen auf der anderen Seite wurde früher oft mit rassistischen Theorien erklärt. Ein überzeugender gegenteiliger Entwurf wird in diesem Buch dargelegt. Die Unterschiede haben ökologische Ursachen, habe viel mit der Ausstattung an kultivierbaren Pflanzern und Tieren zu tun, mit geographischen Gegebenheiten und ähnlichen Faktoren. Diamond belegt auch, dass eben bestimmte Kulturen sich wenig entwickelten, weil sie nur geringem Selektionsdruck unterlagen. Günstige Umweltfaktoren haben den entscheidenden Einfluss. So konnten viele Großtiere, wie Rind, Schaf, Ziege Pferd und Kamel im Nahen Osten domestiziert werden mit vielfältigen positiven Folgewirkungen. In Afrika, wo Tiere und Menschen schon länger zusammenlebten, hatten die Tiere früh einen Fluchtreflex, wie etwa das Zebra, so dass sie nie domestiziert werden konnten. Auf der andern Seite wurde Amerika so spät von den Menschen besiedelt, das die dort lebenden Grosstieren kaum einen Fluchtreflex entwickelten und daher von den Indianer sehr früh ausgerottet wurden, bevor sie hätten domestiziert werden können. Das ist nur ein Beispiel, denen im Buch viel Folgen. So waren Infektionserkrankungen für die indianische Bevölkerung verheerend. 95 % starben an den von Europäern eingeschleppten Erkrankungen. DIAMOND erklärt, warum die Europäer die Indianer infizierten, es aber umgekehrt kaum zu Ansteckungen ab. Das hat mit dem Zusammenleben vom Mensch und Tier zu tun, weil oft Erreger übertragen werden, aber auch mit Bevölkerungsdichte, DIAMOND beschreibt auch, dass gewisse Vorteil von Zeitalter zu Zeitalter wechseln können, auch dass es unter bestimmten Umstände Rückschritte" geben kann. Japan hatte 1600 zum Beispiel die größte Schusswaffendichte der Welt, ein Jahrhundert waren die Schusswaffen verschwunden. In China wurde n mechanischen Uhren und die Seeschifffahrt aufgegeben. Das Buch ist äußert informativ und erhellend. Es zerschmettert Vorurteile. |
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Götter und Helden: Die Mythologie der Griechen, Römer und Germanen von Eckart Peterich, Pierre GrimalGebundene Ausgabe von PatmosPreis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 9,42 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3491962323, Erscheinungsdatum: Juni 2008, Auflage: 1 |
3 Kundenrezensionen:Nachschlagewerk 4 von 5 PunktenIch hatte mir dieses Buch gekauft um einen Überblick über die Mythologie in unseren Breitengraden zu erhalten. Dazu ist das Buch allerdings nur bedingt geeignet. Die einzelnen Gestalten werden sehr kurz abgehandelt. Viele der Gestalten mit denen die Hauptpersonen Interagieren werden kaum erklärt. Allerdings kann man bei einem Buch mit diesem Umfang auch kaum mehr erwarten. Wenn Zeus oder Theseus auf 1 1/2 Seiten abgehandelt werden, bleibt halt notgedrungen einiges auf der Strecke. Dafür ist das Werk halt sehr kompakt. Alle Welten in einem Buch 5 von 5 PunktenWer den Klassiker unter den Italien-Führern, Peterichs bei Prestel erscheinende Italien-Trilogie, kennt, weiß, dass dieser mit der Antike vertaut war, als wäre er dabei gewesen. Seine Führungen durch die Kunst der Alten beinhalten immer auch die Geschichte dahinter - häufig die Welten der Götter und Helden des Altertums. Nun hat der Deutsche Taschenbuchverlag dankenswerterweise ein Taschenbuch herausgebracht, das alle Götter- und Heldengeschichten der Griechen, Römer und Germanen in gut lesbarer Form in einem Band vereint. Wer nicht lexikalische Inhalte sucht sondern hervorragend geschriebene Nacherzählungen der großen Epen in kürzestmöglicher Weise, der findet hier, was einmal Allgemeinwissen war, zusammengefasst, zum Staunen, Träumen und Weiterforschen. Kompaktes Wissen über die alten Götter! 5 von 5 PunktenÜber anderthalb Jahrtausende sind vergangen, seit das Christentum die Mythologien der Griechen, Römer und Germanen verdrängt hat. Und dennoch begegnen uns die alten Helden und Götter überall. Wir sehen sie auf Felszeichnungen, Gemälden Tempeln, Vasen und lesen Anspielungen auf sie in so manchem literarischen Werk. Doch die meisten wissen nicht mehr wer diese Helden aus grauer Vorzeit waren. Welch oftmals tragisches Schicksal sie doch hatten. Peterich und Grimal fassen in "Götter und Helden" so ziemlich alles zusammen was man über die einzelnen Figuren der Antike wissen sollte. Anschaulich, knapp und prägnant schildern die beiden die Sagen der Griechen und Ihre Weiterführung in der römischen Mythologie. Ein ausführliches Sach- und Namensregister machen dieses Lesebuch zugleich zum Nachschlagwerk. |
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Das Leben im Mittelalter von Robert FossierBroschiert von Piper Verlag GmbHPreis bei Amazon: EUR 10,95, Angebote ab EUR 6,94 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3492257208, Erscheinungsdatum: Juli 2009, Auflage: 3 |
5 Kundenrezensionen:Bester Lesestoff (natürlich aus Frankreich !) 5 von 5 PunktenIch gebe den positiven Rezensenten uneingeschränkt Recht : ein interessanter & lohnender Blick auf`s Mittelalter, auch wenn man schon viel übers Mittelalter gelesen hat. Geschrieben natürlich, muss ich sagen, von einem französischen Autor. Es deprimiert, wenn man dann sieht, wie manche deutsche Professoren der "alten Garde" (noch immer) versuchen, den endlos ausgeleierten & faden Themen wie z.B. Canossa wieder einmal (zum wievielten Mal eigentlich ??) "ganz neue" Seiten abzugewinnen. Absolut lesenswert! 5 von 5 PunktenZufällig bin ich vor 2 Tagen auf das Buch von Robert Fossier gestoßen. Ich habe bisher noch kein Buch über das Mittelalter in den Händen gehabt, das ich mit solchem Vergnügen gelesen habe. Für jemanden, der sich zur Zeit "wissenschaftlich" mit mittelalterlichen Themen befassen muss, ist "Das Leben im Mittelalter" eine Erholung. Keine Fußnoten, keine Quellen- und Literaturangaben, die vom Text ablenken können: das ist pures Lesevergnügen. Die 5 Sterne sind verdient. Es ist nicht alles Gold was glänzt 3 von 5 PunktenDas Buch ist tatsächlich launisch geschrieben, witzig und leicht zu lesen und dennoch fehlt es an einigen wesentlichen Punkten. So gibt es weder ein Quellenverzeichnis noch bibliographische Angaben. Was mich aber tatsächlich stört, sind einige schulmeisterliche Passagen und Witzversuche, die allzu billig daherkommen. Hier ein Beispiel von Seite 231: "Der Mensch...ist entschlossen diese (die Tiere Anm.) zu beherrschen, nicht zuletzt weil Gott ihm diesen Aufgabe zugewiesen hat. Allerdings waren sich mit Ausnahme einzelner Hunde oder Pferde die fraglichen Tiere dieser Tatsache wohl niemals wirklich bewusst... Ebenfalls störend sind zahlreiche Widersprüche im Text. Egal ob es das durchschnittliche Heiratsalter der Männer ist, das einmal 18 Jahre dann wieder 28 Jahre ist. Oder diese Passage: Auf Seite 205 schreibt der Autor: "Und schon damals wurde versucht, den Delfin als Freund des Menschen zur Fischerei abzurichten, wenn auch mit mäßigem Erfolg." Auf Seite 241 erfährt man dann aber: "Seltsamerweise hat man niemals versucht, die Dienste des Delfins beim Fischfang in Anspruch zu nehmen..." Was nun? - das fragt man sicher leider allzu oft. Mittelalter - einmal anders 5 von 5 PunktenDiese Buch setzt sich wohltuend ab von allen oder besser: von vielen Büchern, die sich mit dem Mittelalter beschäftigen: seien es Fachbücher, populärwissenschaftliche Werke oder die vielfach zu Unrecht geschmähten historischen Romane, die das Mittelalter zum Thema haben. Robert Fossiers "Das Leben im Mittelalter" ist alles in einem. Es enstpricht wissenschaftlichen Anforderungen, ist hervorragend und sehr verständlich geschrieben und spannend wie ein Roman. Dies liegt wohl vor allem an der Sicht auf das Mittelalter, mit der sich Fossier, renommierter Wissenschaftler und Mediävist, des Themas annimmt. Um den einfachen Menschen geht es, der ackert und rackert, der lebt und stirbt, die sich an der Liebe "berauscht" und manchmal auch am Wein. Wind und Wetter machen ihm zu schaffen. Er glaubt und hofft und liebt - in Richtung Gott und Himmel, und er hat Angst vor der Hölle. Wir lernen den mittelalterlichen Menschen, den "Otto Normalverbraucher" von damals in allen Facetten seines Lebens kennen, wir sehen die Welt von damals, wie sie wohl gewesen sein mag. Dies alles und das Denken, das den mittelalterlichen Menschen bewegt und sein Handeln bestimmt hat, ist wunderbar zusammengefasst in diesem herausragenden Buch. Ein Buch, das uns gleichzeitg "belehrt" (ohne belehrend zu wirken), dass die Mär vom Mittelalter als saeculum obscurum wirklich nur eine Mär ist. Die 1000-jährige Zeitspanne des Mittelalters kompakt 5 von 5 PunktenDem französischen Historiker Robert Fossier geht es in diesem 500-seitigen Werk weniger um die Darstellung von Zahlen und historischen Begebenheiten, sondern um den "einfachen" Menschen und seinem ganz alltäglichen Leben. Der Autor beleuchtet Krankheiten und Nöte, das Verhältnis von Mann und Frau, Kinder, die Bedeutung von Familie, Verwandtschaft, das Leben im Alter, Natur, Wetter, Sexualität, Arbeit, Unterbringung, Bodenerträge, Wald, Tiere u.v.m. Der Autor bezieht sich dabei auf mittelalterliche Darstellungen in Bildern, Handschriften, Buchmalerei, Erzählungen, Versepen, Zunftstatuten etc. Ich möchte auf die Themen Frauen und Sexualität etwas näher eingehen: Frauen im Mittelalter hatten keine Stimme. Da überwiegend Kirchenväter - und dies widerum ledige Männer - schriftliche Aufzeichnungen führten und diese (Männer) kein Interesse an einer Darstellung aus weiblicher Sicht hatten, fehlen hier weitgehend die Quellen. Dennoch vertritt Fossier im Gegensatz zu anderen Historikern die These, dass es den Frauen im Mittelalter materiell besser ging, als hinlänglich angenommen wird, während er den rechtlichen Status der Frau als miserabel ansieht. Voranstellen muss man, dass der Einzelmensch praktisch verloren war und dass das mittelalterliche Leben ein Leben in der Gemeinschaft ausmacht. Den Begriff "Individuum" gab es noch nicht. Die Ehe setzte sich als Keimzelle der Familie durch. Die Rolle der Frau in der Ehe war es, dem Mann bedingungslosen Gehorsam zu schulden. Sie musste ihm Nachwuchs gebären, für seine Gesundheit sorgen und seine sexuellen Wünsche befriedigen. Eine Frau war jedes zweite Jahr schwanger. Viele starben im Kindbett. Der Altersunterschied zwischen Mann und Frau betrug meist 10-15 Jahre, was zu Bevormundungen und Seitensprüngen führen konnte. Ein "gehörnter Ehemann" sei allerdings in der Literatur stets als lächerliche und sogar verabscheuungswürdige Figur dargestellt. Frauenarbeiten waren scheren und kämmen, spinnen und nähen, flechten und weben. Frauen dominierten das Geschäft der Leder-, Filz- und Stoffverarbeitung. Die vielen Schwangerschaften und die Erfordernis von besonderer Körperkraft schränkten jedoch die Erwerbstätigkeit ein. Der biblische Imperativ "Seid fruchtbar und mehret euch", steht seit dem Mittelalter der kirchlichen Verehrung der Jungfrau Maria als Ideal der Weiblichkeit gegenüber. Der Geschlechtsakt war nur statthaft, wenn er der Zeugung diente. Die Frau war dabei nur ein Gefäß, in das der Samen hineingegossen wurde. Sexuelle Symbole bildeten das Haar und die Arme. Mit dem christlichen Denken änderte sich das Verhalten gegenüber früherem Sexualverhalten: Masturbation, Pädophilie, Analverkehr und Homosexualität wurden bestraft (im Altertum war dies nur die Pädophilie). Die Prostitution wirkte im Mittelalter wie ein gesellschaftlicher Regulator, der die öffentliche Ordnung aufrechterhalten half. Es herrschten ungewöhnlich freizügige Sitten, was sich aus der hohen Zahl an Strafen, die verhängt wurden, schließen lässt. Die Kirche versuchte akribisch, Wollust als Gefahr für die Seele darzustellen, konnte sich damit nur nicht so ganz durchsetzen. Robert Fossier beleuchtet alle diese Themen sehr ausführlich und gekonnt. Es ist klar, dass er dieses Werk mit einem umfassenden Hintergrund geschrieben hat. M.E liest es sich nicht unbedingt wie ein Krimi, ist aber gut für den Laien verständlich. Ich hätte es besser gefunden, wenn den Kapitelüberschriften im Inhaltsverzeichnis auch noch die Unterüberschriften mit Seitenzahlen hinzugefügt wären. Für den Wissenschaftler fehlt ein Quellenverzeichnis. Dass es Fossier um den "einfachen Menschen" geht, finde ich sehr gut. |
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Die Verwandlung der Welt: Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts von Jürgen OsterhammelGebundene Ausgabe von C.H.BeckPreis bei Amazon: EUR 49,90, Angebote ab EUR 42,94 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3406582834, Erscheinungsdatum: April 2009, Auflage: 4. Aktual. |
5 Kundenrezensionen:Lebendige Geschichte für Jedermann 5 von 5 PunktenIch habe mir dieses Buch im Zuge einer Lehrveranstaltung meines Studiums gekauft. Doch etwas erschrocken war ich über den Umfang des Buches, zumal die Schriftgröße auch eher klein ist. Auch der Kaufpreis ist für einen Studenten wie mich nicht gerade günstig und wer nicht regelmäßig seine Arme trainiert wird mit der Handhabung auch seine Probleme haben. Sinnvoll wäre die Benutzung eines Foliantenhalters, oder der Verlag unterteilt das Buch in einzelne Bände. Tatsächlich entpuppte sich das Buch als eine interessante Lektüre, obwohl ich in der Freizeit eher Fantasybüchern und historischen Romanen den Vorzug gebe, las ich das Buch mit stetigem Interesse und würde es an diesem Zeitpunkt auch als gute Freizeitlektüre bezeichnen, wenn man sich für den geschichtlichen Inhalt interessiert. Viele Fachbücher, die im Rahmen universitärer Kurse angepriesen und vorausgesetzt werden, sind schwer zugänglich und staubtrocken geschrieben. Osterhammels Buch hingegen liest sich wie ein anspruchsvoller Roman und schafft ein Werk, welches ich als "Infotainment" bezeichnen würde. Da die Kapitel inhaltlich nicht zwingend aufeinander aufbauen, sondern auch getrennt und unabhängig gelesen werden können, bietet es sich auch als Nachschlagewerk für Abiturienten oder Studenten an. Zusammenfassend also eine 5-Sterne-Bewertung mit Vorbehalt wegen des Preises und der Handhabung. Hier eine kurze Zusammenfassung des Buches, die mit meiner Rezension nichts mehr zu tun hat Das opulente Werk Die Verwandlung der Welt von Jürgen Osterhammel erzählt die Weltgeschichte des 19. Jahrhunderts auf eine facettenreiche und schwungvolle Art und Weise. Aus einer Vielzahl von Quellen und unterschiedlicher Blickwinkel gibt er einen tiefreichenden Einblick in die Zeitepoche des 19. Jahrhunderts. Er beschreibt dieses Epoche als das erste globale Jahrhundert und das letzte europäisch dominierte. Das Ziel seines Buches ist eine Abweichung von der traditionellen eurozentrischen Geschichtsdokumentation und das Aufzeigen von Strukturen und Mustern, Gemeinsamkeiten und Unterschieden, Zäsuren und Kontinuitäten. Dadurch entfernt sich sein Werk von den Standartbegriffen des Kolonialismus und Industrielle Revolution und zeichnet einen weitaus umfassenderen Rahmen, der Natur-Menschbeziehungen, Krankheit und Andersartigkeit, Besonderheiten von Urbanisierung, unterschiedliche Formen von Bürgerlichkeit, Migration und Sesshaftigkeit sowie Religiosität und Säkularisierung mit einbezieht. Er betrachtet weniger die traditionell betrachteten Ereignisse wie Schlachten, Krisen etc. sondern vielmehr weltweit entstehende Phänomene und Ereignisse und versucht diese miteinander in Beziehung zu bringen. Dabei stellt Osterhammel immer wieder einen Bezug zur Realität her und verlässt auch bei geschichtlichen Rückblicken immer wieder bewusst das Zeitfenster des 19. Jahrhunderts. Ihm zufolge können Prozesse und Kontinuitäten im 19. Jahrhundert nur verstanden werden, wenn sie in ihrer Gesamtheit Epochen übergreifend betrachtet werden. Sein Buch hat dadurch den nicht geringen Anspruch, dem Leser eine weltgeschichtliche Perspektive aufzuzeigen, indem er von Europa beginnend unter einer Vielzahl von Aspekten über den Erdball schweift und die Herauslösung von Japan, China und den USA aus der Peripherie beschreibt. Er beginnt seine Erzählung mit dem Hinweis, dass mit Schildkröte Hariett, die Charles Darwin von seinen Forschungsreisen mitgebracht hatte, im Jahr 2006 die letzte Zeitzeugin des 19. Jahrhunderts gestorben war. Tatsächlich gibt diese Geschichte eine inhaltliche Vorschau über eine Vielzahl von Hauptthemen aus seiner Erzählung: Die Archivierungsleidenschaft des 19. Jahrhunderts, ohne die man nicht gewusst hätte, wer Hariett ist, die Wanderungen von Sträflingen, Arbeitern und Unternehmern, Forschungsreisen von Wissenschaftlern und die Jagt auf Kulturschätze aus fernen Ländern sowie deren Verteilung in Museen rund um den Globus, auf dem Imperien die entlegensten Orte miteinander verbanden. Wie der Titel des Buches vorwegnimmt, geht es Osterhammel nicht um eine teleologische Erzählung von Nationalismus, Kolonialismus, Modernisierung, Standardisierung und Globalisierung sondern um die Erfassung weltweit beginnender Prozessen, in denen er Parallelen und Unterschiede aufzeigt. Darüber hinaus stellt er die vermeintlichen Selbstverständlichkeiten der Geschichtsschreibung, Chronologie und Geographie mentaler Landkarten als orts- und zeitgebundene Vorurteile in Frage. Als Beispiel nennt Osterhammel die Französische Revolution, die außerhalb von Europa kaum zu spüren war und fokussiert seine Inhalte eher auf die zweite Hälfte des 19. Jahrhundert, auf das Victorianische Zeitalter und das fin de siécle wie er es nennt. Er arbeitet fünf wesentliche Merkmale des 19. Jahrhunderts hervor: 1. Technologischer Fortschritt unterteilt die Welt in arm und reich 2. Wachsende Mobilität durch die Eisenbahn 3. Kommunikative Vernetzung durch Telegraphen 4. Spannung zwischen Gleichheit und Hierarchie 5. Emanzipation Die Kapitel des Buches bieten ein Panorama der Weltgeschichte des 19. Jahrhunderts von Lebensverhältnissen und -chancen der Bevölkerung sowohl in der Stadt als auch auf dem Land, insbesondere in den kolonialisierten Bereichen der Welt. Naheliegend ist auch die Fokussierung auf die Gebiete des amerikanischen, afrikanischen und asiatischen Kontinents und weniger auf die europäischen Nationalgeschichten. Ein bedeutendes Thema für Osterhammel ist die Sklaverei sowie deren schrittweise Abschaffung im 19. Jahrhundert und die daraus in Verbindung stehenden Diskussionen und deren Bedeutung in den Gesellschaftsteilen. Auch hier zeigt sich Osterhammels Vorgehensweise beim Aufzeigen von Parallelen und Unterschieden, wenn er den Anstieg der Sklaverei in Teilen Südamerikas gleichzeitig mit dem Abklingen auf dem Nordamerikanischen Kontinent vergleicht. Im Zusammenhang mit dem technischen Fortschritt durch Eisenbahnen, Dampfschiffe und Telegraphen, äußert Osterhammel seine wohl provokanteste These: Das 19. Jahrhundert sei weniger eine Epoche von Nationalstaaten und Nationalismus, sondern vielmehr eine Epoche von zukunftsträchtigen Imperien, die erst im 20. Jahrhundert entweder untergehen (Deutschland), sich umstrukturieren (China) oder von anderen beerbt werden (Großbritannien). Interessant in diesem Zusammenhang ist die Einbeziehung nicht nur der großen Reiche wie Großbritannien, Russland oder China, sondern auch der Staaten, die in der traditionellen Geschichtsschreibung als neue Nationalstaaten bekannt sind. Diese These belegt er später durch den Vergleich der unterschiedlichen Definitionen von Nationalstaaten mit der Realität von Staats- und Bevölkerungsstrukturen, verfällt aber nicht dazu den Nationalismus als Hauptthema des Buches zu verwenden. Ein Meilenstein der Geschichtsschreibung! 5 von 5 PunktenIm Grunde genommen könnte ich mir diese Rezension sparen, denn meine Vorredner haben über dieses monumentale Werk von Prof. Osterhammel bereits alles gesagt. Prof. Osterhammel hebt mit dieser Globalgeschichte des 19. Jahrhunderts die Meßlatte in diesem speziellen und ohnehin äußerst anspruchsvollen Bereich der Geschichtsschreibung um ein großes Stück an: Ein einnehmender und eleganter Sprachstil, angenehmes Unterlassen von einseitig subjektiver Wertung, sorgsam recherchierte Fakten in wahrlicher Hülle und Fülle. Und für die Ästheten: Wunderschön gebunden und auf qualitativ hochwertiges Papier gedruckt. Kurzum: So sieht die geschriebene Vermittlung historischen Fachwissens auf höchstem Niveau aus. Glasklare Kaufempfehlung! Wer und was wir sind... 5 von 5 PunktenEs gibt Bücher, die begleiten einen über einen Zeitraum im Leben, und vieles von dem, was man in dieser Zeit erlebt, wird mit dem, was man liest, in Zusammenhang gesetzt. Und das eröffnet einem dann neue Horizonte, man sieht mit anderen Augen, man versteht Dinge, die man sonst nicht verstanden hätte. Meist sind es die großen, berühmten und langen Romane, von Thomas Mann, von Max Frisch, Thomas Pynchon oder auch von John Irving, bei denen das mir so geht. Doch hier, bei "Die Verwandlung der Welt" war es zum ersten Mal ein Sachbuch, das bei mir diesen Effekt hatte. Dabei liegt der Grund nicht, jedenfalls nicht nur, in der Länge des Buches. Fast drei Monate hat dieses Buch begleitet. Während dieser Zeit haben mich die Themen dieses Buches kaum losgelassen. Das hat viel Zeit gekostet. Und noch schlimmer, es hat mich auch noch ständig zum Querlesen, zum Nachschlagen in anderen Büchern verführt. Dabei scheint das Thema doch eigentlich trocken zu sein. Laut Untertitel wird hier die Geschichte des 19. Jahrhunderts erzählt. Aber schon das ist eigentlich ungenau. Denn erzählt wird auch schon viel über die amerikanische Unabhängigkeit und die französische Revolution, und auch der Kolonialismus nach 1900 und der Weg zum 1. Weltkrieg kommt nicht zu kurz. Offenbar geht es hier also um ein Jahrhundert, welches mindestens 150 Jahre dauert. Aber vielleicht ist es gar nicht mal so die Vergangenheit, um die es hier geht. Der eigentliche Titel des Buches, "Die Verwandlung der Welt" trifft es hier viel besser. Es geht dem Autor offenbar darum, zu beschreiben und zu begründen, warum unsere heutige Welt so ist, wie wir sie jetzt erleben. Warum sehen unsere Städte so aus, wie sie heute aussehen? Warum sind sie so groß geraten, haben eine so komplexe Infrastruktur, haben eine Funktion im einem eigenen, globalen Netzwerk, das die großen Metropolen untereinander oft mehr zu verbinden scheint, also diese mit dem Land um sie herum verbunden sind? Warum erleben wir ein ungebremstes Bevölkerungswachstum in den Entwicklungsländern, dass historisch ohne Beispiel ist, während ein anderer Teil der Welt Probleme mit der Überalterung und fehlendem Nachwuchs hat (was historisch zumindest selten war)? Wie sind die Massenmedien entstanden, so wir wie sie heute kennen? Wie erklärt sich die merkwürdige Verteilung von Armut und Reichtum in dieser Welt, und ist die Ungleichverteilung eine historische Konstante oder gibt es Alternativen zu der heutigen, spätkapitalistischen Welt? Sind Kapitalmärkte eine temporäre, historische Erscheinung oder einfach eine unvermeidliche Notwendigkeit, wie uns viele Politiker in den letzten Jahren weismachen wollten? Und vielleicht der aktuell spannendste Punkt: Was hat es eigentlich auf sich mit der merkwürdigen Hegemonie der Anreinerstaaten des nördlichen Atlantiks über den Rest der Welt? Der Überlegenheit der "Westlichen Zivilisation"? Und wenn wir über deren Voraussetzungen im 19. Jahrhundert sprechen: Dauern diese eigentlich heute noch an? Ich persönlich habe ein Gefühl, dass mit diesem Buch eine Art von Standardwerk entstanden ist. Nicht so sehr als Nacherzählung der Geschichte des 19. Jahrhunderts, sondern eher als eine Erklärung der Ursprünge unserer eigenen Zeit. Diese zu verstehen, sich damit selbst zu verstehen, das könnte uns bei vielen aktuellen Konflikten wirklich weiter helfen. Meine Befürchtung ist nur, dass leider viel zu wenige Menschen in unserer Gesellschaft sich die Zeit nehmen werden, sich ernsthaft mit diesem Buch und seinen Inhalten auseinander zu setzen. Weltgeschichtsschreibung par excellence 5 von 5 PunktenEs gibt keinen lebenden Zeitgenossen mehr, der das 19. Jahrhundert miterlebt hat. Deshalb handelt es sich bei diesem opulenten Werk von Jürgen Osterhammel um einen großen Glücksfall. Lassen Sie sich vom Umfang des Buches nicht abschrecken - Sie werden traurig sein, wenn Sie mit den gut 1300 Seiten durch sind (die über 200 Seiten Endnoten muss man ja nicht so gewissenhaft lesen...) Mich hat die Lektüre von der ersten bis zur letzten Seite fasziniert. Osterhammel gelingt es hier in einer klaren und gut verständlichen Sprache die Quintessenz des 19. Jahrhunderts herauszuarbeiten. Der Stoff ist nie trocken oder langweilig. Man lernt eine Menge dazu, auch über vorhergehende und nachfolgende Epochen. Hier wird ein Jahrhundert nicht nach Schmema F abgearbeitet (Jahreszahlen, Ereignisse, Personen), sondern als faszinierendes Panorama vor unseren Augen entfaltet. Man erfährt eine Menge über den Alltag (z.B. typische Arbeitsorte, Schulen etc.), was ich immer besonders interessant finde. Wichtig ist auch, dass es sich bei diesem Buch um eine Weltgeschichte handelt. Natürlich ist die Perspektive relativ eurozentristisch, weil Europa im 19. Jahrhundert eben eine außerordentlich wichtige Rolle gespielt hat, aber Osterhammel geht auch oft von China (er ist Chinaexperte) oder von anderen Ländern aus und zeigt so sehr eindrucksvoll auf, welche unterschiedliche Gewichtung einer Epoche in zwei verschiedenen Kulturkreisen zukommen kann. In diesem Buch wird ein Jahrhundert lebendig, das eine Vielzahl bedeutender Veränderungen mit sich brachte. "Die Verwandlung der Welt" ist nicht nur für Akademiker eine interessante Lektüre, sondern für alle, die sich für (Welt)Geschichte und Kulturwissenschaften interessieren. Ich werde das Buch auf alle Fälle immer wieder zur Hand nehmen. Sehr zu empfehlen! Sehr gut, nicht nur für Fachpersonen 5 von 5 PunktenDas Buch ist zwar sehr umfangreich, kann aber auch Abschnittweise gelesen werden, dank der sehr guten Strukturierung. Die einzelnen Abschnitte lassen sich demnach auch einzeln genießen - in etwa wie die Artikel einer detaillierten Enzyklopädie. Der Autor, Professor in Konstanz, ist einer der modernen, in der Regel jüngeren Historiker, die sich um eine objektive (quasi naturwissenschaftliche) Verankerung ihres Fachs bemühen. Dementsprechend spielt bei ihm der theoretische Zugang zu den untersuchten Ereignissen die entscheidende Rolle: der erste Teil, "Annäherungen", ist der Technik gewidmet, dem Instrumentariums moderner Geschichte, und ich fand seine Ausführungen äußerst spannend. Man untersucht ja Dinge, die sich in Raum und Zeit zugetragen haben. In welcher Koordinate soll der Historiker also den Schnitt legen: in der Zeit (gewisse Epoche) oder im Raum (Land, Reich, Kontinent, etc)? Untersuchungen, die beides wollen, also ausschöpfend in Raum und Zeit sein möchten, ufern leicht aus. Der Autor entscheidet sich für eine flexible Mischtechnik, indem er sich relevante Themen vornimmt (etwa: Presse, Religion, Lebensbedingungen, etc), welche er am Beispiel einiger Kulturen vorstellt. Wie hat sich die freie Presse in Europa, Asien und Amerika entwickelt? Diese Regionen sind in etwa seine Leitmotive: Asien und Amerika als Vergleichsterme sorgen dafür, dass das Alte Kontinent nicht mehr als "Nabel der Welt" gilt, und ermöglicht einen globalen Blick. Auf diese Weise entsteht ein Gesamtbild, aber nicht aus unzähligen Punkten, auch nicht aus groben Linien, sondern aus "Farbtupfern". Es erinnert mich an die impressionistische Malerei, oder an ein grobes Pixelbild, auf dem man zwar Details vermissen mag, aber dafür eine gute Vorstellung der Ganzen bekommt, auch in dynamischer Hinsicht. Für meine Begriffe eine effektive und faire Technik - sehr erfrischend. Nicht zufällig wird die naturwissenschaftlich geschulte Leserschaft viele der verwendeten Begriffe wieder erkennen: Speichermedien, Statistik, Sattelzeit, Uhr und Beschleunigung, Raum/Zeit, Metageographie, Relativität von Raumvisionen, Interaktionsräume, etc - um einige Stichworte aus dem ersten Teil zu nennen. Mein Fazit: ein sehr gutes Buch, welches nicht nur Fakten vermittelt (obgleich dieser Aspekt wahrlich nicht zu kurz kommt), sondern auch zum Nachdenken anregt. Ein Buch, das man nach der ersten Lektüre sicherlich nicht im Regal wird verstauben lassen, sondern immer wieder mal hervorholen wird, um sich gut zu unterhalten - und um sich seine Gedanken zu machen. Einziger Minuspunkt (wofür der Autor freilich nichts kann) durfte der Preis sein. Für Bibliotheken und Fachleute kein Problem, aber welcher Student/Studentin oder gar 'Otto-Normalleser' wird diese Anschaffung en passant tätigen? Hohe Verkaufszahlen hätte das Buch jedenfalls verdient. |
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