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Ein Tag im September von Simon Reeve, Franka Reinhart

Zoom Produkt-Bild: Ein Tag im September
Broschiert von Heyne
Preis bei Amazon: EUR 10,00, Angebote ab EUR 0,95

4,5 von 5 Punkten 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3453500121, Erscheinungsdatum: Februar 2006
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5 Kundenrezensionen:

Gemischte Gefühle
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Das Buch stellt die Ereignisse rund um die Ermordung von Mitgliedern der israelischen Olympiamannschaft durch pälästinensische Terroristen im München 1972 so spannend dar, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Der terroristische Akt und der anschließende Rachefeldzug der Israelis sind, schon wenn man sich auf die historischen Geschehnisse beschränkt, einfach kaum zu glauben. Eine Stärke des Buches ist, dass es sich den damaligen politischen Hintergründen widmet und auch die menschlichen Aspekte nicht vergisst. Eine ganz große Schwäche ist, dass das Buch, selbst wenn man pro-israelisch fühlt, sehr einseitig für die Israelis Partei ergreift. Von einem Journalisten, der zudem so umfangreich recherchiert hat, hätte ich eine ausgewogenere Berichterstattung, z.B. eine fairere Beurteilung der Situation des deutschen Staates und seiner Behörden erwartet.
sehr gelungen
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
in einer meist bemerkenswert objektiven weise nimmt der autor die position eines berichterstatters ein und schildert die historisch belegten ereignisse der olympischen spiele von 1972. dabei bezieht er sich nicht nur auf die offiziellen quellen, sondern hat unter anderem auch einblick in akten, die stasi mitarbeiter, deren aufgabe es war, im zuge der olympischen spiele strukturelle begebenheiten der brd auszuspionieren erstellt haben. trotz der tatsache, dass der autor meist objektiv ist lässt er es sich an manshcen stellen nicht nehmen die arbeit der polizei (die wirklich katastrophal war) zu kritisieren und in einer art und weise in frage zu stellen, die die beamten manchmal als unfähig und einfältig darstellt. abgesehen davon sind die kapitel gut gegliedert und umfassen alle episoden des dramas: vom beginn der aktion des "schwarzen september", über die vergeblichen vermittlungsversuche der brd und der misslungenen operation in fürstenfeldbruck, bishin zu den vergeltungsaktionen des mossad wird berichtet. dabei werden auch die ereignisse und zustände in den palistinensischen flüchtlingslagern angeschnitten und somit motive für die tat geliefert. darin unterscheidet sich das buch beispielsweise von dem film münchen, indem meiner meinung nach nur eine seite belangt wurde und das war die israelische. so wurde der eindruck erweckt (für diejenigen, die sich nicht mit dem thema befassen, also keine vorkenntnisse haben, wie es in der jüngeren generation oft der fall ist) die palistinenser werden dämonisiert. hier sieht der autor davon ab, dies ist der grund für seine neutrale berichterstattungsweise.

das buch ist meiner meinung anch für diejenigen, die eine chronologische abfolge der ereignisse von münchen suchen sehr geeignet. zudem ist der preis für die leistung sehr gering und die übersetzung aus dem englischen sehr gutz nur zu empfehlen. top!
2/3 gelungen, dann wird es mager...
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
ca. 2/3 des buches sind gelungen, danach wird es ein bisschen dürftig, die formulierungen wiederholen sich, das herumreiten auf dem polizeilichen versagen fängt an, etwas penetrant zu wirken, da vor 30 jahren wohl kaum ein staat auf eine solche katastrophe vorbereitet gewesen wäre.
Umfassender und aufschlussreicher als die Filmversion!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Mit fast sechsjähriger Verzögerung erscheint nun endlich auch eine deutsche Übersetzung von Simon Reeves Zeitzeugnis "One Day in September" als preisgünstiges Taschenbuch. Das Buch entstand während der Arbeit zu dem gleichnamigen Oscar-prämierten Dokumentarfilm von Kevin MacDonald. Während sich MacDonald allerdings - bedingt vor allem durch einen vorgegebenen begrenzten Zeitrahmen - nur auf die wesentlichen Punkte konzentrieren konnte (und daher vor allem die vielen ausführlichen Interview-Statements der damals beteiligten Personen nur teilweise verwenden konnte), kann Reeves in seinem Buch auf über 400 Seiten auch ins letzte Detail gehen.
"Ein Tag im September" liefert den bislang umfassensten Hintergrundbericht über die Ereignisse vor, während und nach dem Geiseldrama - nicht nur die Entstehungsgeschichte des "Schwarzen Septembers" wird wesentlich umfassender erklärt, auch der Operation "Zorn Gottes" (der spätere Rachefeldzug der Israelis - zuletzt auch von Steven Spielberg in "München" verfilmt) wird sich in der zweiten Buchhälfte ausführlich gewidmet. Aber auch die Ereignisse während der Geiselnahme und bei der gescheiterten Befreiungsaktion in Fürstenfeldbruck werden wesentlich detaillierter geschildert - dabei kommen nicht nur sämtliche Interview-Partner der Filmversion (wie Manfred Schreiber, Ulrich Wegener oder Heinz Hohensinn) mit wirklich interessanten Aussagen noch viel umfassender zu Wort, auch weitere Zeugenaussagen wie z.B. die der damaligen Scharfschützen und Hubschrauberpiloten liefern äußerst interessante Zusatzinformationen.
Da Simon Reeves bei seinen Recherchen erstmalig auch auf bislang geheime Dokumente (darunter Gerichtsakten und auch Unterlagen aus den Archiven der Stasi) zurückgreifen konnte, kommen teilweise wirklich erstaunliche Dinge ans Licht, die man gerne auch in der Filmversion gesehen hätte. So widmet er sich in einem besonders interessanten Kapitel am Ende des Buches speziell den Vertuschungsversuchen der deutschen Behörden, die in den offiziellen Berichten vieles verschwiegen hatten (beispielsweise kam der Ringer David Berger nicht durch die Schüsse der Terroristen ums Leben, sondern erstickte an dem anschließend ausbrechenden Feuer - auch zwei andere Israelis wurden letztendlich nicht durch die Schüsse der Terroristen getötet - sondern durch Schüsse von deutschen Scharfschützen) und die bis heute entscheidene (Film-)Dokumente noch immer unter Verschluß halten oder gar einfach verschwinden ließen (wie z.B. den offiziellen Fürstenfeldbruck-Film, auf dem die Inkompetenz der Polizei während des Befreiungsversuchs deutlich festgehalten wurde). Fazit: Es gibt derzeit keine gründlichere, umfassendere und genauere Darstellung der Ereignisse rund um das Geiseldrama von München 72 als in diesem Buch. - Nachdrückliche Kaufempfehlung!
Sehr gut recherchiert, spannend und empfehlenswert
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Simon Reeves Buch schildert umfassend die Ereignisse während der Entführung der israelischen Athleten in München 1972, die Entwicklung im Nahen Osten, die dazu führte und auch die anschließende Jagd des Mossad nach den überlebenden Terroristen und den Verantwortlichen im Hintergrund. Abgesehen davon, dass das Buch eine Informationslücke umfassend schließt, was erst durch das Bearbeiten bisher unter Verschluss stehender Informationen möglich war, fallen folgende Dinge ins Auge:
1) Das Versagen der Deutschen Sicherheitskräfte und Politiker in der Bewältigung der Situation. Ohne ausreichende Kommunikation wird die Entführung völlig unprofessionell "beantwortet". Teilweise aus Schlamperei, teilweise aber auch, weil Erfahrungswerte nicht vorlagen. Die Welt hat hier dazugelerent....
2) Das Handling der elektronischen Medien im Zusammenhang mit der Entführung. Die damals relativ neuen Live-Übertragungen waren völlig unkontrolliert. Die Entführer konnten am Schirm mitverfolgren, wir die Erstürmung Ihres Unterschlupfs vorbereitet wurde. Kein Vergleich zu "embedded journalists" im Irak.
3) Wie sich die Bilder gleichen: Die Terroristen waren in der Mehrzahl in Deutschland lebende oder ausgebildete Palästinenser, höchst konspirativ und fanatisiert, durch Strippenzieher im Hintergrund angeworben, fatalistsisch ihrer Aufgabe ergeben. Interessant auch zu erfahren, dass seinerzeit ein Plan seitens des Schwarzen September bestand, ein Selbstmordkommando eine 747 über Tel Aviv in die Luft sprengen zu lassen.
Was besticht ist auch die Unparteilichkeit des Autors, der sowohl der palästinenischen Problematik als auch der Situation Israels Raum und Verständnis einräumt. Lesenswert!
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