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Eva Braun: Leben mit Hitler von Heike B. GörtemakerGebundene Ausgabe von C.H. BeckPreis bei Amazon: EUR 24,95, Angebote ab EUR 18,99 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3406585140, Erscheinungsdatum: Februar 2010, Auflage: 1 |
5 Kundenrezensionen:Auch, wenn die Autorin das Gegenteil glaubt,... 1 von 5 Punkten...die Tatsachen sprechen doch eher dafür, dass Hitler schwul war. > 1915 kämpfte der junge Adolf Hitler als Meldegänger an der Front in Frankreich. Ein Kriegskamerad, Hans Mend, gab Jahre später zu Protokoll, was er selbst gesehen hatte: "Hitler lag mit Schmidl, seiner männlichen Hure, nachts zusammen." Die Recherchen zu Eva Brauns Leben bringen Leben in diese bisher relativ unbekannte Person, die nun nicht mehr als "ahnungsloses Dummchen" dasteht, sondern als jemand, die vermutlich sehr wohl wusste, was während der Zeit ihres Zusammenseins mit Hitler politisch vor sich ging. Die anscheinend hörige und Hitler ergebene Braun war auch für das Bild des Diktators nach außen wichtig. Die in der Nazi-Ideologie verbotene Homosexualität konnte so vertuscht werden, genauso wie Hitler so die Gefolgschaft großer Teile des Volkes - Frauen wie Männer - wesentlich sicherer war. Gut recherchiertes Buch 4 von 5 Punktenüber Hitler und sein Umfeld. Gute Zusammenstellung der Nazizeit. Für mich jedoch gar nichts Neues und schon gar keine neuen Erkenntnisse über das Leben mit Eva Braun. "Eva Braun. Ihr Pakt mit dem Bösen....." 5 von 5 Punkten.....so lautete die in großen roten Lettern geschriebene Titelstory der siebten Ausgabe des Hamburger Wochenmagazins "Stern", die am 11. Februar 2010 in den Vekauf gelangte. Der kleinformatige, in schwarz geschriebene Untertitel lautete: "Die neue Sicht auf Hitlers Geliebte". Das gesamte Cover wurde beherrscht durch ein Porträtfoto der Protagonistin. Ein weitaus kleineres Bild in der rechten unteren Ecke zeigte ihren uniformierten und mit dem EK II dekorierten Auserwählten. Die mehrseitige Titelstory startete auf Seite 73 und schloß mit einem Hinweis auf das zwei Tage zuvor erschienene "Eva Braun. Leben mit Hitler" von Heike B. Görtemakers..... ...in dem Eva Anna Paula Braun, die nur für einen Tag den Namen Hitler tragen sollte, nicht mehr die Rolle einer bloßen historischen Randfigur oder ein tragisches Frauenschicksal verkörpert. Die Autorin geht nicht nur der Frage nach, wer diese Frau eigentlich war, sondern auch der dadurch eröffneten Sicht, die sich durch Eva Braun auf den "Jahrhundertverbrecher" gewinnen lässt (Seite 11). Hierzu wird ihr soziales, kulturelles und politisches Umfeld näher betrachtet. So entsprach ihr Lebensstil ganz und garnicht dem von der NS-Ideologie propagierten "Leitbild für die deutsche Frau", die vor allem Mutter zu sein und ihrem Mann brav den Haushalt zu hüten hatte. Sie hingegen wollte (wie auch Hitler) keinesfalls eigene Kinder, liebte jedoch Mode, Film und Jazz (!) und las sogar nach 1933 in Deutschland verbotene Werke von Oscar Wilde. Jung, blond, sportlich und lebenslustig bot sie zudem ein Bild, das demjenigen Hitlers auch optisch diamentral entgegen stand..... Heike B. Görtemaker zeichnet den Weg und nennt die Faktoren, die aus einem 17jährigen Mädchen aus kleinbürgerlichen Verhältnissen eine kompromißlose Verfechterin einer unbedingten Treue werden ließen. Die Autorin kommt u. a. zu dem Ergebnis, dass Eva Braun keinesfalls als gänzlich unpolitisches Blondchen betrachtet werden kann. Denn auch im engeren Kreis des NS-Diktators habe es keine "private Sphäre", in der nicht über Politik gesprochen wurde und in der die NS-Ideologie keine Rolle gespielt hätte, gegeben. Daher geht Görtemaker davon aus, dass auch Eva Braun - wie alle Frauen in Hitlers Umkreis - die antisemitischen und rassistischen Ansichten und die aggressive Kriegspolitik der NS-Ideologie teilte. Auch eine sexuelle Beziehung zwischen Braun und dem 23 Jahre älteren Hitler steht für die Autorin außer Frage. "Fräulein" Braun wurde der Öffentlichkeit vorenthalten, da sie nicht in das von der Propaganda gezeichnete Bild des "Führers" passte, der schließlich nur "mit dem deutschen Volk verheiratet" gewesen sei. Für ein priviligiertes Leben in Luxus mit Reisen und teuren Kleidern und gelegentlicher Nähe als Fotauf dem "Berghof" nahm sie dies jedoch in Kauf. Die Eheschließung am 29. April 1945 markierte das Ziel ihrer Scheinwelt, die am Tag darauf mit dem doppelten Suizid ihr endgültiges Ende finden sollte. Die wissenschaftliche Fleissarbeit Görtemakers offenbart sich in einem Anhang, zu dem neben einem Nachweis für zahlreiche (vornehmliche schwarz-weisse Fotos) und einem Personenregister auch ein 67seitiges (!) Anmerkungs-, Quellen- und Literaturverzeichnis gehört. 5 Amazonsterne für ein mit Spannung zu lesendes historisches Sachbuch, das auch jene, in der bisherigen "Erinnerungsliteratur" weniger oder überhaupt nicht betrachtete "private" Aspekte beleuchtet, in den historischen Gesamtkomplex einbettet und daher auch an keiner Stelle den Blick auf die NS-Verbrechen vergessen lässt. Mitunter aufschlussreiche Bilder 4 von 5 PunktenDem Leben der Eva Braun ist die Erfüllung ihres Wunsches gerecht geworden. Sie hat den zum Mann bekommen, den sie wollte Was wird uns mit diesem Buch wiederum geboten? Eine Abfolge von Ereignissen, die wir zum Teil schon kennen und immer wieder schütteln wir Leser den Kopf ob derartiger Naivitäten, die nebenbei erwähnt werden. Natürlich ist die historische Forschung daran interessiert, wie Privates und Intimes gerade aus dieser angesprochenen Zeit zu interpretieren ist, aber die Öffentlichkeit wartet immer noch auf wirklich Pikantes. Nehmen wir zum Beispiel die Bilder aus diesem Buch, so kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich deutsche Eigentümlichkeit in allen Belangen zeigt, Ausnahme vielleicht das Bild auf Seite 127, es zeigt ein relativ skeptisches Gesicht von Margarete Speer, aber was soll das schon bedeuten? Mode der Zeit, etwas Militärisches immer dazwischen, Belanglosigkeit auf vielen Bildern und Seiten und doch das Verbrechen hinter allem, das grausame Kriegsgeschehen und die Brutalität der Ausrottung von anders denkenden Menschen, die man dazu noch rassisch in die Ecke stellte. Dabei ging es doch nur um Macht und Ausübung derselben auf deutsche Art, also gewachsenermaßen gründlich. Und unter welchen Umständen, das wäre vielleicht noch zu loben in diesem Buch, denn auf Seite 218 sehen wir einen verzückten Machthaber vor dem Linzer Stadmodell mit geradzu häschenhaften vor Freude zitternden Händchen, wir wir ihn vielleicht noch nicht gesehen haben. Hätte man ihn doch seinerzeit aufgenommen in die Akademie, meinetwegen als naiven oder wie auch immer Maler, das hätte ihm und auch uns besser getan. Wie gesagt, nichts Neues, soweit ich sehe, aber gute Bilder. "Ich möchte eine schöne Leiche sein, ich nehme Gift" 5 von 5 Punkten...soll Eva Braun bei einer der nächtlichen Teerunden im Führerbunker gesagt haben - kurz vor ihrem Selbstmord, gemeinsam mit Hitler. Eva Braun, die Frau an Hitlers Seite, sorgt bis heute für zahlreiche Spekulationen. Ist sie das dümmliche Blondchen, das "Tschapperl", das Hitler so gerne mochte, weil sie hübsch, naiv und treu war? Weil sie ihn bedingungslos liebte und vergötterte? Und was genau lief da eigentlich zwischen Frau Braun und ihrem Liebhaber? Eva Braun hat für eine rege Legendenbildung gesorgt. Kaum zu glauben, dass die Geliebte Hitlers zu Lebzeiten nur dem handverlesenen "inneren Kreis" um den "Führer" bekannt war. Als kurz nach Kriegsende die Nachricht in Umlauf gelangte, dass Hitler eine Geliebte gehabt (und zwar eine leibhaftige und nicht etwa das ständig zitierte "deutsche Volk"!) und diese sogar noch geheiratet hätte, gingen die meisten von einem "Latrinenwitz" aus, einer Verschwörung, die den Führer beschmutzen wollte o.ä. Die Historikerin Heike B. Görtemaker hat sich nun auf Spurensuche begeben. Mit diesem Buch legt sie die erste quellenkritische Monographie über Eva Braun vor. Die in den späten 60er Jahren entstandene Biographie vom türkisch-amerikanischen Journalisten Dr. Nerin Emrullah Gün (in den USA später in Gun umbenannt) wird hier kritisch hinterfragt. Görtemaker analysiert die Vorgehensweise Guns und stellt bald fest, dass sie wissenschaftlichen Maßstäben nicht gerecht wird - so basieren seine Ausführungen weitgehend auf den Angaben von Verwandten und Bekannten, die freilich die eigene Rolle zur Zeit des Nationalsozialismus gehörig beschönigen wollen. Das Familienleben der Brauns gestaltete sich beispielsweise bei Weitem nicht so harmonisch, wie das bei Gun nachzulesen ist (auf den Aussagen der Mutter Eva Brauns basierend). Die Eltern waren sogar zwischenzeitlich geschieden, mussten sich aus finanziellen Gründen in Zeiten der Hyperinflation allerdings wieder zusammentun. Görtemaker hat verschiedene Archivalien, Briefe u.v.m. ausgewertet und in ihre Darstellung mit aufgenommen. Bald wird klar - und die Autorin leugnet das auch nicht - dass genaue Aussagen zum Privatleben Hitlers kaum möglich sind. Kurz vor seinem Tod gab er nämlich noch die Vernichtung aller persönlichen Unterlagen in Auftrag. Doch trotz dieser prekären Quellenlage ist der Historikerin ein spannendes und informatives Buch gelungen, das ich innerhalb von kürzester Zeit verschlungen habe. Die Autorin kann durch fundiertes historisches Wissen (nicht nur zu Eva Braun) überzeugen. Auch ihr Schreibstil ist sehr gut lesbar. Als Leser bekommt man einen hervorragenden Einblick in die damalige Zeit, in die Geschehnisse auf dem Berghof, in Berlin und in München, wo Hitler seine 23 Jahre jüngere Freundin kennen gelernt hatte. Man erfährt etwas über die Beziehung zwischen Hitler und Braun, darüber, dass die junge Frau an der Schwelle zum Erwachsenwerden schon so "verrückt" nach ihrem älteren Geliebten war, dass sie mehrfach einen Selbstmord inszenierte, um seine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Außerdem wird hier mit vielen Gerüchten aufgeräumt, so z.B., dass Hitler mit Frauen nie über Politik gesprochen hätte. Auf dem Berghof ging es bei Weitem nicht nur um "Hundezucht, Ernährungsfragen und Kunst" - diese nachträglichen Behauptungen von Zeitgenossen sind reine Schutzbehauptungen. Eva Braun wusste sehr wohl über viele Dinge Bescheid - und akzeptierte sie. Bis zum Schluss, denn wie Hitler war sie bis zu ihrem Tod der Überzeugung, dass es nur eines gebe: Alles oder eben nichts. Obwohl das Buch wissenschaftlich korrekt erarbeitet wurde, ist es kein bisschen trocken oder langweilig. Manchmal musste ich sogar laut lachen, z.B. wenn es um posthume Gerüchte um Hitler und seine Frau geht. So ging der US-Geheimdienst z.B. ernsthaft der Behauptung nach, dass Hitler gemeinsam mit Eva Braun und Martin Bormann ein Cafe in Amsterdam eröffnet hätte :) Oder Görtemaker zitiert Robert Ley, der über den gelernten Landwirt Bormann gesagt haben soll, er wäre ein "ungeschlachteter (sic!) Bauer" gewesen. Da kann man sich ein Lächeln nicht verkneifen... Die vielen Fotografien ergänzen den Text hervorragend. Sie spiegeln Stimmungen wider, die z.B. auf dem Berghof herrschten. Fotos sind hier allein schon deshalb unerlässlich, weil Eva Braun Fotolaborantin war und Hitler im Münchner Laden ihres Arbeitsgebers, Heinrich Hoffmann (Hitlers Leibfotograf) kennen gelernt hatte. Braun hat immer viel fotografiert und gefilmt, oft auch um sich von angespannten Situationen abzulenken. Fazit: Das Buch ist eine spannende und informative Möglichkeit, sich über ein Thema zu informieren, das sicherlich viele Menschen interessiert: Hitlers Privatleben. Gut, dass Görtemaker hier wissenschaftlich gearbeitet hat. Auf diese Weise bleiben zwar einige Leerstellen, aber alles andere gehört nun mal ins Reich der Fantasie... Sehr zu empfehlen! |
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Anne Frank Tagebuch von Anne FrankTaschenbuch von Fischer (Tb.), FrankfurtPreis bei Amazon: EUR 7,95, Angebote ab EUR 3,99 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3596152771, Erscheinungsdatum: Juli 2006, Auflage: 15 |
Aus der Amazon.de-RedaktionDieses lebendige, Einblick gewährende Tagebuch ist seit seiner ersten Veröffentlichung 1947 ein geliebter Klassiker und ein passendes Denkmal für den begabten jüdischen Teenager, der 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen ums Leben kam. 1929 geboren, bekam Anne Frank zu ihrem 13. Geburtstag ein neues, unbeschriebenes Tagebuch geschenkt, nur wenige Wochen bevor sie und ihre Familie im von den Nazis besetzten Amsterdam untertauchen mußten. Ihre wunderbar detaillierten persönlichen Eintragungen zeichnen 25 anstrengende Monate klaustrophobischer, streitgeladener Intimität mit ihren Eltern, ihrer Schwester, einer zweiten Familie und einem älteren Zahnarzt nach, der wenig Toleranz für Annes Lebhaftigkeit zeigt. Der universelle Reiz des Tagebuchs beruht auf seiner fesselnden Mischung aus den schmuddeligen Besonderheiten des Lebens im Krieg (karge, schlechte Mahlzeiten; schäbige Kleider, aus denen man längst herausgewachsen ist, die aber nicht ersetzt werden können; die ständige Angst, entdeckt zu werden) und der offenherzigen Auseinandersetzung über Gefühle, die jedem Heranwachsenden bekannt sind: "Jeder kritisiert mich, niemand erkennt meine wahre Natur, wann werde ich endlich geliebt?" Aber Anne Frank war kein gewöhnlicher Teenager: Die späteren Eintragungen verraten einen für eine kaum 15jährige bemerkenswerten Sinn für Mitgefühl und spirituelle Tiefe. Ihr Tod verkörpert den Wahnsinn des Holocaust, aber für die Millionen, die Anne durch ihr Tagebuch kennengelernt haben, ist er auch ein sehr persönlicher Verlust. --Wendy Smith 5 Kundenrezensionen:Eins der besten Bücher, die ich gelesen habe 5 von 5 PunktenDas Buch muss man gelesen haben! Eine tief bewegende Geschichte und innere Entwicklung eines außergewöhnlich klugen, einfühlsamen und doch normalen Mädchens, die in einer höchst unnormalen und grausamen Zeit leben und danach sterben musste. Endlose Wut und Ohnmacht... 5 von 5 PunktenOffen gestanden, habe ich bis jetzt noch keine so offenherzigen, erschütternden wie feinfühligen Zeilen gelesen. Sicher, Rousseaus Bekenntnisse sind eine meisterliche Ode an das Leben, Dostojewskis Aufzeichnungen ein existentiell intellektuelles Fegefeuer - obgleich etwas gekünstelt - mögen Kafkas einsame Wege an Brillianz derer Annes etwas überstrahlen, doch niemand kann es mit der Unmittelbarkeit, der Lebendigkeit, der Rein - und Schönheit jener Gedanken eines wohl wahrlich einzigartigen - 13 Jährigen ! - Mädels aufnehmen. Welche wunderbaren Werke hätten nicht noch aus dieser Feder fließen können, sollen und müssen! Das Buch ist so berührend... Das ist ein MUSS! 5 von 5 PunktenIch habe mir dieses Buch zugelegt weil ich von bekannten davon viel gutes gehöhrt habe. Es wurde von Amazon.de sehr schnell geliefert. was auch schon wieder ein Dickes Plus ist. Man muss dieses Buch einfach gelesen haben um zu wissen wie das damals war im Krieg... Anne Frank 5 von 5 Punktensehr gutes Buch - einen Teil habe ich schon gelesen - und es ist nicht nur für die NS Zeit gut - sondern auch für die heutige Jugend - die sich immer mehr von diesen Tatsachen distanziert . Gelesen habe ich es 1973 damals in der Schule und bis heute sind diese Schicksale mehr als aktuell. Ein sehr gutes Buch mit ( bis heute ) unvorstellbaren Tatsachen der Anne Frank . Gut zu lesen - aber : Zeit ist wichtig . Dieses Buch kann mann/frau nicht zwischendurch lesen Ein Buch, das man immer wieder lesen kann 5 von 5 PunktenWieder einmal ein Buch, das unter "Das Buch der 1000 Bücher" fällt. Man kann es immer wieder lesen, besonders als junger Mensch, da man sich gut in die Rolle des jungen Mädchens Anne Frank hineinversetzen kann. Man erfährt von ihr viel über die Verbote, die den Juden in Nazideutschland aufgehalst wurden, z.B. nicht ins Schwimmbad gehen dürfen, kein Fahrrad fahren, nur bis zu einer bestimmten Uhrzeit im Garten sitzen. Sie beschreibt diese Unmenschlichkeiten mit einer derart gefassten Sachlichkeit, die aus erzwungener Gewohnheit entstanden ist und denen sie ins Auge sehen muss. Die Angst in ihrem Versteck in Holland entdeckt zu werden begleitet sie und ihre Familie über Jahre hinweg, bis sie schließlich alle abgeführt und von der Gestapo in Konzentrationslager gebracht werden. Nur Otto, ihr Vater hat von der ganzen Familie das KZ überlebt und später ihr Tagebuch veröffentlicht. Sie schreibt manchmal auch mit Ironie über die anderen Versteckten, wenn sie sich untereinander gezankt haben. Ein Buch, das immer wieder an das 3. Reich erinnert und immer wieder die Ungerechtigkeiten beschreibt, die nicht vergessen werden dürfen, da dies zur Geschichte Deutschlands gehört... leider. Dieser Text wurde von einer 17-jährigen verfasst. |
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Die vergessene Generation: Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen von Sabine BodeTaschenbuch von PiperPreis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 8,20 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3492244033, Erscheinungsdatum: März 2010, Auflage: 14 |
5 Kundenrezensionen:Nicht für jeden, aber für Betroffene Eltern wie Kinder vielleicht eines der wichtigsten Bücher 5 von 5 PunktenDieses Buch erreicht eine objektive, detaillierte Analyse der psychologischen Folgen von Kriegserlebnissen im Kindheitsalter und deren Auswirkungen auf den Erwachsenen. Primär ist Die vergessene Generation" geschrieben für Menschen, die zwischen 1930 und 1945 in Deutschland geboren wurden. Aber, und das erscheint mir noch wichtiger, auch für deren Kinder. Ich bin Kind von Kriegskindern, und habe mich lange Jahre gefragt, warum meine Eltern so sind wie sie sind. Erst mit diesem Buch, erst mit dieser psychologischen Deutung von habe ich verstanden, woher ich komme und wie sich die Kriegserlebnisse meiner Eltern in mir manifestieren. Aus der Perspektive des Kindes von Kriegskindern kann dieses Buch dem gewillten Leser der erste Anstoß sein, den wichtigsten aller Schritte zu vollziehen: mit seinen Eltern endlich ins Reine zu kommen und endlich zu verstehen, warum sie sind, wie sie sind. Und obwohl es eben nur der erste Anstoß sein kann, so ist es für mich eines der wichtigsten Bücher, die ich je gelesen habe - auch wenn das für andere Menschen anders sein mag. Eben ein Buch, das nur für eine bestimmte Zielgruppe geschrieben wurde. Eltern verstehen lernen 4 von 5 PunktenHallo, mir hat das Buch ganz einfach geholfen, zu verstehen warum meine Eltern manchmal so reagieren, wie sie reagieren. Trotzdem das ich schon erwachsen bin. Und gerade weil meine Eltern gelegentlich eigenartig sind. Lesen 5 von 5 PunktenNachdem ich als Betroffener Bodes Buch "Kriegsenkel" gelesen hatte und dieses mir viele Fragen meiner Biografie klarer macht, habe ich dann sofort im Anschluss das Buch "Die vergessene Generation" lesen müssen. Von Konzept ähnlich aufgebaut wie Kriegsenkel, beschäftigt es sich primär mir den - bis heute oft unverarbeiteten - Schicksalen der Kriegskinder, also der Menschen, die zwischen 1930 bis kurz nach dem Krieg zu Welt kamen und zeigt exemplarische Schicksale auf inkl. der Konsequenzen, die dies für die Betroffenen und auch deren Kinder hatten. Mir ist noch mehr klar geworden, wie der Schrecken des Krieges und der Zerstörung in uns Deutschen gegenwärtig ist und wie er bei Eltern und Kindern das Leben und seine Perspektiven bestimmt. Bode hat sich ihren schriftstellerischen Schwerpunkt einem sehr wichtigen Thema, dem Einfluss von (oft verdrängten) Kriegstraumata auf das Leben der Betroffenen und der nachfolgenden Generationen ausgerichtet. Es handelt sich um wichtige und auch klärende Bücher, deren Lektüre ich unbedingt empfehle. Das gilt ebenso für das dritte Buch zum Thema "Die deutsche Krankheit - German Angst". Leseempfehlung! Neuer Blick auf alte Generation 4 von 5 PunktenDieses Buch war für mich sehr hilfreich. Ich habe meine Kindheit nach dem Lesen in einem allgemeinen Kontext sehen können. Nun endlich weiß ich, wo die unseligen Erziehungsmethoden herkommen, mit denen ich aufwuchs. Da ich auch schon einen Teil meiner Autobiographie geschrieben hatte, muss ich diese nun überarbeiten. Habe das Buch an viele Bekannte und Verwandte weiter empfohlen. Endlich die Antworten auf ewig lange Fragen! 5 von 5 PunktenWirklich gut recherchiertes Buch mit vielen Antworten auf Fragen, die uns -- den Nachkommen der Kriegsgeneration -- sicherlich schon viele Jahre geplagt haben. Sabine Bode schlüsselt das bis jetzt ignorierte Thema der Kriegskinder auf und hat bei ihren Interviews mit ehemaligen Kriegskindern die oft nicht wahrgenommene Traumatisierung dieser Zeit entdeckt. Die teilweise daraus resultierenden Verhaltensstörungen gaben mir jedenfalls eine Erklärung für vieles, das in unserer Familie schief lief. Lange überfälliges Buch! |
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... trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager von Viktor E. FranklTaschenbuch von Deutscher Taschenbuch VerlagPreis bei Amazon: EUR 7,90, Angebote ab EUR 4,55 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3423301422, Erscheinungsdatum: Oktober 1998, Auflage: Neuaufl. |
5 Kundenrezensionen:Unbedingt lesenswert 5 von 5 PunktenDieses Buch ist ein Muss für alle, die sich mit der Zeit des Dritten Reiches auseinander setzen wollen. Es gibt genügend Bücher, die die Greueltaten und die geschichtlichen Ereignisse schildern. Aber nur wenige zeigen das Erlebte in einem Konzentrationslager aus der Sicht eines Menschen, dessen einziger Instinkt es ist, diese Zeit zu überleben. Der Autor prangert nicht an und jammert nicht. Er zeigt auf, wie schnell die Ansprüche des Menschen sinken, wenn er alles verliert und täglich um sein Leben kämpft. Kleinigkeiten bilden plötzlich den Mittelpunkt des Denkens, dass nur noch das Hier und Jetzt kennt und das Hoffen, den nächsten Tag zu überstehen. Wer die Schilderungen liest, dem empfehle ich zwischendurch zu reflektieren, wie gut es uns geht. Essen, Trinken, Wärme, Freiheit. Güter, so selbstverständlich, dass wir sie gar nicht (mehr) wahrnehmen. Nebenbei erklärt der Autor, wie die schreckliche Maschinerie eines KZ's funktionieren konnte. Diese Erläuterungen sind zwar kurz gehalten, aber durchaus ausreichend. Nur für emotional gefestigte Leser 4 von 5 PunktenEin Muß für alle Viktor Frankl Fans. Das Buch beschreibt sehr ausführlich wie der Psychologe das Konzentrationslager überlebte und seine ganze Familie darin verlor. Die Frage die er stellt ist nicht warum Menschen im KZ starben sondern warum sie so lange überlebt und was sie am Leben erhalten hat. ja zum leben 3 von 5 Punktenhabe das buch noch nicht gelesen... daher, wie (fast) immer eine perfekte abwicklung über amazon Sehr empfehlenswert! 5 von 5 Punkten"Trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager" von Viktor E. Frankl ist eine subjektive Erlebnisschilderung aus der Sicht eines Häftlings. Frankl gelingt es mit einer sehr genauen und zuweilen wissenschaftlichen Betrachtung, die Nöte und Gedanken eines Häftlings zu untersuchen und darzulegen. Ein sehr gutes Buch, welches aus einem anderen Blickwinkel heraus schildert, was Menschen in Konzentrationslagern erlebt haben. Sehr lesenswert! sehr gute und einfühlsame Lektüre! 5 von 5 Punktenhabe dieses Buch von einer Bekannten empfohlen bekommen und kann es nur wärmstens empfehlen. Die Situation in den KZ-Lagern wird sehr neutral und hautnah geschildert! |
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Der letzte Zeuge: Ich war Hitlers Telefonist, Kurier und Leibwächter von Rochus MischBroschiert von PiperPreis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 5,87 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3492257356, Erscheinungsdatum: November 2009, Auflage: 4 |
5 Kundenrezensionen:Noch so ein Schinken über das Dritte Reich? Nein! 4 von 5 PunktenWird man aus heutiger Sicht, selbst bei Kenntnis aller historisch belegbaren Daten und Fakten, wirklich jemals in der Lage sein können, die Bereitschaft jener Generation, diesem menschenverachtenden System "blind" Folge zu leisten, nachvollziehen können? Was war mit Misch und dessen Kameraden, in Diensten des Führers, oftmals keine Mitglieder der Partei - mitunter allein wegen der Körpergröße oder sportlicher Leistungen (Olympiateilnehmer) auserwählt - in welche Rolle wuchs Zeitzeuge Misch selbst hinein, wie hat er sich und die Zeit, in der er lebte wahrgenommen - was hat ihn so nahe an den Mittelpunkt des Wahnsinns jener Jahre gebracht - an die Seite des wahnsinnigen Demagogen A.H., was hat ihn dazu bewogen, bis zum bitteren Ende im Dunstkreis der Nazis zu bleiben, 5 Jahre lang - und vor allen Dingen WARUM ist er bis zur letzten Stunde im Führerbunker geblieben? Interessant, fesselnd und mitunter abstoßend war es, dieses Buch zu lesen, die zahlreichen Fotos anzuschauen - die Perspektive von Rochus Misch zu teilen - und trotzdem blieben -zumindest aus meiner Sicht- Zweifel an dem "unpolitischen" Misch... - wie passt das eigentlich zusammen - im privaten Umfeld altgediente Sozialdemokraten um sich, am "Arbeitsplatz" das eigene Leben dem Oberhaupt dieses Terrorsystems anzudienen? Wenn Zeitzeuge Rochus Misch, z.B. im Zusammenhang mit dem Attentat vom 20.Juli 1944, Claus Schenk Graf von Stauffenberg (immer noch) als "Kameradenmörder" bezeichnet, macht sich Gänsehaut breit - mir fehlte die Distanz, die Einsicht von Herrn Misch an mancher Stelle, er hatte hier die wohl beste Gelegenheit, nicht nur Zeugnis abzulegen, sondern auch seine, mit den Jahren, gewonnene Erkenntnis bzgl. des wahren Wesens seines alten "Arbeitgebers", zu Papier zu bringen, verpasst - der geschilderten Perspektive jener Tage haftet ein bisweilen fast schon "verharmlosendes" Gschmäckle an.... Die Atmosphäre der gewählten Schilderungen ist sehr dicht und ernüchternd zugleich -so z.B., die Schilderungen von Misch, dass man Hitler hätte leicht ausschalten können, dass dieser sich offenbar stets in Sicherheit fühlte und dabei auf umfangreich vermuteten Personenschutz oftmals sogar ganz verzichtete - siehe hier z.B. die zahlreichen Schilderungen bzgl. der mangelhaften Absicherung der Führerwohnung... Ich empfehle übrigens, den am Ende dieses Buches abgedruckten Epilog der Co-Autorin Dr. Sandra Zarrinbal, noch vor Beginn der eigentlichen Lektüre zu lesen - diese Vorgehensweise eröffnet dem interessierten Leser dieses ausergewöhnlichen Zeitzeugenberichtes, während der Auseinandersetzung mit Rochus Misch selbst, einen noch schärferen Blickwinkel... Der letzte Zeuge 5 von 5 PunktenMit Rochus Misch, dem Telefonisten, Kurier und Leibwächter Adolf Hitlers, hat vielleicht der letzte Zeitzeuge aus dem direkten Umfeld Hitlers seine "Memoiren" vorgelegt. Das Buch ist durchaus interessant, man muss es aber natürlich als das verstehen was es ist: ein Bericht einer Person, die zwar im Machtzentrum des Deutschen Reiches arbeitete, aber von den Vorgängen aufgrund seiner Funktion nur indirekt und bruchstückhaft erfuhr. Obwohl seine Ausführungen zu diversen Ereignissen - insbesondere zum "Englandflug" von Rudolf Hess, dem Hitlerattentat 1944 und den letzten Tagen im Führerbunker - durchaus interessant sind, so lebt das Buch doch eher von seinen Erlebnissen im Tross von Hitler und seinen persönlichen Einschätzungen und Eindrücke von Personen wie Bormann, Goebbels, Fegelein, Eva Braun, etc. etc. und natürlich Adolf Hitler. Ich möchte bei dieser Rezension auch etwas auf die heutigen Reaktionen zu diversen Zeitzeugenberichten eingehen (Skorzeny, Manstein, Below, etc.), die angeblich zu subjektiv seien und - als weiterführender Vorwurf - nichts aus der Geschichte gelernt hätten und ewig Gestrige seien. Oftmals hat man den Eindruck, dass diese Leute nur alleine eine komplette Distanzierung mit dem Nazi-Regime lesen wollen, der restliche Inhalt derartiger Literatur wird mit diesem Fokus oftmals mehr oder weniger gänzlich ausgeblendet, auch wenn er historisch gesehen vielleicht höchst interessant ist. Fakt ist, dass wenn man derartige Bücher in die Hand nimmt, überhaupt keine objektive Darstellung erwarten kann und darf. Das würde diesen Büchern auch garnicht gerecht werden. Churchills "Der Zweite Weltkrieg" ist auch nicht objektiv, aber dennoch ein großartiges Buch. Es geht darum, diese Bücher als historische Quellen zu verstehen, selbst wenn sie die Nazi-Herrschaft glorifizieren. Misch tut dieses im übrigen nicht, er bleibt distanziert und man hat den Eindruck, dass er zwar mit sich im Reinen ist, mit einer persönlichen Aufarbeitung aber überfordert ist und rückblickend die Nazi-Zeit eher mit einem ungläubigen Schulterzucken quittiert. Das ist vollkommen in Ordnung. Entsprechend greift auch Ralph Giordanos ebenso faires wie interessantes Vorwort etwas zu kurz: Sein Einteilung in "geschichtsrelevanter und nicht geschichtsrelevanter Hitler" wird weder der Person Hitler noch der heutigen Geschichtsforschung gerecht. Denn gerade bei einer Person wie Hitler gibt es nichts, was nicht geschichtsrelevant wäre, und seien es Banalitäten aus seinem Privatleben. Empfehlung für Interessierte! 5 von 5 PunktenMir ist das Taschenbuch beim schmökern in einem Buchladen aufgefallen. Zuerst dachte ich "nicht schon wieder so ein Versuch mit dem Thema 3. Reich Geld zu machen..." Allerdings habe ich bereits beim überfliegen bemerkt dass dem nicht so ist. Über den Inhalt möchte ich nicht viele Worte verlieren, ich empfehle es jedem Geschichtsinteressierten der mehr über das Umfeld Hitlers und dessen Hintergründe und Abläufe erfahren will. In schöner Regelmäßigkeit sieht man im TV Bilder vom Berghof oder der Reichskanzlei. Mit diesem Buch bekommen diese Bilder auch einen Hintergrund, man weiss wie sie enstanden sind und welche wichtigen oder belanglosen Geschehnisse damit verbunden sind. Faszinierend für mich sind die Schilderungen über den privaten Hitler. Faszinierend deshalb, weil das Bild Hitlers in den Medien und der Berichterstattung durchwegs nur mit negativsten Assoziationen besetzt ist. Der Dämon und Massenmörder ist jedem geläufig. Aber kann und soll man, auch wenn es sich um Hitler handelt, diesen so radikal darauf reduzieren? Dieses Buch bricht mit dieser Methodik. Hier wird auch etwas über die private, menschliche Seite Hitlers erzählt. Und das keineswegs in einer glorifizierenden oder anbiedernden Weise, sondern aus den Augen des Menschen Misch wie er den Menschen Hitler erlebt hat. Das macht den Reiz des Buches aus. Was mich auch sehr erschüttert hat war die Beschreibung der Gefangenschaft in Russland und die erlittenen Misshandlungen/Folterungen. Guantanamo ist dagegen wohl ein Kindergarten. Aber eine Beschreibung hat in mir absoluten Ekel, Abscheu und wirkliche Betroffenheit ausgelöst: Die Beschreibung als die Leichen der Goebbels Kinder von den Russen zur Schau gestellt wurden, und die Berliner Bevölkerung auf sie spuckte und mit Steinen warf. (Dies hat Misch jedoch nur durch Augenzeugenberichte erfahren, nicht persönlich miterlebt.....sein Glück). Es geht einem schon sehr nahe wenn Misch beschreibt was für liebe Kinder es waren, wie sie ganz unbefangen im todgeweihten Bunker gespielt und ihn liebevoll gefoppt hatten (...Misch, Misch du bist ein Fisch...), und sich dann vorzustellen wie die toten Kinder dann "missbraucht" wurden, ekelhaft! Es gibt aber auch etwas auszusetzen. Das Vorwort von Ralph Giordano. Dieser Abschnitt wirkt deplaziert und ist wohl der Political corecctness geschuldet. Quasi: Wenn Giordano als moralische Instanz keine grossen Einwände hat dann dürfen das Buch auch die normalen Leute auch lesen. (Was interessiert den Leser das Wohlbefinden Giordanos als er sich in den 90er Jahren auf dem Gebiet des Obersalzbergs aufhielt?!) Genauso verhält es sich mit dem Epilog von Frau Zarrinbal. Geradezu peinlich berührt ist man wenn man Aussagen von Ihr liest ..... "...der Leibwächter des Teufels..." , "...er konnte Hitler doch leicht mit seiner Pistole erschießen, warum hat er das nicht getan...?" oder "...bei manchen Erzählungen Mischs mochte man am liebsten dazwischenfahren...". Welches Ziel verfolgte sie denn an der Mitwirkung an diesem Buch wenn ihr Urteil schon im Vorfeld feststand, was sich ja zweifelsfrei an ihren Aussagen festmachen lässt? Mich wundert es das Misch diesen Epilog von Frau Zarrinbal freigeben hat (wenn er dazu vom Verlag überhaupt gefragt wurde). Naja.....diesen Seitenumfang hätte man besser für weitere Erzählungen Mischs (z. B. seine Kenntnisse über Verschwörungen und Verrat) verwendet, das wäre ein Mehrwert für den Leser gewesen anstatt derer absolut überflüssigen und deplazierten Epiloge die nur so von political correctness und moralischen Vorhalten triefen. Nichtsdestotrotz vergebe ich 5 Punkte (das Vorwort Giordanos und den Epilog Zarrinbals nehme ich davon ausdrücklich aus)! lebensbericht eines letzten zeugen 4 von 5 Punktendass dieses buch geschrieben wurde, liegt wahrscheinlich an den co- autoren, allen voran an der frau zarrinbal, die auch ein nachwort geschrieben hat, ihre persönliche auseinandersetzung mit dem thema und dem menschen misch- dieses nachwortes hätte es nicht gebrauchtm, es ist so überflüssig, wie ein kropf, wie man so schön sagt. das vorwort wiederum lohnt sich zu lesen, ist es doch von einem wirklichen opfer der nazizeit verfaßt, von ralph giordano, der nun bestimmt nicht in dem ruf steht, ein zum- munde- redner zu sein. in diesem buch erzählt eine beeindruckende person der zeitgeschichte ihr leben, wahrscheinlich der letzte, der auskunft geben kann über das, was in den letzten zuckungen des nazireichs im sogenannten führerbunker geschah. obwohl rochus misch ein ss- mann war, kann man nicht verleugnen, dass einen sein schicksal berührt. aufgewachsen als waise, dann im allgemeinen taumel der ns- verherrlichung, er, ein einfacher mann aus dem volk, der sich plötzlich unverschuldet als leibwächter, telefonist und kurier bei hitler wiederfindet. er berichtet in einfachen worten, meist völlig wertungsfrei. man merkt, er will nur sagen, wie er es erlebt hat, und nicht, wie all das zu werten ist, an dem er beteiligt war. aus heutiger sicht erscheint manches befremdend, so, wenn er eine unbeschwerte zeit auf dem berghof beschreibt, die reinste familienidylle, oder über "die eva", die sich auch schon mal im neglige zeigte. er berichtet andeutungsweise über seinen dienst in der wolfsschanze, auch über stauffenberg. am interessantesten aber ist wohl seine schilderung über die letzten tage im führerbunker. und die zeit danach, als gefangener der russen, folter, straflager. misch beklagt sich eigentlich auch heute nie, erzählt nur und läßt den leser sich seine eigene meinung darüber machen. das läßt ihn wirklich sympathisch bleiben. etliche fotos illustrieren diesen lebensbericht, der ein stückchen geschichte beiträgt zu einem schlimmen kapitel deutscher vergangenheit- und der nachdenken läßt über die rolle des einzelnen menschen in dieser geschichte. Nahe an der Macht - aber nur räumlich 4 von 5 PunktenMan stelle sich vor, im Jahr 2080 versuchen Menschen die Bankenkrise des Jahres 2008 besser zu verstehen; letzter Augenzeuge ist eine untergeordnete Persönlichkeit, die seinerzeit dafür zuständig war, in der Vorstandssitzung das Mineralwasser auf den Tisch zu stellen. Genau so viel (oder wenig) Information kann Leibwächter Misch zur Geschichte des Dritten Reiches beitragen; das einzige neue Faktum, dass das Todesdatum Goebbels' möglicherweise um einen Tag korrigiert werden muss, ist letztlich unwichtig. Und doch ist dieses Buch wertvoll, weil es die Rolle und das Selbstverständnis des sprichwörtlichen kleinen Mannes korrekt beschreibt: wer keinen Ärger macht, bleibt selbst von Ärger verschont und kann seinen Dienst sonnenbadend auf dem Obersalzberg statt an der Front ableisten. So ganz funktioniert hat es in diesem Fall aber nicht: am Ende standen einige Jahre sowjetische Kriegsgefangenschaft. Vor- und Nachwort eiern um die Frage herum, ob diese Haltung moralisch akzeptabel sei: gequält wirkende "Vergangenheitsbewältigung", die man auch hätte weglassen können. |
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Anus Mundi. Fünf Jahre Auschwitz von Wieslaw KielarTaschenbuch von Fischer (Tb.), FrankfurtPreis bei Amazon: EUR 11,95, Angebote ab EUR 9,15 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3596234697, Erscheinungsdatum: Februar 1982, Auflage: 12 |
5 Kundenrezensionen:Erschütternd. Bewegend. Mitreißend. 5 von 5 PunktenGenau so und nicht anders schildert der Autor Wieslaw Kielar hier, ausgesprochen authentisch, "seine" Geschichte von Auschwitz, er war einer der Ersten, die 1940 nach Auschwitz deportiert wurden und einer der Wenigen, die Auschwitz 1944/45 lebend verlassen haben, Auschwitz "überlebt" haben. Herr Kielar erzählt von seinen Freundschaften und seinen Feindschaften, charakterisiert einzelne Charaktere und Kommandanten, die täglichen Abläufe innerhalb des Lagers, erzählt von der heimlichen Unterstützung mit Lebensmitteln und sonstigen Kleinigkeiten einiger Polen, der Korruption von einigen Lagerkommandanten, dem Warentausch innerhalb des Lagers mit den Habseligkeiten der Ermordeten und Vergasten sowie den Arbeitskommandos (für eine kurze Zeit war auch er Teil derer, die die Vergasten und Ermordeten abtransportieren mussten) innerhalb des Lagers. Kielars Erzählstil ist erschreckend, mit emotionsloser Normalität und unbefangenen Worten schildert er die Ankunft, die Folter und Schläge, die täglichen Erniedrigungen sowie die Vergasungen, Spritzen und Ermordungen, die zum alltäglichem Leben gehörten und der die Inhaftierten wehrlos ausgesetzt waren. Aber genau DAS war eben leider schrecklicherweise der Alltag und Kielar versucht dem Ausdruck zu verleihen, die seelische Verstummung und Abstumpfung, die unfreiwillige Akzeptanz der Situation sowie die Resignation zum Ausdruck zu bringen, um überhaupt überleben zu können ("Wir waren keine Menschen mehr" oder "so oder so Krematorium", wie ein Freund von ihm es ausgedrückt hatte). Dabei geht er chronologisch vor, er widmet jedem Erlebnis sein eigenes Kapitel, deshalb ist es nicht möglich hier ein Inhaltsverzeichnis wiederzugeben. Im Buch enthalten sind übrigens noch zwei Lagerpläne von Auschwitz, einmal vom Stammlager und einmal von Auschwitz-Birkenau. Zusammenfassend betrachtet ist dieses Buch eine große Bereicherung für die Weltliteratur (!), ein umfassendes Zeugnis dessen was in der Vergangenheit geschehen ist, ein Augenzeugenbericht und eine Lektion für die Zukunft, unwahrscheinlich gut geschrieben. Kurz, ein Einblick in die Brutalität und Unmenschlichkeit Auschwitzs. Sehr empfehlenswert. unbedingt lesen 5 von 5 PunktenIch habe schon mehrere Bücher über Auschwitz gelesen, aber dieses hier ist ganz vorne dabei...wenn nicht überhaupt an erster Stelle. Der Kauf lohnt sich auf jeden Fall! Sehr gut geschrieben, aber ehrlich???? 2 von 5 PunktenAlso das Buch ist echt gut geschrieben, aber es wird im Vorwort erwähnt, daß der Autor nach einigen Jahren Distanz alles aus seinen Erinnerungen verfasst hat. Nun frage ich mich, wie er dann, bei allem was er da durchgemacht hat, z.B. ab Seite 57 bestimmt 100 Namen mit den dazugehörigen Arbeitsstellen im Lager zu diesem Zeitpunkt nach Jahren noch auswendig weiß. Also ich z.B. war in der DDR wegen Republikflucht inhaftiert, habe echt furchtbare Dinge gesehen, aber ich war nach Schlägen mit Eisenstangen auf den Rücken, nach denen ich mich nicht mehr bewegen konnte, nicht darauf erpicht, wie der Typ hieß, der da die Suppe kocht. Ansonsten gut geschrieben, obwohl es da wirklich besser geschriebene und auch authentischere Bücher gibt, die ich mir übrigens in der Gedenkstätte selbst gekauft habe. Ergreifend und persönlich 5 von 5 PunktenWieslaw Kielar ist ein außergewöhnlicher Schriftsteller. Er schafft es in seinem Buch gleichzeitig einen objektiven Bericht über das eigentlich unbeschreibliche Grauen Auschwitz zu schreiben und zur selben Zeit den Leser an seinem persönlichen Schicksal teilhaben zu lassen. Das Buch ist in einem Ton geschrieben, als würde ein Freund erzählen und genau das macht es so eindringlich. Selten hat man bei einer Erzählung über das Leben in einem Konzentrationslager das Gefühl, man könne zum ersten Mal ein wenig verstehen, welche furchtbaren Qualen der Autor durchlitten hat( auch wenn man es doch niemals ganz begreifen wird), gleichzeitig kann man ein zumindest anfangen zu verstehen, wie es ein Mensch schaffen kann, trotz allem ein Mensch zu bleiben. Wer zumindest versuchen will, Auschwitz zu begreifen, muss Kielars Buch lesen. Das Entsetzen in seiner Normalität 5 von 5 PunktenAnus Mundi ist nichts für zarte Gemüter. Das nicht deshalb, weil Ausschwitz als Symbol für das gesamte Grauen einer verwirrten Welt steht und man kein Buch darüber mal so eben beiläufig lesen kann. Sondern, weil Kielar einfach nur erzählt wie es war. Kein Schnickschnack, keine Emotionalität, keine Bewertung, einfach nur das Alltägliche in seinem gesamten Grauen. Da kommt man nicht so einfach durch, sondern man ertappt sich dabei, wie man sich gewöhnt so, wie sich auch der Autor in Ausschwitz daran gewöhnte. Und das ist die Frage, die mich lange gequält hat: wie kann man sich überhaupt an so etwas gewöhnen. Die Antwort darauf ist so leicht wie erschreckend: um zu überleben, tut man fast alles und soziale Gemeinschaften wie widerlich sie auch sein mögen, sind immer noch soziale Gemeinschaften. Kielar ist kein Autor für Jugendliche. Die sind mit Die Kinder von Bergen-Belsen besser bedient. Er schreibt für diejenigen unter uns, die wirklich verstehen wollen. Um es mit Frank Herbert zu sagen: wer seine Vergangenheit nicht kennt ist gezwungen sie zu wiederholen. Kielars Ausschwitz kann man nie ganz kennen, aber man kann die Grundprinzipien begreifen, wieso sich kaum jemand wehrte und wie es kommt, dass diejenigen, die die Lager überlebten, danach für den Rest ihres Lebens im buchstäblichen Wort "kaputt" sind. Ich habe Wochen gebraucht, um das Buch ganz zu lesen. Wochen, in denen ich mir Zeit genommen habe, das Beiläufige zu einem Nacherleben zu machen. Dass das niemandem wirklich gelingen kann ist klar, aber ohne Verstehen keine Besserung. Und irgend etwas müssen wir tun, um der Gleichgültigkeit entgegen zu wirken. Anus Mundi nimmt mit. Es greift tief ein in die Seele, es weckt die Dämonen von Abscheu, die Verstehen verhindern und hilft dann doch daraus wieder heraus. Ausschwitz ist eine Welt voller Monster, in denen ein paar Lichtblicke der Menschlichkeit wie Diamanten funkeln, um doch gleich wieder mit allem Scheußlichen besudelt zu werden, zu dem Menschen fähig sind. DAS SIND WIR! Hier wird so recht deutlich, dass Täter wie Opfer Menschen wie du und ich sind und dass die Grenze zwischen beiden oft nicht so leicht zu ziehen ist wie es scheint. Andere Bücher motivieren den Gutmenschen in uns. Anus Mundi tut dies nicht. Wer ehrlich mit sich selbst umgeht, der kann nicht anders als erkennen: verurteile andere, und du bist selbst verloren. Man muss den Blick nach innen lenken und das Monster in sich selbst erkennen, auch wenn der ultimative Selbsttest am Ende nur das Erleben ist, was man andererseits natürlich niemandem wünschen kann. Dennoch, ich denke nicht, dass der Weg des Verhinderns dass so etwas noch einmal geschieht, darin besteht, die Nazi"ideologie" zu analysieren. Nein, die Analyse muss sich auf uns selbst beziehen. Nur wenn wir uns selbst erkennen, sind wir gewappnet. Es ist der Opportunismus nackten Überlebens und der Opportunismus von Sicherheit, der uns Menschen so gefährlich macht. Wenn wir uns nicht wappnen, sind wir diesem Opportunismus ausgeliefert. Das Böse in uns ist uns umso näher, je weniger wir es sehen wollen, während das Gute in uns wachsen kann, je mehr wir uns klarmachen, wer wir sind. Dass das wehtut liegt auf der Hand. Aber, wir müssen aus allem Menschlichen lernen. Nur so ist eine bessere Welt möglich. |
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Hitlers Klavierspieler: Ernst Hanfstaengl: Vertrauter Hitlers, Verbündeter Roosevelts von Peter ConradiGebundene Ausgabe von Scherz Verlag, FrankfurtPreis bei Amazon: EUR 6,99, Angebote ab EUR 4,10 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3502181373, Erscheinungsdatum: Sept. 2007, Auflage: 1., Aufl. |
Aus der Amazon.de-RedaktionZu den schillerndsten Figuren im Umkreis Adolf Hitlers gehörte in den Zwanziger- und frühen Dreißigerjahren der weltläufige Harvard-Absolvent, Kunsthändler und in seiner Geburtsstadt München promovierte Historiker Ernst Hanfstaengl. Ihm hat der amerikanische Journalist Peter Conradi eine lesenswerte, akribisch recherchierte Biographie gewidmet. Das Klavierspiel des von Freunden ?Putzi? genannten Hanfstangl schätzte Hitler ebenso, wie es Jahre zuvor in New York schon der damalige Senator und spätere US-Präsident Franklin D. Roosevelt getan hatte. In manch schwerer Stunde, etwa nach dem Selbstmord seiner Nichte Geli Rauball 1931, richtete er sich an seinem Spiel wieder auf -- vor allem das Tristan-Finale hatte es ihm angetan. Ohne das Eingreifen von Putzis amerikanischer Frau wäre der Name Hitler vielleicht sogar nur eine Fußnote der Geschichte geblieben: 1923 nämlich entwaffnete sie ihn, als er sich nach dem Scheitern seines Putschversuchs im Landhaus der Hanfstaengls in Uffing am Staffelsee erschießen wollte, um der drohenden Verhaftung zu entgehen. Die anfangs beiderseitige Bewunderung Hitlers und Hanfstaengls war nicht von Dauer: Nach dem Röhm-Putsch 1934 kamen Hitlers Klavierspieler Zweifel an dem ?Führer? und seiner Partei, der er wegen seiner guten internationalen Kontakte als Auslandspresschef diente. 1937 setzte er sich ab, zunächst in die Schweiz und dann nach Großbritannien, wo er 1939 interniert wurde. Doch seine Bekanntschaft zu Roosevelt, derer er sich jetzt besann, sollte sich auszahlen. ?Putzi? konnte in die USA ausreisen und stellte sich dort in den Dienst der US-Regierung, für die er Joseph Goebbels? Propaganda analysieren und ein Psychogramm Hitlers erstellen sollte. Nach dem Krieg kehrte Hanfstaengl nach Deutschland zurück, wo er sich bei seinem Entnazifizierungsprozess theatralisch als früher Gegner des NS-Regimes gerierte und das Gericht unter anderem mit einer eidesstattlichen Erklärung aus der Feder Eleonore Roosevelts von seiner Unschuld überzeugte. Conradis flüssig geschriebenes Buch rückt manches von dem zurecht, was sich Hanfstaengl an seiner Lebensgeschichte in seinem Memoirenband Zwischen Weißem und Braunem Haus zurechtgebogen hatte, mit dem er 1970, fünf Jahre vor seinem Tod, noch einmal auf sich aufmerksam machte. Wie immer man zu ihm stehen mag -- ein außergewöhnliches Leben hat er gelebt. -- Andreas Vierecke, Literaturanzeiger.de Eine Kundenrezension:Ein Diener zweier Herren. 5 von 5 PunktenPeter Conradis packende Biographie von Ernst "Putzi" Hanfstaengl war jedenfalls für mich eine Entdeckung. Ich glaubte bisher alles über Hitlers engste Berater und Spießgesellen zu wissen und hatte von Hanfstaengl nie etwas gehört. Dieser vielseitig gebildete Mann aus einer der angesehensten Familien Bayerns, der in Harvard studiert hatte und an der Fifth Avenue in New York eine bekannte Kunsthandlung führte, wurde durch eine Rede Hitlers in einem Münchner Bierkeller derart beeindruckt, dass er fortan als Topnazi zum engsten Führungskreis des späteren Diktators gehörte. Was wäre geschehen, hätte nicht Hanfstaengls Frau Helene Hitler daran gehindert, nach dem Putschversuch 1923 Selbstmord zu begehen? Die Welt sähe heute anders aus. Wie Hanfstaengl später aus einem Bewunderer Hitlers zu dessen Gegner wurde, auf verschlungenen Wegen wieder in die USA gelangte und dort Berater von Präsident Roosevelt wurde - das alles ist unbedingt lesenswert, auch für jene, die allmählich genug von Nazi-Literatur haben. |
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Anmerkungen zu Hitler. von Sebastian HaffnerTaschenbuch von Fischer (Tb.), FrankfurtPreis bei Amazon: EUR 7,95, Angebote ab EUR 2,00 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3596234891, Erscheinungsdatum: März 1981, Auflage: 28 |
5 Kundenrezensionen:Das Schlaueste, was es über Hitler zu lesen gibt 5 von 5 PunktenDie "Anmerkungen" lese ich nun schon zum drittenmal, sie sind es einfach wert. Haffner stellt Hypothesen auf, die alles andere als Hirngespinste sind. Überzeugend baut er seine Theorien über Ziele und Denkweisen des "großen Diktators" auf und hat den Mut auch über die durchaus beeindruckenden Leistungen Hitlers zu schreiben. Damit liefert er mehr als jeder andere Autor eine überzeugende Antwort zu der immer wieder aufgeworfenen Frage, warum die Deutschen diesem Mann so bedingungslos gefolgt sind (jedenfalls eine Zeit lang). Lobend sei auch die leicht verständliche "Schreibe" Haffners erwähnt, mit der er sich -nicht nur in diesem Werk- von den Arbeiten der meisten Profi-Historiker abhebt. Aufschlussreich, informativ, lehrreich, einfach lesenswert 5 von 5 PunktenDer Aufbau meines Geschichtsunterrichts zu meiner Gymnasialzeit (bis 2006) wurde sehr wahrscheinlich in den 50er Jahren festgelegt, nach dem Prinzip wir bösen Deutschen, schämt euch für eure Vergangenheit und seid weder selbstbewusst noch patriotisch. Meine Mutter meinte zur WM 2006 zu mir, häng dir bloß keine Fahne an das Auto, sonst wird es noch zerkratzt! Ich tat es trotzdem und das Auto blieb heil...welch Wunder! Irgendwie glaube ich, dass dieses Sportereignis teilweise eine Wende in Deutschland in Gang setzte. Zu Weihnachten geschenkt bekommen und so schnell es ging verschlungen. Es ist gelungen gegliedert, sehr interessant geschrieben, beschreibt Hitler nicht so einseitig wie ein Schulbuch, wie gesagt, sehr lehrreich und absolut lesenswert! kompakt und brilliant 5 von 5 PunktenÜber Sebastian Haffner wurde schon viel Kluges geschrieben. Nur soviel: Das Buch ist kompakt, publizistisch-provokant und brilliant. Man darf keinen sachlich-sauberen Historiker erwarten, sondern darf sich an seinen neuen, zugespitzen Sichtweisen erfreuen. Wen die erste Seite begeistert, der wird das gesamte Büchlein mit Freude und Gewinn lesen. Ein Standardwerk! 5 von 5 PunktenJedem, der sich intensiv mit den fatalen Verstrickungen und den Unmenschlichkeiten im Dritten Reich auseinandersetzen möchte, sei dieses Buch empfohlen. Wie in wenigen sonst, gelingt es Sebastian Haffner, die feinen Netze und Abhängigkeiten einer totalen Helden- bzw. Führergläubigkeit transparent zu machen und sie mit dem Charakter des AH zu verbinden. In einer verständlichen, klaren Sprache. Unnötig hier, eine weitere Inhaltsangabe zu bringen. Ich möchte mich auf eine Stelle beziehen, die exemplarisch das Denken von Haffner erklärt und die in Zusammenhang steht zum 20 jährigen Jubiläum des Endes der DDR. Haffner formuliert, dass nicht Kapitalismus und Sozialismus Gegensätze sind, sondern Sozialismus und Individualismus. "Eine Art Kapitalismus ist nämlich der Sozialismus im Industriezeitalter ganz unvermeidlich ebenfalls. Auch ein sozialistischer Staat muss Kapital akkumulieren, erneuern, erweitern; die Arbeitsweise eines Managers ist im Kapitalismus und im Sozialismus exakt die gleiche." Nach seinen theoretischen Ausführungen sagt Haffner gerne und zurecht: "Sprechen wir konkret." Die Entfremdung durch die Arbeit war für ihn im Westen identisch wie im Osten. Was die DDR zu den alten Bundesländern unterschied, und damit der Hitlerdiktatur glich, war der Zwang zum Glück in der Freizeit- bzw. Vereinsgemeinschaft. "Das Schulkind gehörte zum Jungvolk im Dritten Reich, in der DDR den Jungen Pionieren, die Freie Deutsche Jugend war das Pendant zur Hitlerjugend, der Sport der DDR wurde ähnlich geregelt, ja noch perfektioniert etc. etc. Haffner nennt viele weitere Beispiele. "Hitler war in dieser Hinsicht unzweifelhaft Sozialist - ein sehr leistungsstarker Sozialist sogar - , dass er die Menschen zu diesem Glück zwang." Haffner stellt die Frage in Richtung DDR in das Heute: "War es ein Glück"? Wenn man Ältere, die das Dritte Reich noch erlebt haben, befragt, stehen die Glückserlebnisse der Gemeinschaftsaktivitäten sehr stark im Vordergrund. Kraft durch Freude, durch Urlaube, Hitlerjugend, Abenteuer etc.: Diese erlebte "Glücksmauer" verhinderte ganz bewusst im Sinne Hitlers, hinter die wirklichen Absichten des Regimes zu blicken. Haffner möchte und kann diese Frage natürlich nicht beantworten, aber auch ich habe heute das Gefühl im Gespräch mit ehemaligen Bewohnern der DDR, dass diese die Gemeinschaftserlebnisse als etwas Schönes und Bereicherndes ansehen. Etwas, das sie im individualisierten Egoismus der Westgesellschaft vermissen. Selbstverständlich ohne die zweifellos vorhandenen Übersteigerungen durch Profisportler bzw. Doping. Mich würde interessieren, wie Zeitzeugen diese Rolle der Gemeinschaftserlebnisse in der ehemaligen DDR einordnen würden. Ein kluger Kopf 4 von 5 PunktenBis etwa zur Hälfte des Buches wirklich brilliant. Ab dem Jahr 1942 werden die Konturen etwas unschärfer und die Analyse ein wenig spekulativ. Dennoch ein wirklich hervorragendes Werk. |
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Böse Orte. Stätten nationalsozialistischer Selbstdarstellung - heute von Stephan Porombka, Hilmar SchmundtGebundene Ausgabe von Claassen VerlagPreis bei Amazon: EUR 4,99, Angebote ab EUR 3,00 ![]() 2,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3546003802, Erscheinungsdatum: 2005, Auflage: 1 |
Aus der Amazon.de-RedaktionÜberall in Deutschland findet man architektonische Spuren des NS-Staats und seiner baulichen Selbstdarstellung. "Deutschland ist ein Freilichtmuseum", heißt es im Vorwort, "vollgestellt mit Ausstellungsstücken aus der Zeit des Terrors". Die Geschichte viele dieser Stätten kennen freilich längst nur noch Kundige, weil anders als bei manchem ehemaligen Nazi-Prunkbau, kaum mehr etwas zu sehen ist, das von der Vergangenheit des Ortes, seiner damaligen Nutzung und Bedeutung kündet. Bei manchen hat man an historischer Stätte Orte der Aufklärung über die Diktatur und des Gedenkens an ihre Opfer geschaffen. Böse Orte haben Stephan Porombka und Hilmar Schmidt die von ihnen herausgegebene Sammlung von Besichtigungsberichten überschrieben, die uns an Orte führen wie die Stelle über dem Führerbunker, in dem Hitler seinen Untergang erlebte (Henrik M. Broder hat hierzu einen glänzenden Aufsatz beigetragen), oder auf den Obersalzberg, zum ehemaligen Nürnberger Reichsparteitagsgelände, in das Kraft-durch-Freude-Bad in Prora an der Ostsee oder in die Schorfheide nach Carinhall, wo der Waldhof Hermann Görings stand. ?"Kein anderes Land verfügt über eine derartige Fülle von zweifelhaften Denkmälern" und das Interesse an ihnen nimmt zu, was mittlerweile auch die Touristikbranche für sich zu nutzen weiß? "Unproblematisch ist das nicht", wissen die Herausgeber, und geben mit diesem Band zugleich zehn lesenswerte Antworten auf die sich aufdrängende Frage, welche Form des Gedenkens an Orten wie den oben genannten, denn angemessen sein könnte. -- Hasso Greb 5 Kundenrezensionen:Gesinnungsbuch 1 von 5 PunktenSchon der Titel ist doch bellawuppdich; was ist denn, bitteschön, am Flughafen Tempelhof oder am Olympiastadion 'böse'? Genausogut könnte man auch St. Petersburg als böse Stadt bezeichnen, denn der Zar ließ an einem absolut ungeeigneten Ort eine Barockstadt aus den Sümpfen stampfen, das hat zehntausende von Arbeitern das Leben gekostet. Unter einem bösen Ort könnte ich mir Auschwitz oder Lamsdorf vorstellen. Oder das Bundeskanzleramt, na, Scherz beiseite, über das Elefantenklo kann man ja nicht mal lächeln... Böse Orte 1 von 5 PunktenEin Buch das man NICHT KAUFEN sollte, schade für das Geld, es ist eine reine Volksveraschung, und im Zeitgeist unserer heutigen BRD geschrieben. Wenn schon Geister auf dem Obersalzberg beschrieben werden...sagt das alles über die Autoren.... Laßt die Finger davon, Ihr Ärgert euch nucr über den kauf. KuGra Fehlkauf 1 von 5 PunktenNach dem Titel erhoffte ich in diesem Buch etwas über die Gr0ßbauten des Nationalsozialismus zu erhoffen. Ich gehöre nicht zu jenen, welche an solchen Orten dem Tode Adolf Hitlers hinterhertrauern, vielmehr sind auch diese Bauten Bestandteil deutscher und europäischer Geschichte. Nur durch realistische Relikte wird Geschichte begreifbar. In der NS-Zeit wurden ebenfalls Krankenhäuser, Schwimmbäder und Schulen errichtet (teilweise durch Zwangsarbeiter). Zum Glück ist das auch so (trotz der Zwangsarbeiter), sonst hätten manche Orte heute noch nicht derartige Gebäude. Dem Autor geht es jedoch nicht um seriöse Aufarbeitung und um Wissensvermittlung. Subjektiv wird ausschließlich negativ von den Bauten berichtet (wenn der Betrachter dies überhaupt als notwendig erachtet. So finden die Spaziergänge natürlich immer im düsteren Herbst oder an einem kalten Wintertag statt. Die Kapitel "Prora", "Laboe" und "Autobahn" stellen wenigstens die Bauwerke in gewisser Form auch vor. Das Anfangskapitel bezieht sich auf den "Führerbunker", der nahezu keine Erwähnung findet, dafür aber das Holocaustdenkmal. Ich schätze Bücher sehr und musste mich stark bremsen, dieses Buch nicht einfach wegzuwerfen. Die drastische Preisreduzierung des Buches war sicher angemessen. Vom bösen Örtchen ... 1 von 5 PunktenBöse Orte klingt reißerisch und niedlich zugleich. Ich habe mich hinreißen lassen und die Lektüre an einem "bösen" Örtchen gelesen. Verbotenes, böses hat die Menschen schon immer magisch angezogen. Speziell der Artikel von Hilmar Schmundt (Enkel des Buders von Rudolf Schmudt, R.Schmundt.war Chefadjutant der Wehrmacht) über den Obersalzberg hat mich interessiert.Zitat: "Auch Hitler phantasierte noch 1945 in der Wolfsschanze von einem Bollwerk in den Alpen ..." Dies ist schlicht und einfach falsch, weil die die Rote Armee bereits am 24. Januar 1945 anrückte und A.H. nicht in der Wolfsschanze weilte! Ansonsten flott und frech geschrieben, mit viel Phantasie und ein paar Seitenhieben gegen in Berchtesgaden lebende Personen. Keine Fakten, Daten, Informationen - einfach nix. Ich verlasse den bösen Ort ..., weil ich ausgelesen habe und das Sch(m)und(t) Heft entsorge ... Hart aber fair! Teils gut 4 von 5 PunktenEs sind in diesem Buch nicht sonderlich viele Fakten über die Orte beschrieben, allerdings kann meist durch die gute Beschreibung der Autoren die Orte gut vor dem Inneren Auge sehen. Besonders gut gelungen ist der Beitrag über das Reichsparteitagsgelände meiner Meinung nach. Da der Autor dort eine persönliche Bindung zum Ort darstellt. Und auch der Beitrag über das Olympia Station ist gut gelungen. Da es sehr interessant geschrieben ist. Allerdings finde ich den Teil über Ladoe wenige gut gelungen. Es wirkt meiner Meinung nach so als sei der Autor vom Ort "gelangweilt" oder zumindest nicht sonderlich interessiert oder naja Begeistert kann man nicht sagen, aber als würde es in nicht sonderlich interessieren. Insgemat kann man sagen für interessiert zu empfehlen . |
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LTI: Notizbuch eines Philologen von Victor KlempererBroschiert von Reclam, DitzingenPreis bei Amazon: EUR 9,90, Angebote ab EUR 8,27 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3150201497, Erscheinungsdatum: Dezember 2007, Auflage: Nachdruck der 22. Auflage 2007. |
5 Kundenrezensionen:was für ein Buch! 5 von 5 PunktenEin Buch über die Sprache des Nationalsozialismus, das zum Nachdenken anregt und nie ohne Wirkung bleibt! Das Buch ist eine angenehme Mischung aus persönlicher Beobachtung und wissenschaftlicher Analyse, spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Eines jener Bücher, die Spuren hinterlassen. Das Buch kann einem die Augen öffnen... 5 von 5 PunktenIch kann mich meinen Vorrezensenten nur anschließen. Victor Klemperers LTI (Lingua Tertii Imperii - Sprache des dritten Reichs) ist ein Buch, das eigentlich jeder gelesen haben sollte, der sich mit der deutschen Sprache beschäftigt. Man entdeckt in diesem Buch viele Beispiele für die Manipulation durch Sprache, die im Nationalsozialismus üblich gewesen ist und die sich tatsächlich in allen Bereichen durchsetzen konnte. Hier ist das sehr schön dargestellt u.a. anhand eines Aufrufs an Apotheker sich der Anwendung einheimischer Tees zu bemühen. Eben hier wird auch erklärt wie der nationalsozialistische Sprachstil in die wissenschaftliche Sprache Einzug hielt. Das Buch ist nicht im eigentlichen Sinne wissenschaftlich aber sehr scharfsinnig und objektiv mit Kapiteln, die in Form von Essays grade auf eigene Erlebnisse Bezug nehmen. Das Buch erhellt, wie die Sprache des Nationalsozialsmus enstand, besonderes Augenmerk ist hier auch bei Vergleichen zum italiensichen Faschismus. Ein wichtiger Punkt ist auch der vielleicht aus heutiger Sicht völlig unverständliche Führerkult, der hier seinen grotesken Ausformungen, die Klemperer im Alltag begegneten, beschrieben wird. Das Buch ist absolut empfehlenswert und lässt einen auch über den heutigen und nicht zuletzt den eigenen Sprachgebrauch weiterdenken, schließlich hat sich erstaunlich vieles aus dieser Zeit bis heute erhalten... LTI Ein Anstoß zum Denken 5 von 5 PunktenIch, als "Ossi", habe LTI durch einen Zufall in die Hände bekommen. Schon nach ein paar Seiten war mir nicht klar, wie diese Buch durch die DDR-Zensur gekommen ist. Die Gleichheit des Sprachgebrauchs im "dritten Reich" und in der DDR war frappierend. Gab es da sonst noch Gleichheiten? Für einen 18 jähriger SED-Genosse war dieses Buch ein Schock. Ich habe es mehrmals hintereinander gelesen. Und im nachhinein bin ich mir sehr sicher, dass dieses Buch für mich der erste Anstoß war, mich der bürgerlichen Demokratie zuzuwenden. Vielen Dank und Respekt Prof. Dr. Klemperer herausragend gut 5 von 5 Punktenwer das 3. Reich verstehen will, der sollte LTI lesen. Aus einer anderen als der üblichen Sichtweise wird untersucht, warum es so kommen konnte. Lesen!! Nazisprache und Gegenwart 5 von 5 PunktenWas man aus Viktor Klemperers hervorragendem Buch vor allem lernen kann, ist, dass sehr viele Begriffe der Nazibarbaren bis in unsere gegenwärtige Gesellschaft erhalten geblieben sind und sich viele Menschen nicht darüber im Klaren sind, woher das eigentlich stammt. Die zweite Lektion, die man lernen kann, ist, dass die gleichen Mechanismen heute immmer noch gebraucht werden, um gegen Menschen zu hetzen; die gegenwärtige Diskussion um "Arbeitsunwillige" und dergleichen mehr, lässt ahnen, wie tief verwurzelt die faschistoide Denkweise und der demagogische Sprachgebrauch in Deutschland sind. |
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