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Anne Frank Tagebuch von Anne Frank

Taschenbuch von Fischer (Tb.), Frankfurt
Preis bei Amazon: EUR 7,95, Angebote ab EUR 3,90

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3596152771, Erscheinungsdatum: Juli 2006, Auflage: 15
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Aus der Amazon.de-Redaktion


Dieses lebendige, Einblick gewährende Tagebuch ist seit seiner ersten Veröffentlichung 1947 ein geliebter Klassiker und ein passendes Denkmal für den begabten jüdischen Teenager, der 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen ums Leben kam. 1929 geboren, bekam Anne Frank zu ihrem 13. Geburtstag ein neues, unbeschriebenes Tagebuch geschenkt, nur wenige Wochen bevor sie und ihre Familie im von den Nazis besetzten Amsterdam untertauchen mußten. Ihre wunderbar detaillierten persönlichen Eintragungen zeichnen 25 anstrengende Monate klaustrophobischer, streitgeladener Intimität mit ihren Eltern, ihrer Schwester, einer zweiten Familie und einem älteren Zahnarzt nach, der wenig Toleranz für Annes Lebhaftigkeit zeigt. Der universelle Reiz des Tagebuchs beruht auf seiner fesselnden Mischung aus den schmuddeligen Besonderheiten des Lebens im Krieg (karge, schlechte Mahlzeiten; schäbige Kleider, aus denen man längst herausgewachsen ist, die aber nicht ersetzt werden können; die ständige Angst, entdeckt zu werden) und der offenherzigen Auseinandersetzung über Gefühle, die jedem Heranwachsenden bekannt sind: "Jeder kritisiert mich, niemand erkennt meine wahre Natur, wann werde ich endlich geliebt?" Aber Anne Frank war kein gewöhnlicher Teenager: Die späteren Eintragungen verraten einen für eine kaum 15jährige bemerkenswerten Sinn für Mitgefühl und spirituelle Tiefe. Ihr Tod verkörpert den Wahnsinn des Holocaust, aber für die Millionen, die Anne durch ihr Tagebuch kennengelernt haben, ist er auch ein sehr persönlicher Verlust. --Wendy Smith
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5 Kundenrezensionen:

Eins der schlechtesten Bücher überhaupt!
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Ich musste dieses Buch in der Schule lesen. Es war grauenvoll! Den Inhalt kann man so zusammenfassen: Ich will mal wieder raus; unten waren Schritte zu hören; wir mussten leise sein; meine Eltern haben gestritten. Wer dieses Buch als Pflichtlektüre in der Schule fordert, scheint ein Kinderhasser zu sein. Wenn man ein gutes Buch lesen will, dann z. B. "Das Parfum". Oder noch besser ein Tafelwerk der Naturwissenschaften. Da steht Wissen drin und kein Müll.
Das Tagebuch der Anne Frank
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Wir haben im Deutschunterricht das Tagebuch der Anne Frank gelesen und ich war sehr überrascht davon. Ich hatte es mir vollkommen anders vorgestellt, dennnoch habe ich es gut gefunden. Es geht um ein 13- jähriges Mädchen, das zum Geburtstag ein Tagebuch geschenkt bekommt, das sie auf den Namen " Kitty " tauft. Sie fängt sofort an, all ihre Geheimnisse und persönlichsten Dinge hineinzuschreiben. Über Liebe, Familie und natürlich über sich selbst. Dann, nach wenigen Tagen war es dann soweit: Sie mussten in das schon vorbereitete Versteck fliehen. Es waren sehr strenge Regeln, die man dort zu befolgen hatte, denn tagsüber waren Arbeiter unten in der Fabrik. Sie durften keinen einzigen Laut zu Ohren bekommen, denn sonst wären sie wahrscheinlich aufgeflogen und ins Konzentrationslager gebracht worden. Außerdem war im Versteck auch noch ein Junge namens Peter. Am Anfang verstehen sich Anne und Peter nicht so besonders, doch mit der Zeit wird es immer besser. . . .

Meine persönliche Meinung zu dem Buch ist, dass es sehr bewegend und ergreifend ist, zugleich lernt man aber auch sehr viel daraus. Ich würde es weiterempfehlen, jedoch nicht für Kinder unter 13 Jahren.
Lieferung
5 Punkte 5 von 5 Punkten
So schnell ohne Overnight-Lieferung habe ich noch nie erlebt. Gekauft und anderen Tag wurde es schon geliefert.
Tagebuch Anne Frank
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Tagebuch ist sehr informativ und geht einem in der Sprache einer Jugendlichen unter die Haut. Buch wurde schnell und pünktlich geliefert.
Ein Stück Zeitgeschichte
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Anne Frank wird wohl immer und überall aktuell bleiben und bekannt für eine ganze Epoche der Geschichte bleiben. Wer den Namen Anne Frank hört, weiß, in welche Zeit man diesen Namen einordnet.

Durch Anne Frank`s Tagebuch bekommt man einen direkten Einblick in das Leben eines jungen Mädchens jener schrecklichen Zeit. Trotz ihres zarten Alters konnte sie in ihrem Tagebuch so viel mitteilen, dass man als Leser das Gefühl hat, man erlebe jene Zeit mit ihr mit. Nur, dass sie damals wohl kaum wußte, dass ihr Leben mal so enden würde und eines Tages alle Welt IHR Buch mal lesen wird.

Auch ich denke, das Tagebuch der Anne Frank sollte unbedingt auf den Lehrplänen stehen.
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Produkt-Bild: Die vergessene Generation: Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen

Die vergessene Generation: Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen von Sabine Bode

Taschenbuch von Piper
Preis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 6,85

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3492244033, Erscheinungsdatum: August 2010, Auflage: 15
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5 Kundenrezensionen:

beeindruckend
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Es geht um seltsame Erkrankungen im Alter, um Kriegserlebnisse, die oftmals erst wieder freigelegt werden müssen, um Traumata und Psychologie - gut recherchiert. Nur selten mal muss man eine Länge durchstehen, um wieder gefesselt zu werden. Noch nie hat ein Buch in mir so viel bewegt wie dieses! Es ist gut geschrieben, somit leicht lesbar und lässt mich so Vieles besser verstehen: Die eigene Erziehung (eines Nachkriegskindes), die besonders liebe Tante (Kriegskind, ebenso wie ihr sehr patenter und familiensinniger Mann), Merkwürdigkeiten der eigenen Eltern (junge Erwachsenenzeit im Krieg). - Und insbesondere jedem "Kriegskind" aus Deutschland kann ich nur zurufen: Lies das! Es wird gut tun, es wird Erkenntnis und vielleicht sogar ein Stück mehr Geborgenheit schaffen.
Eine Aufarbeitung deutscher Familientradition im Kontext von Nazideutschland
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Dieses Buch hat mir geholfen, Erfahrungen aus meiner Kindheit und das Verhalten meiner Eltern in dem historischen Kontext des Krieges zu verstehen. Sehr einfühlsam dargestellte Fallbeispiele, die Versöhnung und Mitgefühl für diese Generation einladen. Auch sehr hilfreich die Darstellung der Ursprünge der schwarzen Pädagogik, die noch ihre Einflüsse in der Nachkriegsgeneration hatte. Im ganzen ein wertvoller Beitrag zur Aufarbeitung der Einflüsse von Nazideutschland auf die nachfolgenden Generationen und zum Verständnis der eigenen Geschichte.
Leider keine Pflichtlektüre...
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Glückwunsch an Sabine Bode, die mit viel Ausdauer, Mut und Akribie das "Vergessen" aufbricht.
Dieses Buch oder zumindest der inhaltliche Tenor müsste Pflichtlektüre in allen sozialen, pädagogischen und medizinischen Berufsbildern sein, könnte viele Missverständnisse aufklären oder verhindern.
Es ist keine gute "Bettlektüre", aber sehr ergreifend, erklärend und aufklärend.
Vielen Herzlichen Dank noch einmal an Sabine Bode :-)))))
ein sehr beeindruckendes Buch
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Auch wenn ich einen anderen Aufbau des Buches erwartet hatte - mehr Berichte/Interviews von/mit Betroffenen - so hat mich doch das ganze Buch sehr beeindruckt und ich werde es auch noch einigen anderen zum Lesen geben.
Eigentlich sollte es zur Pflichtlektüre für jeden sein, der Eltern/Großeltern aus den angesprochenen Jahrgängen hat.
Wie bereits oben erwähnt, ist das Buch mit mehr Statistiken, Ergebnissen von psychologischen und gesellschaftlichen Untersuchungen versehen, als erwartet.
Aber nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Es lässt sich trotz seines zum Teil etwas trockenen Inhalts sehr gut und flüssig lesen.
Was mich ebenfalls sehr beeindruckt hat, ist die ganze klare Meinungsäußerung der Autorin, besonders am Endes des Buches.
Das findet man recht selten, dass ein(e) Autor(in) so klar Stellung bezieht (und begründet!).
Wie gesagt: eine Pflichtlektüre!!
Hautnah
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Geht absolut unter die Haut! Sehr zu empfehlen, um zu verstehen, was mit unserer Elterngeneration passiert ist, die den Krieg nur noch in seinen Auswirkungen danach mitbekommen haben, aber bis heute darunter leiden. Mit allen Problemen im zwischenmenschlichen der Generationen.
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Produkt-Bild: Die fremde Braut: Ein Bericht aus dem Inneren des türkischen Lebens in Deutschland

Die fremde Braut: Ein Bericht aus dem Inneren des türkischen Lebens in Deutschland von Necla Kelek

Taschenbuch von Goldmann Verlag
Preis bei Amazon: EUR 8,95, Angebote ab EUR 4,99

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3442153867, Erscheinungsdatum: Juli 2006, Auflage: 1
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5 Kundenrezensionen:

Der Glaube, der über dem Gesetz zu stehen scheint
5 Punkte 5 von 5 Punkten
[Einführung]:
Anfangs erwartete ich eigentlich ein Buch, das allgemein über Ungleichheit zwischen Mann und Frau in der türkischen Gesellschaft spricht, denn ich stehe diesem Thema sehr kritisch gegenüber, doch ich wurde positiv überrascht. Necla Kelek beleuchtet historische Aspekte und Geschehnisse, die zur heutigen Situation führten, z.B. die Geschichte des Kopftuch oder der Verschleierung, und gewährt einen Einblick in das türkische Leben, dass uns so fremd scheint. Die Autorin erzählt ihre persönliche Lebensgeschichte, berichtet über ihre Erfahrungen und sie spricht über ihre persönlichen Gespräche mit gläubigen Frauen in der Moschee. Im Vordergrund stehen, wie der Titel schon verrät, die Importbräute, die aus der Türkei nach Deutschland geschleust werden und ihren Geschichten.

[Bewertung]:
Was mir nach dem Lesen des Buches als erstes einfiel war, dass die Autorin sehr mutig ist und eine unglaubliche Stärke besitzt, sich gegen jegliche Verleumder ihrer Arbeit durchzusetzen. Zu Beginn des Lesens wurde ich von den historischen Fakten ein wenig gelangweilt, da mir nicht klar war, wie sie im Zusammenhang stehen. Später wurde mir aber bewusst, wie tief die heutige Situation der türkischen Frau in den Köpfen der Menschen verwurzelt ist. Necla Kelek betont in ihrem Buch, dass es ihr nicht darum geht, den Islam zu assimilieren. Sie ist der Meinung, sobald Menschenrechts- bzw. Grundgesetzverletzungen mit Religion begründet werden, ist das nicht mehr tolerierbar - genau dieser Meinung bin ich auch. Viele Menschen geben sich damit zufrieden, wenn türkische Frauen sagen, dass sie gerne ihr Kopftuch tragen, dass sie streng gläubig und stolz darauf sind. Nein, sie lügen nicht. Ich sehe das als einen Schutzreflex, eine Art Resignation ihrer eigenen Lage. Wenn eine Frau betet, wenn sie regelmäßig in die Moschee geht, wenn sie ihr Kopftuch trägt und streng gläubig ist, dann ist sie "mehr wert". Der Glaube stellt für die Frauen einen Fluchtort dar, durch den sie ihre aussichtslose Lage verbessern können, so gut es eben geht. Besonders interessant ist das System der Ehe in der türkischen Gesellschaft und die damit verbundenen "Importbräute". Die Ehe wird als eine Art Zweck, als ein Ziel dargestellt, das es gilt so schnell wie möglich zu erreichen, alles was danach kommt ist unwichtig. Insgesamt fehlt in dieser Art von Ehe eins: Liebe. Die türkischen Frauen geben ihre Träume auf für die Ehe, sie haben keine andere Wahl. Eine eigene Meinung kommt gar nicht in Frage, es ist eine Sache der Familie und eben die bestimmt alles. Die Kinder befinden sich in einem ständigen Daseinsschuldzustand ihren Eltern gegenüber, sodass ihr Leben den Eltern gehört. Wie kommen Menschen überhaupt auf solche Ideen frage ich mich? Necla Kelek begründet dies teilweise damit, dass im Islam der Koran wörtlich genommen wird, es gibt keinen Interpretationsfreiraum wie es bspw. bei der Bibel der Fall ist. Ich komme nun zu den "Importbräuten" und erläutere das Prinzip nur ganz kurz: Eine türkische Familie kommt nach Deutschland. Sobald sie ihren Sohn verheiraten wollen, fliegen sie zurück in die Türkei und verheiraten dort ihren Sohn mit irgendeinem Mädchen, dem Deutschland schmackhaft gemacht wird, sodass der Brautpreis kein Gold/Schmuck mehr ist, sondern Deutschland als Zukunftsaussicht. Sobald die Ehe vollzogen wurde, kann die Familie ihre Schwiegertochter nach Deutschland holen. Ihre Ausgangssituation ist relativ ungünstig: Sie kann kaum oder kein Deutsch, sie kennt niemanden und sie kennt ihre Rechte nicht. Die Frau lebt isoliert von der Außenwelt in der Wohnung und wird von ihren Schwiegereltern ständig überwacht. So bilden sich mitten in Deutschland türkische Städte und/oder Gemeinschaften, die von den Deutschen und deren Kultur nichts wissen wollen. Bei dieser Ausgangssituation ist es auch nicht verwerflich, dass türkische Frauen Deutschland und die Deutschen hassen. Vielleicht machen sie uns verantwortlich, dass wir nicht die ihnen versprochene Utopie darstellen und ihr Leben sich hier nicht zum Guten wendet, wie es ihnen versprochen wurde. Dies zieht folglich ein Integrationsproblem nach sich, dem sich viele Politiker nur zu oberflächlich widmen. Ich stimme mit der Autorin überein, dass viele Ausländer Deutschland und deren Rechtssystem schlichtweg ausnutzen und sich das nehmen, was sie brauchen. Warum tolerieren wir das? Sobald man in irgendeiner Weise eine nicht-deutsche Kultur kritisiert, wird einem direkt Rassismus vorgeworfen. Ich gebe zu, dass Deutschlands Geschichte nicht unbedingt positiv ist, aber es handelt sich um vergangene Ereignisse und genau das verstehen viele nicht. Viele sprechen davon, dass der Islam eines besonderen Schutzes bedarf, da er unter die religiöse Freiheit fällt. Inwieweit darf man das tolerieren, wenn sich Religion über das Gesetz stellt? Wieso haben so viele Angst unsere Kultur zu verteidigen? Wie die Autorin so schön schrieb, haben wir Deutsche falsche Schuldgefühle und denken, indem wir jegliche Immigranten mit offenen Armen empfangen und ihre Kultur verteidigen, könnten wir diese Schuldgefühle aus der Welt schaffen. Meiner Meinung nach muss diese falsche Toleranz aufhören. Ich lasse jedem seinen Glauben und ich bin nicht generell gegen den Islam, aber ich toleriere nichts, dass sich gegen das Gesetz und die Menschenrechte richtet und mit Unterdrückung arbeitet. Die Frage ist nicht, was wir Deutschen für die Integration tun können, sondern was die Menschen, die hier leben wollen, für ihre eigene Zukunft tun können, um ein Zusammenleben zu verbessern.
Ein trauriger Bericht aber ein weiterer Verdienst der mutigen Kelek
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Kelek hat bereits in vielen Publikationen versucht, die deutsche Gesellschaft wachzurütteln.
Sie richtet sich aber natürlich auch an die türkischen Frauen.

Kelek beschreibt, dass es den türkischen Frauen oft nicht gut ergeht.
Sie werden zwangsweise in Ehen hineingetrieben, in denen sie sehr oft nicht glücklich sind.
Wenn diese jungen Frauen Probleme machen, werden sie oft geschlagen - die Familie steht dabei immer auf der Seite des türkischen Mannes. Denn die Traditionen wollen eine Frau, die sich voll unterordnet - auch wenn sie selbst dabei unglücklich ist.

Die mangelhafte Ausbildung vieler türkischer Männer und ihre geringe gesellschaftliche Stellung innerhalb der deutschen Gesellschaft, produziert tiefe Minderwertigkeitskomplexe, die sie oft an ihren Ehefrauen auslassen, sich aber auch in einem aggressivem Verhalten gegenüber den Deutschen ausdrückt.Die Probleme die daraus entstehen, sind ungeheuer gross.

Deutsche Frauen sind für türkische Männer meist nur sexuelle Objekte.
Verlieben sich die deutschen Frauen, so haben sie eben Pech gehabt.
Denn die meisten Türken würden nie eine deutsche Frau heiraten, da diese aus türkisch-muslimischer Sicht unrein ist - eine deutsche Schlampe - wie es unter türkischen Männern oftmals voller Spott und Häme heisst.

Die jungfräulichen Türkinnen kommen dann aus der Türkei - aus einer ganz anderen Gesellschaft - nach Deutschland und werden mit diesen oft aggressiven jungen Männern verheiratet.
Dies führt zu einem Trauma bei diesen jungen Mädchen.

Es folgen zahlreiche Frustrationen. Der Mann nimmt sich etwa das Recht heraus, zu Prostituierten zu gehen - seine junge Frau aber muss jungfräulich sein und dient nur der Aufzucht der Kinder.Oft spricht sie kein deutsch - und soll auch kein deutsch sprechen - um nicht von der deutschen Gesellschaft verdorben zu werden.

Wie schädlich die Sichtweise dieser archaischen Traditionen ist, sieht man dann an den vielen Ehrenmorden und Körperverletzungsdelikten.

Dies alles ist menschenfeindlich. Es ist das Gegenteil von Liebe der Eltern oder Liebe in der Ehe.

Widerstand der türkischen Ehefrauen aber führt zu noch mehr Hass bei den türkischen Männern, den diese vermehrt gegenüber der deutschen Gesellschaft auslassen. Alles wird zum Feindbild, zum Objekt des Hasses. Unsere Politik bleibt daher aufgefordert, äußerst wachsam zu sein und auch über den Sinn der so genannten Familienzusammenführung nachzudenken, die ja erst diesen kommerziellen Handel mit Jungfrauen aus der Türkei als Ehefrauen ermöglicht.

Gut aber, dass es bei den türkischen Frauen mutige Menschen gibt, die einfach genug haben von diesen kranken Traditionen und es wagen, einen Neuanfang zu machen.

Kelek hat verstanden, wie bösartig gewisse Denkweisen dieser archaischen Traditionen sind.
Es ist höchste Zeit für eine Veränderung dieser hasserfüllten Sichtweise, die vor allem auf Kosten der türkischen Frauen geht.

Gut, dass es Menschen wie Kelek gibt.
Packend!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt! Necla Kelek erzählt viel aus ihrer eigenen Familiengeschichte und zeigt anhand dieses Beispiels viele Sitten und Denkweisen der muslimisch-türkischen Kultur. Außerdem berichtet sie von Türken, die in Deutschland leben und zeigt, woran die Integration häfig scheitert. Alles ist in einer einfachen, gut verständlichen Sprache geschildert. Dieses Buch sollten Deutsche und Türken gleichermaßen lesen!
Enttäuschend!!!
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Als ich dieses Buch begann zu lesen hatte ich mir erhofft eine Autorin anzutreffen die sich nicht nur an klisches festnagelt. Ich fand das Buch schlicht und einfach nur enttäuschend und bereue es gekauft zu haben. Da stellt man sich die Frage, wer für die Spiegelbestseller verantwortlich ist...
Zweiklassengesellschaft
4 Punkte 4 von 5 Punkten
In den vielen amüsanten Geschichten des Buches sind für das Verstehen des Problems wichtige Aussagen enthalten und gewissermaßen versteckt, die man leicht überliest und bei denen man sich später erinnert, sie schon einmal gelesen zu haben. Da hilft nur ein Notizzettel. Die als unbelehrbar zu bezeichnenden Muslime sind hier beschrieben, aber es gibt auch hunderttausende Muslime, die als Ramadan-Muslime gelten, und auf die das alles nicht zutrifft - solche, die nicht nach Mekka ziehen, die Raki trinken und es mit dem Schweinefleischverbot auch nicht so genau nehmen, zumindest nicht bei Nacht. Diese "andere" Gattung Muslime muss man kennen, um die Aussagen von Necla Kelek nicht überzubewerten und für alle Muslim-Türken gelten zu lassen.Dass die Zahl der Kopftuchträgerinnen so rapide zunimmt hat nichts mit innerer Überzeugung zu tun sondern mit erfolgreicher Indoktrinierung. Wenn das Kopftuch aber nur den Zweck hat, diese nur der Sexualität dienenden verstandslosen Wesen zweiter Klasse vor den gierigen Blicken anderer muslimischer Männer zu verbergen, dann muss das Kopftuch in Deutschland aus dem öffentlichen Leben verschwinden. Dazu gibt das Buch wertvolle Aufklärung und Hinweise, wenn auch erst am Ende des Buches und dann aber konzentriert.
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Produkt-Bild: ... trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager

... trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager von Viktor E. Frankl

Taschenbuch von Deutscher Taschenbuch Verlag
Preis bei Amazon: EUR 7,90, Angebote ab EUR 4,50

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3423301422, Erscheinungsdatum: Oktober 1998, Auflage: Neuaufl.
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5 Kundenrezensionen:

Pflichtlektüre
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ich musste 56 Jahre alt werden, bis ich dieses Buch gelesen habe. Eigentlich sollte es Pflichtlektüre im Gymnasium sein.
Bedrückend & Differenziert
3 Punkte 3 von 5 Punkten
ich vergebe nur *** weil ich eine höhere Erwartungshaltung an das Buch hatte. Meine Erwartung war hier stärker den "Sinn" zu entdecken und ich habe eine erstaunlich sachliche Darstellung seines KZ Aufenthalts gefunden.

Ein gutes Buch um den Schrecken des KZs besser zu verstehen, da es versucht die Verhaltensweise und die Hintergründe dieser Verhaltensweisen aller Beteiligten (Gefangene, Capos & Wärter) zu dokumentieren.

Das Erstaunliche an dem Buch ist, dass er trotz der unbeschreiblichen Grausamkeiten kein Pauschalurteil abgibt, sondern alle geschilderten Personen differenziert betrachten kann.
Ja zum Leben
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Es ist erstaunlich und menschlich zutiefst beeindruckend, wie Viktor E. Frankl trotz der demütigenden und bis ans Äußerste gehenden Erfahrungen während seiner Zeit im Konzentrationslager sein "Ja zum Leben" sagen konnte. Ein mutiges Bekenntnis zur Hoffnung!
ja zum leben
3 Punkte 3 von 5 Punkten
habe das buch noch nicht gelesen...
daher, wie (fast) immer eine perfekte abwicklung über amazon
Unbedingt lesenswert
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Dieses Buch ist ein Muss für alle, die sich mit der Zeit des Dritten Reiches auseinander setzen wollen. Es gibt genügend Bücher, die die Greueltaten und die geschichtlichen Ereignisse schildern. Aber nur wenige zeigen das Erlebte in einem Konzentrationslager aus der Sicht eines Menschen, dessen einziger Instinkt es ist, diese Zeit zu überleben. Der Autor prangert nicht an und jammert nicht. Er zeigt auf, wie schnell die Ansprüche des Menschen sinken, wenn er alles verliert und täglich um sein Leben kämpft. Kleinigkeiten bilden plötzlich den Mittelpunkt des Denkens, dass nur noch das Hier und Jetzt kennt und das Hoffen, den nächsten Tag zu überstehen. Wer die Schilderungen liest, dem empfehle ich zwischendurch zu reflektieren, wie gut es uns geht. Essen, Trinken, Wärme, Freiheit. Güter, so selbstverständlich, dass wir sie gar nicht (mehr) wahrnehmen.
Nebenbei erklärt der Autor, wie die schreckliche Maschinerie eines KZ's funktionieren konnte. Diese Erläuterungen sind zwar kurz gehalten, aber durchaus ausreichend.
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Produkt-Bild: Anmerkungen zu Hitler.

Anmerkungen zu Hitler. von Sebastian Haffner

Taschenbuch von Fischer (Tb.), Frankfurt
Preis bei Amazon: EUR 7,95, Angebote ab EUR 1,00

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3596234891, Erscheinungsdatum: März 1981, Auflage: 28
Zoom ± Produkt-Bild: Anmerkungen zu Hitler.

5 Kundenrezensionen:

In dieser Kürze, dieser Dichte nichts Besseres
5 Punkte 5 von 5 Punkten
"Zur Aufklärung der Nachgewachsenen" aber auch zur Reflexion derjenigen, die 'dabeigewesen' sind, gibt es in dieser Kürze, dieser Dichte nichts Besseres", kommentierte die SZ, als Haffners ANMERKUNGEN ZU HITLER 1978 erschienen. Und ich denke, dass dieses Urteil nach wie vor Gültigkeit hat - ungeachtet der heute unübersehbaren Fülle an Literatur über Hitler, das Dritte Reich, den Nationalsozialismus, den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust. ANMERKUNGEN ZU HITLER besticht durch seine Mischung aus Sachlichkeit, Dichte und sprachlicher Klarheit und ist damit auch Laien zugänglich.

Obwohl dieses essayistische Bändchen nicht einmal 200 Seiten zählt, ist es dem genialen Publizisten Sebastian Haffner (1909-1999) gelungen, wesentliche Aspekte zu Person, Politik und Verbrechen von Adolf Hitler mit größter Klarheit abzuhandeln. In 7 Kapiteln (Leben, Leistungen, Erfolge, Irrtümer, Fehler, Verbrechen, Verrat) nähert sich Haffner präzise seinem Gegenstand. Und vertritt dabei auch Ansichten, die nach heutigen Maßstäben durchaus ketzerisch wären.

So wagt er mit einem unverstellten Blick auf Hitlers "Leistungen" gleich im zweiten Kapitel etwas, das aus nachvollziehbaren Gründen in der heutigen Öffentlichkeit einem Tabubruch gleichkommen würde - eine Anerkennung von Hitlers Wirtschaftspolitik. Haffner verschweigt nicht, dass gerade der nicht zu leugnende wirtschaftliche Aufschwung Hitler entscheidende Sympathien in der Bevölkerung einbrachte.

Damit allerdings wären etwaige Huldigungen auch schon erledigt. Hitlers Politik war schließlich nicht auf Dauer angelegt: "Aber eines war er nie: ein Staatsmann." Wie Haffner schon im ersten Kapitel schreibt, ordnete Hitler seine Politik - und damit das Schicksal Deutschlands - letztlich seiner "Autobiographie" - seinen Lebenszielen - unter.

Von Hitlers "Erfolgen" zeigt sich Haffner weitgehend unbeeindruckt. Bemerkenswert ist dabei, dass er den entscheidenden Grund für die innenpolitische Krise, die zur Auflösung der Weimarer Republik und zur Errichtung der Nazidiktatur führte, nicht in der Weltwirtschaftskrise, sondern in der inneren Ablehnung der Konservativen gegen Weimar verortet. Auch Hitlers außenpolitische "Erfolge", die zunächst im Zeichen der britischen "Appeasement"-Politik und später unerwartet schneller militärischer Siege standen, führt Haffner in erster Linie auf die Schwäche der Siegermächte des 1.Weltkriegs zurück. Haffner bescheinigt Hitler zwar "einen Instinkt dafür, was schon im Fallen, was schon im Sterben war... aber dieser Instinkt, zweifellos für einen Politiker eine nützliche Gabe, gleicht weniger dem Blick des Adlers als der Witterung des Geiers."

Hitlers Rassismus, Antisemitismus und Lebensraum-Ideologie werden nüchtern in einem Kapitel namens "Irrtümer" abgehandelt. Die scharfsinnige Analyse der inneren Widersprüche von Hitlers Antisemitismusideologie zählt zu den besten Abschnitten des Buchs - ein Grund mehr, sich ANMERKUNGEN ZU HITLER zuzulegen.

Ist "Irrtümer" der Nazi-Ideologie gewidmet, legt "Fehler" den Maßstab an Interessenspolitik und Staatsräson. Hier fallen zwei Überlegungen Haffners besonders ins Auge: erstens die Behauptung, durch die Vertreibung und Verfolgung der im Grunde patriotischen deutschen Juden habe sich Hitler im Streben nach Weltherrschaft im Grunde selbst geschadet; zweitens Hitlers Konzeption vom Krieg und Haffners entschiedene Aussage, Kriege würden geführt, um Frieden zu schließen. Während das erste Argument daran krankt, dass Haffner - für heutige Ansichten nahezu ketzerisch - kurz mit dem Gedanken an Deutschlands Vorherrschaft in Europa 1940 quasi liebäugelt ("hätte Deutschland damals einen Bismarck gehabt und nicht Hitler") und außerdem unter "Irrtümer" festgehalten hatte, dass Hitlers Antisemitismus ja nicht rationaler Art war, sondern Ausdruck "paranoiden Irrsinns", ist Haffners zweite Thesenführung überzeugender.

Was einen Ausblick auf das Kapitel "Verbrechen" lohnt. Dort fällt Haffners Argumentation in puncto Völkerrecht ins Auge. Zwar beweist die Weltgeschichte in Haffners Augen, bei aller Tragik, das Bestreben der Völker, Kriege mit Friedensschlüssen dauerhaft zu beenden; doch ist umgekehrt "ein Weg, den Krieg abzuschaffen, noch nicht gefunden." Haffner kritisiert in diesem Zusammenhang den Nürnberger Prozess und seinen Hauptanklagepunkt, der als "Verbrechen gegen den Frieden" deklariert war. In seinen Augen scheiterte der Prozess, weil er damit den maßgeblichen Verbrechen Hitlers - die keine üblichen Kriegsverbrechen waren, sondern unabhängig vom eigentlichen Kriegsgeschehen stattfanden - nicht gerecht wurde.

Als der Krieg längst verloren war, richtete sich Hitlers Zorn gegen das deutsche Volk (Kapitel "Verrat"). Und hier wagt Haffner auch den Versuch, Hitler in die deutsche Geschichte einzuordnen. Hitler, so sein Urteil, falle aus dieser schon deshalb heraus, weil er kein Staatsmann war. Er war "ein Unikum, ohne Vorläufer und Nachfolger", und "etwas Unerwartetes", "Fremdartiges". Was schließlich einen Blick auf Haffners vielsagendes Urteil im ersten Kapitel lohnt. Hitlers Leben war, von Politik abgesehen, "inhaltslos". Seine Ehe-und Kinderlosigkeit, sein Mangel an Bildung unterscheidet ihn Haffner zufolge klar von anderen Potentaten wie Napoleon, Bismarck, Lenin und Mao. Haffners entschiedene Schlussfolgerung: "Das entscheidende Kennzeichen dieses Lebens ist seine Eindimensionalität." Besser, kürzer lässt es sich wohl nicht sagen.
Haffner, Anmerkungen zu Hitler
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Dies ist wohl das beste Buch, das je ueber Hitler geschrieben wurde:
prezise, thematisch klar, psychologisch fundiert, unbedingt
empfehlenswert. Verschenke nun die beiden Exemplare...
Wertvolles Buch zur jüngeren Geschichte
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Das Buch wurde in mindestens so gutem Zustand geliefert, wie angeboten. Lieferung umgehend. Inhaltlich ist seine Lektüre ein Muss für Geschichtsinteressierte.
kompakt und brilliant
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Über Sebastian Haffner wurde schon viel Kluges geschrieben.
Nur soviel: Das Buch ist kompakt, publizistisch-provokant und brilliant.
Man darf keinen sachlich-sauberen Historiker erwarten, sondern darf sich an seinen neuen, zugespitzen Sichtweisen erfreuen.
Wen die erste Seite begeistert, der wird das gesamte Büchlein mit Freude und Gewinn lesen.
Das Schlaueste, was es über Hitler zu lesen gibt
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Die "Anmerkungen" lese ich nun schon zum drittenmal, sie sind es einfach wert. Haffner stellt Hypothesen auf, die alles andere als Hirngespinste sind. Überzeugend baut er seine Theorien über Ziele und Denkweisen des "großen Diktators" auf und hat den Mut auch über die durchaus beeindruckenden Leistungen Hitlers zu schreiben. Damit liefert er mehr als jeder andere Autor eine überzeugende Antwort zu der immer wieder aufgeworfenen Frage, warum die Deutschen diesem Mann so bedingungslos gefolgt sind (jedenfalls eine Zeit lang). Lobend sei auch die leicht verständliche "Schreibe" Haffners erwähnt, mit der er sich -nicht nur in diesem Werk- von den Arbeiten der meisten Profi-Historiker abhebt.
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Produkt-Bild: Die Verlorenen: Eine Suche nach sechs von sechs Millionen

Die Verlorenen: Eine Suche nach sechs von sechs Millionen von Daniel Mendelsohn

Gebundene Ausgabe von Kiepenheuer & Witsch
Preis bei Amazon: EUR 24,95

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3462041827, Erscheinungsdatum: August 2010, Auflage: 1., Auflage
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Eine Kundenrezension:

Ein großes Buch, das lange Bestand haben wird
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Tausende von Büchern sind seit 1945 über den Holocaust erschienen. Bücher von Wissenschaftlern, die das eigentlich Unsagbare soziologisch, psychologisch und politologisch erklärten. Bücher von Überlebenden, ohne die wir vielleicht viel weniger wüssten über den Alltag und die Qualen, die Millionen in den KZ`s der Nazis erdulden mussten. Bücher von Nachgeborenen von Überlebenden, hier vor allem haben mich die Bücher von Doron Lizzie und Gila Lustiger beeindruckt, die immer wieder versuchen zu beschreiben, wie der Holocaust sie bis in die dritte Generation betrifft und ihr Leben prägt.

Andere, die nicht persönlich betroffen waren, haben dennoch literarisch, einmal mehr, das andere mal weniger gelungen, sich einem Geschehen zu nähern, wie es in der Geschichte einzigartig war.

Das vorliegende, in den USA schon 2006 veröffentlichte und dort sehr erfolgreiche Buch von Daniel Mendelsohn ragt unter diesen zahllosen literarischen Näherungen an den Holocaust nicht nur durch seinen Umfang heraus, sondern auch durch die Art und Weise, wie er, ein Nachgeborener von Überlebenden, sich sechs Menschen aus seiner Familie nähert, die im Holocaust starben. Auf "eine Suche nach sechs von sechs Millionen" hat er sich begeben und ein großes, ein bewegendes Buch geschrieben, das immer wieder sich mit der Bibel beschäftigt und hier vor allem auf die Geschichte von Kain und Abel, wo in der Mythologie des Tanach zum ersten Mal ein Mensch seinen Bruder tötet.

Sein Buch ist sozusagen die Nacherzählung der Schöpfungsgeschichte mit "ihren ewigen Themen des Ursprung und der Familie, der Versuchung und des Exils, des Bruderverrats, der Schöpfung und der Vernichtung."

Ein großes Buch, das lange Bestand haben wird.
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Produkt-Bild: Vermißt in Stalingrad: Als einfacher Soldat überlebte ich Kessel und Todeslager. 1941-1949

Vermißt in Stalingrad: Als einfacher Soldat überlebte ich Kessel und Todeslager. 1941-1949 von Dieter Peeters

Taschenbuch von Zeitgut
Preis bei Amazon: EUR 12,80, Angebote ab EUR 12,00

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3933336775, Erscheinungsdatum: Januar 2008, Auflage: Neuauflage.
Zoom ± Produkt-Bild: Vermißt in Stalingrad: Als einfacher Soldat überlebte ich Kessel und Todeslager. 1941-1949

5 Kundenrezensionen:

Ganz okay, aber
3 Punkte 3 von 5 Punkten
auch nix wirklich Besonderes.
Hab schon einige Bücher über Stalingrad gelesen und dieses hatte ich in ein paar Stunden durch.
Mit fehlte bei dem Buch die Tiefe.
Es wurde zwar die ganze Geschichte beschrieben, aber viele Situationen nur "angerissen".
Das Buch ist sicher nicht schlecht um einen ersten Eindruck und Überblick von der Geschichte zu bekommen,
aber wenn man mehr wissen will, sollte man in jedem Fall noch andere Bücher lesen.
Vermißt in Stalingrad
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Soldatenmemoir, einfach,frank und eindrücksvoll. Wenn man von Stalingrad ein bißchen Verstand haben will, ist dieses Buch ein Muß.
Nur zu empfehlen
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ich kann euch allen dieses Buch nur empfehlen, es is wunderbar geschrieben und man kann sich richtig in die Person hineinversetzen
Auf den Punkt gebracht
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Ich interessiere mich sehr für die schrecklichen Ereignisse der Kriege. Hier legt ein Beteiligter seine Erinnerungen vor. Das Besondere: Er ist einer der ganz wenigen Soldaten, die aus der Schlacht von Stalingrad und Gefangenschaft lebend nachhause zurückkehrten.
Zum Buch - ein wichtiges Zeitdokument. Einmal in die Hand genommen, liest man es in einem Zug durch. Die schrecklichen Geschehnisse werden direkt und schonungslos angesprochen. Hier gibt es keine Verschnaufpause. Sicherlich hätte man mehr in die Tiefe gehen könne, ein Schriftsteller hätte wahrscheinlich 600 Seiten aus diesem Bericht gemacht - aber darauf kommt es in diesem Falle nicht an. Das Grauen und die Sinnlosigkeit des Krieges werden hier auf den Punkt gebracht.
Wer dieses Buch gelesen hat, der kann ahnen was unsere Vorfahren an Leid erlebt haben. Ein Antikriegsbuch, was eigentlich auf Grund der Kürze hervorragend für Schulklassen geeignet wäre, um den Schrecken dieses Krieges anschaulich zu besprechen.
Dank an Peeters, dass er seine Erinnerungen der Masse nicht vorenthalten hat!
Stalingrad
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Dieses Buch ist der Tatsachenbericht eines Soldaten der Wehrmacht. Der
Autor schildert sehr bewegt die Grausamkeiten der Schlacht um Stalingrad
und die Leiden im Gefangenenlager. Es trägt zur Geschichtsbildung der
nachfolgenden Generation bei und sollte dazu dienen sich ein Bild über die
Grausamkeiten eines Krieges zu machen.
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Produkt-Bild: WN 62 - Erinnerungen an Omaha Beach Normandie, 6. Juni 1944

WN 62 - Erinnerungen an Omaha Beach Normandie, 6. Juni 1944 von Hein Severloh

Taschenbuch von Hek Creativ Verlag
Preis bei Amazon: EUR 12,50, Angebote ab EUR 9,99

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3932922115, Erscheinungsdatum: August 2000, Auflage: N.-A.
Zoom ± Produkt-Bild: WN 62 - Erinnerungen an Omaha Beach Normandie, 6. Juni 1944

5 Kundenrezensionen:

mali
5 Punkte 5 von 5 Punkten
das buch ist sehr interessant, da aus der sicht des einfachen soldaten geschildert wird.
der zweite teil erzählt vom suchen und finden alter kameraden und ehemaligen kriegsgegner sowie
von der persönlichen aufarbeitung des erlebten.
meiner meinung nach sehr interessant und empfehlenswert.
Dramatisches Thema - dünne Umsetzung
3 Punkte 3 von 5 Punkten
In diesem Buch berichtet Hein Severloh (zu Papier gebracht von seinem Freund, Berater und Ghostwriter H. K. Freiherr von Keusgen) über seine Erlebnisse bei der Verteidigung von Omaha Beach in der Normandie an jenem denkwürdigen Tag, aber auch kurz über seinen vorherigen Einsatz als Soldat des Artillerie-Regiments 321 der Infanterie-Division 321 (an der Normandie umbenannt in 352) in Rußland und seine zahllosen Kontakte mit der Presse, die sich durch seine tragische Rolle an jenem Tag 1944 ergaben, und Veteranentreffen nach dem Krieg.

Anhand der Inhaltszusammenfassung oben wird schon deutlich, daß es sich nicht um einen reinen Roman handelt, der in spannender Form die dramatischen Erlebnisse zusammenfaßt. So werden die Ereignisse zwar zum Teil im chronologisch zusammenhängenden Faden beschrieben, zum Teil sind es aber eher zusammenhangslose 'Anekdötchen', vom Eier- und Schnapsgläserklauen wird da berichtet. Als Leser ist man dadurch nicht wirklich nah am Geschehen, steht außen vor und kann sich kaum mit dem Autor oder der Situation identifizieren oder mitreißen lassen. Dazu ist die Beschreibung der Ereignisse auch zu kurz und zusammenhangslos.

Als Erklärung hierzu dient wohl der Grund für die Herausgabe dieses Buches: Dem Autor diente es dazu sich die letzten für sich behaltenen Geheimnisse über den Tag von der Seele zu Schreiben, damit er endlich Frieden mit der Angelegenheit finden konnte. Die Schuld, die auf ihm lastete, war auch nicht unerhebliche, da er nach eigenen Angaben wohl allein mehrere hundert amerikanische Soldaten an diesem einen Tag erschoß.
Zusätzlich ist der Buch ein Versuch mit Hilfe der Aussagen weiterer Zeitzeugen möglichst genau zu rekonstruieren, was an jenem Tag im Abschnitt des WN (Widerstandnest) 62 genau geschah.

Zu dieser Aufarbeitung gehört auch sein Gang an die Presse, die ihn in Kenntnis seiner besonderen Rolle anscheinend auch über Jahrzehnte nicht mehr in Ruhe lies. Außerdem arrangierte er sogar Treffen mit ehemaligen Veteranen, u.a. einem Amerikaner, den er damals am Strand mehrmals verwundet hatte.

Sehr interessant sind die beigefügten zahlreichen Abbildungen in dem Buch, Photos von beteiligten Soldaten, Freunden, den Örtlichkeiten, Karten und Orginaldokumenten. Sie bringen die Authentizität und Nähe, die dem Text so fehlen.

Mein Interesse an diesem Buch war es, den D-Day einmal aus der Sicht eines Soldaten der Wehrmacht zu sehen, in den einschlägigen Filmen, PC-Spielen usw. spielt sich alles immer aus der Sicht der Amerikaner und Briten ab. Zum Teil ist das auch ganz durch die Unterstützung der vielen Abbildungen ganz anschaulich gelungen, aber leider wollten die Autoren zu viel in dieses schmale Bändchen verfrachten, so das letztendlich von allem ein bißchen zusammen kam, aber kein rundes Gesamtwerk, schade!
Spannend, Fesselnd und aufklärend zugleich
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Für alle die einen Partner beim Bund haben das passende Geschenk. Mein Freund konnte das Buch garnicht mehr weglegen und hatte es innerhalb kürzester Zeit durchgelesen!
WN62
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ein sehr detaireiches Buch mit vielen Hintergrundinformation für den Leser, aber auch für Interessierte die sich in der Geschichte nicht so auskennen.
Es ist leicht zu lesen und durch Bilder veranschaulicht.
Für Geschichtsinteressierte bzw Begeisterte ein MUSS.
Aufrüttelnd und bewegend! Und das ohne Pathos...
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ein wirklich bewegendes Buch der "Bestie vom Omaha Beach"! Hein Severloh gelingt es in seinem Buch eindrücklich, die Gefühle eines jungen Menschen zu beschreiben, der zu Unrecht als "Bestie" verschrien war, der das Leid und den Schrecken eines Krieges erlebt hat, in dem es letztendlich keine Helden gab. Wohltuend zu lesen, dass Hein Severloh (im Gegensatz zu anderen "deutschen Helden" des zweiten Weltkrieges wie z.B. H.U. Rudel) in der Lage war, die Unmenschlichkeit dieses Krieges zu erkennen und sich jederzeit kritisch mit seinem Tun auseinander zu setzen. Absolut lesenswert, besonders Dank dem Fehlen von jeglicher "Landserromatik"!
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Produkt-Bild: Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen

Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen von Hannah Arendt

Broschiert von Piper
Preis bei Amazon: EUR 12,95, Angebote ab EUR 9,00

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3492248225, Erscheinungsdatum: Juli 2010, Auflage: 5
Zoom ± Produkt-Bild: Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen

Aus der Amazon.de-Redaktion


Der Prozeß gegen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann 1961 in Jerusalem war neben den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen die wichtigste Gerichtsverhandlung gegen Schergen des NS-Regimes. Spätestens mit der Vollstreckung des Todesurteils gegen Eichmann begann auch eine Diskussion um die Sinnhaftigkeit der Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen durch juristische Mechanismen. Hannah Arendt hat den Prozeß selbst miterlebt und seine Unterlagen dazu genutzt, ihr eigenes Resümee über den Holocaust und die Person Adolf Eichmann mit seiner Rolle bei der Judenverfolgung zu ziehen. Heraus kam dabei ein Buch, das bis zum heutigen Tag nichts an Gültigkeit oder Bedeutung verloren hat.
Eichmann steht prototypisch für viele der verbrecherischen Nazi-Gefolgsleute, die mit oder ohne ideologischer Verblendung, dafür aber immer mit voller Obrigkeitshörigkeit doch stets nur Befehle ausführten. Irgendeine Form der Reue geht ihm ab, denn "Reue ist etwas für kleine Kinder", so Eichmann in den Verhören. Dabei ist Reue und die daraus resultierende Selbsterkenntnis der vielleicht wichtigste Punkt einer sinnvollen Aufarbeitung. Hinter der Maske des vermeintlichen Normalos Eichmann verbirgt sich tausendfacher Schrecken -- ein Schrecken, den man auch heute noch an so manchen Stellen des Erdballs in den Personen scheinbar normaler Bürger wiederfinden kann.
Arendts Buch ist zudem eine über die persönliche Ebene hinausgehende Zusammenfassung des Holocaust, von den ersten Vertreibungen bis hin zur fürchterlichen Endlösung, denn all dies war Gegenstand des Prozesses. Bei aller berechtigter Kritik -- so gibt es heute sicherlich ausführlichere Bücher über die Historie des Holocaust -- darf man ihr eigentliches Anliegen nicht übersehen. Es ging ihr gerade um die im Untertitel aufgeführte Banalität des Bösen, um die Betrachtung der Person, die das Töten verwaltet und plant. Und genau diese Betrachtungsweise packt den Leser, denn bei der Analyse der Ereignisse im Dritten Reich sollte man immer auch die einzelnen Täter berücksichtigen. Die Erkenntnis, daß normale Menschen zu Greueltaten solchen Ausmaßes fähig sind, darf nie in Vergessenheit geraten, und so behält dieses Buch auch in Zukunft seinen Stellenwert als Warnung wie auch als Mahnmal. --Joachim Hohwieler
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5 Kundenrezensionen:

Eine etwas andere Sichtweise auf die nationalsozialistische Vernichtungspolitik
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Der Prozess gegen Adolf Eichmann (1906-62) steht im Mittelpunkt, nimmt jedoch eine eher untergeordnete Stellung in diesem Buch ein. Der Autorin, Hannah Arendt, geht es vielmehr um eine Darstellung des Holocausts, unter Einbeziehung der Mithilfe der Juden bei ihrer eigenen Vernichtung sowie natürlich Eichmanns Rolle bei selbiger. Hans Mommsen schrieb ein 35-seitiges Vorwort.
Es wird bereits zu Beginn klar, dass Arendt gewisse Ressentiments gegenüber dem leitenden Staatsanwalt Gideon Hausner nicht zu unterdrücken vermochte. Sie sieht in ihm eine Marionette des damaligen israelischen Ministerpräsidenten, David Ben Gurion (1886-1973), der den Prozess dazu nutzen will, die Leiden des jüdischen Volks der Welt zu präsentieren (inwiefern damalige Verhandlungen über Reparationszahlungen der BRD an Israel eine Rolle spielten, bleibt unklar). Hausner gibt während des Prozesses Interviews, nimmt Eichmann ins Kreuzverhör, obgleich Eichmann auf jede Frage ohnehin nur mit Lügen antworte, auch wenn es ihm natürlich nicht gelingt, Eichmann diesbezüglich bloß zu stellen. Das Ganze werde der Autorin zufolge besonders dadurch ins lächerliche gezogen, dass die Anklage obgleich anders lautender Dokumente und Zeugenaussagen an der Auffassung festhalte, Eichmann habe nicht Befehle ausgeführt sondern sei sein eigener Chef gewesen, ja gar der eigentliche Drahtzieher des Holocausts [wenn diese Beschreibung auf einen zutrifft, dann auf Reinhard Heydrich]. Dieser Trugschluss sei dadurch zustande gekommen, dass die Angeklagten der Nürnberger Prozesse - von denen übrigens keiner die nationalsozialistische Weltanschauung zu verteidigen bereit gewesen sei - den schwarzen Peter gerne Abwesenden zuschoben sowie Eichmanns Hang zur Prahlerei.
Kurzum, der gesamte Prozess sei eine Farce. Einzig die Richter, insbesondere der Gerichtsvorsitzende Landau, hätten versucht, dem entgegenzuwirken.

Insgesamt ist dieses Buch sehr lesenswert, auch wenn es teilweise etwas durcheinander ist und die Autorin eine leichte Tendenz hat, die Dinge nur in hellen oder dunklen Farbtönen zu sehen. Auch wenn Hans Mommsen das ein oder andere per Endnote korrigierte, so liefert das Buch doch einen eher ungewöhnlichen Blick auf die Ereignisse dieser Zeit.
...you see, we like our Nazis in uniforms.
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Es ist nun schon eine Weile her, dass ich Hannah Arendts Bericht "Eichmann in Jerusalem" gelesen habe. Zwischen damals und heute liegt Quentin Tarantino's Meisterwerk "Inglourious Basterds", und dies will ich zum Einstieg in meine Rezension nutzen.
Ein Kernthema von "Ingourious Basterds" ist die Aussage, dass man Nazis kaum erkennen kann, wenn sie keine Uniformen tragen. Genau das ist auch ein wichtiger Punkt für Hannah Arendt, denn auf Adolf Eichmann hätte im Adenauer-Deutschland ganz bestimmt eine solide Beamtenkarriere gewartet, wenn er sich nicht nach Südamerika abgesetzt hätte. Es ist faszinierend zu lesen, wie Arendt in gewohnter Klarheit den Eindruck beschreibt, den dieser Mann auf sie machte. Eichmann war für sie ein Hanswurst, und ähnlich wie Tarantino's Hans Landa hätte man ihm den skrupellosen Massenmörder schlicht und einfach nicht zugetraut. Wo der von allabendlichen Kinderschreckspektakeln Marke "Hitlers linkes Auge - in Großaufnahme, unterlegt von schrillen Kreischtönen" vorgeprägte Leser einen furchteinflößenden Schlächter erwartet, findet sich ein Typ, wie man ihn auch heute noch in den unterschiedlichsten Varianten trifft und der für manche Kreise sogar eine Art Idealbild darstellt: nüchtern und strebsam, dienstbeflissen und engagiert.
Alles Weitere sollte man in diesem Buch nachlesen. Anmerken möchte ich noch, dass auch Arendts Ausführungen zu den unterschiedlichen Abläufen des Holocausts in verschiedenen Regionen Europas eine echte Bereicherung sind. Hier arbeitet sie sehr präzise heraus, dass es kein lineares "Schema F" gab, sondern dass das Verhalten der örtlichen Bevölkerung einen ganz erheblichen Einfluss darauf hatte, ob und wieviele Menschen abtransportiert wurden oder überlebten. Auch das widerspricht auf erfrischende Weise dem allgemeinen Einheitsbrei, den man ansonsten in der multimedialen Aufarbeitung des Holocausts serviert bekommt.
Ich habe nun schon einige Bücher von Hannah Arendt gelesen. "Eichmann in Jerusalem" fand ich von allen am besten. Es ist super geschrieben und bringt eine Fülle wichtiger Einsichten haargenau auf den Punkt. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen.
"Reue ist etwas für kleine Kinder" (97).
5 Punkte 5 von 5 Punkten
1960 gelang es dem israelischen Geheimdienst den nach Ende des Zweiten Weltkrieges nach Argentinien geflohenen Adolf Eichmann festzunehmen und nach Israel zu verschleppen. Dort wurde der Bürokrat, der maßgeblich an der Organisation der Shoa beteiligt war, vor Gericht gestellt, nach achtmonatiger Verhandlung zum Tode verurteilt und am 31. Mai 1962 durch Erhängen hingerichtet. Hannah Arendt verfolgte für den "New Yorker" den Prozess. Ihre Aufzeichnungen sprengten schon bald den Rahmen einer Zeitungsreportage und wurden 1964 in Buchform unter dem Titel "Eichmann in Jerusalem - Ein Bericht von der Banalität des Bösen" veröffentlicht.

"Ich habe nie einen Juden getötet, aber ich habe auch keinen Nicht-Juden getötet. Ich habe auch nie einen Befehl zum Töten eines Juden gegeben, auch keinen Befehl zum Tötet eines Nichtjuden, auch das habe ich nicht" (326). Das besondere am Eichmannprozess war es, dass zum ersten Mal ein Tätertypus vor Gericht stand, der von sich behauptete (wohl zu Recht), niemals einen Menschen mit eigener Hand getötet zu haben, niemals aus eigener Initiative Maßnahmen zur Ermordung von Menschen getroffen zu haben und immer nur das ausführende Organ Befehle höherer Instanzen gewesen zu sein. Doch ist es gerade dieses permanente Abweisen von Verantwortung verbunden mit der zentralen Funktion, die Eichmann in diesem gigantischen "Verwaltungsmassenmord" (58) innegehabt hat, was nach Arendt das Bösartige am Täter nach dem Typ ausmacht. Exemplarisch an Eichmann verdeutlicht sie, mit welcher Perfektion es den Nazis gelungen ist, ein moralisches Wertesystem zu schaffen, welches der instinktive Tötungshemmung eines Menschen zuwider läuft: "Im Dritten Reich hatte das Böse die Eigenschaft verloren, an der die meisten Menschen es erkennen - es trat nicht mehr als Versuchung an die Menschen heran. Viele Deutsche und viele Nazis [...] haben wohl die Versuchung gekannt, nicht zu morden, nicht zu rauben, ihre Nachbarn nicht in den Untergang ziehen zu lassen [...]. Aber sie hatten, weiß Gott, gelernt, mit ihren Neigungen fertigzuwerden und der Versuchung zu widerstehen" (249). Auf der Werteskala der Nazis wurde der absolute Gehorsam gegenüber Höhergestellten zum neuen kategorischen Imperativ des Systems, egal, welche Konsequenzen dieser Gehorsam mit sich brachte. "Böse" war es nun nicht mehr, Menschen zu töten. "Böse" war es, Befehlen nicht zu gehorchen, die massenhaftes Morden anordneten: "Seine Schuld war sein Gehorsam, und Gehorsam werde doch als Tugend gepriesen. Seine Tugend sei von den Regierenden missbraucht worden" (365). Eichmanns Rechtfertigung lässt sich nur verstehen, wenn man sich die Werteskala der Nazis verdeutlicht. Und genau darin liegt das banal-böse, worin zumindestens ein Schlüssel zum Verständnis des Nationalsozialismus liegt. Das Sich-aus-der-Verantwortung ziehen wurde mit Hinweis auf die neue Kardinaltugend so einfach gemacht. Doch diesen Punkt lässt Arendt zur moralischen Absolution Eichmanns nicht gelten und hält dagegen: "Das Verantwortlichkeitsausmaß wächst vielmehr im allgemeinen, je mehr man sich von demjenigen entfernt, die die Mordwaffe mit seinen Händen in Bewegung setzt" (364).

Fazit: Hannah Arendt wurde für ihr Buch heftig angefeindet. Zu kritisch sei ihr Umgang mit der Verantwortung jüdischer Organisationen bezüglich der Shoa während des Zweiten Weltkrieges, anmaßend ihre Frage, warum die Juden sich nicht mehr gegen ihre eigene Vernichtung gewehrt haben. Und auch die Widerständler des 20. Juli werden von Arendt heftig attackiert (vgl. S. 193). Doch ist es gerade der provokante und durchaus auch unwissenschaftliche Stil, der die Klasse von Arendts Büchern ausmacht. Somit bleibt "Eichmann in Jerusalem" bis heute eines der ganz wichtigen Bücher, wenn es darum geht, moralische und psychologische Grundlagen des Naziregimes zu offenbaren. Grundlegendere Überlegungen zum "Bösen" finden sich in Arendts hervorragender Vorlesungsreihe Über das Böse.
Eichmanns Umwertung des kategorischen Imperativs
5 Punkte 5 von 5 Punkten
In bestürzender und erschreckender Weise hat Adolf Eichmann Kants katagorischen Imperativ umgewertet und zur Rechtfertigung seiner "Pflichterfüllung" herangezogen. Aber konnte Kant sich in seiner Zeit den Massenmenschen der modernen Gesellschaft vorstellen? Der eigentliche Bruch ist nicht der Nationalsozialismus, sondern der moderne Massenmensch, der seiner persönlichen Verantwortung und Individualität enthoben, zum Verwaltungsmassenmörder werden kann. Das ist meines Erachtens die neue Banalität des Bösen und Eichmann als Person ist dabei austauschbar. Das macht dieses Buch so erschreckend aktuell und löst nicht wieder gut zu machende Bestürzung und Wut aus. Es ist das Bewußtwerden der eigenen Lage.
Sehr gut - bis auf das Essay
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Das Werk von Hanna Arendt ist epochal für die deutsche Nachkriegshistorie. Es kann als eine Initialzündung für die Studentenrevolution der 60er Jahre gelten. Der enthaltene Bericht sollte jedoch als ein subjektives historisches Dokument seiner Zeit aufgefaßt werden, denn einige Darstellungen von Hannah Arendt wurden nach dem Prozeß wissenschaftlich widerlegt bzw. tiefergehend untersucht.

Herr Mommsen stellt diese Fakten in seinem vorangestellten 36-seitigen Essay dankenswerterweise richtig. Ob dieses jedoch so ausufernd mit seinen persönlichen Wertungen geschehen muss, bleibt das Geheimnis des Verlages.
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Produkt-Bild: Retter in der Nacht: Wie eine jüdische Familie in einem münsterländischen Versteck überlebte

Retter in der Nacht: Wie eine jüdische Familie in einem münsterländischen Versteck überlebte von Marga Spiegel

Broschiert von Lit Verlag
Preis bei Amazon: EUR 16,80, Angebote ab EUR 9,90

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3825835952, Erscheinungsdatum: Sept. 2009, Auflage: 5. Auflage.
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2 Kundenrezensionen:

Retter in der Nacht
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Von Bekannten wurde ich darauf hingewiesen, dass in dem Buch "Retter in der
Nacht" öfter mein Hausname erwähnt würde.
Nachdem ich das Buch las musste ich feststellen, dass eine entfernte Verwandt-
schaft zu dem genannten Bauern Herrn Pentrop besteht. Mein Urgroßvater ist
auf dem Hof Pentrop geboren. Ich vermute, dass der Großvater von Herrn Pentrop
und mein Urgroßvater Brüder waren.
Ich konnte deshalb meinen Stammbaum um einige Namen erweitern.
Zivilcourage unter Lebensgefahr
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Dieses bereits in der 2. Hälfte der 60er Jahre
veröffentlichtes Buch der Marga Spiegel beschreibt
Ihre eigene Geschichte auf eindringliche Art und Weise -
sie schildert die Angst einer der letzten jüdischen Familen ,
welche sich auch noch 1943 in Nazi Deutschland aufhielten.
Angst , die in der Luft liegt und förmlich beim Leser spürbar wird.
Das Damoklesschwert entdeckt zu werden schwebt permanent
und nervenaufreibend über allen Beteiligten ( und dem Leser! )
Aber es schildert auch , daß es auch im Nazi Deutschland
couragierte Menschen gab , die trotz großer Lebensgefahr ,
jüdischen Familien Unterschlupf und Schutz gewährten!
Ein solcher war Bauer Aschoff , der trotz Androhung
von Todesstrafe die Familie Spiegel auf ihrem Gehöft versteckte.
Der Bischof war ihm eben näher als "der Führer" !
Natürlich haben die Bauern auch Angst gehabt und haben gezweifelt.
Auch das kommt im Buch sehr gut rüber.
Es ist ein Buch voller Mut und Menschlichkeit.
Genial !

P.S.
Das Buch von Marga Spiegel diente als Grundlage für den Film
UNTER BAUERN - RETTER IN DER NACHT.
Marga Spiegel wird dabei von Veronica Ferres gespielt
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